Emperor: Schlacht um Dune (PC Strategiespiel) Testbericht

No-product-image
ab 17,03
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(7)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Lionheart

In der Wüste nichts neues?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Emperor-Battle for Dune

Einleitung:
========

Dune, kaum ein anderes Science Fiction Epos ist so bekannt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man es verfilmte und auch bereits als Software verarbeitete. Emperor- Battle for Dune ist hierbei der dritte Spross dieser Echtzeit-Strategie-Reihe aus dem bekannten Hause Westwood.

Westwood ist ja der Urschmied der Echtzeitstrategie. War Dune2 eigentlich der Urvater dieses Genres, gelang es Westwood aber erst mit Command&Conquer das damals neue Genre richtig „an den Mann zu bringen“. Dune 2000 setzte dann die Reihe fort, deren neuester Ableger das eben erschienene Emperor- Battle for Dune ist.

Worum geht es bei Emperor? Natürlich um die Vorherrschaft auf dem Wüstenplaneten Dune. Und damit die Kontrolle über das Spice, dieser Droge, die erst die Raumfahrt über interstellare Entfernungen ermöglicht. Wer die Kontrolle über das Spice hat, der hat die Macht! Da der Kaiser verstorben ist, herrscht ein Machtvakuum, welches nun natürlich gefüllt werden will…

Es verwundert daher nicht, dass um diese Substanz erbittert gekämpft wird. Hierbei bekämpfen sich drei Adelshäuser.

- Die noblen Atreides, die auch die Helden der Filme und der Bücher waren.

- Ihre typischen Gegenspieler , die Harkonnen. Diese kennt man ebenfalls gut aus den Verfilmungen und dem Buch „Der Wüstenplanet“.

- Das dritte Haus, die Ordos sind hingegen nicht so bekannt, da sie im Film keine Rolle spielten. (Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern)

Diese drei Häuser kämpfen nun also in Emperor um die Kontrolle über Dune, und somit die Macht über das Spice.

Die Parteien:
=========

Die Installation schenke ich mir einmal, wer eine CD einlegen kann ist hier klar im Vorteil, der Rest ist wie gehabt.

Das Intro ist vorbei und wir kommen in den Auswahlbildschirm. Neben den Optionen etc. ist hier für uns vorrangig die Auswahl einer der drei Parteien entscheidend. Wen wollen wir denn nun spielen?


Die Parteien:

Atreiden:

- die „guten und noblen“ Atreiden? Diese sind fair, nobel und haben keine sonderlich „netten“ Waffen. Erinnert alles an die GDI. Halt modernes Gerät, aber nichts wirklich Aufregendes.

Da die Atreides ihr Haus ja auf noblen Grundsätzen aufgebaut haben, werden deren Einheiten als die loyalsten angesehen.
Atreideneinheiten der Klasse 3 (die Einheiten in Emperor gewinnen an Erfahrung und können bis zur Eliteeinheit aufsteigen) können z.B. in die Fabriken oder Kaserne zurückkehren und sich dort als Ausbilder betätigen. Das Ergebnis ist, das neue Einheiten sofort den Veteranenstatus haben.

Hier zur Übersicht und zum Vergleich mal ein paar Einheiten:

-Scouts: diese sind schnell und haben einen großen Sichtradius. Scouts sind nur schlecht bewaffnet, können sich dafür aber tarnen und dem Gelände anpassen.

-Scharfschütze: diese haben eine enorme Reichweite. Da sieht man gar nicht, was einem gerade den Garaus machte…

- Kindjal: diese erinnern mich an die GI in C&C3. Wenn sie stationiert werden, bauen sie einen Raketenwerfer auf.

-Moongoose: eine Art Mech . Bewaffnet mit einem Raketenwerfer. Nicht sonderlich stark, aber recht flink.

-Minotaurus:die schwere Artillerie der Atreides. Verschießt aus 4 Kanonen Granten mit einem Area-Effekt. Sehr gut gegen Infanterie und stationäre Ziele.

Dann wären da noch die typische leichte Infanterie, der Ingenieur, der Transporter Carryall, die Ornithopter als Lufteinheit, ein Panzer mit Schallkanone usw.

An Gebäuden hat man auch das übliche: Fabrik, Kaserne, Windfalle etc.


Harkonnen:

- die „bösen“ Harkonnen hingegen sind da schon aus anderem Holz geschnitzt und besitzen auch interessantere Waffen.

Was haben die Harkonnen so an Einheiten?

-einen Infanteristen mit Raketenwerfer

-den allseits beliebten Infanteristen mit Flammenwerfer

-die Kreissäge. Sehr nettes Gefährt mit Kreissäge mit dem man sich durch feindliche Infanterie „mähen“ kann, oder die Spicefelder des Gegners zerstört, um diesen quasi auszuhungern. Zur Selbstverteidigung gegen andere Fahrzeuge hat es zusätzlich noch zwei kleine Geschütze.

-Flammenwerferpanzer: dieser hat zwei unabhängig agierende Flammenwerfer, die man auf zwei verschiedene, oder ein gemeinsames, Ziel richten kann!


-Inkvine Katapult: das verschießt Fässer mit Giftmüll.

-Devastator Panzer: die schwerste Waffe der Harkonnen. Bewaffnet mit zwei Plasmakanonen und extrem schwer gepanzert, hat dieses Baby ganz schön was zu bieten…

Man sieht schon, die Harkonnen setzen auf brutale Feuerkraft und Terror.


Ordos:

-die Ordos sind eher hinterlistig und setzen auch chemische Waffen, Genmanipulation usw. ein.

Was haben die Ordos so an Einheiten? Hier ein paar Beispiele:

-den Chemietrooper. Dieser versprüht Giftgas, das sehr effektiv gegen feindliche Infanterie ist. Zum Glück hat der Junge eine kurze Reichweite und ist auch recht langsam.

-Granatwerfer: ein Infanterist mit einem Granatwerfer. Ähnlich dem GI muss er erst stationiert werden, dann geht der Feuerzauber aber richtig los.

-Staubkundschafter: dieses Bike ist sehr schnell und kann sich im Sand eingraben. Das ergibt mitunter sehr unschöne Überraschungen.

-Laserpanzer: wie der Name schon sagt, ein (Schwebe)Panzer mit einer Laserkanone.

-Kobra: erinnert an den Siegetank aus Starcraft. Wenn eingegraben und stationiert, verwandelt der Panzer sich in einen Geschützturm.



Es gibt aber auch noch 5 Subhäuser im Spiel.

- da sind die Fremen, die Eingeborenen des Planeten.
-das Haus Ix, das sich auf den Waffenhandel spezialisiert hat
-die Sardaukar, die ehemaligen Elitetruppen des verstorbenen Kaisers.
-die Gilde der Navigatoren, die das Spice unter ihre Kontrolle bringen möchte um ihr Monopol auf die Raumfahrt gesichert zu wissen.
-und das Haus Tleilaxu. Dieses führt mittels Reanimation und Cloning einen Kampf gegen die Maschinen im Universum.

Von diesen 5 Unterhäusern kann man bis zu zwei auf seiner Seite haben. Diese Wahl hat durchaus Auswirkungen auf den Spielverlauf, die Unterhäuser sind keine Söldnertruppen, sondern haben einen eigenen „Charakter“.

Diese Fraktionen balgen sich also munter. Dabei findet der Kampf nicht nur auf Dune statt, sondern auch auf den Heimatplaneten der drei großen Häuser, auf Caladan, Giedi Prime, und Draconis IV. Alle mit ihren eigenen Terrains wohlgemerkt.


Präsentation:
=========

Kommen wir lieber zu Wichtigerem, der Präsentation des Ganzen. Typisch natürlich für ein Spiel aus dem Hause Westwood sind die Videosequenzen, welche die Story erzählen und vorantreiben. Diese sind wie immer eine Mischung aus realen Schauspielern und Computersequenzen. Einer der Schauspieler dürfte manchem übrigens recht bekannt vorkommen, es ist unser guter Michael Dorn, vielen sicher eher bekannt als Worf.

Die Qualität dieser Filme ist recht gut und gefällt mir besser als z.B. bei Tiberian Sun.

Grafik:
=====

Die Grafik ist erstmalig in 3D. Diese ist frei zoom- und drehbar. Dabei wird die Kamera automatisch in den richtigen Blickwinkel geführt. Das ist sehr angenehm.
Die Einheiten und Gebäude sind sehr hübsch gezeichnet und animiert. Hier wurde mit viel Leibe zum Detail gearbeitet-man kann in den Einheiten sogar die Piloten erkennen. Es gibt schöne Lichteffekte zu bestaunen und Freunde zünftiger Explosionen kommen hier ebenfalls gut auf ihre Kosten. Besonders beeindruckt hat mich aber die grafische und spielerische Umsetzung der Sandwürmer. Aber ich will hier nicht zu viel verraten, das muss man selber gesehen haben. Die Grafik ist auf jeden Fall eines der Highlights dieses Spiels, ganz ohne Frage.

Sound:
=====

Auch hier kann man nicht meckern. Die Sprecher klingen professionell, die Geräusche wie z.B. Explosionen sind passend und klingen echt.


Bedienung und Missionsplanung:
========================

Was mir weniger gut gefällt sind die wenigen Höhenlevel im Spiel. Da hätte ich mehr erwartet. Auch das Thema Wüste als Terrain hätte spielerisch noch besser genutzt werden können.

Allerdings wird das Terrain schon genutzt, eine Einheit auf einer Anhöhe hat Vorteile. Es gibt die so genannten Dustbowls, die nur von wenigen Einheiten passiert werden können. Außerdem gibt es jetzt endlich Deckung für Infanterie. Sie können so nicht mehr so einfach von schweren Fahrzeugen überfahren werden.

Auch in Emperor gibt es wieder zwei Terrainarten: Stein und Wüste.
Nur auf Stein kann gebaut werden.

Die Bedienung ist simpel. Am rechten Bildschirmrand wählt man die zu produzierenden Einheiten und Gebäude aus. Die meisten Bauten kann man erweitern. Die Fahrzeugfabrik stellt dann neue Fahrzeuge her, oder die Raffinerie bietet mehr Erntern Platz.
Dazu wird der Ernter von einem CarryAll zum Spice transportiert, er erntet und wird zur Raffinerie zurückgeflogen. Die KI erledigt das vollautomatisch.

Die Steuerung der Einheiten ist sehr einfach. Einheiten auswählen, oder per Mausklick und Rahmen ziehen zusammenfassen, dann Marschbefehle erteilen usw. Natürlich kann man auch Schnelltasten gewisse Truppen zuweisen, Routen festlegen usw. Alles wie schon gehabt.



Missionsplanung:
============

Interessanteste Neuerung bei Emperor dürfte die Strategiekarte sein. Diese ist in 33 Territorien unterteilt. Hier wählt man zwischen den Schlachten aus, welches Feld man als nächstes attackieren möchte. Das ist dann ähnlich wie bei Risiko. Ein Feld weitab der eigenen Versorgungslinien wird schwerer einzunehmen sein, als eines mit Unterstützung aus dem eigenen Hinterland.

Haben wir uns für ein Feld entschieden, kommen wir in eine Art Briefing. Hier erhalten wir weitere Informationen: unsere Missionsziele (diese werden zufällig ausgewählt), Wurmaktivitäten, Stärke der Nachschubtruppen, der Einfluss der Subhäuser usw.

Dabei sind die Einsätze breit gefächert. Es gibt Eskort-Aufträge und die schon aus C&C beliebten und bekannten Kommando-Trupps, aber ebenso Massenschlachten.
Da man ja auch auf den Heimatplaneten der drei großen Häuser, oder auf Raumstationen, kämpft, wird Emperor nicht so schnell eintönig.


Multiplayer:
=========

Man kann Online gegen bis zu 7 weitere Opponenten antreten. Das Ganze ist recht ausgewogen, keine Partei hat hier entscheidende Vorteile. Nachteil hierbei ist aber, dass man nur über Westwood spielen kann.


Fazit:
====

Emperor ist sicher keine Revolution des Genres, aber eine Evolution im Detail. Die Grafik ist sehr gut geworden. Die Bedienung ist perfekt. Die KI erledigt Routineangelegenheiten erstmals zufrieden stellend. So kann man sich endlich auf den Kampf konzentrieren.
Die drei Parteien sind sehr ausgewogen und die 5 Unterhäuser bringen einiges an Feinheiten ins Spiel. Mit bis zu 55 Missionen hat man auch aller Hand zu tun, bis man alles durchgespielt hat. (Die typische Kampagne hat so 20 Missionen).
Die Strategiekarte und die neuen Deckungsmöglichkeiten für die Infanterie sind sehr schöne Detailverbesserungen.
Auch der Schwierigkeitsgrad ist angenehm ausgeglichen.

Das einzige Manko, wenn man es denn so sehen will, ist eben das man alles schon so ähnlich gesehen hat. Es ist nichts wirklich Neues. Dennoch fesselt das spiel einen schnell und man ertappt sich beim berühmten: „Ich gehe ja gleich ins Bett, nur noch diese eine Mission…oh…schon wieder Tag? Öhem :O) „


Es bleibt also ein Spiel, das keine Innovationen bietet, dafür aber eine gelungene Evolution der Reihe. Trotz der fehlenden Neuerungen macht es durchaus Spaß. Ob das Gebotene aber die gut 85 DM wirklich wert ist, das muss jeder selber entscheiden.

Systemanforderungen:
===============

Nun kommen wir zum weniger schönen Teil, die Systemanfoderungen sind teilweise recht happig.

Minimal sollten es angeblich sein:

- ein Pentium mit mind. 450Mhz
- mit 64MB RAM
- ca. 600MB freier Festplattenspeicher

Das läuft aber nur bei sehr niedriger Auflösung. Und richtig Spaß macht es auch nicht

Spielbar wird es dann ab 800 MHZ, 128MB RAM und einer guten 3D-Grafikkarte, z.B. eine Voodoo3, oder eine TNT2.

Wer wirklich voll auf seine Kosten kommen will, der braucht eine CPU ab 1 GHZ, 256MB RAM und eine 3d-Karte ab einer Geforce.


Unter westwood.ea.com findet man demnächst einen Patch zum Spiel, also ab und an ruhig mal die Seite besuchen.

Und bezahlt habe ich für das Spiel 84,99 DM


© Lionheart 2001 „Besser Fool On The Hill, als King of the Koppel”

4 Bewertungen, 1 Kommentar

  • desertrose

    27.03.2002, 19:53 Uhr von desertrose
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fand's einfach super! Liebe Grüsse, Desiree