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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Obidia
\" Nur\" Adipös oder Bing Eating Disorder?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Bei vielen Adipösen Menschen liegt ein Krankheitsbild vor, das noch ziemlich unbekannt ist. Es handelt sich hierbei um Binge Eating Disorder.
Die Binge-Eating-Disorder (BES: Disorder=Störung) ist ein relativ neuer Krankheitsbegriff,
der in den USA entwickelt wurde und nun auch bei uns zunehmend Beachtung findet.
\"Binge-Eating\" lässt sich am einfachsten mit dem Wort \"Essattacke\" übersetzen.
Die BES gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren innerhalb von kurzer Zeit
ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln.
Dabei können sie nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen.
Der ganze Kühlschrank wird in einem Anfall von Heißhunger quasi leer gegessen. Ich habe an einigen Tagen innerhalg von einer Stunde ca. 10.000kcal zu mir genommen
Die BES betrifft etwa 2 % der Bevölkerung und ist damit die häufigste Essstörung.
Unter den Übergewichtigen leiden ca. 5 % an der BES. Anders als bei der Magersucht oder der Bulimie
sind von der BES auch viele Männer betroffen, und zwar etwa 35% der Patienten.
Allgemeines
Der Begriff der \"Binge-Eating-Disorder\" wurde erstmals 1959 geprägt.
Als eigenständige Diagnose gibt es ihn in den USA erst seit 1994.
Das Wort \"Binge\" wird in der englischen Sprache im Zusammenhang mit exzessiven Trinken gebraucht,
so dass \"Binge-Eating\" auch \"Essen wie ein Besäufnis\" bedeuten kann. Dies sagt bereits viel über die Natur
der Störung aus und deutet ihre Nähe zu den Suchterkrankungen an.
Eine BES liegt dann vor, wenn wenigstens an zwei Tagen in der Woche Essattacken (Binge-Eating) auftreten
und dies über einen Zeitraum von sechs Monaten. Eine Essattacke ist dadurch definiert,
dass innerhalb von Minuten bis zwei Stunden ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln konsumiert
werden. Dabei können die Betroffenen nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen
aufhören müssen.
Außerdem müssen wenigstens drei der folgenden Punkte zu treffen:
Besonders schnelles Essen.
Essen bis ein unangenehmes Völlegefühl einsetzt.
Essen, ohne hungrig zu sein.
Aufgrund von Gefühlen der Schuld, Scham oder Peinlichkeit wird allein gegessen.
Nach der Essattacke treten Gefühle von Ekel, Schuld oder Depressionen auf.
Die Essattacken werden als belastend empfunden.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung zur Bulimie, der sogenannten \"Fress- und Kotzsucht\".
Bei dieser Essstörung treten ebenfalls Essattacken auf. An Bulimie Erkrankte versuchen aber
typischerweise durch drastische Maßnahmen zu verhindern, dass die aufgenommene Nahrungsmenge zu einer
Gewichtszunahme führt und zwar durch:
Selbst ausgelöstes Erbrechen.
Fasten.
Übermäßige körperliche Anstrengung zum Verbrennen der Kalorien.
Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmedikamenten.
Diese Verhaltensweisen treten bei der BES nicht auf.
Auch das Essverhalten eines typischen Übergewichtigen unterscheidet sich von dem BES-Patienten:
es ist geprägt von einem ständigen Überessen. Die für die BES typischen Heißhungerattacken
mit dem Verlust von Selbstkontrolle kommen bei \"nur\" Übergewichtigen nicht vor.
Der Leidensweg der Betroffenen ähnelt dem eines alkoholkranken Menschen.
Die Menschen, die unter derartigen Essattacken leiden, schämen sich oft dafür.
Wenn der Heißhungeranfall gestillt ist, treten depressive Gefühle auf.
Oft wird dann versucht, weitere Essattacken zu unterdrücken, um wieder Selbstkontrolle über das eigene
Essverhalten zu erlangen. Wenn dies scheitert, ziehen die Betroffenen sich häufig zurück und leben ihre
Essattacken im Verborgenen aus. Dabei sind viele so geschickt, dass selbst nahe Freunde oder
Familienangehörige nichts von der Essstörung erfahren.
Der Alkoholkranke fällt der Umwelt bald durch die Alkoholfahne auf, der \"Heißhungeresser\" kann seine
Sucht meist besser verstecken.
Die unkontrollierbaren Essanfälle können auch dazu führen, dass Betroffene nicht mehr zur Arbeit oder
zur Schule gehen und ein soziales Abseits droht.
Im anglo-amerikanischen Raum gibt es neben den Anonymen Alkoholiker-Gruppen auch die
\"Overeaters Anonymous\". Sie gehen davon aus, dass Nahrung genauso Abhängigkeit erzeugen kann wie
Alkohol oder andere Drogen. Sie arbeiten mit einem ähnlichen 12-Punkte-Programm wie die
Alkoholiker-Gruppen.
Essstörungen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die von BES Betroffenen berichten oft
über lang andauernde Unzufriedenheit mit der eigenen Figur und haben bereits mehrere Diätversuche
hinter sich. Auch Modetrends, Schlankheitswahn und Überfluss an Nahrungsmitteln scheinen auf die
Störung Einfluss zu haben und lassen sie so zu einer weiteren Zivilisationskrankheit werden.
Häufigkeit
Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden an der BES. Zwei von fünf BES-Patienten sind Männer.
Viele der Betroffenen sind übergewichtig, aber nicht alle. Unabhängig von ihrem Gewicht fühlen sich
BES-Patienten häufig übergewichtig und haben in der Vergangenheit bereits mehrere Versuche gemacht,
mit Hilfe von Diäten ab zu nehmen. Der Beginn der BES steht oft im Zusammenhang mit Diät-Versuchen,
meist in der Zeit des frühen Erwachsenenalters. Forschungen haben ergeben, dass die Essattacken häufig
in Zeiten von nervlicher Belastung auftreten.
Ursachen
Niemand weiß genau, wodurch die BES letztendlich verursacht wird. Es ist aber bekannt, dass etwa die
Hälfte der Betroffenen in der Vergangenheit einmal depressiv gewesen sind. Ob eine Depression die BES
erzeugt oder vielleicht die BES Teil eine Depression ist, ist nicht bekannt.
Die Patienten berichten oft, dass Gefühle von Ärger, Frustration oder Langeweile zu einer Essattacke
führen. Es wird vermutet, dass unangenehme Empfindungen durch den Essvorgang auf angenehme
Empfindungen umgelenkt werden. Essen ist dabei ein Symbol für Liebe und Geborgenheit.
Dies lernt wahrscheinlich bereits das neugeborene Kind, wenn es die ersten Glücksgefühle beim Stillen
erfährt. Später wird das Kind mit Süßigkeiten getröstet, wenn es enttäuscht worden ist.
Studien haben ergeben, dass Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten manchmal unfähig sind, Hunger von
anderen unbehaglichen Gefühlszuständen zu unterscheiden. Auch mögliche Zusammenhänge zwischen
Diätversuchen und Essattacken sind noch ungeklärt. Die Wissenschaft versucht zu erforschen, wie
Botenstoffe im Gehirn von der BES beeinflusst werden, aber diese Untersuchungen sind noch in
Anfangsstadien.
Diagnose
Eine Diagnose ergibt sich durch intensives Befragen der Patienten und auf Grund der bestehenden
Symptome.
Therapie und Prognose
Die BES ist mit guten Erfolgsaussichten zu behandeln. Einer der Gründe dafür ist, dass sich bei dieser
Essstörung das krankhafte Verhalten sehr gut von gesunden Verhaltenszügen abgrenzen lässt.
Die Behandlung der Binge-Eating-Störung hat zwei Ziele:
Normalisierung des Essverhaltens.
Behandlung der zugrunde liegenden seelischen Konflikte.
Die verhaltenstherapeutische Behandlung der BES ähnelt den Behandlungsstrategien, die für die
Fress- und Kotzsucht (Bulimie) entwickelt worden sind. Das Ziel ist dabei, das Essverhalten zu
normalisieren und den Essrhythmus zu regulieren. Oft wird dazu ein Tagebuch über die gegessene
Nahrungsmenge geführt. Das hilft, um Stimmungen, Gefühle und Gewohnheiten herauszufinden, die zu
Essattacken führen.
Verhaltenstherapeutische Strategien können dann helfen, eine vermehrte Selbstkontrolle zu gewinnen.
Außerdem werden Bewältigungsstrategien für Stressfaktoren, die zu Essattacken führen, erarbeitet.
Gelegentlich wird dies Vorgehen mit psychodynamischen Therapieansätzen kombiniert.
Hier wird vor allem untersucht, welche Konflikte und Belastungen sich hinter der Störung verstecken und
welchen Stellenwert diese in der eigenen Lebensgeschichte haben. Amerikanische Untersuchungen deuten
darauf hin, dass antidepressive Medikamente die Behandlung einer BES unterstützen können.
Da Gefühle der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körpergewicht zur BES scheinbar beitragen,
beinhalten die Behandlungsansätze meist keine Diäten. Im Gegenteil sollen bei dem Ziel, wieder Kontrolle
über das Essen zu erlangen, jegliche Versuche der Gewichtsabnahme unterlassen werden.
Solche Therapieverfahren berücksichtigen die negative Selbsteinschätzung des eigenen Körpers und
Aussehens, die viele Betroffene haben. Es wird versucht, ihnen zu helfen, das bestehende Gewicht zu
akzeptieren und sich gut im eigenen Körper zu fühlen. Eine Gewichtsabnahme soll sich dann durch das
normalisierte Essverhalten von selbst einstellen.
Die Behandlung der BES kann ergänzt werden durch Unterricht in Ernährungslehre und durch die
Förderung einer angemessenen körperlichen Aktivität.
Menschen, die vermuten, dass sie unter einer BES leiden, sollten wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht
allein sind. Oft sind Selbstheilungsversuche, das Essverhalten zu kontrollieren, gescheitert.
Die Betroffenen sollten sich unbedingt professionelle Hilfe über einen Arzt oder Psychotherapeuten holen. Da das Krankheitsbild bisher noch wenig bekannt ist, kann es passieren, dass die Schwierigkeiten der Betroffenen nicht ernst genug genommen werden. Es ist daher günstig, früh Kontakt mit Gleichgesinnten in Selbsthilfegruppen aufzunehmen.
Komplikationen
Während der Essattacken werden häufig Nahrungsmittel verschlungen, die viel Kohlenhydrate und Fette
enthalten, jedoch wenig Vitamine und Mineralstoffe. Es können daher langfristig Mangelerscheinungen
auftreten. In amerikanischen Veröffentlichungen wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die
übergewichtig sind und an einer Binge-Eating-Störung leiden, unter einem höheren Risiko stehen, langfristig
an bestimmten Krankheiten zu erkranken, so u.a. an:
Diabetes, überhöhten Werten für Blutdruck und Cholesterin, Gallenblasen- und Herzerkrankungen, sowie
bestimmten Arten von Krebs.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2004-06-26 22:27:54 mit dem Titel So funktioniert der Stoffwechsel und die Fettverbrennung im menschlichen Körper
Grundwissen über Insulin
Stoffwechsel und Insulin
Der komplexe Organismus des Menschen funktioniert auf der Grundlage von Stoffwechselvorgängen. Fortlaufend werden im Körper Substrate (z. B. Nahrung, Sauerstoff) aufgenommen, abgebaut, umgewandelt und gespeichert, um dem natürlichen Prozess des Zerfalls und Abbaus von Körperstrukturen ( z.B. Zellen ) entgegenzuwirken. Diese Abläufe nennt man Stoffwechsel! Diese Vorgänge benötigen Energie, die der Körper über die Verbrennung von Glukose ( Zucker ) gewinnt.
Glukose ist der wichtigste Energieträger des menschlichen Körpers. Alle, mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydrate, werden im Körper zu Glukose umgewandelt, da die Körperzellen nur Glukose direkt verwerten können. Alle anderen Kohlenhydrate müssen erst im Rahmen der Verdauung zu Glukose aufgespalten werden. Nach der Verdauung geht die Glukose über die Darmwand direkt in das Blut über ( = Blutzucker ) und wird zur Energiegewinnung zu den verschiedenen Körperzellen transportiert. Kohlenhydrate sind nichts anderes, als eine Aneinanderreihung von Zuckermolekülen. Deshalb sind auch alle Zucker Kohlenhydrate. Werden sie nicht sofort verbraucht, speichert der Körper Glukose in Form von Glykogen ab, um sie bei Bedarf zu gebrauchen. Sind die Glykogenspeicher voll, wird die restliche Glukose in Fett umgewandelt und wandert in die Fettdepots.
Mit allen Nahrungsmitteln, die wir zu uns nehmen, verfährt der Körper auf die gleiche Weise. Man könnte ein Motto erfinden, z. B. \"Zersägen - Spalten - Aufnehmen - Verwerten - Aufstapeln\".
Die Kohlenhydrate - Brennstoff der Zellen
Die Kohlenhydrate machen da keine Ausnahme. Sie sind unsere wichtigste Energiequelle. Alle Kohlenhydrate haben die gleichen chemischen Bestandteile: Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Die unterschiedlichen Anteile dieser Bestandteile und ihre Menge machen die Qualität der Kohlenhydrate aus. Für die Gesamtheit der Kohlenhydrate ergibt sich folgende Einteilung:
* Einfachzucker oder Monosaccharide, z. B. Fruchtzucker oder Traubenzucker.
* Zweifachzucker oder Disaccharide, z. B. Malz-, Milch- oder Haushaltszucker.
* Vielfachzucker oder Polysaccaride, z. B. pflanzliche und tierische Stärke.
Kohlenhydrate sind nur eine andere Bezeichnung für Zucker.
Das \"Zersägen\" der Kohlenhydrate findet im Mund statt. Im Speichel sind Enzyme enthalten, die Kohlenhydrate in kleinere Stücke zerteilt. Dieses Enzym ist die Speichel - Amylase. Wer genau \"hinschmeckt\" kann feststellen, dass bei längerem Kauen sogar ein Stück Brot süß schmeckt. Der Grund dafür ist, dass hier schon kürzere Zuckermoleküle durch die Speichel - Amylase entstanden sind.
Schon beim Kauen wurde der Bauchspeicheldrüse eine Nachricht übermittelt, dass Kohlenhydrate auf dem Weg in den Dünndarm sind. Sie fängt sofort an, Bauchspeichel zu produzieren. Sind die Kohlenhydrate im Dünndarm angekommen, wird der Bauchspeichel in den Dünndarm abgegeben. Die Enzyme, die in dem Sekret aus der Bauchspeicheldrüse enthalten sind, fangen nun an, die Kohlenhydrate zu \"zerlegen\". Spätestens hier werden Polysaccaride, die Dreifachzucker wie z. B. Stärke, in Glukose aufgespalten. Glukose ist ein Einfachzucker.
Jetzt sind aus den großen Molekülen kleine entstanden. Die Glukose ist so weit zerlegt, dass sie über die Darmschleimhaut in das Blut aufgenommen werden kann. Das gleiche gilt auch für die anderen Nährstoffe wie Fette und Eiweiße, die ebenfalls in kleinere Moleküle zerlegt werden, damit sie über die Darmwand in das Blut gelangen können. Die Glukose gelangt über die Pfortader in die Leber. Das ist die erste Anlaufstation. Von da aus kann mit der Glukose unterschiedliche Wege verfahren werden.
Ein Teil der Glukose wird in der Leber gespeichert. Dazu wird die Glukose in Glykogen umgewandelt. Das ist die Speicherform der Glukose. Der Speicherplatz ist aber mit 150 Gramm schnell voll. Deshalb wird noch einmal die gleiche Menge Glykogen in Speichern im Muskel aufbewahrt. Diese beiden Glykogenspeicher sind die ersten, die bei körperlichen Anstrengungen zur Energiegewinnung geleert werden, z. B. beim Treppensteigen.
Damit ist aber noch nicht die gesamte Menge der Glukose verwertet. Ein weiterer Teil gelangt über das Blut in Organe und Körperzellen und wird dort direkt in Energie umgewandelt und verbraucht. Mit Hilfe von Sauerstoff wird hier die Glukose zu Kohlendioxid und Wasser verbrannt. Dieser Vorgang nennt sich Glykolyse und ist ein langsamer Prozess. Gesteuert wird die Glykolyse über Enzyme. Dabei spielen auch Mineralstoffe, z. B. Magnesium, Kupfer, Mangan und die Vitamine B1, B6, Biotin und Nicotinamid eine Rolle.
Wenn nach der Füllung der Glykogenspeicher in der Leber und in den Muskelzellen und nach direktem Verbrauch bei der Glykolyse noch Glukose übrig ist, dann wird sie \"Aufgestapelt\". Das geht aber nicht einfach so. Dazu ist erst wieder ein Umbauprozess erforderlich. Der Organismus wandelt die unverbrauchte Glukose in Fett um. Der Körper speichert dann dieses Fett in seinen Fettdepots.
Stoffwechsel und Hormone
Der Stoffwechsel der Kohlenhydrate ist ein komplexer Vorgang, der über Hormone gesteuert wird. Diese Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse ( Pankreas ) gebildet. Es sind Insulin, Glukagon und Somatostatin. Vor allem das Insulin spielt eine entscheidende Rolle, weil es das einzige Hormon ist, das den Blutzuckerspiegel senken kann.
Insulin wird von den Beta-Zellen gebildet. Diese liegen auf den Inselzellen und die wiederum auf der Bauschspeicheldrüse. Das ist ein kleines Verdauungsorgan so ziemlich in Körpermitte, das neben Insulin auch noch einen Verdauungssaft produziert.
Insulin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern erfüllt auch noch ein paar Steuerungsaufgaben im Körper.
Damit mit dem Zuckerstoffwechsel alles normal verläuft, muss die Waage zwischen Insulin und Bewegung einerseits, und Glucose, Gegenspieler und Rezeptorenmangel andererseits im Gleichgewicht sein.
Insulin ist eine Eiweißverbindung. Eiweiße setzen sich aus Aminosäuren zusammen, von denen es 25 verschiedene gibt. Beim Insulin sind die Aminosäuren zu langen Ketten verbunden, die eine typische Gestalt haben. Insulin besteht aus zwei Ketten:
* Die A-Kette besteht aus 21 Aminosäuren.
* Die B-Kette besteht aus 30 Aminosäuren.
Insulin hat im Körper eine vielfältige Wirkung. Fettgewebe, Muskulatur und Leber sind bei der Aufnahme und Verwertung von Glukose auf die Mithilfe von Insulin angewiesen. Es regt den Transport in das Zellinnere an, indem es bestimmte Strukturen in der Zellwand zur Aufnahme der Glukose aktiviert. Diese Organe werden deshalb auch oft \"insulinsensitive\" Organe genannt.
Insulin fördert den Transport von Glukose zu allen Zellen des Körpers.
Insulin aktiviert in der Leber und in den Muskelzellen Enzyme, die für die Verbrennung von Glukose und die Verarbeitung von Glukose in Glykogen verantwortlich sind.
Insulin sorgt in den Fettzellen für die Aktivierung von Enzymen, die zur Umwandlung von Glukose in Fett notwendig sind.
Insulin hemmt den Abbau von Fett.
Insulin hat einen wachstumsfördernden Effekt.
Insulin fördert die Bildung von Eiweißen, indem es die Aufnahme von Aminosäuren in die Zellen unterstützt.
Insulin hemmt in der Bauchspeicheldrüse die Bildung von Glukagon.
Insulin unterstützt die Versorgung der Zellen mit Mineralstoffen.
Die Antagonisten ( Gegenspieler des Insulin)
Wichtigster Gegenspieler für das Insulin ist das Glukagon. Glukagon ist ebenfalls ein Hormon, das in den A-Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel steigt, wenn er unter eine gewisse Marke fällt. In Schocksituationen und bei besonderen Anspannungen kann das innerhalb kürzester Zeit geschehen. Dann wird jede Menge Fett aus den Fettzellen freigesetzt und zur Energiegewinnung verbraucht. Auch Glukagon braucht eine ausreichende Eiweißversorgung, damit der Regulationsmechanismus funktioniert. Seine Hauptwirkung entfaltet das Glukagon in der Leber. Dort sorgt es dafür, dass Glykogen abgebaut wird. Glykogen ist die in der Leber gespeichert Glukose. Auch die Neubildung von Glukose wird durch das Hormon Glukagon angeregt. Diese Mechanismen führen zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.
In den Zellen des Fettgewebes regt Glukagon den Abbau an. Wird Fett verstoffwechselt, so wird Fett über verschiedene Prozesse rückgeführt in Glukose. So führt auch das zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Auf diese Weise wirkt Glukagon genau entgegengesetzt zu Insulin, das die Speicherung der Glukose bewirkt. Glukagon sorgt für die Freisetzung der Glukose.
Ein weiterer Gegenspieler des Insulins ist das Hormon Adrenalin. Es kommt im normalen Körper ständig vor, denn es ist u.a. für notwendige Blutdruckerhöhungen und Herzfrequenzsteigerungen verantwortlich. Es wird im Nebennierenmark gebildet. Adrenalin fördert die Umwandlung von Glykogen in Glukose und sorgt so für den Abbau der Glukosespeicher. Es hat außerdem die Aufgabe, die Bildung von freien Fettsäuren in den Fettzellen anzuregen. Adrenalin ist auch als Streßhormon bekannt,
weil es in sekundenschnelle die Herz-Kreislauf-Funktion, Nerven und Gehirn in Alarmzustand versetzen kann. Wenn man also im Stress ist (körperlich oder seelisch) steigt der Blutzucker.
Der dritte Gegenspieler ist das Cortison. Glycocortikoide bewirken, über eine Förderung des Proteinabbaus und der zur Verfügungstellung von Aminosäurebausteinen für die Glycogenese, eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels und vermehrte Glycogenbildung der Leber. Glycocortikoide haben eine antipologische (entzündungshemmende), antiallergische, antiexsuditative und immunsuppressive Wirkung.
Regulation des Blutzuckerspiegels
Der Blutzuckerspiegel wird normalerweise in nüchternem Zustand gemessen. Dabei beträgt die normale Konzentration zwischen 60 und 100 Milligramm (mg) pro 100 Milliliter (dl) Blut. Der Körper ist bestrebt, diesen Wert immer wieder herzustellen.
Nach dem Essen steigt die Konzentration von Glukose im Blut an. Sehr schnell können dann Werte von 140 mg/dl oder sogar mehr erreicht werden. Nun ist der Organismus bestrebt, so schnell wie möglich wieder den \"Normalwert\" zu erreichen. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen
durch die Speicherung von Glukose als Glykogen in der Leber und im Muskelgewebe.
durch die Verbrennung von Glukose mit Hilfe von Sauerstoff.
durch den Umbau von Glukose zu Fett.
Bei allen diesen Prozessen spielt Insulin eine entscheidende Rolle. Es ist das einzige Hormon, dass den Abbau von Glukose fördert.
Sinkt der Blutzuckerspiegel unter die Normalwerte ab, so setzt sich ein umgekehrter Mechanismus in Gang, denn auch in diesem Fall ist der Körper bestrebt, die Normalwerte so schnell wie möglich wieder herzustellen. Dazu wird verstärkt Glukose in das Blut abgegeben. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
durch die Aufnahme von Glukose aus dem Darm und den Weitertransport in die Leber.
durch den Abbau von Glykogen zu Glukose. Das geht aber nur mit dem in der Leber gespeicherten Glykogen. Das Glykogen in den Muskeln wird nur bei Muskelarbeit direkt in den Muskel verbrannt und nicht in den Blutkreislauf abgegeben.
durch die Neubildung von Glukose aus Aminosäuren, Laktat und Glyzerin. Dieser Vorgang tritt vor allem bei Hunger und bei lang anhaltenden Anstrengungen in Gang. Es ist ein vergleichsweise langsamer Prozess.
Die Mechanismen zur Steigerung und Senkung des Blutzuckerspiegels sind sehr fein aufeinander abgestimmt. Je nachdem, welche Situation für den Körper eintritt und wie schnell eine Reaktion erfolgen muss, werden die verschiedenen Prozesse in Gang gesetzt. Die Schlüsselstellung für die Regulation spielen dabei das Insulin und seine Gegenspieler Glukagon, Adrenalin und Cortison.
Wirkung des Insulin an der Zelle
Die Aufgabe des Insulin ist es, die Nährstoffe auf alle Körperzellen ( insbesondere die Muskeln ) zu verteilen, wodurch der Blutzucker ( Glukose ) schnell wieder auf seinen Ausgangswert sinkt. Muskel -, Leber- und Fettzellen haben auf ihrer Zellmembran Insulin-Rezeptoren, an der sich das Insulin anlagert. Ähnlich einem Schlüssel, der nur in ein bestimmtes Schloss passt. Das veranlasst im Zellkern die Bildung von Transportern, welche durch einen Transportschacht in der Zellmembran die Aufnahme von Glukose, Aminosäuren, und Fettsäuren in die Zelle ermöglicht. Dort können sie zur Energiegewinnung verbrannt werden oder als Bausubstrat verwendet werden.
Insulin bei Überernährung an der Zelle
Ist bei einem Überangebot durch zu viel Nahrungsaufnahme, mehr Zucker im Blut vorhanden, als die Zellen aufnehmen können, schützen sie sich vor einer Überzuckerung durch Einzug der Insulinrezeptoren an der Zellmembran und werden Unempfindlich gegen Insulin. ( = der Schlüssel findet nicht mehr das Schloss ).
Insulinresistenz
Die Zuckermoleküle stehen nun mit dem Insulin vor verschlossenen Türen der Zelle und es kommt zu einem stundenlangen Verwertungsrückstau im Blut. Nun versucht der Körper mit Gewalt diesen Stau zu beseitigen und den Zucker in die Zelle zu schaffen. Er Zwingt die Bauchspeicheldrüse dazu, immer mehr und mehr Insulin zu produzieren und auszuschütten. Diese hohe Insulinmenge zwängt mit hohem Druck noch eine Teil des Zuckers in die Muskelzelle. Was nicht mehr hineingeht, wird gemeinsam mit den Nahrungsfetten ins Fettgewebe entsorgt. Auf diese Weise mästet das Insulin das Fettgewebe!
Ernährungskonzept
Es wird empfohlen, 3 Mahlzeiten nach dem Grundsatz Kaiser - König - Bettelmann zu sich zu nehmen, mit einem Abstand zwischen den Mahlzeiten von 4 - 6 Stunden. Dadurch wird zwischen den Mahlzeiten eine Insulin - Niedrigphase erreicht, die eine ungehinderte Freisetzung und Verbrennung von Speicherfetten ermöglicht.
Das heißt:
Morgens: Kohlenhydrat - Reich und Fett - Arm
Mittags: Kohlenhydrat - Reich und Fett - Arm
Eine besonders lang anhaltende Fettverbrennung im Schlaf wird durch eine Abendmahlzeit mit möglichst wenig Kohlenhydrate ermöglicht, da dann auch wenig Insulin ausgeschüttet wird!
Abends: Eiweiß - Reich und Kohlenhydrat - Arm sowie Fett - Arm
Das Frühstück
ist die ideale Mahlzeit, um den Stoffwechsel anzuregen und somit auch den Grundumsatz zu steigern. Ein erhöhter Grundumsatz bedeutet ja, das mehr Kalorien verbraucht werden. So sollten bei unserem Frühstück 50 - 55 % der Energie in Form von Kohlenhydraten aufgenommen werden. Bei einer Ernährung mit einem Anteil von 50 - 60 % Stärkekohlenhydrate verändert sich der Stoffwechsel gravierend. Statt auf bequemen Weg schnell Einfachzucker zu verbrennen, muss der Stoffwechsel nun Schwerstarbeit leisten. Denn das Verbrennen von Stärkekohlenhydrate ist ein energieaufwendiger Vorgang, in den selbst Energie hineingesteckt werden muss. Dadurch erhöht sich der körpereigene Grundumsatz, also der Kalorienverbrauch unter Ruhebedienungen, was eben zu einem erhöhten Abbau der Fettdepots führt. Durch die Vollwertbestandteile ist man zudem länger Satt, und kann den Abstand zwischen den Mahlzeiten leichter ertragen, ohne ein Hungergefühl zu haben! So wird eine optimale Fettverbrennung erzielt!
Hier nun einige Tipps, wie das Frühstück der ideale Fettverbrenner wird!
Achte auf ausreichend Kohlenhydrate ( Mindestens 3 Brötchen - am besten Vollkorn)
Wahlweise Müsli oder Cornflakes mit fettarmer Milch (0,3 - max. 1,5 % Fett) oder Joghurt mit 0,1 % Fett
Achte auf wenig Fett. Vermeide Butter oder fettreiche Wurst - und Käsesorten. Besser sind Fettreduzierte Produkte
Als Unterlage besser Quark oder Brotaufstrich benutzen. Immer auf Fettreduzierte Lebensmittel achten!
Brötchen wenn möglich zusammenklappen. So spart man Fett und Belag!
Süßes, wie Marmelade und Streuzucker sind erlaubt, sollten aber sparsam benutzt werden.
Um seinen „Süßhunger“ zu stillen kann man ein Mohrenkopfbrötchen essen. Mohrenköpfe haben im Verhältnis zu anderen Süßigkeiten recht wenig Fett.
Achte darauf, das auch Frisches Obst zum Frühstück gereicht wird.
Das Mittagessen
ist ebenfalls eine wichtige Mahlzeit. Mit einem ausgewogenen, vollwertigen Mittagessen können späterer Heißhunger - Attacken vermieden werden. Auch das Mittagessen sollte aus mindestens 50 % Kohlenhydraten bestehen. Ebenfalls, wie schon beim Frühstück sollte auch hier Fett vermieden werden.
Kartoffeln, Reis oder Nudeln sollten Hauptbestandteil des Mittagessens sein, und nicht Beilage. Pro Person ca. 150 - 200g
Die Fleischbeilage sollte nicht schwerer als 100 g sein.
Auf Fetthaltige Saucen sollte komplett verzichtet werden. Statt Sahne Milch benutzen.
Möglichst wenig Fertigprodukte benutzen, da diese meistens einen sehr hohen Fettanteil haben.
Man sollte sich den Teller immer so voll machen, das man an dieser Portion 10 Minuten essen kann. Erst nach den 10 Minuten ggf. eine weitere Portion nehmen. Viele Adipösen Menschen essen zu schnell, einige zu langsam. So bekommt man ein Gefühl für die richtige Menge und einen angemessenen Zeitrahmen.
In Ausnahmefällen ist direkt nach dem Mittagessen auch mal ein Stück Kuchen oder ein Eis erlaubt. Dies sollte aber die Ausnahme und nicht die Regel sein.
Abendessen
Um eine längere Fettverbrennung zu gewährleisten sollte der Hauptbestandteil des Abendessens aus Eiweiß bestehen. Da der Körper bei Eiweiß weniger Insulin ausschüttet, ist die Insulinkurve natürlich auch schneller wieder im Fettverbrennungsbereich. So verbrennt der Körper Fett, ohne das wir etwas dazu tun müssen. Die Abendmahlzeit sollte so gestaltet werden, das der Appetit gestillt ist, und es nicht zu Hungerattacken kommt. Der Kohlenhydratanteil sollte möglichst gering gehalten werden.
Eiweißreiche Lebensmittel sind z.B.
Käse
Magere Fleischsorten wie Putensteaks oder Geflügelbrust
Fisch ( auf Fettgehalt achten)
Salat
Alle Gemüsesorten außer Hülsenfrüchte und Mais
Milchprodukte ( ohne Fruchtzugabe)
Grundsätzliches
Achte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Mindestens 2 - 3 l sollten es täglich sein.
Zwischen den Mahlzeiten sollte nur Wasser getrunken werden. Erlaubt sind außerdem Kaffee und Blatttees ( Pfefferminz, Schwarztee, Matetee, Grüntee u.s.w.) Kaffee und Tee sollte aber nicht zur Trinkmenge gerechnet werden, da diese Getränke den Körper entwässern. Besser zu jeder Tasse Kaffee oder Tee zusätzlich ein Glas Wasser trinken!
Zwischen den Mahlzeiten sind alle Süßgetränke ( auch mit Zuckeraustauschstoffen) sowie Früchtetees und aromatisierte Teesorten streng verboten
Ebenso sind Kaugummis, „Tick-Tack´s“ und andere Atemerfrischer zwischen den Mahlzeiten verboten.
Achtung beim Abschmecken von Speisen. Auch das unterbricht die Fettverbrennung!
Medikamenteinnahme nur zu den Mahlzeiten. Manche Medikamente haben einen Zuckerüberzug. In den meisten Flüssigmedikamenten ist ebenfalls Zucker und oder Alkohol enthalten.
Die Binge-Eating-Disorder (BES: Disorder=Störung) ist ein relativ neuer Krankheitsbegriff,
der in den USA entwickelt wurde und nun auch bei uns zunehmend Beachtung findet.
\"Binge-Eating\" lässt sich am einfachsten mit dem Wort \"Essattacke\" übersetzen.
Die BES gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren innerhalb von kurzer Zeit
ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln.
Dabei können sie nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen.
Der ganze Kühlschrank wird in einem Anfall von Heißhunger quasi leer gegessen. Ich habe an einigen Tagen innerhalg von einer Stunde ca. 10.000kcal zu mir genommen
Die BES betrifft etwa 2 % der Bevölkerung und ist damit die häufigste Essstörung.
Unter den Übergewichtigen leiden ca. 5 % an der BES. Anders als bei der Magersucht oder der Bulimie
sind von der BES auch viele Männer betroffen, und zwar etwa 35% der Patienten.
Allgemeines
Der Begriff der \"Binge-Eating-Disorder\" wurde erstmals 1959 geprägt.
Als eigenständige Diagnose gibt es ihn in den USA erst seit 1994.
Das Wort \"Binge\" wird in der englischen Sprache im Zusammenhang mit exzessiven Trinken gebraucht,
so dass \"Binge-Eating\" auch \"Essen wie ein Besäufnis\" bedeuten kann. Dies sagt bereits viel über die Natur
der Störung aus und deutet ihre Nähe zu den Suchterkrankungen an.
Eine BES liegt dann vor, wenn wenigstens an zwei Tagen in der Woche Essattacken (Binge-Eating) auftreten
und dies über einen Zeitraum von sechs Monaten. Eine Essattacke ist dadurch definiert,
dass innerhalb von Minuten bis zwei Stunden ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln konsumiert
werden. Dabei können die Betroffenen nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen
aufhören müssen.
Außerdem müssen wenigstens drei der folgenden Punkte zu treffen:
Besonders schnelles Essen.
Essen bis ein unangenehmes Völlegefühl einsetzt.
Essen, ohne hungrig zu sein.
Aufgrund von Gefühlen der Schuld, Scham oder Peinlichkeit wird allein gegessen.
Nach der Essattacke treten Gefühle von Ekel, Schuld oder Depressionen auf.
Die Essattacken werden als belastend empfunden.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung zur Bulimie, der sogenannten \"Fress- und Kotzsucht\".
Bei dieser Essstörung treten ebenfalls Essattacken auf. An Bulimie Erkrankte versuchen aber
typischerweise durch drastische Maßnahmen zu verhindern, dass die aufgenommene Nahrungsmenge zu einer
Gewichtszunahme führt und zwar durch:
Selbst ausgelöstes Erbrechen.
Fasten.
Übermäßige körperliche Anstrengung zum Verbrennen der Kalorien.
Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmedikamenten.
Diese Verhaltensweisen treten bei der BES nicht auf.
Auch das Essverhalten eines typischen Übergewichtigen unterscheidet sich von dem BES-Patienten:
es ist geprägt von einem ständigen Überessen. Die für die BES typischen Heißhungerattacken
mit dem Verlust von Selbstkontrolle kommen bei \"nur\" Übergewichtigen nicht vor.
Der Leidensweg der Betroffenen ähnelt dem eines alkoholkranken Menschen.
Die Menschen, die unter derartigen Essattacken leiden, schämen sich oft dafür.
Wenn der Heißhungeranfall gestillt ist, treten depressive Gefühle auf.
Oft wird dann versucht, weitere Essattacken zu unterdrücken, um wieder Selbstkontrolle über das eigene
Essverhalten zu erlangen. Wenn dies scheitert, ziehen die Betroffenen sich häufig zurück und leben ihre
Essattacken im Verborgenen aus. Dabei sind viele so geschickt, dass selbst nahe Freunde oder
Familienangehörige nichts von der Essstörung erfahren.
Der Alkoholkranke fällt der Umwelt bald durch die Alkoholfahne auf, der \"Heißhungeresser\" kann seine
Sucht meist besser verstecken.
Die unkontrollierbaren Essanfälle können auch dazu führen, dass Betroffene nicht mehr zur Arbeit oder
zur Schule gehen und ein soziales Abseits droht.
Im anglo-amerikanischen Raum gibt es neben den Anonymen Alkoholiker-Gruppen auch die
\"Overeaters Anonymous\". Sie gehen davon aus, dass Nahrung genauso Abhängigkeit erzeugen kann wie
Alkohol oder andere Drogen. Sie arbeiten mit einem ähnlichen 12-Punkte-Programm wie die
Alkoholiker-Gruppen.
Essstörungen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die von BES Betroffenen berichten oft
über lang andauernde Unzufriedenheit mit der eigenen Figur und haben bereits mehrere Diätversuche
hinter sich. Auch Modetrends, Schlankheitswahn und Überfluss an Nahrungsmitteln scheinen auf die
Störung Einfluss zu haben und lassen sie so zu einer weiteren Zivilisationskrankheit werden.
Häufigkeit
Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden an der BES. Zwei von fünf BES-Patienten sind Männer.
Viele der Betroffenen sind übergewichtig, aber nicht alle. Unabhängig von ihrem Gewicht fühlen sich
BES-Patienten häufig übergewichtig und haben in der Vergangenheit bereits mehrere Versuche gemacht,
mit Hilfe von Diäten ab zu nehmen. Der Beginn der BES steht oft im Zusammenhang mit Diät-Versuchen,
meist in der Zeit des frühen Erwachsenenalters. Forschungen haben ergeben, dass die Essattacken häufig
in Zeiten von nervlicher Belastung auftreten.
Ursachen
Niemand weiß genau, wodurch die BES letztendlich verursacht wird. Es ist aber bekannt, dass etwa die
Hälfte der Betroffenen in der Vergangenheit einmal depressiv gewesen sind. Ob eine Depression die BES
erzeugt oder vielleicht die BES Teil eine Depression ist, ist nicht bekannt.
Die Patienten berichten oft, dass Gefühle von Ärger, Frustration oder Langeweile zu einer Essattacke
führen. Es wird vermutet, dass unangenehme Empfindungen durch den Essvorgang auf angenehme
Empfindungen umgelenkt werden. Essen ist dabei ein Symbol für Liebe und Geborgenheit.
Dies lernt wahrscheinlich bereits das neugeborene Kind, wenn es die ersten Glücksgefühle beim Stillen
erfährt. Später wird das Kind mit Süßigkeiten getröstet, wenn es enttäuscht worden ist.
Studien haben ergeben, dass Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten manchmal unfähig sind, Hunger von
anderen unbehaglichen Gefühlszuständen zu unterscheiden. Auch mögliche Zusammenhänge zwischen
Diätversuchen und Essattacken sind noch ungeklärt. Die Wissenschaft versucht zu erforschen, wie
Botenstoffe im Gehirn von der BES beeinflusst werden, aber diese Untersuchungen sind noch in
Anfangsstadien.
Diagnose
Eine Diagnose ergibt sich durch intensives Befragen der Patienten und auf Grund der bestehenden
Symptome.
Therapie und Prognose
Die BES ist mit guten Erfolgsaussichten zu behandeln. Einer der Gründe dafür ist, dass sich bei dieser
Essstörung das krankhafte Verhalten sehr gut von gesunden Verhaltenszügen abgrenzen lässt.
Die Behandlung der Binge-Eating-Störung hat zwei Ziele:
Normalisierung des Essverhaltens.
Behandlung der zugrunde liegenden seelischen Konflikte.
Die verhaltenstherapeutische Behandlung der BES ähnelt den Behandlungsstrategien, die für die
Fress- und Kotzsucht (Bulimie) entwickelt worden sind. Das Ziel ist dabei, das Essverhalten zu
normalisieren und den Essrhythmus zu regulieren. Oft wird dazu ein Tagebuch über die gegessene
Nahrungsmenge geführt. Das hilft, um Stimmungen, Gefühle und Gewohnheiten herauszufinden, die zu
Essattacken führen.
Verhaltenstherapeutische Strategien können dann helfen, eine vermehrte Selbstkontrolle zu gewinnen.
Außerdem werden Bewältigungsstrategien für Stressfaktoren, die zu Essattacken führen, erarbeitet.
Gelegentlich wird dies Vorgehen mit psychodynamischen Therapieansätzen kombiniert.
Hier wird vor allem untersucht, welche Konflikte und Belastungen sich hinter der Störung verstecken und
welchen Stellenwert diese in der eigenen Lebensgeschichte haben. Amerikanische Untersuchungen deuten
darauf hin, dass antidepressive Medikamente die Behandlung einer BES unterstützen können.
Da Gefühle der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körpergewicht zur BES scheinbar beitragen,
beinhalten die Behandlungsansätze meist keine Diäten. Im Gegenteil sollen bei dem Ziel, wieder Kontrolle
über das Essen zu erlangen, jegliche Versuche der Gewichtsabnahme unterlassen werden.
Solche Therapieverfahren berücksichtigen die negative Selbsteinschätzung des eigenen Körpers und
Aussehens, die viele Betroffene haben. Es wird versucht, ihnen zu helfen, das bestehende Gewicht zu
akzeptieren und sich gut im eigenen Körper zu fühlen. Eine Gewichtsabnahme soll sich dann durch das
normalisierte Essverhalten von selbst einstellen.
Die Behandlung der BES kann ergänzt werden durch Unterricht in Ernährungslehre und durch die
Förderung einer angemessenen körperlichen Aktivität.
Menschen, die vermuten, dass sie unter einer BES leiden, sollten wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht
allein sind. Oft sind Selbstheilungsversuche, das Essverhalten zu kontrollieren, gescheitert.
Die Betroffenen sollten sich unbedingt professionelle Hilfe über einen Arzt oder Psychotherapeuten holen. Da das Krankheitsbild bisher noch wenig bekannt ist, kann es passieren, dass die Schwierigkeiten der Betroffenen nicht ernst genug genommen werden. Es ist daher günstig, früh Kontakt mit Gleichgesinnten in Selbsthilfegruppen aufzunehmen.
Komplikationen
Während der Essattacken werden häufig Nahrungsmittel verschlungen, die viel Kohlenhydrate und Fette
enthalten, jedoch wenig Vitamine und Mineralstoffe. Es können daher langfristig Mangelerscheinungen
auftreten. In amerikanischen Veröffentlichungen wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die
übergewichtig sind und an einer Binge-Eating-Störung leiden, unter einem höheren Risiko stehen, langfristig
an bestimmten Krankheiten zu erkranken, so u.a. an:
Diabetes, überhöhten Werten für Blutdruck und Cholesterin, Gallenblasen- und Herzerkrankungen, sowie
bestimmten Arten von Krebs.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2004-06-26 22:27:54 mit dem Titel So funktioniert der Stoffwechsel und die Fettverbrennung im menschlichen Körper
Grundwissen über Insulin
Stoffwechsel und Insulin
Der komplexe Organismus des Menschen funktioniert auf der Grundlage von Stoffwechselvorgängen. Fortlaufend werden im Körper Substrate (z. B. Nahrung, Sauerstoff) aufgenommen, abgebaut, umgewandelt und gespeichert, um dem natürlichen Prozess des Zerfalls und Abbaus von Körperstrukturen ( z.B. Zellen ) entgegenzuwirken. Diese Abläufe nennt man Stoffwechsel! Diese Vorgänge benötigen Energie, die der Körper über die Verbrennung von Glukose ( Zucker ) gewinnt.
Glukose ist der wichtigste Energieträger des menschlichen Körpers. Alle, mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydrate, werden im Körper zu Glukose umgewandelt, da die Körperzellen nur Glukose direkt verwerten können. Alle anderen Kohlenhydrate müssen erst im Rahmen der Verdauung zu Glukose aufgespalten werden. Nach der Verdauung geht die Glukose über die Darmwand direkt in das Blut über ( = Blutzucker ) und wird zur Energiegewinnung zu den verschiedenen Körperzellen transportiert. Kohlenhydrate sind nichts anderes, als eine Aneinanderreihung von Zuckermolekülen. Deshalb sind auch alle Zucker Kohlenhydrate. Werden sie nicht sofort verbraucht, speichert der Körper Glukose in Form von Glykogen ab, um sie bei Bedarf zu gebrauchen. Sind die Glykogenspeicher voll, wird die restliche Glukose in Fett umgewandelt und wandert in die Fettdepots.
Mit allen Nahrungsmitteln, die wir zu uns nehmen, verfährt der Körper auf die gleiche Weise. Man könnte ein Motto erfinden, z. B. \"Zersägen - Spalten - Aufnehmen - Verwerten - Aufstapeln\".
Die Kohlenhydrate - Brennstoff der Zellen
Die Kohlenhydrate machen da keine Ausnahme. Sie sind unsere wichtigste Energiequelle. Alle Kohlenhydrate haben die gleichen chemischen Bestandteile: Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Die unterschiedlichen Anteile dieser Bestandteile und ihre Menge machen die Qualität der Kohlenhydrate aus. Für die Gesamtheit der Kohlenhydrate ergibt sich folgende Einteilung:
* Einfachzucker oder Monosaccharide, z. B. Fruchtzucker oder Traubenzucker.
* Zweifachzucker oder Disaccharide, z. B. Malz-, Milch- oder Haushaltszucker.
* Vielfachzucker oder Polysaccaride, z. B. pflanzliche und tierische Stärke.
Kohlenhydrate sind nur eine andere Bezeichnung für Zucker.
Das \"Zersägen\" der Kohlenhydrate findet im Mund statt. Im Speichel sind Enzyme enthalten, die Kohlenhydrate in kleinere Stücke zerteilt. Dieses Enzym ist die Speichel - Amylase. Wer genau \"hinschmeckt\" kann feststellen, dass bei längerem Kauen sogar ein Stück Brot süß schmeckt. Der Grund dafür ist, dass hier schon kürzere Zuckermoleküle durch die Speichel - Amylase entstanden sind.
Schon beim Kauen wurde der Bauchspeicheldrüse eine Nachricht übermittelt, dass Kohlenhydrate auf dem Weg in den Dünndarm sind. Sie fängt sofort an, Bauchspeichel zu produzieren. Sind die Kohlenhydrate im Dünndarm angekommen, wird der Bauchspeichel in den Dünndarm abgegeben. Die Enzyme, die in dem Sekret aus der Bauchspeicheldrüse enthalten sind, fangen nun an, die Kohlenhydrate zu \"zerlegen\". Spätestens hier werden Polysaccaride, die Dreifachzucker wie z. B. Stärke, in Glukose aufgespalten. Glukose ist ein Einfachzucker.
Jetzt sind aus den großen Molekülen kleine entstanden. Die Glukose ist so weit zerlegt, dass sie über die Darmschleimhaut in das Blut aufgenommen werden kann. Das gleiche gilt auch für die anderen Nährstoffe wie Fette und Eiweiße, die ebenfalls in kleinere Moleküle zerlegt werden, damit sie über die Darmwand in das Blut gelangen können. Die Glukose gelangt über die Pfortader in die Leber. Das ist die erste Anlaufstation. Von da aus kann mit der Glukose unterschiedliche Wege verfahren werden.
Ein Teil der Glukose wird in der Leber gespeichert. Dazu wird die Glukose in Glykogen umgewandelt. Das ist die Speicherform der Glukose. Der Speicherplatz ist aber mit 150 Gramm schnell voll. Deshalb wird noch einmal die gleiche Menge Glykogen in Speichern im Muskel aufbewahrt. Diese beiden Glykogenspeicher sind die ersten, die bei körperlichen Anstrengungen zur Energiegewinnung geleert werden, z. B. beim Treppensteigen.
Damit ist aber noch nicht die gesamte Menge der Glukose verwertet. Ein weiterer Teil gelangt über das Blut in Organe und Körperzellen und wird dort direkt in Energie umgewandelt und verbraucht. Mit Hilfe von Sauerstoff wird hier die Glukose zu Kohlendioxid und Wasser verbrannt. Dieser Vorgang nennt sich Glykolyse und ist ein langsamer Prozess. Gesteuert wird die Glykolyse über Enzyme. Dabei spielen auch Mineralstoffe, z. B. Magnesium, Kupfer, Mangan und die Vitamine B1, B6, Biotin und Nicotinamid eine Rolle.
Wenn nach der Füllung der Glykogenspeicher in der Leber und in den Muskelzellen und nach direktem Verbrauch bei der Glykolyse noch Glukose übrig ist, dann wird sie \"Aufgestapelt\". Das geht aber nicht einfach so. Dazu ist erst wieder ein Umbauprozess erforderlich. Der Organismus wandelt die unverbrauchte Glukose in Fett um. Der Körper speichert dann dieses Fett in seinen Fettdepots.
Stoffwechsel und Hormone
Der Stoffwechsel der Kohlenhydrate ist ein komplexer Vorgang, der über Hormone gesteuert wird. Diese Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse ( Pankreas ) gebildet. Es sind Insulin, Glukagon und Somatostatin. Vor allem das Insulin spielt eine entscheidende Rolle, weil es das einzige Hormon ist, das den Blutzuckerspiegel senken kann.
Insulin wird von den Beta-Zellen gebildet. Diese liegen auf den Inselzellen und die wiederum auf der Bauschspeicheldrüse. Das ist ein kleines Verdauungsorgan so ziemlich in Körpermitte, das neben Insulin auch noch einen Verdauungssaft produziert.
Insulin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern erfüllt auch noch ein paar Steuerungsaufgaben im Körper.
Damit mit dem Zuckerstoffwechsel alles normal verläuft, muss die Waage zwischen Insulin und Bewegung einerseits, und Glucose, Gegenspieler und Rezeptorenmangel andererseits im Gleichgewicht sein.
Insulin ist eine Eiweißverbindung. Eiweiße setzen sich aus Aminosäuren zusammen, von denen es 25 verschiedene gibt. Beim Insulin sind die Aminosäuren zu langen Ketten verbunden, die eine typische Gestalt haben. Insulin besteht aus zwei Ketten:
* Die A-Kette besteht aus 21 Aminosäuren.
* Die B-Kette besteht aus 30 Aminosäuren.
Insulin hat im Körper eine vielfältige Wirkung. Fettgewebe, Muskulatur und Leber sind bei der Aufnahme und Verwertung von Glukose auf die Mithilfe von Insulin angewiesen. Es regt den Transport in das Zellinnere an, indem es bestimmte Strukturen in der Zellwand zur Aufnahme der Glukose aktiviert. Diese Organe werden deshalb auch oft \"insulinsensitive\" Organe genannt.
Insulin fördert den Transport von Glukose zu allen Zellen des Körpers.
Insulin aktiviert in der Leber und in den Muskelzellen Enzyme, die für die Verbrennung von Glukose und die Verarbeitung von Glukose in Glykogen verantwortlich sind.
Insulin sorgt in den Fettzellen für die Aktivierung von Enzymen, die zur Umwandlung von Glukose in Fett notwendig sind.
Insulin hemmt den Abbau von Fett.
Insulin hat einen wachstumsfördernden Effekt.
Insulin fördert die Bildung von Eiweißen, indem es die Aufnahme von Aminosäuren in die Zellen unterstützt.
Insulin hemmt in der Bauchspeicheldrüse die Bildung von Glukagon.
Insulin unterstützt die Versorgung der Zellen mit Mineralstoffen.
Die Antagonisten ( Gegenspieler des Insulin)
Wichtigster Gegenspieler für das Insulin ist das Glukagon. Glukagon ist ebenfalls ein Hormon, das in den A-Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel steigt, wenn er unter eine gewisse Marke fällt. In Schocksituationen und bei besonderen Anspannungen kann das innerhalb kürzester Zeit geschehen. Dann wird jede Menge Fett aus den Fettzellen freigesetzt und zur Energiegewinnung verbraucht. Auch Glukagon braucht eine ausreichende Eiweißversorgung, damit der Regulationsmechanismus funktioniert. Seine Hauptwirkung entfaltet das Glukagon in der Leber. Dort sorgt es dafür, dass Glykogen abgebaut wird. Glykogen ist die in der Leber gespeichert Glukose. Auch die Neubildung von Glukose wird durch das Hormon Glukagon angeregt. Diese Mechanismen führen zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.
In den Zellen des Fettgewebes regt Glukagon den Abbau an. Wird Fett verstoffwechselt, so wird Fett über verschiedene Prozesse rückgeführt in Glukose. So führt auch das zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Auf diese Weise wirkt Glukagon genau entgegengesetzt zu Insulin, das die Speicherung der Glukose bewirkt. Glukagon sorgt für die Freisetzung der Glukose.
Ein weiterer Gegenspieler des Insulins ist das Hormon Adrenalin. Es kommt im normalen Körper ständig vor, denn es ist u.a. für notwendige Blutdruckerhöhungen und Herzfrequenzsteigerungen verantwortlich. Es wird im Nebennierenmark gebildet. Adrenalin fördert die Umwandlung von Glykogen in Glukose und sorgt so für den Abbau der Glukosespeicher. Es hat außerdem die Aufgabe, die Bildung von freien Fettsäuren in den Fettzellen anzuregen. Adrenalin ist auch als Streßhormon bekannt,
weil es in sekundenschnelle die Herz-Kreislauf-Funktion, Nerven und Gehirn in Alarmzustand versetzen kann. Wenn man also im Stress ist (körperlich oder seelisch) steigt der Blutzucker.
Der dritte Gegenspieler ist das Cortison. Glycocortikoide bewirken, über eine Förderung des Proteinabbaus und der zur Verfügungstellung von Aminosäurebausteinen für die Glycogenese, eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels und vermehrte Glycogenbildung der Leber. Glycocortikoide haben eine antipologische (entzündungshemmende), antiallergische, antiexsuditative und immunsuppressive Wirkung.
Regulation des Blutzuckerspiegels
Der Blutzuckerspiegel wird normalerweise in nüchternem Zustand gemessen. Dabei beträgt die normale Konzentration zwischen 60 und 100 Milligramm (mg) pro 100 Milliliter (dl) Blut. Der Körper ist bestrebt, diesen Wert immer wieder herzustellen.
Nach dem Essen steigt die Konzentration von Glukose im Blut an. Sehr schnell können dann Werte von 140 mg/dl oder sogar mehr erreicht werden. Nun ist der Organismus bestrebt, so schnell wie möglich wieder den \"Normalwert\" zu erreichen. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen
durch die Speicherung von Glukose als Glykogen in der Leber und im Muskelgewebe.
durch die Verbrennung von Glukose mit Hilfe von Sauerstoff.
durch den Umbau von Glukose zu Fett.
Bei allen diesen Prozessen spielt Insulin eine entscheidende Rolle. Es ist das einzige Hormon, dass den Abbau von Glukose fördert.
Sinkt der Blutzuckerspiegel unter die Normalwerte ab, so setzt sich ein umgekehrter Mechanismus in Gang, denn auch in diesem Fall ist der Körper bestrebt, die Normalwerte so schnell wie möglich wieder herzustellen. Dazu wird verstärkt Glukose in das Blut abgegeben. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
durch die Aufnahme von Glukose aus dem Darm und den Weitertransport in die Leber.
durch den Abbau von Glykogen zu Glukose. Das geht aber nur mit dem in der Leber gespeicherten Glykogen. Das Glykogen in den Muskeln wird nur bei Muskelarbeit direkt in den Muskel verbrannt und nicht in den Blutkreislauf abgegeben.
durch die Neubildung von Glukose aus Aminosäuren, Laktat und Glyzerin. Dieser Vorgang tritt vor allem bei Hunger und bei lang anhaltenden Anstrengungen in Gang. Es ist ein vergleichsweise langsamer Prozess.
Die Mechanismen zur Steigerung und Senkung des Blutzuckerspiegels sind sehr fein aufeinander abgestimmt. Je nachdem, welche Situation für den Körper eintritt und wie schnell eine Reaktion erfolgen muss, werden die verschiedenen Prozesse in Gang gesetzt. Die Schlüsselstellung für die Regulation spielen dabei das Insulin und seine Gegenspieler Glukagon, Adrenalin und Cortison.
Wirkung des Insulin an der Zelle
Die Aufgabe des Insulin ist es, die Nährstoffe auf alle Körperzellen ( insbesondere die Muskeln ) zu verteilen, wodurch der Blutzucker ( Glukose ) schnell wieder auf seinen Ausgangswert sinkt. Muskel -, Leber- und Fettzellen haben auf ihrer Zellmembran Insulin-Rezeptoren, an der sich das Insulin anlagert. Ähnlich einem Schlüssel, der nur in ein bestimmtes Schloss passt. Das veranlasst im Zellkern die Bildung von Transportern, welche durch einen Transportschacht in der Zellmembran die Aufnahme von Glukose, Aminosäuren, und Fettsäuren in die Zelle ermöglicht. Dort können sie zur Energiegewinnung verbrannt werden oder als Bausubstrat verwendet werden.
Insulin bei Überernährung an der Zelle
Ist bei einem Überangebot durch zu viel Nahrungsaufnahme, mehr Zucker im Blut vorhanden, als die Zellen aufnehmen können, schützen sie sich vor einer Überzuckerung durch Einzug der Insulinrezeptoren an der Zellmembran und werden Unempfindlich gegen Insulin. ( = der Schlüssel findet nicht mehr das Schloss ).
Insulinresistenz
Die Zuckermoleküle stehen nun mit dem Insulin vor verschlossenen Türen der Zelle und es kommt zu einem stundenlangen Verwertungsrückstau im Blut. Nun versucht der Körper mit Gewalt diesen Stau zu beseitigen und den Zucker in die Zelle zu schaffen. Er Zwingt die Bauchspeicheldrüse dazu, immer mehr und mehr Insulin zu produzieren und auszuschütten. Diese hohe Insulinmenge zwängt mit hohem Druck noch eine Teil des Zuckers in die Muskelzelle. Was nicht mehr hineingeht, wird gemeinsam mit den Nahrungsfetten ins Fettgewebe entsorgt. Auf diese Weise mästet das Insulin das Fettgewebe!
Ernährungskonzept
Es wird empfohlen, 3 Mahlzeiten nach dem Grundsatz Kaiser - König - Bettelmann zu sich zu nehmen, mit einem Abstand zwischen den Mahlzeiten von 4 - 6 Stunden. Dadurch wird zwischen den Mahlzeiten eine Insulin - Niedrigphase erreicht, die eine ungehinderte Freisetzung und Verbrennung von Speicherfetten ermöglicht.
Das heißt:
Morgens: Kohlenhydrat - Reich und Fett - Arm
Mittags: Kohlenhydrat - Reich und Fett - Arm
Eine besonders lang anhaltende Fettverbrennung im Schlaf wird durch eine Abendmahlzeit mit möglichst wenig Kohlenhydrate ermöglicht, da dann auch wenig Insulin ausgeschüttet wird!
Abends: Eiweiß - Reich und Kohlenhydrat - Arm sowie Fett - Arm
Das Frühstück
ist die ideale Mahlzeit, um den Stoffwechsel anzuregen und somit auch den Grundumsatz zu steigern. Ein erhöhter Grundumsatz bedeutet ja, das mehr Kalorien verbraucht werden. So sollten bei unserem Frühstück 50 - 55 % der Energie in Form von Kohlenhydraten aufgenommen werden. Bei einer Ernährung mit einem Anteil von 50 - 60 % Stärkekohlenhydrate verändert sich der Stoffwechsel gravierend. Statt auf bequemen Weg schnell Einfachzucker zu verbrennen, muss der Stoffwechsel nun Schwerstarbeit leisten. Denn das Verbrennen von Stärkekohlenhydrate ist ein energieaufwendiger Vorgang, in den selbst Energie hineingesteckt werden muss. Dadurch erhöht sich der körpereigene Grundumsatz, also der Kalorienverbrauch unter Ruhebedienungen, was eben zu einem erhöhten Abbau der Fettdepots führt. Durch die Vollwertbestandteile ist man zudem länger Satt, und kann den Abstand zwischen den Mahlzeiten leichter ertragen, ohne ein Hungergefühl zu haben! So wird eine optimale Fettverbrennung erzielt!
Hier nun einige Tipps, wie das Frühstück der ideale Fettverbrenner wird!
Achte auf ausreichend Kohlenhydrate ( Mindestens 3 Brötchen - am besten Vollkorn)
Wahlweise Müsli oder Cornflakes mit fettarmer Milch (0,3 - max. 1,5 % Fett) oder Joghurt mit 0,1 % Fett
Achte auf wenig Fett. Vermeide Butter oder fettreiche Wurst - und Käsesorten. Besser sind Fettreduzierte Produkte
Als Unterlage besser Quark oder Brotaufstrich benutzen. Immer auf Fettreduzierte Lebensmittel achten!
Brötchen wenn möglich zusammenklappen. So spart man Fett und Belag!
Süßes, wie Marmelade und Streuzucker sind erlaubt, sollten aber sparsam benutzt werden.
Um seinen „Süßhunger“ zu stillen kann man ein Mohrenkopfbrötchen essen. Mohrenköpfe haben im Verhältnis zu anderen Süßigkeiten recht wenig Fett.
Achte darauf, das auch Frisches Obst zum Frühstück gereicht wird.
Das Mittagessen
ist ebenfalls eine wichtige Mahlzeit. Mit einem ausgewogenen, vollwertigen Mittagessen können späterer Heißhunger - Attacken vermieden werden. Auch das Mittagessen sollte aus mindestens 50 % Kohlenhydraten bestehen. Ebenfalls, wie schon beim Frühstück sollte auch hier Fett vermieden werden.
Kartoffeln, Reis oder Nudeln sollten Hauptbestandteil des Mittagessens sein, und nicht Beilage. Pro Person ca. 150 - 200g
Die Fleischbeilage sollte nicht schwerer als 100 g sein.
Auf Fetthaltige Saucen sollte komplett verzichtet werden. Statt Sahne Milch benutzen.
Möglichst wenig Fertigprodukte benutzen, da diese meistens einen sehr hohen Fettanteil haben.
Man sollte sich den Teller immer so voll machen, das man an dieser Portion 10 Minuten essen kann. Erst nach den 10 Minuten ggf. eine weitere Portion nehmen. Viele Adipösen Menschen essen zu schnell, einige zu langsam. So bekommt man ein Gefühl für die richtige Menge und einen angemessenen Zeitrahmen.
In Ausnahmefällen ist direkt nach dem Mittagessen auch mal ein Stück Kuchen oder ein Eis erlaubt. Dies sollte aber die Ausnahme und nicht die Regel sein.
Abendessen
Um eine längere Fettverbrennung zu gewährleisten sollte der Hauptbestandteil des Abendessens aus Eiweiß bestehen. Da der Körper bei Eiweiß weniger Insulin ausschüttet, ist die Insulinkurve natürlich auch schneller wieder im Fettverbrennungsbereich. So verbrennt der Körper Fett, ohne das wir etwas dazu tun müssen. Die Abendmahlzeit sollte so gestaltet werden, das der Appetit gestillt ist, und es nicht zu Hungerattacken kommt. Der Kohlenhydratanteil sollte möglichst gering gehalten werden.
Eiweißreiche Lebensmittel sind z.B.
Käse
Magere Fleischsorten wie Putensteaks oder Geflügelbrust
Fisch ( auf Fettgehalt achten)
Salat
Alle Gemüsesorten außer Hülsenfrüchte und Mais
Milchprodukte ( ohne Fruchtzugabe)
Grundsätzliches
Achte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Mindestens 2 - 3 l sollten es täglich sein.
Zwischen den Mahlzeiten sollte nur Wasser getrunken werden. Erlaubt sind außerdem Kaffee und Blatttees ( Pfefferminz, Schwarztee, Matetee, Grüntee u.s.w.) Kaffee und Tee sollte aber nicht zur Trinkmenge gerechnet werden, da diese Getränke den Körper entwässern. Besser zu jeder Tasse Kaffee oder Tee zusätzlich ein Glas Wasser trinken!
Zwischen den Mahlzeiten sind alle Süßgetränke ( auch mit Zuckeraustauschstoffen) sowie Früchtetees und aromatisierte Teesorten streng verboten
Ebenso sind Kaugummis, „Tick-Tack´s“ und andere Atemerfrischer zwischen den Mahlzeiten verboten.
Achtung beim Abschmecken von Speisen. Auch das unterbricht die Fettverbrennung!
Medikamenteinnahme nur zu den Mahlzeiten. Manche Medikamente haben einen Zuckerüberzug. In den meisten Flüssigmedikamenten ist ebenfalls Zucker und oder Alkohol enthalten.
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