Engelstrompete Testbericht

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Erfahrungsbericht von andre-kr

ein gefährliches Trompetchen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Datura

Die Engelstrompete zählt seit einigen Jahren zu den beliebtesten Kübel- und Balkonpflanzen. Das liegt wohl an ihrer Robustheit und einfachen Pflege, sowie ihren hübschen Blättern und trompetenartigen Blüten. Letztere werden bei guter Pflege an die 30 Zentimeter lang und verströmen einen angenehmen Duft.

Das erste mal gesehen habe ich die Pflanze bei meiner Mutter. Sie zog die Pflanze im Sommer in Kübeln und stellte sie zum Überwintern in den dunklen Keller (!). Reichlich geschädigt und fast des gesamten Blattwerks beraubt wurde sie dann im späten Frühjahr ans Licht geholt und begann in Nullkommanix an zu treiben und zu blühen. An dieser rüden Behandlung merkt man schon, wie robust diese Pflanze ist. Allerdings wurden die Engelstrompeten meiner Mutter nie höher als einen Meter. In freier Natur werden sie schon 5-7 Meter hoch. Selbige sind mir dann von Bali über Sri Lanka bis Südafrika und Costa Rica ins Auge gefallen und ich musste immer lächelnd an Mutters „Krüppel“ denken.

Beschreibung:

Die Datura ist ein Nachtschattengewächs. Sie kommt weltweit in subtropischen und tropischen Gebieten vor. Bisher sind mir fast weiße Blüten, cremefarbene, gelbe bis rötliche Blüten untergekommen. Die Blätter sind tiefgrün (zumindest bei guter Pflege, grins) und ei- bis Lanzettenförmig. Die in unseren Breiten als Zierpflanze angebotene Datura sanguinea oder Datura aurea sind Kreuzungen und werden bis zu 3 Metern hoch.

Standort und Pflege:

Obwohl die Pflanze an sich recht anspruchslos ist, liebt sie im Sommer einen sonnigen Standort. Da passt leider nicht zusammen mit der Tatsache, dass sie Trockenheit gar nicht mag und in der Wachstumsphase enorm viel Wasser verbraucht. Denn dann lässt sie recht schnell die Blätter hängen. Also: Immer schön regelmäßig gießen. An sehr heißen Tagen kann das auch 2 mal notwendig sein.
Wöchentlich sollte man in der Wachstumsphase dem Gießwasser Dünger zufügen. Der gewöhnliche Flüssigdünger ausm Supermarkt reicht dazu. Man sollte nur nicht vergessen, im Spätsommer damit aufzuhören, sonst provoziert man Überdüngung und fleckige Blätter. Gießt man nach dem Sommer zuviel, kann es zu Fäulnis kommen.
Abgeblühte Blüten sollte man abknipsen, da sie erstens nicht mehr schön aussehen und zweitens anfangen können, zu schimmeln. Damit stecken sie dann die ganze Pflanze an.

Überwintern:

Da die Pflanze recht groß wird und kaum jemand so eine große Wohnung oder einen Wintergarten hat, um sie darin bei künstlicher Beleuchtung und tropischer Wärme zu halten, muß Ihr Stoffwechsel zurückgefahren werden. Damit sollte man schon im Herbst beginnen, d.h. die Wasser- und Düngergaben einschränken. Drohen die ersten Nachtfröste, darf die Pflanze bei maximal 10 Grad an einen hellen frostfreien Ort geschafft werden. Bei höheren Temperaturen treibt die Datura wieder und wird geschädigt. Aber wie ich bereits ausführte, ist die Pflanze sehr robust, nahezu Dunkelheit schadet auch nicht, sofern die Temperatur niedrig genug ist. Um Wurzelfäulnis zu vermeiden, darf man nun nur sehr sparsam gießen und düngen.
Im Frühjahr kann sie dann nach den Eisheiligen wieder an den alten Standort im Garten/Balkon etc.

Umtopfen/Rückschnitt/Vermehrung:

Da die Engelstrompete sehr schnell wächst und auch verholzt, ist des öfteren ein Umtopfen notwendig. Dazu reicht normale Garten- oder gekaufte Blumenerde.
Im Frühjahr sollte man längere Triebe auch zurückschneiden, um der Pflanze Form zu geben und das Neue Austreiben zu beschleunigen.
Irgendwann ist aber die Pflanze zu groß. Dann hilft nur noch, einige nicht zu stark verholzte Triebe abzuschneiden und zum Wurzeln in ein Glas Wasser zu stecken. Diese schnell wurzelnden Triebe dann eintopfen und sich tränenreich von der Mutterpflanze trennen!

Schädlinge:

...sind bei mir noch nicht aufgetreten, mein schlaues Pflanzenlexikon spricht jedoch von Blattläuse, Spinnmilben und Rote Spinnen, die sich der Pflanze bemächtigen können.

Preis:

Kommt man mal in Verlegenheit, sich eine Pflanze zu kaufen, muß man für kleinere Exemplare mit 2,50 Euro rechnen. Kübelpflanzen gibt dann so ab 25,00 Euro.

Sonstiges:

Die Pflanze ist giftig! Gottseidank entwickelt sie in unseren Breiten ja keine nach Früchten aussehenden Samen, so dass Kinder wenig versucht sein werden sich Blüten oder Blätter in der Mund zu stecken. Das Berühren allein ist ungefährlich.
In Indonesien benutzen die Einheimischen die Blüten zu seltsamen Zwecken. Sie trocknen und rollen sie, um sie anschließend bei Zahnschmerzen zu rauchen. Dabei darf man jedoch nicht inhalieren, sonst kippt man um. Als mir das ein Einheimischer erzählte, wollte ich es gar nicht glauben, bis er es mir vormachte schüttel
Ganz Schlaue in Europa experimentieren ja mit der halluzinogenen Wirkung des Giftes. Sie glauben, damit eine preisgünstige Droge gefunden zu haben. Da kocht man Tee aus Pflanzenteilen und meint, sich was gutes zu tun. Bei höherer Dosierung droht jedoch Herzstillstand, bei nichttödlicher Dosierung aber auf alle Fälle Erbrechen und Asthmaanfälle.

Quintessenz:

Die Datura ist eine dankbare und hübsche Kübelpflanze, leicht zu halten und dekorativ. Für den Balkon sehr zu empfehlen.

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