Die Brücken der Freiheit (gebundene Ausgabe) / Ken Follett Testbericht

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Erfahrungsbericht von galeria

Ein kurzer Follett

Pro:

Spannung

Kontra:

ziemlich kurz

Empfehlung:

Ja

Wir schreiben das Jahr 1767. Amerika ist noch immer eine Ansammlung von Kolonien unter der Knute Englands und verpflichtet Steuern zu zahlen an König George. Aber nicht mehr lange und Amerika wird frei sein.

Ein junger Mann aus Schottland, Mack McAsh, träumt von seiner eigenen Freiheit, denn er ist ein Bergmann unter Tage und fördert seit seiner Kindheit Braunkohle ans Tageslicht unter allerschwersten und unmenschlichsten Bedingungen.

Der Besitzer der Kohlegruben, George Jamisson, hat zwei Söhne. Der älteste, Robert, ist der Sohn seiner ersten Frau, die er sehr liebte. Seine zweite Frau bedeutet ihm nichts, ebenso sein mit ihr gezeugter zweiter Sohn Jay. Robert will heiraten und die Wahl fällt auf die junge Lizzie Hallim, die mit ihrer Mutter ein zwar hochverschuldetes aber dennoch reich an Braunkohle gesegnetes Gut bewohnt. Der sehr ausgeprägte Gerechtigkeitssinn Lizzies und ihre unbekümmerte Spontanität bringt sie aber dazu, die Hochzeit abzusagen, da sie niemals auf ihrem Grund und Boden die grausame Ausbeutung unter Tage dulden würde. Jay, der spielsüchtige Bruder Roberts, macht sich das zu nutze und schafft es am Ende mit hohlen Versprechungen, dass Lizzie ihn heiratet.

Jay war immer schon seinem Bruder gegenüber benachteiligt gewesen. Als er aber an seinem 21. Geburtstag "nur" ein Pferd von seinem Vater bekam, währenddessen Robert das gesamte Gut und auch noch die schöne Lizzie bekommen sollte, da war das Maß voll. Lizzie wurde nun SEINE Frau, aber Jays Vater stellte Bedingungen. Er wollte die Braunkohle von Lizzies Gut. So wurde ein Komplott geschmiedet, so dass Jay im Gegenzug die runtergekommene Tabakplantage Mockjack Hall in Virginia erhielt. In den Kolonien würde Lizzie nicht mitbekommen, was auf ihrem Grund und Boden geschieht.

Mack McAsh hatte sich mit einem der Arbeiterklasse gewogenen Anwalt in London in Verbindung gesetzt und von ihm eine Antwort erhalten, die er vor versammelter Mannschaft vorlas in der Kirche beim Gottesdienst. Das Schreiben besagte, jeder Arbeiter wäre ab dem 21. Lebensjahr ein freier Mann und bräuchte nicht mehr in den Gruben zu arbeiten wie ein Sklave. Erst wenn man danach weiter für seinen Herrn arbeite, erst dann wäre man eine lebenslange Verpflichtung eingegangen.

Für das Verbrechen, solche aufrührerischen Schriften vorzulesen, wurde Mack der Halsring umgebunden und er war jetzt wirklich ein Sklave. Aber Mack wäre nicht der Held dieses Buches, wenn er nicht die Chance zum Fliehen genutzt hätte. Und niemand anders als Lizzie Hallim half ihm dabei, denn die beiden hatten schon in Kindertagen miteinander gespielt.

Mack landete in London und begann als Dockarbeiter zu schuften. Lizzie gelangte nach der Hochzeit mit Jay ebenfalls nach London und dort begegneten sie sich wieder. Mack bekam allerdings durch seinen ungebrochenen Freiheitswillen immer wieder Schwierigkeiten und am Ende kam er vor ein Gericht, welches ihn nur durch Hilfe Lizzies, nicht zum Tode, sondern zur Deportation nach Amerika verurteilte. Und er wurde Sklave auf der Plantage Mockjack Hall und sein Herr wurde Jay......

Wie`s weiter geht, kann man sich sicher denken, und wie`s ausgeht auch. Aber die Spannung und die brillante Erzählkunst macht`s und darin ist Ken Follett ein Meister. Aber ich bin etwas vorbelastet durch unzählige Romane aus dieser Zeit, beispielsweise "Die Chronik der Kent-Familie" von John Jakes (16 Teile!). Deshalb hab ich in historischer Ebene nichts Neues für mich gefunden, alles war mir hinreichend bekannt, ebenso die Zeitgenossen dieser Zeit, die hier nur unbedeutsam erwähnt werden (z.B. George Washington, John Wilkes).

Trotz alledem war dieses Buch äußerst lesenwert, leider viel zu kurz mit nur 543 Seiten. Der unermüdliche Kampf um die Freiheit dauert wirklich nicht all zu lange. Ein Buch geeignet für den stressgeplagten Urlauber, der Zeit und Muße hat und sich nichts Schweres aufhalsen will.

UPDATE:
*******

Nach langem Überlegen und lauter Zweifeln in meinem Kopf (die ich nun endlich beseitigt habe), bin ich zu dem Schluss gekommen, dieser Follett verdient doch keine 5 Sterne. Irgendwie war ich am Ende trotz der Spannung etwas enttäuscht, weil`s so schnell ging. Mir kommt es vor, als hätte sich Follett hier nicht ganz so viel Mühe gegeben, nur mal rasch was hingekritzelt ohne sehr viel Arbeit damit gehabt zu haben. Das Thema Freiheit hätte da schon mehr ausgebaut werden können. Viel Recherche kann auch nicht dahinter stecken, denn alles was da drin stand an geschichtlichen Themen sind allseits bekannt und in unzähligen Romanen schon mal vorgekommen. Vorhersehbar war die ganze Sache ebenfalls, man wusste am Anfang schon wie es ungefähr enden wird.

So, meine Zweifel sind zerstreut. Ich war irgendwie nicht zufrieden mit meiner ersten Bewertung. Mein Bericht war wie dieser Roman - einfach noch nicht ganz fertig.

Aber nichts für Ungut, auf zum nächsten Follett!

Danke für`s Lesen,

Eure Galeria.

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