Mitternachtsfalken (gebundene Ausgabe) / Ken Follett Testbericht
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Erfahrungsbericht von Gering
Spitzen-Thriller vom Meister
Pro:
s.o
Kontra:
s.o
Empfehlung:
Ja
Ken Folletts Buch „MITTERNACHTSFALKEN“ ist deshalb schon ein besonderes, da es das erste Buch ist, das meiner Erinnerung nach im Fernsehen beworben wurde – und zwar, nachdem ich mit dem Lesen begonnen hatte. So ganz glücklich schien die Buchhändlerin mit meiner Wahl des neuen Follett - Buches nicht zu sein. „Vielleicht gefällt es Ihnen ja ….“ hörte ich da zum Abschied.
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INHALT
Währet den Anfängen…, so könnte man die Themenwahl des Buches Mitternachtsfalken beschreiben. Follett kehrt zurück in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, also der Zeit, in der auch sein erste Buch DIE NADL, angesiedelt war. Und wie auch das ZWEITE GEDÄCHTNIS, DIE NADEL und andere handelt es sich hier um einen Agentenroman.
Harald Olufsen, 18 Jahre alt und kurz vor dem Abitur stehend, macht seine Entdeckung eher per Zufall: Da sein umgebautes Nimbus-Motorrad, dem er aufgrund des Spirtmangels eigenhändig einen aufseherregenden Dampfantrieb verpasst hat, auf seiner dänischen Heimatinsel Sande am Strand liegen bleibt, weil Feuchtigkeit das Feuer zum Erlöschen gebracht hatte, entschließt er sich, den direkten Weg zu seinem Elternhaus zu nehmen. Dänemark im Jahre 1941 ist seit geraumer Zeit – wie auch Norwegen – von der Deutschen Wehrmacht besetzt, und so haben sich die Deutschen auch auf der Insel Sande breit gemacht. Angeblich entstand auf der Insel eine Station der Küstenwache, doch als Harald mitten in der Nacht auf das gesicherte und abgeschirmte Gebiet der Küstenwachstation eindringt, um nicht drumherumzugehen, fällt ihm eine merkwürdige Apparatur auf, die er so noch nie gesehen hatte. Ein um sich drehender, großflächiger Metallrahmen steht da, und daneben noch zwei deutlich kleiner. Dass das nichts mit einer Küstenwachstation zu tun haben kann, ist Harald sofort klar.
Hermia Mount hat im Krieg Karriere gemacht. Als englische Verlobte des Bruders Haralds, Arne Olufsen, hat sie zu Beginn des Krieges Dänemark verlassen und arbeitet mittlerweile beim MI 6, dem militärischen Geheimdienst der Engländer. Aufgrund ihrer Kenntnisse über Dänemark leitet sie die Ländergruppe, deren Aufgabe es ist, möglichst viele Informationen über die Deutsche Wehrmacht in Dänemark herauszufinden und zu übermitteln. Sie bedient sich dabei einer Gruppierung in Dänemark, die sog. Mitternachtsfalken, die unter Lebensgefahr die notwendigen Informationen über Schweden den Engländern zuspielen.
Doch bald schon macht ein Kurier einen bedeutendschweren Fehler, der die Ermittlungsbehörden der dänischen Polizei und der deutschen Besatzungsmacht auf die Gruppe aufmerksam macht.
Die englischen Bomberflotten müssen bei ihren Angriffen auf das deutsche Reich massive Verluste hinnehmen, die die Existenz der englischen Bomberflotte in Frage stellen. Knapp jeder zweite Bomber samt seiner Besatzung kehrt teilweise nicht von Flügen über Deutschland zurück, der Blutzoll droht der englischen Air Force das Rückrad zu brechen.
Die Deutschen, so die Vermutung, müssen entweder über einen Spion oder eine technische Lösung verfügen, die englischen Bomber zielgerichtet angreifen zu können.
Hermia Mount erhält den Auftrag, so viel Informationen wie möglich über eine augenscheinlich technische Lösung der Ortungsproblemes herauszufinden. Nur: Mittlerweile ist ihrer Mitternachtsfalken – Gruppe zerschlagen, mindestens ein Mitglied wurde getötete, mehrer verhaftet und der Gestapo – und damit dem sicheren Tod – übergeben worden.
So entschließt sie sich, selbst nach Dänemark zu reisen und Kontakt zu ihrem Verlobten aufzunehmen, damit er ihr bei diesem wichtigen Spionageauftrag helfen kann.
Doch bald kann sie auch auf diese Hilfe nicht mehr zurückgreifen. So bleibt nur noch Harald, der mittlerweile Fotos der geheimen Anlage auf Sande angefertigt hat.
Aber wie soll er diese den Engländern übermitteln?
Viele Möglichkeiten gibt es nicht und doch muss es gelingen, fliegen doch zusehends mehr und mehr englische Bombereinheiten gezielt in die deutschen Nachtjäger hinein.
Doch Harald muss schnell lernen, dass man sich am besten auf niemand verlassen sollte, und nur knapp entgeht er mehrfach den Häschern der Besatzers.
Doch findet er eine Verbündete, mit der es gelingen sollte, doch noch die wichtigen Fotos den Engländern zu übermitteln…… ! ? !
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MEINUNG
Das Thema Bomberkrieg über Deutschland wurde gerade durch eine Bucherscheinung in den letzten Monaten sehr intensiv in Deutschland diskutiert. Eine moralische Frage, auch die stellt Follett in diesem Buch unterschwellig, freilich von der andern Seite, der , die nur noch die Möglichkeit hat, das zunehmen aggressivere Deutschland, das mittlerweile auch in die Sowjetunion einmarschiert ist, zumindest daran zu erinnern, dass im Westen noch ein kleiner, aber ernstzunehmender Gegner ist.
Für die agierenden im Buch ist eben dieses sich Wehren einem überlegenen Gegner gegenüber eine der moralischen Rechtfertigungen.
Schon bei meinem Meinungsbericht über DAS ZWEITE GEDÄCHNTNIS vor einigen Tagen haben ich deutlich gemacht, wie langweilig ich Folletts Erstling DIE NADEL gefunden habe.
Dies und die obige Meinung meiner Buchhändlerin könnten nun Böses ahnen lassen, aber keine Bange, ganz so schlimm ist es dann doch nicht.
Denn Follett hat sich mittlerweile zu einem Meister des Agententhrillers gemausert und schafft spannende und spannend Aufgebaute Handlungsstrenge, die ihrerseits – und das Zusammenspiel fehlte m.M.n bei DIE NADEL - sich gekonnt ergänzen. Durch den behutsamen Wechsel der Handlungsstränge, die Charaktere, die er ansiedelt, ergibt sich eine aufeinander abgestimmte Folge der Handlungsschritte, die die Spannung gekonnt steigern und den Leser an die Lektüre fesseln. Selten hat mich der Fortgang der Handlung in der letzten Zeit so gefesselt wie eben in diesem Buch mit anschließenden Diskussionen mit meiner Frau, wann ich denn endlich das Licht ausmachen wolle. Ich habe gewonnen!!!
Wenn Kritik fällig wäre, dann eben, wie auch in dem Buch DAS ZWEITE GEDÄCHTNIS, an den Charakteren: Die bedienen sich eines einfachen, bisweilen durchaus trivial – prototypischen Aufbaues und Attributierungen. Und wie auch in der Meinung zu DAS ZWEITE GEDÄCHNTNIS frage ich hiermit offen: WER hat schon einmal eine solche Frau kennen gelernt, wie solche, die bei Follett Hauptfigur werden können? Bzw. WER schon einmal einen solchen Mann? Jetzt mal von meiner Frau abgesehen, versteht sich.
Aller schillernd schön, aller mit allen positiven Eigenschaften des Intellekts und des Charmes, und doch alle so in die Handlung eingepasst, dass eben daraus ein wahrer Schmöker geworden ist.
Andererseits, auch das ist nicht neu, erlauben es stereotyp angelegte Figuren, dass sich viele Leser mit diesen identifizieren können, die positive Bindung also deutlich erhöht wird. Zudem: Wer hohe Literatur erwartet, der wird freilich kaum zu einem Follett greifen und insofern dürften Missverständnisse bei der Lektürewahl kaum auftreten dürfen.
Alles in allem wieder ein gekonntes Buch, auch wenn diejenigen, denen vielleicht Folletts Ausflüge in die Welt des Mittelalters besser gefallen, nicht ganz so begeistert sein könnten.
Wichtig aber ist auch, dass das Buch von der Anlage des Agententhrillers männliche, von den Lovestorys aber auch weibliche Leser anspricht.
Michael
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INHALT
Währet den Anfängen…, so könnte man die Themenwahl des Buches Mitternachtsfalken beschreiben. Follett kehrt zurück in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, also der Zeit, in der auch sein erste Buch DIE NADL, angesiedelt war. Und wie auch das ZWEITE GEDÄCHTNIS, DIE NADEL und andere handelt es sich hier um einen Agentenroman.
Harald Olufsen, 18 Jahre alt und kurz vor dem Abitur stehend, macht seine Entdeckung eher per Zufall: Da sein umgebautes Nimbus-Motorrad, dem er aufgrund des Spirtmangels eigenhändig einen aufseherregenden Dampfantrieb verpasst hat, auf seiner dänischen Heimatinsel Sande am Strand liegen bleibt, weil Feuchtigkeit das Feuer zum Erlöschen gebracht hatte, entschließt er sich, den direkten Weg zu seinem Elternhaus zu nehmen. Dänemark im Jahre 1941 ist seit geraumer Zeit – wie auch Norwegen – von der Deutschen Wehrmacht besetzt, und so haben sich die Deutschen auch auf der Insel Sande breit gemacht. Angeblich entstand auf der Insel eine Station der Küstenwache, doch als Harald mitten in der Nacht auf das gesicherte und abgeschirmte Gebiet der Küstenwachstation eindringt, um nicht drumherumzugehen, fällt ihm eine merkwürdige Apparatur auf, die er so noch nie gesehen hatte. Ein um sich drehender, großflächiger Metallrahmen steht da, und daneben noch zwei deutlich kleiner. Dass das nichts mit einer Küstenwachstation zu tun haben kann, ist Harald sofort klar.
Hermia Mount hat im Krieg Karriere gemacht. Als englische Verlobte des Bruders Haralds, Arne Olufsen, hat sie zu Beginn des Krieges Dänemark verlassen und arbeitet mittlerweile beim MI 6, dem militärischen Geheimdienst der Engländer. Aufgrund ihrer Kenntnisse über Dänemark leitet sie die Ländergruppe, deren Aufgabe es ist, möglichst viele Informationen über die Deutsche Wehrmacht in Dänemark herauszufinden und zu übermitteln. Sie bedient sich dabei einer Gruppierung in Dänemark, die sog. Mitternachtsfalken, die unter Lebensgefahr die notwendigen Informationen über Schweden den Engländern zuspielen.
Doch bald schon macht ein Kurier einen bedeutendschweren Fehler, der die Ermittlungsbehörden der dänischen Polizei und der deutschen Besatzungsmacht auf die Gruppe aufmerksam macht.
Die englischen Bomberflotten müssen bei ihren Angriffen auf das deutsche Reich massive Verluste hinnehmen, die die Existenz der englischen Bomberflotte in Frage stellen. Knapp jeder zweite Bomber samt seiner Besatzung kehrt teilweise nicht von Flügen über Deutschland zurück, der Blutzoll droht der englischen Air Force das Rückrad zu brechen.
Die Deutschen, so die Vermutung, müssen entweder über einen Spion oder eine technische Lösung verfügen, die englischen Bomber zielgerichtet angreifen zu können.
Hermia Mount erhält den Auftrag, so viel Informationen wie möglich über eine augenscheinlich technische Lösung der Ortungsproblemes herauszufinden. Nur: Mittlerweile ist ihrer Mitternachtsfalken – Gruppe zerschlagen, mindestens ein Mitglied wurde getötete, mehrer verhaftet und der Gestapo – und damit dem sicheren Tod – übergeben worden.
So entschließt sie sich, selbst nach Dänemark zu reisen und Kontakt zu ihrem Verlobten aufzunehmen, damit er ihr bei diesem wichtigen Spionageauftrag helfen kann.
Doch bald kann sie auch auf diese Hilfe nicht mehr zurückgreifen. So bleibt nur noch Harald, der mittlerweile Fotos der geheimen Anlage auf Sande angefertigt hat.
Aber wie soll er diese den Engländern übermitteln?
Viele Möglichkeiten gibt es nicht und doch muss es gelingen, fliegen doch zusehends mehr und mehr englische Bombereinheiten gezielt in die deutschen Nachtjäger hinein.
Doch Harald muss schnell lernen, dass man sich am besten auf niemand verlassen sollte, und nur knapp entgeht er mehrfach den Häschern der Besatzers.
Doch findet er eine Verbündete, mit der es gelingen sollte, doch noch die wichtigen Fotos den Engländern zu übermitteln…… ! ? !
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MEINUNG
Das Thema Bomberkrieg über Deutschland wurde gerade durch eine Bucherscheinung in den letzten Monaten sehr intensiv in Deutschland diskutiert. Eine moralische Frage, auch die stellt Follett in diesem Buch unterschwellig, freilich von der andern Seite, der , die nur noch die Möglichkeit hat, das zunehmen aggressivere Deutschland, das mittlerweile auch in die Sowjetunion einmarschiert ist, zumindest daran zu erinnern, dass im Westen noch ein kleiner, aber ernstzunehmender Gegner ist.
Für die agierenden im Buch ist eben dieses sich Wehren einem überlegenen Gegner gegenüber eine der moralischen Rechtfertigungen.
Schon bei meinem Meinungsbericht über DAS ZWEITE GEDÄCHNTNIS vor einigen Tagen haben ich deutlich gemacht, wie langweilig ich Folletts Erstling DIE NADEL gefunden habe.
Dies und die obige Meinung meiner Buchhändlerin könnten nun Böses ahnen lassen, aber keine Bange, ganz so schlimm ist es dann doch nicht.
Denn Follett hat sich mittlerweile zu einem Meister des Agententhrillers gemausert und schafft spannende und spannend Aufgebaute Handlungsstrenge, die ihrerseits – und das Zusammenspiel fehlte m.M.n bei DIE NADEL - sich gekonnt ergänzen. Durch den behutsamen Wechsel der Handlungsstränge, die Charaktere, die er ansiedelt, ergibt sich eine aufeinander abgestimmte Folge der Handlungsschritte, die die Spannung gekonnt steigern und den Leser an die Lektüre fesseln. Selten hat mich der Fortgang der Handlung in der letzten Zeit so gefesselt wie eben in diesem Buch mit anschließenden Diskussionen mit meiner Frau, wann ich denn endlich das Licht ausmachen wolle. Ich habe gewonnen!!!
Wenn Kritik fällig wäre, dann eben, wie auch in dem Buch DAS ZWEITE GEDÄCHTNIS, an den Charakteren: Die bedienen sich eines einfachen, bisweilen durchaus trivial – prototypischen Aufbaues und Attributierungen. Und wie auch in der Meinung zu DAS ZWEITE GEDÄCHNTNIS frage ich hiermit offen: WER hat schon einmal eine solche Frau kennen gelernt, wie solche, die bei Follett Hauptfigur werden können? Bzw. WER schon einmal einen solchen Mann? Jetzt mal von meiner Frau abgesehen, versteht sich.
Aller schillernd schön, aller mit allen positiven Eigenschaften des Intellekts und des Charmes, und doch alle so in die Handlung eingepasst, dass eben daraus ein wahrer Schmöker geworden ist.
Andererseits, auch das ist nicht neu, erlauben es stereotyp angelegte Figuren, dass sich viele Leser mit diesen identifizieren können, die positive Bindung also deutlich erhöht wird. Zudem: Wer hohe Literatur erwartet, der wird freilich kaum zu einem Follett greifen und insofern dürften Missverständnisse bei der Lektürewahl kaum auftreten dürfen.
Alles in allem wieder ein gekonntes Buch, auch wenn diejenigen, denen vielleicht Folletts Ausflüge in die Welt des Mittelalters besser gefallen, nicht ganz so begeistert sein könnten.
Wichtig aber ist auch, dass das Buch von der Anlage des Agententhrillers männliche, von den Lovestorys aber auch weibliche Leser anspricht.
Michael
19 Bewertungen, 1 Kommentar
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10.07.2008, 19:19 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
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