Festivals & Co Testbericht

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Erfahrungsbericht von Fishkopf77

PUR Live

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Am 09.06.01 war es endlich wieder soweit. PUR kam mal wieder in die Stadt und ich habe mich schon Monate vorher auf dieses Konzert gefreut.
Naja, ok, in die Stadt ist wohl ein bißchen übertrieben, da ich extra von Pforzheim nach Wedel (bei HH) gefahren bin, aber da ich ja eh ein Nordlicht bin, habe ich die Reise gleich dazu ausgenutzt um bei meinen Eltern einen Kurzurlaub einzulegen.

Für die paar Seelen, die bisher noch nichts von PUR gehört haben, hier ein kleiner Einblick in die Band:
PUR besteht hauptsächlich aus 5 Bandmitgliedern, welche sich, mal abgesehen von einem Hessen, als Schwaben bezeichnen dürfen. Teilweise in Bietigheim geboren und dort auch noch immer lebend, reisen sie nun schon seit 20 Jahren quer durch Deutschland.
Als Schulband haben sie zunächst als 'langhaarige Bombenleger' unter den Namen 'Opus' versucht, ihre Musik zu vermarkten. Nach der ersten CD (oder auch LP) mußten sie dann jedoch ihren Bandnamen ändern, da bereits schon eine Band mit dem Namen Opus existierte. Man entschloß sich dann für den Namen 'PUR' - halt gute Musik pur :o)

Durch einen Kumpel habe ich irgendwann 1994 zum ersten mal PUR gehört und seitdem ist es die einzigste Band der ich immer noch treu bin.
Letztes Jahr waren wir auch bei dem Konzert 'Mittendrin' in Bremen dabei und durften mal wieder wie jedes mal feststellen, daß jedes Konzert besser als das Vorherige ist.
Daher haben wir uns entschlossen, bei der nächsten Open-Air-Tour dabei zu sein.
Und am 09.06. hieß es dann auf zum großen Jubiläums-Open-Air zum 20jährigen Bestehen.

Wir natürlich schon frühzeitig Karten gekauft und dann ging es einige Stunden vorm Konzert auf die Reise.

Um 14 Uhr sollte Einlaß sein und bis halb 3 hat sich dann eine riesige Menschenmenge ungeduldig vor der Absperrung versammelt.
Dann ging es langsam Schritt für Schritt vorwärts, da sämtliche Taschen und teilweise auch Jacken nach was Eßbarem oder nach flüssigen Nahrungsmitteln abgesucht und vom Security 'beschlagnahmt' wurde. Daher zog sich der Einlaß natürlich in die Länge. Wir hatten gottseidank nicht relevantes dabei, aber mit den ganzen Budeln die abgenommen wurden, hätte man locker eine No-Alk-Party machen können - aber wer will sowas schon :o)

Gegen 15 Uhr standen wir dann vor der Bühne und aufgrund von dem riesigen Platzangebot hat sich die Menschenmenge schnell verteilt. Ich will hier mal nicht schätzen, wieviele es waren, nur soviel das es Tausende waren :o)

Und zwar war alles vertreten. Das ist auch das schöne bei Pur-Konzerten. Man trifft Eltern mit ihren 6jährigen Kindern, junge Menschen und alte Leute über 60. Auch wenn es sich vielleicht schmalzig anhören mag, aber es ist wirklich irgendwie eine große Familie, wo jeder gut gelaunt ist und niemand stress macht. So unterhält man sich dort linker Hand vielleicht mit jemanden der mein Vater sein könnte und rechter Hand steht ein volltätowierter Glatzkopf, dem man nie und nimmer PUR zugetraut hätte :o)
Die Mehrheit vom Publikum bewegt sich so zwischen 20-40 Jahren und mir gefällt es einfach.

Um 15 Uhr kam dann so ein Fuzzi vom NDR auf die Bühne und machte zur Zeitüberbrückung Publikumsspiele. War ganz lustig zuzuschauen, wie sich manche Leute bei Quizspielen vor einer großen Menschenmenge zum Affen machen. Aber immerhin erhielt man neben unserem Gelächter noch ein T-Shirt von NDR, wenn man auf die Frage wer unser Bundespräsident ist, mit Schröder antwortete :o) Naja, ob sich diese Blamage für ein olles T-Shirt gelohnt hat? :o)

Um 16 Uhr ging es mit der ersten Vorgruppe los.
Es waren wohl gute 90 Prozent vom Pbulikum erstaunt, als es hieß, daß nun bis 20 Uhr 3 Vorgruppen auftreten und dann erst PUR auf der Bühne erscheint. 4 Stunden Vorgruppen, damit hat wohl wirklich niemand gerechnet.
Dementsprechend schwer hattes es diese dann eigentlich auch, Schwung und Stimmung in die Meute zu bekommen. Jeder wollte natürlich für PUR fit sein und hat sich davor lieber auf die Wiese gelegt, anstatt Party zu machen.

Bei der ersten Band handelte es sich um eine Newcomer Band mit dem Namen 'Freistil', welche gar nicht so schlecht war. Nachdem diese dann ca. eine 3/4 Stunde Deutschrock zu ihrem Besten gegeben haben, kamen 'The Dukes' auf die Bühne. Hierbei handelt es sich mehr um eine Blues-Rock-Band, welche alte amerikanische Hits nachgesungen haben. Wirklich klasse, auch wenn das eigentlich überhaupt nicht meine Musikrichtung ist. Und zu guter letzt kam 'Laith Al Deen' auf die Bühne, welcher z.B. mit 'Bilder von dir' bekannt wurde.

Um 20 Uhr wurden wir dann endlich belohnt. Pur kam auf die Bühne und der ganze Platz hat getobt.

Es wurden sehr viele alte Lieder gesungen, welche auch teilweise neu überarbeitet wurden, wie z.B. 'Wenn der Wind sich dreht', 'D-Mark' oder 'Fallen', welche man so eigentlich schon lange nicht mehr auf Konzerten gehört hat.
Von dem neuen Album wurden lediglich 3 Lieder gespielt und sonst so die ganzen bekannten Klassiker. Von 'Prinzessin' über 'Wenn sie diesen Tango hört' über 'Ich liebe dich', war alles vorhanden.
Die Menge hat getobt und nach nur wenigen Liedern taten mir schon die Hände vom vielen Klatschen weh.

Es ist einfach nur gigantisch, wenn man hört wie mehrere tausend Leute ein Lied nachsingen. Und die Band, natürlich allen voran Hartmut Engler, haben diesen Erfolg auch sichtlich genossen.

Um kurz nach 22 Uhr hat sich die Band dann das erste mal schon verabschiedet und haben sich hinter die Bühne verkrümelt. Jedoch waren sie gegen unseren 'Oh wie ist das Schön' Gesang machtlos und haben noch Lieder wie z.B. 'Idianer' oder 'Abenteuerland' zu ihren besten gegeben. Insgesamt wurde 3 mal Zugabe gegeben und zu guter letzt hat das ganze Publikum 'Funkelperlenaugen' gesungen. Da hat PUR natürlich keine andere Wahl gehabt, als sich wieder auf die Bühne zu begeben und diesen Klassiker ebenfalls zu präsentieren.
Der Abschluß war wie fast immer 'Lalelu' und ein schönes Feuerwerk so gegen 23 Uhr.

Trotz Schmerzen in den Händen, Beinen und kaum noch einer Stimme mächtig, war wohl doch fast jeder traurig, daß es schon wieder vorbei ist. Wahnsinn wie schnell doch 3 Stunden vergehen können.

Das war mein bisher ersten PUR Open-Air und obwohl das Wetter mitgespielt hat (Tage davor und danach war es wieder bitterkalt und regnerisch) und die Musik nur genial war, ziehe ich eine Halle doch vor.
Zum einen weil der Boden total uneben war, ich wiklich kein Fan von Dixiklos bin und was wohl den größten Unterschied ausmachte: Die Akkustik. Die Musik und der Gesang kommen draußen genauso gut rüber wie in der Halle, jedoch wirkt das Publikum in der Halle viel gewaltiger. Wer dort mal z.B. bei Funkelperlenaugen die Augen zu macht und einfach nur der Menge zuhorcht, der kommt ins Schwärmen. So ergeht es mir jedenfalls immer, einfach ein Traum wie sich das anhört. Und unter feiem Himmel verfliegt das natürlich ziemlich und man hört eigentlich nur die in der Nähe stehen und kaum was von hinten.

Aber davon mal abgesehen, war es natürlich gigantisch und ich kann jedem empfehlen dem die Musik gefällt oder auch nur so lala findet, sich diese Band mal Live anzutun. Ihr werdet von der guten Stimmung angesteckt und werdet es bestimmt genauso toll finden wie ich.
Und wem die 67 DM für so ein Open-Air zu teuer ist, der sollte lieber eine Hallentour besuchen, da diese immer einige DM, oder auch Euro dann, billiger ist.

Im August wurde noch eine 'Best of' mit 17 Hits veröffentlicht und dann macht die Band leider wieder eine 2-3jährige Pause. Für mich als Fan natürlich enttäuschend, da ich am liebsten grad wieder auf das nächste Konzert gehen würde, aber da alle Familienväter sind, hat man natürlich Verständnis und freut sich schon auf das Comeback und ist dann natürlich wieder mit dabei :o)

10 Bewertungen, 2 Kommentare

  • DJEagle

    16.07.2002, 01:43 Uhr von DJEagle
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mal wieder sehr Interessant....

  • farfi

    07.05.2002, 00:52 Uhr von farfi
    Bewertung: sehr hilfreich

    gefällt mir ausgesprochen gut...dein Bericht und die Band auch...*g*...liebe Grüsse farfi