Es ist Juli - Juli Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 01/2005
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Stepnwolf
Ist im JULI eigentlich ein SILBERMOND zu sehen?
Pro:
ein paar sehr interessante Titel, Wetter
Kontra:
eintöniger Mittelteil, einige überflüssige Titel, Wetter
Empfehlung:
Ja
... und nun, das Wetter:
Guten Abend meine Damen und Herren!
Wenn Sie heute draußen unterwegs waren, dann fragen Sie sich jetzt sicherlich WARUM. Ich kann dazu nur sagen: Ganz einfach, es war ein richtig schöner Tag im JULI. Und ohne Ihnen die Laune vermiesen zu wollen, muss ich leider sagen, dass TAGE WIE DIESER so schnell nicht wieder kommen. Hoch Eva verabschiedet sich langsam aus Deutschland und zieht weiter Richtung Süden. Behalten Sie bitte die letzten Wochen in guter Erinnerung und denken Sie daran: Solch eine GEILE ZEIT kommt bestimmt demnächst wieder. Genießen Sie ein letztes Mal die kommende wolkenlose Nacht und schauen Sie verträumt in die STERNE. Ab morgen ziehen TRÄNENSCHWERe Wolken auf, die sich am späten Nachmittag in REGEN UND MEER entladen. Die Aussichten für die weiteren Tage: Der Regen lässt nach und die Temperaturen steigen tagsüber auf maximal 18 Grad. Der Wind weht vor allem an der Küste böig und bietet somit ideale Bedingungen für alle Surfer unter Ihnen. Nutzen Sie die PERFEKTE WELLE.
Wagen wir noch kurz eine Aussicht auf die folgenden Wochen. Nachdem Tief Marcel sich in die skandinavischen Gebiete verabschiedet, wird das Wetter noch mal ANDERS. Hoch Jonas bringt doch tatsächlich bis zu unglaubliche 30 Grad noch im Oktober und selbst im NOVEMBER sinken die Temperaturen nur geringfügig ab. Glauben Sie nicht? Tja, ich eigentlich ebenso wenig. Doch dieses Jahr wird es Winter wohl nur ganz oben im Norden geben. Deshalb mein Tipp: Für alle, die in den Wintermonaten mal KURZ VOR DER SONNE entfliehen wollen, die Schweden sollen ganz nette Leute sein und deren Möbelgeschmack ist auch nicht zu verachten. Wenn Sie jetzt der Meinung sind, der spinnt, der Wettermann, dann würde ich sagen: da könnten Sie recht haben. Und WENN DU LACHST (an dieser Stelle muss ich aus Gründen der Korrektheit vom förmlichen Sie zum kumpelhaften Du wechseln), dann ist es Oschmann.
So viel zum Wetter! Ich gebe zurück in die Sendezentrale. Einen schönen Abend noch! ICH VERSCHWINDE.
... Ääääh ja, was war das jetzt? Na egal. Eigentlich wollte ich euch heute von einer dieser Newcomer im Jahre 2004 berichten. Juli heißen sie und sind im Zuge der neuen Neuen Deutschen Welle (Neo-NDW) neben Vorreitern wie die Helden aus den Niederungen Hessens in den Popolymp der Media Control Charts geschossen. Ebenso wie die frustrierte Ossiband Silbermond. An der Stelle frag ich mich immer, wann es eigentlich eine Band namens Junimond geben wird. So als Klon aus Silbermond und Juli. (*sing* Es ist vorbei, bye bye Junimond ... *sing* RIP Rio!)
Nachdem ich beide Alben (also auf der einen Seite Silbermonds „Verschwende deine Zeit“ und auf der anderen Julis „Es ist Juli“) ausgiebig getestet habe, komme ich zum Schluss ... Ok, ich denke, das hebe ich mir für das Ende dieses Berichtes auf. Kommen wir erstmal zu den Fakten (Fakten Fakten).
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DIE BAND
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Der Abschweifer zu Rio Reiser war nicht so ganz unbewusst. Denn immerhin haben Juli 2003 den Rio Reiser Songpreis gewonnen. Doch die Band aus Gießen gibt es schon etwas länger. Eva Briegel (Gesang), Andreas Herde (Bass), Jonas Pfetzing (Gitarre), Simon Triebel (ebenfalls Gitarre) und Marcel Römer (Schlagzeug) kennen sich bereits aus Teenagerzeiten und machten bis 2001 unter dem Bandnamen Sunnyglade englischsprachige Musik. Deutsch erschien ihnen als nicht vorteilhaft, da man schnell in die Schlagerecke geschoben wurde. Doch diese Einstellung wandelte sich, nachdem Eva und Anhang merkten, dass deutsche Bands wie Selig mit anspruchsvollen Texten sogar in ihrer Heimatsprache Erfolg haben konnten. Man benannte sich um in Juli und sang fortan deutsch. Mit der Unterschrift bei der Polydor im Jahre 2003 und unter dem Boom der aufkommenden Deutschpopwelle, angeführt von den Helden, gelang auch Juli auf Anhieb mit ihrem Erstling „Es ist Juli“ der Durchbruch.
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DAS ALBUM
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DIE TITEL
„Anders“
Am Anfang ist alles anders ... oder auch nicht. Der Opener des Albums ist auf jeden Fall sehr rockig geworden. Von Beginn an stehen die Saiteninstrumente im Vordergrund und speziell der Refrain ist extrem laut und kreischend geworden. Im Song geht es um jemanden, den man (oder Frau) nach langer Zeit wieder trifft und der sich nach all den Jahren ziemlich verändert hat. Vom Sonderling zum Mitläufer. Und mitlaufen oder hier in dem Fall wohl eher mitsingen ist erlaubt, da „Anders“ für den Auftakt recht ansprechend ist. Mal schauen, ob sich das auch so fortsetzt ...
„Perfekte Welle“
Man braucht Abstand. Wenn man dieses Song über einen längeren Zeitraum nicht gehört hat, wird einem auch wieder klar, warum das so ein großer Erfolg wurde: Eine sehr schöne Gitarrenmelodie zieht die ganze Zeit im Hintergrund seine Kreise, der Gesang setzt erst ruhig ein, um dann zum Refrain hin lauter zu werden. Und wie bei einer Welle passiert dann das Unvermeidliche ... „Jetzt kommt sie langsam auf dich zu“ ... die Welle schwappt über, sprich die Instrumente geben alles, was sie haben und Eva intoniert den leicht mitsingbaren Text. Einfachstes Strophe-Refrain-Strophe (inklusive Bridge) System. Fertig ist die Welle, äääh, die Hitsingle. Aber, wie gesagt, man braucht Abstand ... sonst neigt man doch sehr schnell dazu sich ins Trockene zu verziehen, weil die „Perfekte Welle“ schon so überspielt ist ...
„Geile Zeit“
Was ich mich immer noch frage? Besingt Eva eine verlorene Liebe oder eine verloren gegangene Freundschaft? Ich tendiere zu letzterem. Der kompositorische Aufbau ist dem vorherigen Titel nicht unähnlich. Gewöhnlicher Pop/Rock mit einem wieder leichten Mitsingrefrain. Was mir gut gefällt, ist die sich kurzzeitig frei spielende Gitarre, losgelöst vom engen Melodieschema. Evas Gesang geht in hohe Sphären, die wohl ohne nachträgliche Bearbeitung nicht so klar rüberkommen würden. Nett, aber ansonsten halt nur normale Musikkost.
„Ich verschwinde“
Die Welle von Lied 2 ist auch hier noch immer zu spüren. Songstruktur und Steigerung sind wieder einmal ähnlich. Leiser, ruhiger Beginn, der mit Blick Richtung Refrain an Intensität zunimmt. Lauter, kraftvoller Instrumenteneinsatz in eben jenem Teil und textlich in den Regionen von Abschied und Schmerz ... hier wohl aber eher auf Seiten des/der besungenen Person: „Und ich weiß, das alles in dir schreit, weil gar nichts von mir bleibt. Ich verschwinde.“ Gut, das du das weißt Eva! Am besten ich komm gleich mit, hier gibt’s eh nichts mehr zu hören, was interessant wäre ...
„Kurz vor der Sonne“
... nur leider finde ich auch hier nichts, was mich dazu bringen könnte, kurz zu verweilen. Abgesehen vielleicht von der Sonne. Eva und Konsorten versuchen zwar durch einen Rap-Break und kurzzeitigen Einsatz von Bläsern, sowie einem Reggeafeeling provozierendem Gitarrenspiel Abwechslung in das Stück zu bringen. Doch das misslingt voll und ganz. Hätte ich das geahnt, wäre ich schon hinterm Mond in die entgegengesetzte Richtung abgebogen!
„November“
Und somit etwas schneller hier gelandet. Und ich gebs ja zu! Ich bin anfällig für Popballaden! Vor allem, wenn dabei die Sängerin so verloren und schmerzlich klingt wie hier. Das und die wirklich verdammt eingängige Melodie machen den besungenen Monat zu meinem Liebling, zumindest auf dem Album. Ich steh dazu, egal wie schmalzig dieser Song auch sein mag und sage: „Ich weiß, ich habe versagt. Denn es ist Juli!“ ... erst recht im November!
„Regen und Meer“
Die Akustikgitarre ist eindeutig ein Vorteil bei diesem Titel. In einem recht gemäßigten Tempo bewegen wir uns im Rhythmus der Musik durch den Regen (in dem Fall durch den Song) und bleiben dabei auf einer verträumten Atmosphäre gefangen. Evas Gesang ist beruhigend, in keinster Weise aufregend oder verstörend. Vielleicht ist das auch der Grund, warum „Regen und Meer“ im Gesamteindruck etwas einschläfernd wirkt, ohne Höhepunkte und Überraschungen. Eventuell muss ich meinen ersten Satz revidieren und die Akustikgitarre als einen Verdächtigen, der zur Langeweile beiträgt, zählen. Na wenigstens, ist das dazu gehörige Video gelungen. Das ist ja auch was!
„Sterne“
„Bin ich irgendwie berauscht, hab ich irgendwas getrunken?“ Die Frage stelle ich mir übrigens auch grad. Angesichts der wiederkehrenden musikalischen Struktur der Lieder 4 und 5 etwas weiter oben. Jungs und Frontsängermädels! So wird das nix! Ist irgendwie ein bisschen einfallslos, was ihr da bietet. Mir scheint, ihr habt kurz vor der Sonne doch mehr bleibende Schäden abbekommen als mir als Zuhörer lieb sein kann. Hoffentlich gibt’s dagegen ein schnell wirkendes Mittel, sonst sehe ich schwarz für den Rest des Longplayers ...
„Tage wie dieser“
Na, das klingt doch schon wieder ein wenig besser. Es geht doch. Textlich betrachtet ist „Tage wie dieser“ eine Blaupause von „Geile Zeit“. Was aber positiv auffällt ist die spielfreudige Gitarre im Refrainteil, die ich äußerst gelungen finde, da sie die im Text beschriebene Wehmut der vergangenen Zeiten melodisch passend umsetzt. Und genau dieser Wehmut kommt auch in Evas Gesang zum Ausdruck. Man spürt förmlich die Gedanken, die sich um die Erinnerungen an das Damals drehen. Hier kehrt meine Freude am Silberling zurück und wird hoffnungsvoll in den nächsten Song mitgenommen ...
„Tränenschwer“
Nach der Ruhe vorher orientiert sich „Tränenschwer“ wieder mehr am Opener (Ihr erinnert euch?). Ein rockiger und durchweg lauter Melodieverlauf. Das Schlagzeug darf auch mal zeigen, dass es mehr kann als begleiten und spielt sich des Öfteren in den Vordergrund. Und das tut dem Song richtig gut, wird er dadurch doch zu einem der schnellsten und vorwärtstreibendsten Stücke auf dem gesamten Album, vor allem auch in Kombination mit Evas hervorragendem Gesangseinsatz.
„Warum“
die bis dato letzte Singleauskopplung schwimmt auf der perfekten Welle, soll heißen kopiert die Elemente der bereits bekannten ersten beiden Hitsingles („Perfekte Welle“ und „Geile Zeit“). Das hat aber leider auch den Nachteil nicht besonders innovativ zu sein und erinnert mich an die CD-Mitte, wo schon einmal diese ständig gleichen Melodien zu Langeweile führten. Eva sagt: „Warum, warum, warum ist doch egal!“ ... Ich sage: So egal ist das nicht, selbst wenn der Titel dadurch immerhin den Durchschnitt-Level erreicht.
„Wenn du lachst“
Ein Klavier! Wahrhaftig! Und was sagt uns das, die wir ja alle miteinander Musikexperten sind? Es könnte zu 90% eine Ballade sein ... Bingo! Genau das ist hier auch der Fall. Eva singt sehr leise und ruhig unter Begleitung des erwähnten Klaviers. Erst in der zweiten Strophe setzt das Schlagzeug als Untermalung ein und die Klavierbegleitung wird etwas intensiver, fordernder. Doch der melancholische, verträumte und sanfte Grundcharakter durchzieht trotzdem das Lied vom ersten bis zum letzten Takt ... und macht somit „Wenn du lachst“ zum typischen Rausschmeißer eines Popalbums ... einer ruhigen Ballade eben!
ANSPIELTIPPS
Für mich sind der Opener „Anders“, das definitiv rockigste Stück „Tränenschwer“ und die beiden Balladen „November“ und „Wenn du lachst“ im oberen Drittel. Die Auskopplungen sind entweder schon überhört („Perfekte Welle“ und „Geile Zeit“) oder einfach nicht gut genug (die anderen beiden!). „Tage wie dieser“ ist Durchschnitt. Über den Rest hülle ich den Mantel des Schweigens.
CD-INFOS
Das Album „Es ist Juli“ von Juli erschien 2004 bei Polydor / Island Record und hat eine Gesamtspiellänge von knapp 43 Minuten. Auf der Enhanced-CD sind neben den Titeln noch das Video zur Singleauskopplung „Perfekte Welle“ und ein Making of zum Song „Geile Zeit“ zu finden. (Da ich aber nur eine gebrannte Version ausgeliehen bekommen hab, kann ich leider nichts über die Aussagekraft dieser Zusatzgimmicks sagen.)
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DAS ENDE VOM LIED
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*obrigeTextstellewiederaufgreif* ... komme ich zum Schluss, das im Vergleich zu Silbermonds Erstling das Debütalbum „Es ist Juli“ von Juli sehr viel abwechslungsreicher ist. Natürlich nur relativ gesehen. Es sind ein paar schöne Mitsingsongs zu entdecken, die sich sogar lohnen anzuhören. Außerdem ist die Stimme der Frontfrau Eva um Längen besser als ihr Pendant Stefanie. Und doch gibt es ab und an musikalische Schwächen und zu einfach gestrickte Melodieverläufe, sowie sich in Langeweile ziehende Stellen auf dem Silberling, die mich am Ende zu einer mittleren Bewertung veranlassen.
Für all diejenigen unter euch, die die Singleauskopplungen gut fanden und sich noch immer nicht satt gehört haben, ist „Es ist Juli“ durchaus empfehlenswert. Aber erwartet nichts großartig Anderes oder Besseres als das schon bekannte. Wer sich bereits beim ersten Ton von „Perfekte Welle“ oder „Regen und Meer“ nervend vom nächstgelegenen Dach stürzt, ist unter Umständen eh zu tot um sich über Juli weiterhin Gedanken zu machen. ;-) Und alle die, die sich gelegentlich vom seichten Deutschpop einlullen lassen (wie meiner einer), könnten nach vorherigem Probehören eventuell sogar den Kaufversuch wagen.
... *einManninZwangsjackewirdvorbeigetragen*
Hey, ihr da! Wie ist das Wetter? Seht ihr den SILBERMOND dort oben? In VIRGINIA soll der JETZT genau so schön leuchten, haben meine SPORTFREUNDE STILLER gesagt. Die waren nämlich da, wollten zum KETTCAR-Racing. Oder hieß das Nascar-Racing? Jedenfalls hat es denen so gut gefallen, dass sie sich dort eine ZWEIRAUMWOHNUNG genommen haben, zusammen mit MADSEN eingezogen sind (keine Ahnung, wie die da alle reinpassen) und einen Garten davor angelegt haben. Dort wächst wilder KLEE, neben einem BLUMFELD und was sind die Jungs auf ihre ROSEN STOLZ. ICH (+ICH) wollten sie ja mal besuchen, aber da OLLI SCHULZ & DER HUND MARIE nicht ins Flugzeug durften, musste ich leider hier bleiben. Wenigstens bin ich nicht allein. JOACHIM ist auch in DEUTSCHLAND geblieben, wohl aber mehr wegen EL*KE. Daher hat er leider wenig Zeit für mich. Was haben wir uns früher nicht für Filme angesehen! Sogar solch Schund wie ROBOCOP, zusammen mit KRAUS. Ach neee, der hieß ja Klaus. Und heute hat er nur noch selten Zeit. Der macht jetzt in TOCOTRONIC oder hieß das Elektronik? Na ja, MIA soll’s egal sein! Jedenfalls fühlen sich meine Freunde da drüben richtig wohl. WIR SIND HELDEN und die BOSSE!, lassen sie mich ständig wissen. Ich werde wohl allein hinfliegen müssen. Zu FINKsten oder so ...
Guten Abend meine Damen und Herren!
Wenn Sie heute draußen unterwegs waren, dann fragen Sie sich jetzt sicherlich WARUM. Ich kann dazu nur sagen: Ganz einfach, es war ein richtig schöner Tag im JULI. Und ohne Ihnen die Laune vermiesen zu wollen, muss ich leider sagen, dass TAGE WIE DIESER so schnell nicht wieder kommen. Hoch Eva verabschiedet sich langsam aus Deutschland und zieht weiter Richtung Süden. Behalten Sie bitte die letzten Wochen in guter Erinnerung und denken Sie daran: Solch eine GEILE ZEIT kommt bestimmt demnächst wieder. Genießen Sie ein letztes Mal die kommende wolkenlose Nacht und schauen Sie verträumt in die STERNE. Ab morgen ziehen TRÄNENSCHWERe Wolken auf, die sich am späten Nachmittag in REGEN UND MEER entladen. Die Aussichten für die weiteren Tage: Der Regen lässt nach und die Temperaturen steigen tagsüber auf maximal 18 Grad. Der Wind weht vor allem an der Küste böig und bietet somit ideale Bedingungen für alle Surfer unter Ihnen. Nutzen Sie die PERFEKTE WELLE.
Wagen wir noch kurz eine Aussicht auf die folgenden Wochen. Nachdem Tief Marcel sich in die skandinavischen Gebiete verabschiedet, wird das Wetter noch mal ANDERS. Hoch Jonas bringt doch tatsächlich bis zu unglaubliche 30 Grad noch im Oktober und selbst im NOVEMBER sinken die Temperaturen nur geringfügig ab. Glauben Sie nicht? Tja, ich eigentlich ebenso wenig. Doch dieses Jahr wird es Winter wohl nur ganz oben im Norden geben. Deshalb mein Tipp: Für alle, die in den Wintermonaten mal KURZ VOR DER SONNE entfliehen wollen, die Schweden sollen ganz nette Leute sein und deren Möbelgeschmack ist auch nicht zu verachten. Wenn Sie jetzt der Meinung sind, der spinnt, der Wettermann, dann würde ich sagen: da könnten Sie recht haben. Und WENN DU LACHST (an dieser Stelle muss ich aus Gründen der Korrektheit vom förmlichen Sie zum kumpelhaften Du wechseln), dann ist es Oschmann.
So viel zum Wetter! Ich gebe zurück in die Sendezentrale. Einen schönen Abend noch! ICH VERSCHWINDE.
... Ääääh ja, was war das jetzt? Na egal. Eigentlich wollte ich euch heute von einer dieser Newcomer im Jahre 2004 berichten. Juli heißen sie und sind im Zuge der neuen Neuen Deutschen Welle (Neo-NDW) neben Vorreitern wie die Helden aus den Niederungen Hessens in den Popolymp der Media Control Charts geschossen. Ebenso wie die frustrierte Ossiband Silbermond. An der Stelle frag ich mich immer, wann es eigentlich eine Band namens Junimond geben wird. So als Klon aus Silbermond und Juli. (*sing* Es ist vorbei, bye bye Junimond ... *sing* RIP Rio!)
Nachdem ich beide Alben (also auf der einen Seite Silbermonds „Verschwende deine Zeit“ und auf der anderen Julis „Es ist Juli“) ausgiebig getestet habe, komme ich zum Schluss ... Ok, ich denke, das hebe ich mir für das Ende dieses Berichtes auf. Kommen wir erstmal zu den Fakten (Fakten Fakten).
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DIE BAND
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Der Abschweifer zu Rio Reiser war nicht so ganz unbewusst. Denn immerhin haben Juli 2003 den Rio Reiser Songpreis gewonnen. Doch die Band aus Gießen gibt es schon etwas länger. Eva Briegel (Gesang), Andreas Herde (Bass), Jonas Pfetzing (Gitarre), Simon Triebel (ebenfalls Gitarre) und Marcel Römer (Schlagzeug) kennen sich bereits aus Teenagerzeiten und machten bis 2001 unter dem Bandnamen Sunnyglade englischsprachige Musik. Deutsch erschien ihnen als nicht vorteilhaft, da man schnell in die Schlagerecke geschoben wurde. Doch diese Einstellung wandelte sich, nachdem Eva und Anhang merkten, dass deutsche Bands wie Selig mit anspruchsvollen Texten sogar in ihrer Heimatsprache Erfolg haben konnten. Man benannte sich um in Juli und sang fortan deutsch. Mit der Unterschrift bei der Polydor im Jahre 2003 und unter dem Boom der aufkommenden Deutschpopwelle, angeführt von den Helden, gelang auch Juli auf Anhieb mit ihrem Erstling „Es ist Juli“ der Durchbruch.
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DAS ALBUM
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DIE TITEL
„Anders“
Am Anfang ist alles anders ... oder auch nicht. Der Opener des Albums ist auf jeden Fall sehr rockig geworden. Von Beginn an stehen die Saiteninstrumente im Vordergrund und speziell der Refrain ist extrem laut und kreischend geworden. Im Song geht es um jemanden, den man (oder Frau) nach langer Zeit wieder trifft und der sich nach all den Jahren ziemlich verändert hat. Vom Sonderling zum Mitläufer. Und mitlaufen oder hier in dem Fall wohl eher mitsingen ist erlaubt, da „Anders“ für den Auftakt recht ansprechend ist. Mal schauen, ob sich das auch so fortsetzt ...
„Perfekte Welle“
Man braucht Abstand. Wenn man dieses Song über einen längeren Zeitraum nicht gehört hat, wird einem auch wieder klar, warum das so ein großer Erfolg wurde: Eine sehr schöne Gitarrenmelodie zieht die ganze Zeit im Hintergrund seine Kreise, der Gesang setzt erst ruhig ein, um dann zum Refrain hin lauter zu werden. Und wie bei einer Welle passiert dann das Unvermeidliche ... „Jetzt kommt sie langsam auf dich zu“ ... die Welle schwappt über, sprich die Instrumente geben alles, was sie haben und Eva intoniert den leicht mitsingbaren Text. Einfachstes Strophe-Refrain-Strophe (inklusive Bridge) System. Fertig ist die Welle, äääh, die Hitsingle. Aber, wie gesagt, man braucht Abstand ... sonst neigt man doch sehr schnell dazu sich ins Trockene zu verziehen, weil die „Perfekte Welle“ schon so überspielt ist ...
„Geile Zeit“
Was ich mich immer noch frage? Besingt Eva eine verlorene Liebe oder eine verloren gegangene Freundschaft? Ich tendiere zu letzterem. Der kompositorische Aufbau ist dem vorherigen Titel nicht unähnlich. Gewöhnlicher Pop/Rock mit einem wieder leichten Mitsingrefrain. Was mir gut gefällt, ist die sich kurzzeitig frei spielende Gitarre, losgelöst vom engen Melodieschema. Evas Gesang geht in hohe Sphären, die wohl ohne nachträgliche Bearbeitung nicht so klar rüberkommen würden. Nett, aber ansonsten halt nur normale Musikkost.
„Ich verschwinde“
Die Welle von Lied 2 ist auch hier noch immer zu spüren. Songstruktur und Steigerung sind wieder einmal ähnlich. Leiser, ruhiger Beginn, der mit Blick Richtung Refrain an Intensität zunimmt. Lauter, kraftvoller Instrumenteneinsatz in eben jenem Teil und textlich in den Regionen von Abschied und Schmerz ... hier wohl aber eher auf Seiten des/der besungenen Person: „Und ich weiß, das alles in dir schreit, weil gar nichts von mir bleibt. Ich verschwinde.“ Gut, das du das weißt Eva! Am besten ich komm gleich mit, hier gibt’s eh nichts mehr zu hören, was interessant wäre ...
„Kurz vor der Sonne“
... nur leider finde ich auch hier nichts, was mich dazu bringen könnte, kurz zu verweilen. Abgesehen vielleicht von der Sonne. Eva und Konsorten versuchen zwar durch einen Rap-Break und kurzzeitigen Einsatz von Bläsern, sowie einem Reggeafeeling provozierendem Gitarrenspiel Abwechslung in das Stück zu bringen. Doch das misslingt voll und ganz. Hätte ich das geahnt, wäre ich schon hinterm Mond in die entgegengesetzte Richtung abgebogen!
„November“
Und somit etwas schneller hier gelandet. Und ich gebs ja zu! Ich bin anfällig für Popballaden! Vor allem, wenn dabei die Sängerin so verloren und schmerzlich klingt wie hier. Das und die wirklich verdammt eingängige Melodie machen den besungenen Monat zu meinem Liebling, zumindest auf dem Album. Ich steh dazu, egal wie schmalzig dieser Song auch sein mag und sage: „Ich weiß, ich habe versagt. Denn es ist Juli!“ ... erst recht im November!
„Regen und Meer“
Die Akustikgitarre ist eindeutig ein Vorteil bei diesem Titel. In einem recht gemäßigten Tempo bewegen wir uns im Rhythmus der Musik durch den Regen (in dem Fall durch den Song) und bleiben dabei auf einer verträumten Atmosphäre gefangen. Evas Gesang ist beruhigend, in keinster Weise aufregend oder verstörend. Vielleicht ist das auch der Grund, warum „Regen und Meer“ im Gesamteindruck etwas einschläfernd wirkt, ohne Höhepunkte und Überraschungen. Eventuell muss ich meinen ersten Satz revidieren und die Akustikgitarre als einen Verdächtigen, der zur Langeweile beiträgt, zählen. Na wenigstens, ist das dazu gehörige Video gelungen. Das ist ja auch was!
„Sterne“
„Bin ich irgendwie berauscht, hab ich irgendwas getrunken?“ Die Frage stelle ich mir übrigens auch grad. Angesichts der wiederkehrenden musikalischen Struktur der Lieder 4 und 5 etwas weiter oben. Jungs und Frontsängermädels! So wird das nix! Ist irgendwie ein bisschen einfallslos, was ihr da bietet. Mir scheint, ihr habt kurz vor der Sonne doch mehr bleibende Schäden abbekommen als mir als Zuhörer lieb sein kann. Hoffentlich gibt’s dagegen ein schnell wirkendes Mittel, sonst sehe ich schwarz für den Rest des Longplayers ...
„Tage wie dieser“
Na, das klingt doch schon wieder ein wenig besser. Es geht doch. Textlich betrachtet ist „Tage wie dieser“ eine Blaupause von „Geile Zeit“. Was aber positiv auffällt ist die spielfreudige Gitarre im Refrainteil, die ich äußerst gelungen finde, da sie die im Text beschriebene Wehmut der vergangenen Zeiten melodisch passend umsetzt. Und genau dieser Wehmut kommt auch in Evas Gesang zum Ausdruck. Man spürt förmlich die Gedanken, die sich um die Erinnerungen an das Damals drehen. Hier kehrt meine Freude am Silberling zurück und wird hoffnungsvoll in den nächsten Song mitgenommen ...
„Tränenschwer“
Nach der Ruhe vorher orientiert sich „Tränenschwer“ wieder mehr am Opener (Ihr erinnert euch?). Ein rockiger und durchweg lauter Melodieverlauf. Das Schlagzeug darf auch mal zeigen, dass es mehr kann als begleiten und spielt sich des Öfteren in den Vordergrund. Und das tut dem Song richtig gut, wird er dadurch doch zu einem der schnellsten und vorwärtstreibendsten Stücke auf dem gesamten Album, vor allem auch in Kombination mit Evas hervorragendem Gesangseinsatz.
„Warum“
die bis dato letzte Singleauskopplung schwimmt auf der perfekten Welle, soll heißen kopiert die Elemente der bereits bekannten ersten beiden Hitsingles („Perfekte Welle“ und „Geile Zeit“). Das hat aber leider auch den Nachteil nicht besonders innovativ zu sein und erinnert mich an die CD-Mitte, wo schon einmal diese ständig gleichen Melodien zu Langeweile führten. Eva sagt: „Warum, warum, warum ist doch egal!“ ... Ich sage: So egal ist das nicht, selbst wenn der Titel dadurch immerhin den Durchschnitt-Level erreicht.
„Wenn du lachst“
Ein Klavier! Wahrhaftig! Und was sagt uns das, die wir ja alle miteinander Musikexperten sind? Es könnte zu 90% eine Ballade sein ... Bingo! Genau das ist hier auch der Fall. Eva singt sehr leise und ruhig unter Begleitung des erwähnten Klaviers. Erst in der zweiten Strophe setzt das Schlagzeug als Untermalung ein und die Klavierbegleitung wird etwas intensiver, fordernder. Doch der melancholische, verträumte und sanfte Grundcharakter durchzieht trotzdem das Lied vom ersten bis zum letzten Takt ... und macht somit „Wenn du lachst“ zum typischen Rausschmeißer eines Popalbums ... einer ruhigen Ballade eben!
ANSPIELTIPPS
Für mich sind der Opener „Anders“, das definitiv rockigste Stück „Tränenschwer“ und die beiden Balladen „November“ und „Wenn du lachst“ im oberen Drittel. Die Auskopplungen sind entweder schon überhört („Perfekte Welle“ und „Geile Zeit“) oder einfach nicht gut genug (die anderen beiden!). „Tage wie dieser“ ist Durchschnitt. Über den Rest hülle ich den Mantel des Schweigens.
CD-INFOS
Das Album „Es ist Juli“ von Juli erschien 2004 bei Polydor / Island Record und hat eine Gesamtspiellänge von knapp 43 Minuten. Auf der Enhanced-CD sind neben den Titeln noch das Video zur Singleauskopplung „Perfekte Welle“ und ein Making of zum Song „Geile Zeit“ zu finden. (Da ich aber nur eine gebrannte Version ausgeliehen bekommen hab, kann ich leider nichts über die Aussagekraft dieser Zusatzgimmicks sagen.)
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DAS ENDE VOM LIED
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*obrigeTextstellewiederaufgreif* ... komme ich zum Schluss, das im Vergleich zu Silbermonds Erstling das Debütalbum „Es ist Juli“ von Juli sehr viel abwechslungsreicher ist. Natürlich nur relativ gesehen. Es sind ein paar schöne Mitsingsongs zu entdecken, die sich sogar lohnen anzuhören. Außerdem ist die Stimme der Frontfrau Eva um Längen besser als ihr Pendant Stefanie. Und doch gibt es ab und an musikalische Schwächen und zu einfach gestrickte Melodieverläufe, sowie sich in Langeweile ziehende Stellen auf dem Silberling, die mich am Ende zu einer mittleren Bewertung veranlassen.
Für all diejenigen unter euch, die die Singleauskopplungen gut fanden und sich noch immer nicht satt gehört haben, ist „Es ist Juli“ durchaus empfehlenswert. Aber erwartet nichts großartig Anderes oder Besseres als das schon bekannte. Wer sich bereits beim ersten Ton von „Perfekte Welle“ oder „Regen und Meer“ nervend vom nächstgelegenen Dach stürzt, ist unter Umständen eh zu tot um sich über Juli weiterhin Gedanken zu machen. ;-) Und alle die, die sich gelegentlich vom seichten Deutschpop einlullen lassen (wie meiner einer), könnten nach vorherigem Probehören eventuell sogar den Kaufversuch wagen.
... *einManninZwangsjackewirdvorbeigetragen*
Hey, ihr da! Wie ist das Wetter? Seht ihr den SILBERMOND dort oben? In VIRGINIA soll der JETZT genau so schön leuchten, haben meine SPORTFREUNDE STILLER gesagt. Die waren nämlich da, wollten zum KETTCAR-Racing. Oder hieß das Nascar-Racing? Jedenfalls hat es denen so gut gefallen, dass sie sich dort eine ZWEIRAUMWOHNUNG genommen haben, zusammen mit MADSEN eingezogen sind (keine Ahnung, wie die da alle reinpassen) und einen Garten davor angelegt haben. Dort wächst wilder KLEE, neben einem BLUMFELD und was sind die Jungs auf ihre ROSEN STOLZ. ICH (+ICH) wollten sie ja mal besuchen, aber da OLLI SCHULZ & DER HUND MARIE nicht ins Flugzeug durften, musste ich leider hier bleiben. Wenigstens bin ich nicht allein. JOACHIM ist auch in DEUTSCHLAND geblieben, wohl aber mehr wegen EL*KE. Daher hat er leider wenig Zeit für mich. Was haben wir uns früher nicht für Filme angesehen! Sogar solch Schund wie ROBOCOP, zusammen mit KRAUS. Ach neee, der hieß ja Klaus. Und heute hat er nur noch selten Zeit. Der macht jetzt in TOCOTRONIC oder hieß das Elektronik? Na ja, MIA soll’s egal sein! Jedenfalls fühlen sich meine Freunde da drüben richtig wohl. WIR SIND HELDEN und die BOSSE!, lassen sie mich ständig wissen. Ich werde wohl allein hinfliegen müssen. Zu FINKsten oder so ...
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