Ferrari 550 Maranello Testbericht

Ferrari-550-maranello
Abbildung beispielhaft
ab 28,54
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Erfahrungsbericht von pnh-135

Ein Traum in Rot

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach einer längeren, beruflich bedingten Schreibpause melde ich mich heute endlich mal wieder zu Wort. Mein Thema soll heute der Ferrari 575M Maranello sein, ein Auto der absoluten Spitzenklasse.

A.) Der Ferrari 575M Maranello
B.) Aussehen
C.) Fahrbericht
D.) Ausstattung
E.) Technische Daten
F.) Schlussfazit



A.) Der Ferrari 575M Maranello

Der Ferrari 575M Maranello ist ein absolutes Spitzenauto. Eigentlich ist der 575M Maranello nur ein Facelift vom 550 Maranello.
Der Hubraum wurde von 5474 auf 5748 Kubikzentimeter erhöht, wodurch auch die Leistung um 30 PS auf atemberaubende 515 PS gesteigert wurde. Diese Kraft wird nach wie vor aus einem Zwölfzylinder V-Motor geschöpft.
Das M hinter der „575“ bedeutet übrigens modifiziert.


B.) Aussehen

Der Wagen wirkt natürlich sehr sportlich, die Front ist typisch Ferrari (langgezogene Motorhaube mit gewaltig aber dennoch dezent wirkendem Lufteinlass).
Unterschiede im Vergleich zum alten 550 gibt es kaum (größere Lufteinlässe aufgrund der gesteigerten Motorleistung, einen noch tieferen Frontspoiler und die Xenonscheinwerfer).
Trotz seiner Sportlichkeit wirkt der Ferrari immer noch recht sympathisch und keineswegs übergestylt.

Innen sieht es dagegen betont sportlich aus. Hinter dem Dreispeichenlenkrad befinden sich 2 Schaltpadel für das aufpreispflichtige Formel1 Getriebe. Der Rest vom Innenraum ist in einem freundlichen hellen Braunton gestaltet.
Der Tacho ist natürlich wieder eine Klasse für sich. Der Drehzahlmesser sitzt dominant in der Mitte. Rechts daneben sitzt die Geschwindigkeitsanzeige.


C.) Fahrbericht

Doch nun zum wohl wichtigsten Teil dieses Erfahrungsberichtes, dem Fahrbericht.

Schon das Einsteigen in ein solches Auto ist etwas Besonderes. Man nähert sich einem solchen Boliden mit sehr viel Respekt. Auf der einen Seite könnte man ewig vor dem Wagen stehen bleiben und ihn sich betrachten, aber auf der anderen Seite möchte man natürlich auch sehr schnell losfahren.
Das Einsteigen gestaltet sich als problemlos, keine besonderen Vorkommnisse. Eine angenehme Sitzposition findet man, dank den 6fach elektrisch verstellbaren Sitzen, sehr schnell.

Auch das Anlassen des Motor erweißt sich als recht unspektakulär, kein wildesches Kreischen, kein sattes Brummeln, einfach nur ruhig.


1.) Stadt

Doch das ändert sich beim Anfahren schlagartig, der Motor dreht wahnsinnig schell nach oben, und nach einige Wipernschlägen muss man schon wieder aufpassen, den die 30, bzw. 50 km/h in der Stadt sind sofort erreicht. Doch auch mit 50 km/h in der Stadt zu fahren kann Spaß machen! Natürlich ist es lästig alle 300 Meter anhalten zu müssen, vor allem da sich das Anfahren wegen des enormen Leistungspotenzials als recht schwierig erweist.
Aber wenn der Wagen erstmal rollt ist alles wunderbar, das Motorgeräusch ist unbeschreiblich schön.
Natürlich kann man in einem solchen Auto nicht unbemerkt von A nach B fahren, denn überall gibt es Leute die, verständlicher Weise, neidisch schauen.
Da mich so etwas eigentlich nicht stört habe ich damit auch keine Probleme. Vor allem da man es auch kaum merkt, da man sich, zumindest bis man sich an das Auto gewöhnt hat, sich total auf das Fahren konzentrieren muss.
Wie es der Zufall so will, sehe ich plötzlich links von mir einen Aldi, meinen Lieblingsladen, und mir fällt ein, dass ich heute noch nichts fürs Mittagessen zu hause habe.
Also nichts wie rauf auf den Parkplatz. Das Parken mit einem solchen Gefährt ist natürlich eine Sache für sich, zum einen wegen der beim Parken recht ungeschickten F1-Schaltung, und zum anderen wegen der vielen Blicke von Umstehenden. Naja vielleicht ist es doch ein bisschen übertrieben mit einem Ferrari zum Aldi zu gehen (was aber nicht an Aldi liegt, sondern eher an den Vorurteilen der Leute).
Beim Einkaufen habe ich mich dann bewusst zurückgehalten (einen 6er Pack Mineralwasser und einige Süßigkeiten). Und das war auch gut so, denn der Ferrarikofferraum ist wirklich extrem klein.


2.) Landstraße

Als ich die Stadt heil überstanden hatte fuhr ich über eine schöne Landstraße.
Zuerst verstellte ich die F1-Schaltung von Komfort auf Sport (Automatikmodus gibt es auch) , was kürzere Gangwechsel zur Folge hat. Und dann Kickdown (vollständiges Durchtreten des Gaspedals). Der Wagen heult auf, der Körper wird in die Sitze gepresst und der Vorwärtsdrang will gar kein Ende nehmen. „Oh, schon 140 km/h“. Also schnell gebremst und runtergeschalten, HALT was war das? Der Wagen gibt beim runterschalten doch tatsächlich Zwischengas. Das hört sich sehr gut an.
Die Straßenlage ist perfekt, allerdings verliert man sehr schnell das Gefühl für die Geschwindigkeit, den der 575M Maranello liegt auch bei Geschwindigkeiten jenseits der STVO noch perfekt auf der Straße.
Überholmanöver von langen LKWS oder Traktoren sind auch auf kurvigen Strecken mit nur kurzen Geraden kein Problem, Kraft ist immer im Überschuß da, egal in welchem Gang man fährt (100 km/h lassen sich auch wunderbar im 6.Gang fahren)


3.) Autobahn

Auf dem Weg zum Nurburgring (siehe Punkt 4) kommt ein langer Abschnitt „Autobahn“.
Schon das Einfädeln in den fließenden Verkehr erweißt sich als extrem einfach:
Schauen, dass keiner vor einem ist, dann Vollgas und rüberziehen, natürlich mit Rücksicht auf nahende Autos, und dann möglichst schnell nach links. Während andere Autos noch nicht einmal auf 100 km/h sind, ist der Ferrari schon längst auf 200.
Und auch 270 oder 280 sind kein Problem. HALT, werden jetzt viele sagen, wo kann man heute noch so schnell fahren? Meine Antwort. Auf fast jeder Autobahn gibt es ein Stückchen ohne Tempolimit. Anders als bei anderen Wagen erreicht der Ferrari extrem schnell eine hohe Geschwindigkeit (lange Anlaufphasen fallen weg), zudem ziehen von 10 Autofahrern etwa 9 sofort nach rechts wenn sie einen Ferrari sehen kommen.
Wenn man länger auf der Autobahn fährt merkt man aber so langsam, dass der Wagen jede Unebenheit mitniehmt und viele Korrekturen am Lenkrad nötig sind.


4.) Nordschleife Nurburgring

Hier fühlt sich der Ferrari natürlich wohl. Hier trifft er viele Artgenossen und hier kann er sich richtig austoben. Ich denke es hat wenig Sinn jetzt hier viel über die Nordschleife zu sagen, nur soviel:
Der Ferrari fährt sich so gut, dass es wohl kaum ein Mensch mit normalem Menschenverstand es schaffen würde ihn aus der Kurve zu schmeißen.

Mein Tipp: auch mit anderen Autos kann man auf der Nordschleife viel Spaß haben (Besuchszeiten und Preise : www.nordschleife.de)



D.) Ausstattung

Der Ferrari 575M Maranello kostet neu 188.000 Euro.

Extras gibt es in Hülle und Fühle (Name auf Sitz, etc...), hier sind die wichtigsten:

- Formel 1 Getriebe (die von mir vorgestellte Variante) 8.000 Euro [teuer, aber lohnend]
- Racing-Sportsitze 3560 Euro [überflüssig, die serienmäßigen Sitze sind absolut ausreichend]
- Vierpunkt-Gurte (nur in Verbindung mit Racing-Sportsitzen) 2575 Euro [ebenfalls überflüssig]
- Überrollbügel 2635 Euro [ebenfalls nichts für den Alltagsgebrauch]
- Handling-Paket Fiorano 3075 Euro [wieder etwas was nur auf der Rennstrecke etwas bringt]
- Navigationssystem 2145 Euro [ein absolutes Muss]
- Scuderia-Ferrari-Embleme im vorderen Kotflügel eingelassen 1440 Euro [meiner Meinung nach der Gipfel der Unverschämtheit, oder verlangen AUDI, BMW und Co. etwa Geld für ein Embleme???]


E.) Technische Daten


Das sind alle technischen Daten die ich finden konnte:

- Zwölfzylinder-V-Motor, vorne längs 48V mit 5748 cm3
- 379 kW (515 PS) bei 7250 U/min
- maximales Drehmoment 589 Nm bei 5250 U/min
- Heckantrieb
- F1-6-Gang-Schaltgetriebe
- Einzelradaufhängung vorne und hinten mit Doppelquerlenkern
- innen belüftete Scheibenbremsen vorne und hinten
- 255/40 ZR 18 vorn, 295/35 ZR 18 hinten
- 4550 x 1935 x 1277 mm (L x B x H)
- Radstand 2500 mm
- Leergewicht 1730 kg
- 0-100 km/h 4,2 s
- Höchstgeschwindigkeit 325 km/h



F.) Schlussfazit

Der Ferrari 575M Maranello ist natürlich ein absolutes Traumauto. Man sollte sich vor allem darüber im Klaren sein, dass es nicht die Anschaffung ist, die so teuer ist, sondern vor allem auch Versicherung und Werkstatt.
Für einen klassischen Zweitwagen halte ich den Ferrari dagegen nicht, den auch ich werde mir einen kaufen und zwar als Erstwagen (allerdings „leider nur“ den Ferrari 360 Spider)

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