FIFA Football 2003 (PC Spiel Sport) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2005
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Erfahrungsbericht von MECoolness
Ein gelungenes Fussballspiel "FIFA 2003"
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wie oft mussten Fußballenthusiasten neidisch zu den Eishockey-Cracks schielen, weil deren Topsimulation einfach immer einen Schritt voraus war? Bessere Grafik, realistischeres Gameplay und nicht zuletzt die packendere Atmosphäre hoben NHL Hockey von FIFA Soccer ab. Lange konnten FIFA-Spieler nicht mal die Controller-Belegung frei bestimmen, doch während der letzten Jahre hat sich EA Sports Fußballprojekt immer mehr an die Qualität der NHL-Serie angenähert, und dieses Jahr sind es sogar die Eishockeyspieler, die mit etwas zu dürftigen Neuerungen abgespeist wurden. Die Fußballer dagegen erwartet ein sehr innovativer Vertreter seiner Zunft.
Glücklicherweise wurde FIFA endlich etwas entwirrt. Die Menüs sind klarer und übersichtlicher strukturiert. Aus dem Hauptmenü haben Sie direkten Zugriff auf die vier wesentlichen Spielmodi, nämlich Turnier, Saison, Freundschaftsspiel und die neue Club Championchip. Darunter kann man sich eine ausschließlich mit Top-Mannschaften besetzte Art \"Europaliga\" vorstellen. Positiv fällt auf, dass über die in diesem Modus spielbaren Teams wesentlich mehr Informationen angeboten werden. Dazu kommen noch Zugaben wie Originalstadien und -fangesänge. Noch mehr Abwechslung wird bei den Turnieren geboten. Mit einer beliebigen Mannschaft aus allen wichtigeren Ligen der Welt lassen sich acht Turniertypen bestreiten. Zum einen gibt es Europacup und Europäischer Champions Pokal, die aus Lizenzgründen umbenannten Pendants des UEFA Pokals und der Champion\'s League. Außer den Namen gleichen diese Wettbewerbe ihren realen Vorbildern nämlich völlig: Im Europacup spielt man von Anfang an KO-System, die Mannschaften sind von der Klasse eines Werder Bremen oder Schalke 04.
In der Königsklasse wird ein zweiphasiges Gruppensystem gespielt, erst danach tritt man in die KO-Runde ein, und auch die Vereine passen da gut rein. So sieht man sich klangvollen Namen wie Real Madrid, AC Mailand, Arsenal London oder Borussia Dortmund gegenüber. Derby-Fans dürften an der \"Regionalen Herausforderung\" (etwa Bayern gegen die 60er) ihre helle Freude haben, während Weltenbummler sich mit der Weltrunde beglücken können. Interessant ist das Ladderspiel, eigentlich eher ein Multiplayer-Modus, bei dem man mit beliebigen Mannschaften spielt, um eine möglichst hohe Platzierung gegenüber anderen Spielern, beziehungsweise Vereinen zu erreichen.
Ein kleiner Bonus für Welt- und Europameisterschaftsliebhaber: Es wird zusätzlich ein Nationalmannschaftscup angeboten. Für die nötige Motivation, alle Wettbewerbe durchzuspielen, sorgt ein Turnier mit dem verheißungsvollen Titel \"Ultimative Herausforderung\", das erst danach freigeschaltet wird.
Noch nicht genug? Ok, dann auf in den Multiplayer-Modus! FIFA 2003 kann man im Netzwerk spielen, das Internet ist jedoch für den Einstieg empfehlenswerter. Denn dort sind Ligen für jedermann zugänglich, und selbst mittelmäßige Spieler werden nicht zu sehr frustriert, da es genug schwächere Gegner gibt.
Die Auswahl der Teams ist dabei genauso groß, wie die Abwechslung der Spielmodi. In nahezu allen Ligen von Korea über Brasilien, Amerika und Spanien bis zur Bundesliga sind die Originalteams enthalten, deren zumeist aktueller Kader sich aus wirklichkeitsgetreuen Spielern zusammensetzt. Abwehrikone Paolo Maldini spielt also immer noch beim AC Mailand, während Ronaldo und Rivaldo schon ihre neue Heimat bei Real Madrid beziehungsweise dem AC Mailand gefunden haben. Etwas dubios erscheinen allerdings die Stärken der Akteure: In nahezu jedem Verein gibt es ein oder zwei Bankdrücker, die in Wirklichkeit aus gutem Grund keinen Stammplatz haben, bei FIFA 2003 jedoch wesentlich stärker sind als die eigentlichen Stammspieler. Das deutlichste Beispiel ist Giuseppe Reina von Borussia Dortmund, der sicherlich ein prima Fußballer ist, aber bei weitem keine 91 als Bewertung verdient. Zum Vergleich: Weltstar und WM-Torschützenkönig Ronaldo hat mit 92 gerade mal einen Stärkenpunkt mehr. Auch Reinas Vereinskollege Marcio Amoroso, seines Zeichens Gewinner der Torjägerkanone der Bundesligasaison, hängt mit Stärke 85 weit hinterher. Das lässt entweder auf die Unfähigkeit von Dortmunds Meistertrainer Sammer schließen, weil er Reina nicht spielen lässt, oder auf EA Sports grobe Fehleinschätzung, wobei Letzteres wohl näher liegt.
Wesentlich besser als die Stärken der Spieler stellt FIFA deren Äußeres dar. Zwar könnte gerade dies dem Spiel zum Verhängnis werden allerdings bedeutet das ein enormes Atmosphäreplus. Dazu tragen auch die originalgetreuen Trikots bei, die für jeden Verein in Heim- und Auswärtsvariante, manchmal sogar noch in einer dritten, alternativen, zur Auswahl stehen. Schade ist jedenfalls, dass die in hohen Auflösungen sehr opulente Darstellung rapide abbaut, wenn man die Details oder die Auflösung etwas runterschraubt. Insbesondere, bei einer etwas weiter entfernten Kameraposition, scheinen die Texturen oft sehr verwaschen und undeutlich. Von der Auflösung unabhängig, aber immer sehr sauber, sind die Animationen, die ihren Teil zur realistischen Wirkung des Spielgeschehens beitragen. Statt sich umzudrehen, schiebt ein Spieler den schnellen Pass gerne mal mit der Hacke zu seinem Kollegen, hohe Bälle werden elegant mit der Brust angenommen und auch schwierige Bälle werden, zumindest für technisch versierte Protagonisten lässig, mit dem Außenriss gespielt. Das sieht nicht nur extrem stimmungsvoll aus, sondern ermöglicht auch ein sehr flüssiges und schnelles Spiel - so lange man präzise genug abspielt. Möglich wird das schnellere Spiel aber erst, weil EA Sports nicht nur das Menü, sondern auch das Gameplay entschlackt hat. Endlich fallen sinnlose Doppelbelegungen weg; zum Beispiel wird das Kopfballspiel inzwischen über einen einzigen Button gesteuert und nicht mehr durch die Hebertaste für einen hohen Kopfball zum Mitspieler, die Passtaste für dasselbe in flach und die Schusstaste für einen Kopfball Richtung Tor.
Außerdem braucht man keine gesonderte Doppelpasstaste, denn Doppelpässe spielt man inzwischen durch mehrfaches Betätigen der Passtaste. So werden auch mehrere Stationen sehr direkt anspielbar, wodurch komplexere Kombinationen schneller ausführbar sind. Wirklich praktisch ist der einfachere Steilpass in Verbindung mit der \"Schicken\"-Funktion. Auf Kommando läuft ein Spieler sich frei, der Ballführende spitzelt ihm die Kugel dann mitten in den Lauf. So lassen sich selbst starke Abwehrketten aushebeln. Eine andere Möglichkeit zum Erfolg zu kommen, sind hohe Bälle, die jetzt wieder wirklich sinnvoll sind. Besonders, wenn man gegen gleichwertige oder sogar überlegene Mannschaften antritt, kann man mit einem langen Flügelwechsel das Spiel etwas auflockern, und schafft seinen Stürmern in der Mitte Raum. Die verwandeln jetzt nämlich auch wieder öfter Flanken aus dem Spiel, nicht mehr nur Standards. Durch diese Gameplay-Veränderungen entsteht ein realistisches Spielgefühl. Man kann vielseitig spielen, sowohl mit kurzen, schnellen Pässen durch die Mitte, als auch mit langen Bällen auf die Außenpositionen, die Ihre Angreifer dann mit hohen oder halbhohen Hereingaben füttern. Ideal ist es, den Spielaufbau und das Angriffsschema zu variieren, also mal einen langen Ball nach Außen zu schießen, dann allerdings die Flanke nur anzutäuschen und einen kurzen Ball an die Strafraumgrenze zu spielen
Obwohl FIFA 2003 keine Tricks auf Knopfdruck bietet, hat man durch die neue Freestyle-Steuerung diverse Möglichkeiten, Topspieler auch mal so richtig auftrumpfen zu lassen. Dabei ist es EA Sports sehr gut gelungen, einen Kompromiss aus nicht zu überragenden individuellen Fähigkeiten und dem Quentchen Überlegenheit mancher Superstars zu realisieren. Spieler wie Ronaldo oder Elber treffen zwar sogar aus wenig aussichtsreichen Situationen, oder setzen sich im Zweikampf gleich gegen mehrere Verteidiger durch, doch die Herausforderung besteht grade darin, ohne solche Spieler auszukommen, und sie idealerweise in Spielen mit unterlegenen Abwehrspielern auszuschalten.
Eine weniger löbliche Neuerung zeigt sich bei Ecken und Freistößen. Man bestimmt jetzt nämlich die Genauigkeit des Schusses durch ein sehr unkomfortables Swing-Meter. Präzise ausgeführte Standardsituationen erfordern daher eine Menge Übung und bleiben zu einem gewissen Grad immer Glückssache. Noch verwunderlicher: Dass man seine Verteidiger bei Standardsituationen des Gegners nicht bewegen kann, insbesondere deshalb, da der Computer sehr schöne Eck- und Freistoß-Varianten präsentiert, die oft gefährliche Torszenen zur Folge haben.
Das Verhalten der eigenen und gegnerischen Kicker ist durchaus glaubwürdig. Die Torhüter sind für FIFA-Verhältnisse beeindruckend gut, sie beherrschen ihren Strafraum jetzt wesentlich besser, kommen gezielt raus und schnappen einem heraneilenden Stürmer auch schon mal den Ball vom Fuß. Einzig bei hohen Hereingaben an die Strafraumgrenze stürmen sie manchmal unbedacht raus, mit verheerenden Folgen. Der Torhüter verpasst, und der Ball ist drin - schlecht, wenn solche Fehler wichtige Spiele entscheiden. Ab dem Profi-Schwierigkeitsgrad arbeitet der computergesteuerte Herausforderer mit aggressivem Pressing, so dass ein durchdachter Spielaufbau einiges an Übersicht verlangt. Außerdem nutzen die PC-Kicker dann selbst das ganze Spektrum der spielerischen Möglichkeiten, und bringen die eigene Abwehr ein ums andere Mal ins Schwitzen. Klug stellen sich die virtuellen Trainer zudem auf das Spielgeschehen ein. Wenn beispielsweise das Europacup-Hinspiel 2:2 im eigenen Stadion ausgegangen ist, es jetzt aber im Stadion des Computergegners 1:1 steht, spielt er ein defensives System, da er dank der höheren Zahl an Auswärtstoren in der nächsten Runde wäre. Dumm stellen sich die Akteure bloß manchmal bei Pässen in den freien Raum an: Dann stehen sie einfach rum und warten, bis der spielergesteuerte Mann sich den Ball wiedergeholt hat
Die Zuschauerkulisse fällt dieses Jahr positiv auf. Zwar nicht unbedingt unter grafischen Gesichtspunkten betrachtet, schließlich konnte die Darstellung auf diesem Gebiet nur geringfügig verbessert werden: Die Menschen sehen, von der Seite betrachtet, einfach platt aus. Beeindruckender ist vielmehr der Sound. Die Fans machen sich lautstark bemerkbar, bei großen Vereinen kann man sogar typische Gesänge deutlich heraushören. Im Westfalenstadion schallt schon mal \"HEYA BVB, HEYA BVB\", während Anhänger des AC Mailand \"MILAN MILAN MILAN\" schmettern. Stilecht ist auch der wohl beliebteste Schlachtruf in Turnierbegegnungen vertreten: \"FINALE OHO FINALE, OHOHOHO\". Nicht ganz auf dem Niveau der übrigen Präsentation sind - fast schon traditionell - die Kommentatoren. Tom Bartels und Florian König tragen ihre Analysen zwar (meist) fachkundig und emotional vor, leisten sich aber genauso oft peinliche Sprüche wie einst Wolf-Dieter Poschmann oder Werner Hansch in früheren Ausgaben der FIFA Serie. Experte König meldet sich gelegentlich bei Freistößen zu Wort: \"Ein klares Foul, für mich ist rätselhaft, warum er da weiterspielen lässt.\" - und das, obwohl ja in der Tat gar nicht weitergespielt wird. Unschön auch: die Menümusik. Die ist zwar variantenreich (unter anderem Sportfreunde Stiller, Avril Lavigne, Safri Duo), leider kann man sich jedoch kein Lied aussuchen und nicht mal den Stil festlegen.
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MECoolness
Glücklicherweise wurde FIFA endlich etwas entwirrt. Die Menüs sind klarer und übersichtlicher strukturiert. Aus dem Hauptmenü haben Sie direkten Zugriff auf die vier wesentlichen Spielmodi, nämlich Turnier, Saison, Freundschaftsspiel und die neue Club Championchip. Darunter kann man sich eine ausschließlich mit Top-Mannschaften besetzte Art \"Europaliga\" vorstellen. Positiv fällt auf, dass über die in diesem Modus spielbaren Teams wesentlich mehr Informationen angeboten werden. Dazu kommen noch Zugaben wie Originalstadien und -fangesänge. Noch mehr Abwechslung wird bei den Turnieren geboten. Mit einer beliebigen Mannschaft aus allen wichtigeren Ligen der Welt lassen sich acht Turniertypen bestreiten. Zum einen gibt es Europacup und Europäischer Champions Pokal, die aus Lizenzgründen umbenannten Pendants des UEFA Pokals und der Champion\'s League. Außer den Namen gleichen diese Wettbewerbe ihren realen Vorbildern nämlich völlig: Im Europacup spielt man von Anfang an KO-System, die Mannschaften sind von der Klasse eines Werder Bremen oder Schalke 04.
In der Königsklasse wird ein zweiphasiges Gruppensystem gespielt, erst danach tritt man in die KO-Runde ein, und auch die Vereine passen da gut rein. So sieht man sich klangvollen Namen wie Real Madrid, AC Mailand, Arsenal London oder Borussia Dortmund gegenüber. Derby-Fans dürften an der \"Regionalen Herausforderung\" (etwa Bayern gegen die 60er) ihre helle Freude haben, während Weltenbummler sich mit der Weltrunde beglücken können. Interessant ist das Ladderspiel, eigentlich eher ein Multiplayer-Modus, bei dem man mit beliebigen Mannschaften spielt, um eine möglichst hohe Platzierung gegenüber anderen Spielern, beziehungsweise Vereinen zu erreichen.
Ein kleiner Bonus für Welt- und Europameisterschaftsliebhaber: Es wird zusätzlich ein Nationalmannschaftscup angeboten. Für die nötige Motivation, alle Wettbewerbe durchzuspielen, sorgt ein Turnier mit dem verheißungsvollen Titel \"Ultimative Herausforderung\", das erst danach freigeschaltet wird.
Noch nicht genug? Ok, dann auf in den Multiplayer-Modus! FIFA 2003 kann man im Netzwerk spielen, das Internet ist jedoch für den Einstieg empfehlenswerter. Denn dort sind Ligen für jedermann zugänglich, und selbst mittelmäßige Spieler werden nicht zu sehr frustriert, da es genug schwächere Gegner gibt.
Die Auswahl der Teams ist dabei genauso groß, wie die Abwechslung der Spielmodi. In nahezu allen Ligen von Korea über Brasilien, Amerika und Spanien bis zur Bundesliga sind die Originalteams enthalten, deren zumeist aktueller Kader sich aus wirklichkeitsgetreuen Spielern zusammensetzt. Abwehrikone Paolo Maldini spielt also immer noch beim AC Mailand, während Ronaldo und Rivaldo schon ihre neue Heimat bei Real Madrid beziehungsweise dem AC Mailand gefunden haben. Etwas dubios erscheinen allerdings die Stärken der Akteure: In nahezu jedem Verein gibt es ein oder zwei Bankdrücker, die in Wirklichkeit aus gutem Grund keinen Stammplatz haben, bei FIFA 2003 jedoch wesentlich stärker sind als die eigentlichen Stammspieler. Das deutlichste Beispiel ist Giuseppe Reina von Borussia Dortmund, der sicherlich ein prima Fußballer ist, aber bei weitem keine 91 als Bewertung verdient. Zum Vergleich: Weltstar und WM-Torschützenkönig Ronaldo hat mit 92 gerade mal einen Stärkenpunkt mehr. Auch Reinas Vereinskollege Marcio Amoroso, seines Zeichens Gewinner der Torjägerkanone der Bundesligasaison, hängt mit Stärke 85 weit hinterher. Das lässt entweder auf die Unfähigkeit von Dortmunds Meistertrainer Sammer schließen, weil er Reina nicht spielen lässt, oder auf EA Sports grobe Fehleinschätzung, wobei Letzteres wohl näher liegt.
Wesentlich besser als die Stärken der Spieler stellt FIFA deren Äußeres dar. Zwar könnte gerade dies dem Spiel zum Verhängnis werden allerdings bedeutet das ein enormes Atmosphäreplus. Dazu tragen auch die originalgetreuen Trikots bei, die für jeden Verein in Heim- und Auswärtsvariante, manchmal sogar noch in einer dritten, alternativen, zur Auswahl stehen. Schade ist jedenfalls, dass die in hohen Auflösungen sehr opulente Darstellung rapide abbaut, wenn man die Details oder die Auflösung etwas runterschraubt. Insbesondere, bei einer etwas weiter entfernten Kameraposition, scheinen die Texturen oft sehr verwaschen und undeutlich. Von der Auflösung unabhängig, aber immer sehr sauber, sind die Animationen, die ihren Teil zur realistischen Wirkung des Spielgeschehens beitragen. Statt sich umzudrehen, schiebt ein Spieler den schnellen Pass gerne mal mit der Hacke zu seinem Kollegen, hohe Bälle werden elegant mit der Brust angenommen und auch schwierige Bälle werden, zumindest für technisch versierte Protagonisten lässig, mit dem Außenriss gespielt. Das sieht nicht nur extrem stimmungsvoll aus, sondern ermöglicht auch ein sehr flüssiges und schnelles Spiel - so lange man präzise genug abspielt. Möglich wird das schnellere Spiel aber erst, weil EA Sports nicht nur das Menü, sondern auch das Gameplay entschlackt hat. Endlich fallen sinnlose Doppelbelegungen weg; zum Beispiel wird das Kopfballspiel inzwischen über einen einzigen Button gesteuert und nicht mehr durch die Hebertaste für einen hohen Kopfball zum Mitspieler, die Passtaste für dasselbe in flach und die Schusstaste für einen Kopfball Richtung Tor.
Außerdem braucht man keine gesonderte Doppelpasstaste, denn Doppelpässe spielt man inzwischen durch mehrfaches Betätigen der Passtaste. So werden auch mehrere Stationen sehr direkt anspielbar, wodurch komplexere Kombinationen schneller ausführbar sind. Wirklich praktisch ist der einfachere Steilpass in Verbindung mit der \"Schicken\"-Funktion. Auf Kommando läuft ein Spieler sich frei, der Ballführende spitzelt ihm die Kugel dann mitten in den Lauf. So lassen sich selbst starke Abwehrketten aushebeln. Eine andere Möglichkeit zum Erfolg zu kommen, sind hohe Bälle, die jetzt wieder wirklich sinnvoll sind. Besonders, wenn man gegen gleichwertige oder sogar überlegene Mannschaften antritt, kann man mit einem langen Flügelwechsel das Spiel etwas auflockern, und schafft seinen Stürmern in der Mitte Raum. Die verwandeln jetzt nämlich auch wieder öfter Flanken aus dem Spiel, nicht mehr nur Standards. Durch diese Gameplay-Veränderungen entsteht ein realistisches Spielgefühl. Man kann vielseitig spielen, sowohl mit kurzen, schnellen Pässen durch die Mitte, als auch mit langen Bällen auf die Außenpositionen, die Ihre Angreifer dann mit hohen oder halbhohen Hereingaben füttern. Ideal ist es, den Spielaufbau und das Angriffsschema zu variieren, also mal einen langen Ball nach Außen zu schießen, dann allerdings die Flanke nur anzutäuschen und einen kurzen Ball an die Strafraumgrenze zu spielen
Obwohl FIFA 2003 keine Tricks auf Knopfdruck bietet, hat man durch die neue Freestyle-Steuerung diverse Möglichkeiten, Topspieler auch mal so richtig auftrumpfen zu lassen. Dabei ist es EA Sports sehr gut gelungen, einen Kompromiss aus nicht zu überragenden individuellen Fähigkeiten und dem Quentchen Überlegenheit mancher Superstars zu realisieren. Spieler wie Ronaldo oder Elber treffen zwar sogar aus wenig aussichtsreichen Situationen, oder setzen sich im Zweikampf gleich gegen mehrere Verteidiger durch, doch die Herausforderung besteht grade darin, ohne solche Spieler auszukommen, und sie idealerweise in Spielen mit unterlegenen Abwehrspielern auszuschalten.
Eine weniger löbliche Neuerung zeigt sich bei Ecken und Freistößen. Man bestimmt jetzt nämlich die Genauigkeit des Schusses durch ein sehr unkomfortables Swing-Meter. Präzise ausgeführte Standardsituationen erfordern daher eine Menge Übung und bleiben zu einem gewissen Grad immer Glückssache. Noch verwunderlicher: Dass man seine Verteidiger bei Standardsituationen des Gegners nicht bewegen kann, insbesondere deshalb, da der Computer sehr schöne Eck- und Freistoß-Varianten präsentiert, die oft gefährliche Torszenen zur Folge haben.
Das Verhalten der eigenen und gegnerischen Kicker ist durchaus glaubwürdig. Die Torhüter sind für FIFA-Verhältnisse beeindruckend gut, sie beherrschen ihren Strafraum jetzt wesentlich besser, kommen gezielt raus und schnappen einem heraneilenden Stürmer auch schon mal den Ball vom Fuß. Einzig bei hohen Hereingaben an die Strafraumgrenze stürmen sie manchmal unbedacht raus, mit verheerenden Folgen. Der Torhüter verpasst, und der Ball ist drin - schlecht, wenn solche Fehler wichtige Spiele entscheiden. Ab dem Profi-Schwierigkeitsgrad arbeitet der computergesteuerte Herausforderer mit aggressivem Pressing, so dass ein durchdachter Spielaufbau einiges an Übersicht verlangt. Außerdem nutzen die PC-Kicker dann selbst das ganze Spektrum der spielerischen Möglichkeiten, und bringen die eigene Abwehr ein ums andere Mal ins Schwitzen. Klug stellen sich die virtuellen Trainer zudem auf das Spielgeschehen ein. Wenn beispielsweise das Europacup-Hinspiel 2:2 im eigenen Stadion ausgegangen ist, es jetzt aber im Stadion des Computergegners 1:1 steht, spielt er ein defensives System, da er dank der höheren Zahl an Auswärtstoren in der nächsten Runde wäre. Dumm stellen sich die Akteure bloß manchmal bei Pässen in den freien Raum an: Dann stehen sie einfach rum und warten, bis der spielergesteuerte Mann sich den Ball wiedergeholt hat
Die Zuschauerkulisse fällt dieses Jahr positiv auf. Zwar nicht unbedingt unter grafischen Gesichtspunkten betrachtet, schließlich konnte die Darstellung auf diesem Gebiet nur geringfügig verbessert werden: Die Menschen sehen, von der Seite betrachtet, einfach platt aus. Beeindruckender ist vielmehr der Sound. Die Fans machen sich lautstark bemerkbar, bei großen Vereinen kann man sogar typische Gesänge deutlich heraushören. Im Westfalenstadion schallt schon mal \"HEYA BVB, HEYA BVB\", während Anhänger des AC Mailand \"MILAN MILAN MILAN\" schmettern. Stilecht ist auch der wohl beliebteste Schlachtruf in Turnierbegegnungen vertreten: \"FINALE OHO FINALE, OHOHOHO\". Nicht ganz auf dem Niveau der übrigen Präsentation sind - fast schon traditionell - die Kommentatoren. Tom Bartels und Florian König tragen ihre Analysen zwar (meist) fachkundig und emotional vor, leisten sich aber genauso oft peinliche Sprüche wie einst Wolf-Dieter Poschmann oder Werner Hansch in früheren Ausgaben der FIFA Serie. Experte König meldet sich gelegentlich bei Freistößen zu Wort: \"Ein klares Foul, für mich ist rätselhaft, warum er da weiterspielen lässt.\" - und das, obwohl ja in der Tat gar nicht weitergespielt wird. Unschön auch: die Menümusik. Die ist zwar variantenreich (unter anderem Sportfreunde Stiller, Avril Lavigne, Safri Duo), leider kann man sich jedoch kein Lied aussuchen und nicht mal den Stil festlegen.
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