Follow The Reaper - Children of Bodom Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  schlecht

Erfahrungsbericht von Klops

5 Finnen hauen auf den Putz

Pro:

klasse Songs; atmosphärische Keyboardeinlagen, trotzdem klingen die Songs sehr geradlinig und rau; Hate me! ist einfach eine Klasse für sich

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

I. Einleitung

In meinem heutigen Bericht soll es um Metal der härteren Gangart gehen. Heute möchte ich mich mit den finnischen Death-Metallern Children of Bodom und deren „Follow the Reaper“ beschäftigen, welches im Jahre 2000 veröffentlicht wurde und das dritte Studioalbum der Finnen darstellt.

Line Up:
Alexi „Wildchild“ Laiho – Vocals, Guitar
Alexander Kuoppala – Guitar
Jaska Raatikainen – Drums
Janne Warman – Keyboard
Henka T. Blacksmith – Bass

II. Das Album

1.Follow the Reaper / 3:47 Minuten

Eingeleitet wird dieser Opener von einer kleinen Ansprache, die aber schon nach einigen Sekunden von einer powervollen und megaschnellen Melodie unterbrochen wird. Nach dieser kraftvollen Einleitung setzt Sänger Alexi mit seiner unglaublich rauen und aggressiven Stimme ein, das Tempo bleibt konstant hoch, trotzdem werden immer wieder kleine Verschnaufpausen gegeben. Schon im ersten Lied hört man die starke Präsenz des Keyboards heraus, welches sowohl in den schnellen als auch in den langsamen Passagen zu vernehmen ist. Ein ständiger Wechsel zwischen Aggressivität, Power und Mysteriösität wird auf den Hörer losgelassen. Wenn man den Text nicht vor sich hat, versteht man kaum ein Wort, von dem was Alexi singt, seine Stimme ist einfach zu rau und zu schnell, trotzdem verleiht gerade diese den Children of Bodom Liedern immer das gewisse etwas – ein starker Opener!
9/10 Punkten

2.Bodom after Midnight / 3:43 Minuten

Krachende Drums und Gitarren eröffnen „Bodom after Midnight”, bis ein mehrstimmiges „Hang on“ ertönt. Alexi singt hier Parts alleine, wird nach einigen Zeilen aber immer wieder bei den ersten Wörtern von seinen Bandkollegen unterstützt. Das Lied ist praktisch in drei Teile geschnitten. Nach dem ersten Teil, bei dem das Tempo in die Höhe getrieben wird, folgt eine langsame, atmosphärisch aber sehr dichte Passage, bei der vor allem wieder das Keyboard heraussticht. Mit einem mehrstimmigen „Kill, kill, kill“ wird dann der zweite Teil eröffnet. Hier geht es ebenso rau und aggressiv weiter wie in Teil eins. Die Melodie und der Gesang wirken ungeheuer geradlinig, spielen aber dennoch wirklich gut zusammen. Nach den Zeilen „Bodom after midnight / Bodom after midnight yeah“ folgt der Part, den ich als dritten kennzeichne: Nur die Instrumente spielen, mysteriöse, sehr atmosphärische Keyboardmelodien und sehr straighte Solos und harte Passagen wechseln sich ab. Zum Ende des Liedes folgen dann nochmals die namensgebenden Zeilen.
9/10 Punkten

3.Children of Decadence / 5:34 Minuten

Die anfangs dominierende, nur durch Schlagzeugschläge unterbrochene Keyboardmelodie, wird schon schnell von Gitarrenklängen übertönt und spielt in diesem Lied nicht so eine übermäßig wichtige Rolle. Alexis Stimme klingt hier noch eine Spur aggressiver und rauer als in den vorangegangenen Liedern, immer wieder stechen mehrstimmig gesungene Wörter hervor. Das Lied wartet wiederum mit einer heftigen Geschwindigkeit auf und lässt dem Hörer nur wenige Ausruhphasen, immer wieder schnellen heftige Solis aus den Boxen. Trotz der höheren Spielzeit, ist der Titel insgesamt noch geradliniger als die ersten beiden Stücke. Der Song lässt ein bisschen die Keyboardmelodien vermissen, die nicht so stark zum Vorschein kommen. Trotzdem haben wir es auch hier wieder mit einem überzeugenden Stück zu tun, welches vor allem durch seine Geschwindigkeit und die hohe Aggressivität überzeugen kann.
8,5/10 Punkten

4.Everytime I Die / 4:03 Minuten

Langsam, fast schon ein bisschen behäbig und verschwommen wird „Everytime I Die“ eröffnet, wird vor einem „Yaa“ von Alexi sogar ganz ruhig. Die Melodie ist fast durchgängig eher schleppend und langsam gehalten, das Keyboard dominiert die Melodie, trotzdem gehen die anderen Instrumente nicht unter. Auch Alexis Stimme kommt nicht ans „Up-Tempo“ heran, ist eher im Midtempo angesiedelt. Über eine Keyboardmelodie wird auf den Refrain hingeleitet, der dann aus dem Rest des Songs noch einmal herausragt. Überzeugen kann der Titel vor allem durch den sehr mysteriösen Touch, es stört nicht, dass die Finnen nicht voll auf das Tempo drücken, sondern es etwas gemächlicher angehen lassen. Gerade dadurch kommt das etwas geheimnisvolle, das das Lied ohne Zweifel hat, sogar noch besser heraus, Alexis Stimme und die Instrumente spielen wiederum sehr gut zusammen – ein Song bei dem alles stimmt!
10/10 Punkten

5.Mask of Sanity / 3:58 Minuten

Mit einer sehr eingängigen Keyboardmelodie, zu der sich schnell Gitarre und Schlagzeug gesellen wird dieser Titel auf den Hörer losgelassen. Spätestens mit dem Einsetzten von Alexis Stimme drücken Children of Bodom richtig auf das Tempo und kehren ihre volle Wut und Aggressivität nach außen. Der Refrain sticht durch das erste mehrstimmig gesungene Wort etwas heraus, nach diesem ertönt wieder die eingangs beschriebene schaurig schöne Keyboardmelodie. Krachende, rasend schnelle Passagen wechseln sich mit ruhigen und sehr stillen Passagen ab, dazu kommt immer wieder das Keyboard ins Spiel, mal mehr, mal weniger dominant, aber immer vorhanden. Gegen Ende ist auch noch ein grandioses Solo zu hören, bevor das Lied nach dem mehrmaligen Wiederholen des kurzen Refrains ausklingt.
9,5/10 Punkten

6.Taste of my Scythe / 3:58 Minuten

Nachdem ein scheinbar sehr wütender Mann einige Worte verliert, erklingen wieder Keyboardtöne, dieses Mal nicht ganz so eingängig wie noch im Lied zuvor. Durchzogen sind diese von den Drums und Gitarrenklängen. Schon schnell ist die Keyboardmelodie nicht mehr übermäßig brisant, hat aber dennoch wiederum Zwischenparts. Eine besonders eingängige Stelle ist von Keyboardklängen umschlossen, klingt dadurch umso massiver. Alexis Stimme klingt voller Wut, als er die Zeilen Come with hate / Come and die“ anstimmt. Wieder mal ist es so, dass auf eher langsame und ruhige Passagen bombend schnelle folgen, dennoch wird das Lied dadurch nicht langweilig, da die einzelnen Passagen sehr abwechslungsreich gehalten sind.
8/10 Punkten

7.Hate me! / 4:44 Minuten

Eine unglaublich eingängige und ganz, ganz starke Keyboardmelodie, die sich durch das ganze Lied zieht eröffnet „Hate me!“. Die anderen Instrumente, sprich Drums, Gitarren und Bass sind um diese Melodie aufgebaut, Alexis Stimme ergänzt sich perfekt mit selbiger. Es gibt nur eine kurze schleppende Passage zur Erholung, sonst wird die gesamten knapp 5 Minuten auf das Tempo gedrückt was das Zeug hält. Die Keyboardmelodie ertönt immer wieder, bohrt sich im Ohr fest und will einfach nicht wieder raus, krachend wird sie von den Drums begleitet, Alexis Stimme steuert die nötige Aggressivität hinzu und macht das Lied zu einem echten Kracher. Die Finnen schaffen es hier perfekt, Wut und Zerstörung mit einer aus meiner Sicht ganz klar vorhandenen Ästhetik zu verbinden. Das gesamte Lied ist einfach krachend und grandios, hat absolut keine langweilige Passage und stellt für mich den Höhepunkt des Album dar! „Hate me!“ war mein erster Kontakt überhaupt mit Children of Bodom, besser hätte ich es wohl nicht treffen können.
11/10 Punkten

8.Northern Comfort / 3:48 Minuten

Ein Schlagzeug begleitet von Keyboardklängen, die kurz die Dominanz übernehmen, dann von Gitarrenklängen und schon kurz danach auch noch von Alexis Stimme übertönt werden, eröffnet das Lied. Die Dominanz von Keyboard und Gitarre und Schlagzeug wechseln sich mehrmals ab, bestimmend bleibt aber dennoch Alexis Stimme, die wieder eine unglaubliche Aggressivität ausstrahlt. Die Keyboardmelodie dieses Stückes gefällt mir lange nicht so gut wie die von „Hate me!“, „Northern Comfort“ kann wieder durch die Akzentuierung auf das Geradlinige überzeugen, bleibt für mich aber dennoch hinter den anderen Titeln von „Follow the Reaper“ zurück, was nicht heißen soll, dass dieses Lied schlecht ist.
7/10 Punkten

9.Kissing the Shadows / 4:32 Minuten

Ein kraftvoller Beginn mit Drums, Gitarren und einer Keyboardunterlegung dringt aus den Boxen an mein Ohr. Schon kurz danach setzt Alexi mit seiner unnachahmlichen rauen Stimme ein, die dem Lied wiederum seinen Stempel aufsetzt. Ein Einschnitt in „Kissing the Shadows“ bildet sicherlich eine Stelle, an der es ganz ruhig wird, nur, damit der Hörer sofort wieder mit krachenden Instrumenten und Alexis Stimme bombardiert wird. Seine Stimme dominiert in dem Lied ganz klar, die Instrumente halten sich eher im Hintergrund, lediglich das Keyboard kann erneut deutlichere Akzente setzen, ohne dabei jedoch herauszuragen. Gegen Ende kommt wieder ein klasse Solo zum Vorschein, welches den guten Gesamteindruck neben der Melodie abrundet.
8/10 Punkten

10.Hellion / 3:02 Minuten

Das Knacken eines scheinbar gerade durchbrochenen Gegenstandes erklingt, schon schnell drängen sich dröhnende Schlagzeug- und Gitarrenklängen in den Vordergrund, von einem Keyboard ist das erste mal weit und breit nichts zu hören. Trotzdem ist die Melodie eingängig und richtig gut, Alexis Stimme ist in diesem letzten Song noch viel krächzender und krähender. An einer Stelle grunzt er sogar ein Wort ins Mikrophon, im Refrain wird er wiederum gut unterstützt, wodurch dieser viel besser zur Geltung kommt: „Hellion - The devil\'s Hellion child / Hellion - will never have to die“. Auch das anfängliche Knacken ist im späteren Verlauf nochmals zu vernehmen. Insgesamt ist auch dieser letzte Song wieder überzeugend und stellt einen guten Ausklang dar, der dem Album gerecht wird.
8/10 Punkten

III. Fazit

„Follow the Reaper“ ist mein aller erstes Children of Bodom Album, vorher kannte ich nur einzelne Lieder. Meine Vorfreude auf „Hate Crew Deathroll“ ist nochmals gestiegen. Das gesamte Album wartet mit tollen Keyboardmelodien und vor allem der unnachahmlichen Stimme Alexis auf, dennoch zeigen auch die anderen Instrumente Wirkung. Die Stücke arbeiten zwar oft mit ähnlichen Stilmitteln, sind aber dennoch abwechslungsreich und hören sich nicht gleich an, vor allem der immer wieder kehrende Wechsel von ruhigen und schnellen, powervollen Passagen hat mich überzeugt, trotzdem verlieren die Lieder nichts von ihrer Eingängigkeit und Aggressivität. Mit 17,50 € ist die CD zwar im oberen Preissegment angesiedelt, wird dafür aber immerhin in einem hübschen Digi-Pack ausgeliefert. Für jeden, der nur annähernd etwas mit melodischem Death-Metal anfangen kann, ist diese CD Pflicht – Eine glatte 1 und eine dicke Empfehlung gibt es jedenfalls von mir.

Danke für das Lesen meines Berichtes. Über Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.

Gruss, euer Stefan (Klops).

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