Florida Keys Testbericht

Florida-keys
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Erfahrungsbericht von gerkzeit

Auf Strassen übers Meer

Pro:

Tropische Athmosphäre

Kontra:

Total bebaut

Empfehlung:

Ja

Schon oft wurde ich gefragt, ob ich schon einmal auf Key West gewesen bin. Obwohl ich einmal im Jahr nach Atlanta reise, hatte ich bisher noch nicht das Vergnuegen die Florida Keys zu besuchen. Entgegen der allgemeinen Annahme, dass Fliegen in Amerika billig waere, musste ich feststellen, dass ein Flug von Atlanta nach Key West genauso teuer gekommen waere wie mein Flug von Deutschland in die USA. Ein Grossflughafen wie beispielsweise auf Mallorca gibt es nicht, und man haette mit kleinen Maschinen fliegen muessen. Eine Reise mit dem Auto auf die Keys ist sowieso das schoenere Erlebnis.

Wir traten unsere 800 Milen lange Reise nach Key West frueh morgens um 8Uhr an. Die erste Etappe ging nur bis Homestead. Dort nahmen wir uns ein Hotel. Von dort aus traten wir die Reise nach Key West erst am naechsten Morgen an. Aus zwei Gruenden: Erstens, um nicht die teuren Uebernachtungen auf Key West bezahlen zu muessen und zweitens um nicht die spektakulaere Fahrt ueber die \"1000\" Bruecken zu versaeumen.

Saemtliche grosse und kleine Inseln auf dem Weg nach Key West sind mit Bruecken verbunden. Die restlichen 130 Milen von Homestaed ueber die Keys, faehrt man buchstaeblich mit dem Auto ueber das Meer. Kurze und lange, spektakulaere und weniger spektakulaere Bruecken und Brueckchen verbinden die schoenen Inseln, die bis zur Zielinsel vor Florida gelagert sind. Die laengste ist 4.8 Milen lang. Wie auf einer Leiter steigen die Autos auf der relativ schmalen Strasse gen Himmel um ungefaehr auf halber Strecke wieder in Richtung Erde hinabzufahren. Am anderen Ende kann man weit entfernt die naechste Insel erkennen, zu der die Bruecke fuehrt. Sehr winzig erscheint sie einem im Meer, ja man beginnt zu beten, dass man das kleine Inselchen, bei der rasanten Fahrt ueberhaupt trifft. Beim ersten Anblick kommen einem naemlich Zweifel auf. Der Blick nach rechts, der Blick nach links ueberall nur Wasser. Der Blick nach vorn, die schmale Strasse, ansonsten nur Wasser und eine kleines Stueckchen Land. Ein unbeschreibliches Erlebnis.

Auf einer Teiletappe begleitet auf der rechten Seite eine zweite Bruecke die Strasse nach Key West. Dies ist die stillgelegte, historische Eisenbahnbruecke, die heute von Touristen als Wanderweg und von Anglern als Angelplatz benutzt wird. Wer allerdings glaubt man kaeme zu Fuss nach Key West, der unterschaetzt zum ersten die Distanz und zum zweiten weiss er nicht, dass die zweite Bruecke ploetzlich an einer Stelle unterbrochen wird. Hier wurde die Bruecke fuer Spezialeffekte eines Filmes gesprengt. Ja, die Amerikaner sprengen ihre historischen Bauwerke fuer Filmzwecke. In Deutschland nicht vorstellbar.

Auf Key West angekommen, werden zunaechst die enttaeuscht, die kilometerlange weisse Straende erwartet haben. Es kommen aber die auf ihre Kosten, die im karibischen Flair flanieren, einkaufen, wohnen oder essen wollen. Die kleinen tropischen Gaertchen vor den Holzhaeusern alleine, sind schon eine Reise wert. Die Insel ist total bebaut, man sieht fast kein Stueckchen Erde mehr, aber die Art wie sie bebaut ist, macht sie dennoch zu einer der schoensten Inseln der USA. Man muss sich die Haeuschen wie kleine Pippi Langstrumpfhaeuschen vorstellen mit tropischen Gaerten.

Das Haifischbecken in dem zig von gefaehrlichen Raubfischen ausgestellt werden ist eine andere Attraktion. Wer einmal die Haut eines Haifisches anfassen moechte, der kann sich einen aus dem Becken nehmen lassen und mit der blossen Hand darueberfahren. Ueberrascht wird man sein, wenn man die rauhe Schmirgelpapierhaut fuehlt.

Fort Jackson ist eine andere Attraktion auf Key West. Es ist ein altes amerikanisches Fort direkt am Strand. Keines mit Holzmauern wie im Western, sondern eines aus soliden, meterdicken Ziegelmauern. Riesen Ozeandampfer, begleitet von Delphinen gleiten an den Mauern vorbei. Schaustuecke in originalen Outfits von damals werden vorgefuehrt. Ja eine ganze Armee patroliert vor dem Touristen und schiesst zu deren Freude Kanonenschuesse uebers Meer.

An der Strandpromenade patrolieren die Touristen, trinken ihre Coktails, hoeren Livebands und sitzen in den unzaehligen Strandcafes, die alle mit einen noch spektakurlaereren Sonnenuntergang werben als das andere.

Als besonderes Erlebnis empfand das Dudelsackspiel eines Bewohners in Schottenuniform, der als der Grossteil der Touristen schon gegangen war, von einem Huegel aus hinaus aufs Meer spielte. Man spuerte, dass dieser Mann nicht fuer die Touristen, sondern fuer sich selbst in die Pfeifen bliess. Dies gab den ganzen noch eine besonderen Touch.

Ein sehenswerte Inselwelt, die man zu 100% mit dem Auto erforschen kann

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