Enter the Matrix (Action PC Spiel) Testbericht

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ab 9,75
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Erfahrungsbericht von JustMoney

FREE YOUR MIND

Pro:

Gutes Gameplay Gute Handlung

Kontra:

Mittelmäsige Grafik Viele Macken

Empfehlung:

Ja

Mit Filmspielen ist das ja immer so eine Sache: Manchmal sind diese wirklich gelungen, aber sehr oft verlassen sich die Entwickler zu sehr auf die Lizenz, was dann recht häufig in spielerischen Katastrophen endet.

\"Enter The Matrix\" ist eine der teuersten Produktionen aller Zeiten und dieses Spiel soll den Leuten ein neuartiges Spielgefühl geben.

Die blaue oder die rote Pille?

Die Story von \"Enter The Matrix\" spielt parallel zum aktuellen Kinostreifen \"Matrix: Reloaded\". Jedoch übernehmen Sie nicht die Kontrolle über Neo, Trinity oder Morpheus, sondern spielen als Niobe und Ghost.

Niobe ist Kapitän eines kleinen Hovercrafts namens Logos. Ghost ist ihr erster Offizier. Zu Beginn des Spiels müssen Sie sich für einen der beiden Charaktere entscheiden. Die Auswahl nimmt Einfluss auf den Spielverlauf.

Je nachdem, für welche Figur man sich entscheidet, bekommt man einen anderen Storyverlauf zu sehen, wobei sich die Schicksale der beiden ständig überschneiden. Dennoch sollte man dieses Spiel mit beiden Charakteren durchspielen, da man teilweise andere Locations besucht - oft werden aber nur die Rollen getauscht.

Einen wesentlichen Unterschied spürt man bei den Fahrsequenzen. Spielen Sie mit Niobe, müssen Sie die Kontrolle des Fahrzeuges übernehmen. Spielen Sie mit Ghost, müssen Sie die Agenten mittels MP abschütteln.

Der Operator Sparks meldet sich hin und wieder mit nützlichen Tipps, wobei er manchmal ein wenig zu ruhig ist und sich zudem relativ selten meldet. Die Story selbst bekommt man nur bruchstückhaft und mit großen, teilweise kaum nachvollziehbaren Sprüngen serviert.

Ab in die Matrix

In der Matrix wartet eine Vielzahl von Gegnern auf Sie. Neben Polizisten, Agenten und Vampiren stellen sich noch ein paar Oberbosse zum Kampf. Das Kampfsystem ist simpel. Niobe und Ghost können schlagen, treten und greifen. Weiters kann man sich von hinten anschleichen und den Gegnern mit einem Würgegriff das Bewußtsein nehmen.

Abhängig von der gedrückten Richtungstaste entstehen beeindruckende Manöver. Sehr häufig müssen Sie gegen mehrere Gegner gleichzeitig kämpfen. Je nach Position Ihrer Figur zu den Bösewichten werden halbautomatisch Kampfmanöver gezaubert.

An vielen Stellen kommt man jedoch mit den spektakulärsten Kampfmanövern nicht weit. Dann sollte man doch zu den etwas durchschlagskräftigeren Waffen greifen. Jede Waffe kann aufgehoben werden. Ob Schrotflinte, Scharfschützengewehr oder Betäubungsgranaten - das Waffenarsenal ist sehr gut bestückt und es sollte kein Problem sein, die passende Waffe zu finden.

Niobe und Ghost zielen automatisch. Sie müssen nur ungefähr in die Richtung des Gegners schauen, demnach wird die Waffe ausgerichtet. Wenn Sie gezielte Schüsse abfeuern möchten, können Sie in die Ego-Perspektive schalten.

Haben Sie keine Munition mehr, wirft Ihr Charakter die aktuelle Waffe einfach weg.
Die Fokus-Anzeige

Das erste Spiel, welches dieses Feature besaß, war \"Max Payne.“ Auf Knopfdruck läuft das Spiel in Zeitlupe ab, wodurch Sie die Flugbahnen der Geschoße genau sehen können. Dieses Feature sieht nicht nur sehr cool aus, sondern hat auch einen sehr großen Einfluss auf das Gameplay.

Nur im Fokus-Modus können Sie an Wänden entlang laufen beziehungsweise den Gegnern von dort aus einen Tritt verpassen. Aber auch im Faustkampf ergeben sich einige neue Möglichkeiten. Die berühmten Ausweichflipps sind auch nur im Fokus-Modus möglich.

Jedoch sollten Sie die Fokus-Anzeige stets im Auge behalten. Bei Benutzung nimmt die Fokus-Anzeige nämlich kontinuierlich ab. Es ist aber kein Problem, die Fokus-Anzeige und auch die Lebensenergie wieder aufzuladen. Wenn Sie eine kurze Pause einlegen, so lädt sich sowohl die Fokus-Energie als auch die Lebensenergie wieder auf.

Sollten Sie dennoch mal dringend Lebensenergie brauchen, liegen in den Levels verteilt auch ein paar Medi-Packs herum.

Das Leveldesign

Das Leveldesign bei \"Enter The Matrix\" ist ein zweischneidiges Schwert. Manche Levels sind grafisch sehr schön gelungen, andere wiederum nicht. Viele Levels sind langweilig und relativ leblos. Mit der Umgebung kann auch nicht wirklich interagiert werden. Hin und wieder kann man paar ein Scheiben einschlagen oder ein paar Gegenstände umwerfen. Stühle oder sonstiges Levelinventar bleiben unangetastet.

Auch das Missionsdesign ist nicht sonderlich abwechslungsreich. Meistens muss man Dinge finden oder zerstören, vor Agenten flüchten oder ein Telefon suchen, um aus der Matrix zu entkommen.

Ein Pfeil zeigt Ihnen die ungefähre Richtung des nächsten Ziels an. Der Pfeil zeigt Ihnen nicht nur die Richtung an, auch die Entfernung zum nächsten Zielobjekt wird angezeigt. Jedoch ist der Pfeil nicht immer eine Hilfe. Dieser zeigt nämlich immer nur die Luftlinie an, weswegen man sehr oft ansteht und sich den Weg erst recht selbst suchen muss.

Speichern darf man nur an gewissen Checkpoints. Die Entwickler haben aber genügend Speicherpunkte eingebaut. Die Checkpoints sind oft recht merkwürdig platziert - häufig werden diese nämlich nur durch zwei Räume getrennt.

Können Sie die Matrix hacken?

Wenn Sie das Spiel mit beiden Charakteren beendet hat, wartet im Hauptmenü noch der Punkt \"Hacken\" auf Sie. Hier loggen Sie sich quasi in einen Computer ein und versuchen, hinter den Inhalt von Ordnern und Laufwerken zu kommen.

Wie in einem Text-Adventure müssen Sie Befehle eingeben, die Sie erst einmal herausfinden müssen. Verschiedene Textdokumente geben Ihnen Hinweise. So kommen Sie an versteckte Bilder, diverse Videos und eine sehr gut getarnte Galerie.
Grafik und Sound

Die Grafik von \"Enter The Matrix\" ist durchschnittlich. Das vergleichbare \"Max Payne\" ist grafisch wesentlich besser, obwohl dieses Spiel schon ein wenig älter ist. Die Levels sind recht langweilig und man bekommt immer dieselben Büros, Lagerräume und Flure zu sehen.

Auch die Flugeinlagen mit der Logos gegen Ende des Spiels sind wahrlich keine Augenweide. Die Fahrsequenzen sind ebenfalls durchschnittlich. Die Umgebung ist langweilig bzw. leblos. Dazu poppen hin und wieder ein paar Gebäude oder Fahrzeuge auf. Auch die Steuerung ist ein wenig schwammig.

Zusätzlich hat die Kamera Probleme. Diese positioniert sich oft nicht unbedingt ideal. Die Kamera kann jederzeit nachjustiert werden, wobei man hierbei sehr oft ungewollt in der Ego-Perspektive landet. Wenn Sie den rechten Analogstick nach vorne bewegen, schalten Sie in die Ego-Ansicht um, und wenn man während eines Kampfes oder eines Feuergefechts die Kamera nachjustieren muss und unabsichtlich nach vorne drückt, ist das ein bisschen unangenehm. Vielleicht hätte man dies ein bisschen besser lösen können.

Grafische Highlights sind eher selten, doch die Animationen bei den Kämpfen wissen zu gefallen. Diese sind sehr stylisch. Es macht einfach nur Spaß, wenn man an der Wand entlang läuft und den Gegner mit einem Kick erledigt.

Aber auch in Sachen Animationen gibt es einen Kritikpunkt. Bei den Kämpfen sind die Bewegungen sehr gut gelungen, bei den Standardbewegungen eher weniger. Ghost und Niobe laufen ein bisschen steif und auch wenn die beiden eine Leiter hinaufklettern, sind die Animationen komisch. Zudem gehen einige Bewegungen auch nicht wirklich fließend ineinander über, wodurch das Ganze ein wenig hölzern wirkt.

Soundtechnisch hingegen ist \"Enter The Matrix\" sehr gut gelungen. Die \"Matrix\"-typischen Tracks erzeugen sehr viel Stimmung. Die Schlag und Trittgeräusche sind ebenfalls sehr beeindruckend. \"Enter The Matrix\" ist zwar eines der teuersten Videospiele aller Zeiten, aber für eine deutsche Synchronisation hat es leider nicht mehr gereicht. Stattdessen muss man mit deutschen Untertiteln vorlieb nehmen.

Zusammenfassung

\"Enter The Matrix\" ist ein gutes Spiel, der versprochene Überhammer ist es jedoch nicht geworden. Das \"Matrix\"-Flair kommt zwar sehr gut herüber, aber die eine oder andere Designschwäche beziehungsweise die überwiegend unspektakuläre Technik gehen auf Dauer an die Substanz. Ein wenig mehr Feinschliff hätte dem Spiel auch ganz gut getan, da es doch hin und wieder einige Clippingfehler und Ruckler gibt.

Wenn Sie ein \"Matrix\"-Fan sind und die Filme lieben, so werden Sie mit \"Enter The Matrix\" bestens bedient. Es macht einfach eine Menge Spaß, wenn man als Ein-Mann-Armee Horden von Gegner in den Boden stampft. Nach einer gewissen Zeit werden die Moves immer spektakulärer und nach einer gewissen Zeit kann man den Kugeln auch gezielt ausweichen.

Unter\'m Strich: \"Enter The Matrix\" ist ein cooles Spiel - mit ein paar sehr großen Macken.

9 Bewertungen