Die Hexe von Freiburg (Taschenbuch) / Astrid Fritz Testbericht

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Erfahrungsbericht von Tina_07

'Die Hexe von Freiburg' von Astrid Fritz

Pro:

super spannend!

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

INHALTSANGABE

Die Geschichte des Romans spielt im 16.Jahrhundert in Freiburg. Zu dieser Zeit fegt der Hexenwahn über Deutschland, dem viele unschuldige Frauen zum Opfer fallen. Unter anderem auch Anna Schweitzerin. Sie wird am 20.März des Jahres 1546 wegen angeblicher Hexerei und Bund mit dem Bösen zum Tode verurteilt.
Im selben Moment als draußen vor der Stadt über Anna Schweitzerin die tödlichen Flammen zusammenschlagen erblickt Catharina Stadellmenin, die Tochter des Marienmalers Hieronymus Stadellmen und Anna Stadellmenin in Freiburg das Licht der Welt.
In den ersten Jahren ihres Lebens fehlt es Catharina an nichts. Daran ändert zunächst auch die schreckliche Tatsache nichts, dass ihre Mutter zwei Jahre nach ihrer Geburt im Kindsbett stirbt. Für ihren Vater bedeutet es ein sehr großer Verlust den er schwer verkraftet doch Catharina ist zu klein um Treuer zu empfinden.Da Hieronymus Stadellmen tagsüber kaum Zeit für seine Tochter hat macht Catharina sich regelmäßig allein auf den Weg nach Lehen, einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Freiburg wo sich der Gasthof ihrer Tante Marthe befindet, den diese, seit dem Tod ihres Mannes mit ihren 4 Kindern, den Zwillingen Wilhelm und Carl, Lene und Christoph, beide in Catharinas Alter, alleine weiterführen muss.
Das wissensdurstige und geschickte Mädchen hilft ihrer Tante wo sie kann, doch freut sie sich auch auf die gemeinsamen Abende mit ihrem Vater, in denen er sich Zeit für sie nimmt, ihr lesen und schreiben beibringt und Geschichten erzählt.
Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles, als Hieronymus Hiltrud, die Tochter eines Steinmetzmeisters heiratet und diese mit ihren beiden Söhnen Claudius und Johann am Hochzeitstag bei ihnen einzieht.
Hiltrud kümmert sich keinen Deut um Catharina und übersieht mitunter einfach, dass sie eine Stieftochter hat.
Claudius und Johann machen ihr das Leben zur Hölle. Vor allem vor Johann fürchtet sie sich am meisten. Sie schaudert wenn er in ihrer Nähe ist und sie immerfort schweigend und mit halb geschlossenen Augen beobachtet. Da der Platz in dem kleinen Haus seit dem Einzug von Hiltrud mit ihren beiden Söhnen knapp geworden ist muss Catharina zu ihrer Tante ziehen. Sie gewöhnt sich schnell an das neue Leben auf dem Hof. Nach anfänglichen Eifersüchteleien beginnt Lene die schwierige Situation ihrer Base zu verstehen und schon bald entwickelt sich zwischen beiden Mädchen eine enge
Freundschaft.
Ihren Vater sieht Catharina immer seltener. Bei jedem Widersehen spürt sie deutlicher, wie viel Argwohn, ja Feindseligkeit ihr seitens ihrer Stiefmutter und deren ältesten Sohn Johann entgegenschlägt.
Dazu kommt auch dass Johann sich bei jedem Besuch versucht sich ihr gewaltsam zu nähern.Bei ihrer gemeinsamen Arbeit im Gasthof kommen sich Catharina und ihr Vetter Christoph näher. Es entwickelt sich eine kindliche Liebe zwischen den beiden.
Lene entgeht nicht, das Christoph über beide Ohren in Chatharina verliebt ist. Als sie Marthe darauf hinweist, macht diese sich Sorgen um die beiden und schickt Christoph, um Spätfolgen dieser Liebe zu vermeiden, zu Carl, einem Bekannten der in Villingen einen Gasthof besitzt.
Diese Entscheidung verkraften beide nur schwer und schwören sich bei ihrem Abschied ewige Liebe und spätere Heirat.
Nachdem Christoph die versprochenen Besuche in Lehen nicht einhält, macht Catharina sich Sorgen und begibt sich heimlich auf eine riskante und abenteuerliche Reise zu ihm nach Villingen. Dort überrascht sie Christoph und muss schmerzlich feststellen, dass dieser Carl versprochen hat dessen Tochter Sophia zu ehelichen. Daraufhin ist sie zwei Wochen lang krank und versucht in Zukunft Christoph aus dem Weg zu gehen.Eines Tages wird Catharina nach einem Besuch bei ihrem Vater, auf dem Rückweg nach Lehen von ihrem Stiefbruder Johann überfallen und missbraucht .
Lene die mit ihr verabredet ist kommt gerade noch rechtzeitig hinzu.
Sie nimmt eine lose Holzlatte und zerschlägt sie über Johanns Schädel, der daraufhin leblos zusammensackt.
Johanns Tod schockt Catharina wenig. Die Mädchen verstecken Johanns Leiche und lassen es wie Raubmord aussehen.
Wochen später wird seine, von Hitze, Gewürm und streunenden Hunden beinahe unkenntlich gemachte Leiche gefunden.
Kurze Zeit darauf stirbt Catharinas Vater, der schwer unter den Nörgeleien seiner Frau zu leiden hatte und dem es gesundheitlich sehr schlecht ging. Catharina ist darüber sehr traurig aber sie weiß auch das es für ihren Vater eine Erlösung ist, so kommt sie über seinen Tod hinweg.
Als die Pest in der Stadt Freiburg ausbricht werden über ein Viertel der Einwohner von dem schwarzen Tod dahingerafft. Auch Hiltrud und ihr Sohn zählen zu den Opfern was Catharina ungerührt lässt.

Als Christoph mit seiner Frau Sophia und seiner kleinen Tochter nach Lehen zurückkehrt um dort den Gasthof seiner Mutter zu übernehmen
zieht Catharina zu Berthold, einem Freund der Familie, der in der Nähe eine einfache Schenke bewirtschaftet.

Bei ihrer Tätigkeit als Schankfrau lernt sie Michael Bantzer kennen, einen angesehenen Handwerksmeister, der die Schlosserei seines Vaters weiterführt und den sie kurze Zeit später heiratet. Sie zieht in sein schönes vornehmes Haus am Fischmarkt ein, in dem er und sein Vater seit dem Tod der Mutter zusammen mit der Köchin Barbara und dem Dienstmädchen Elsbeth wohnen.
Doch ihre Ehe verläuft nicht sehr glücklich. Michael ist andauernd mit geschäftlichen Dingen beschäftigt und die übrige Zeit verbringt er in Zunftversammlungen oder trifft sich mit Bekannten. Als Catharina erfährt das Michael mehrere Geliebte hat, geht sie selbst eine heimliche Beziehung mit Benedikt, einem Angestellten Michaels, ein von dem sie später schwanger wird. Aus Angst um ihre Zukunft verlässt sie Benedikt. Sie ist sich bewusst, dass auf Abtreibung die Todesstrafe steht, dennoch versucht sie es mehrere Male. Nach einigen misslungenen Versuchen entschließt sie sich, das Kind auf die Welt zu bringen.

Es folgt ein Jahr des Todes. Im Mai stirbt Michaels Vater ohne Vorankündigung. Michael geht der Tod seines Vaters sehr Nahe doch Catharina fühlt außer Mitleid für Michael nichts. Das Verhältnis zwischen ihr und dem alten Bantzer ist immer sehr kühl gewesen.
Kurze Zeit später wird Marthe, auf dem Weg in die Stadt von einer Räuberbande überfallen und schwer verletzt. Sie stirbt noch am Abend an ihren schweren Verletzungen.

Die Wochen vor der Geburt ihrer kleinen Tochter Marthe- Marie verbringt Catharina in Ensisheim (Sitz der vorderösterreichischen Regierung (Elsass)) bei Lene, die inzwischen verheiratet ist und selbst Kinder hat. Nach einem langen Gespräch mit Catharina willigt sie ein Marthe- Marie später bei sich aufzunehmen.
Kurz nach Marthe-Maries Geburt stirbt Sophie. Sie litt schon lange an Schwächeanfällen und sah ihren Tod kommen. Christoph ist am Boden zerstört. Da er Zeit zum Nachdenken braucht und ihn nichts mehr in Lehen hält, zieht er mit seinen Kindern nach Villingen um dort Carls Gasthof zu übernehmen.
Catharinas neue Leidenschaft ist das Briefeschreiben mit dem sie regelmäßigen Kontakt zu Christoph und Lene aufnimmt, die sie über die Entwicklung ihrer Tochter informiert.

Die letzten Jahre ihrer Ehe werden Catharina zur Hölle. Wenn Michael nicht gerade bei einer seiner Geliebten übernachtet kommt er betrunken nach Hause und schlägt sie. Dabei sind es nicht nur die Prügel sondern auch die vielen Verbote, die Catharinas letzten Funken Lebensfreude rauben.
Eines Tages als Micheal wieder einmal betrunken auf sie einprügelt, erleidet er eine Herzattacke an deren Folgen er einige Tage darauf stirbt. Der Tod ihres Mannes ist für Catharina eine Erlösung.

Sie entscheidet sich für einen Neuanfang, verkauft die Schlosserei und zieht mit Barbara und Elsbeth in ein Haus in der Nähe des Predigerklosters.
Nach dem Tod ihres Mannes flammt die alte Liebe zwischen ihr und Christoph wieder auf, der sie nun, so oft es geht besuchen kommt.
Als Liebesbeweis macht er mit ihr eine Reise zum Bodensee wo sie Lene einen Besuch abstatten. Catharina sieht ihre Tochter Marthe -Marie nun zum ersten Mal nach der Geburt wieder und es fällt ihr sehr schwer sich als ihre Tante auszugeben.
Eines Tages lernt Catharina Margret Vischerin kennen, deren Mann wegen Totschlags hingerichtet worden ist und die seither etwas seltsam im Kopf ist.
Diese Bekanntschaft wird ihr zum Verhängnis als eines Tages der längst tot geglaubte Wahn der Hexenverbrennungen erneut über die Stadt fegt und mehr Frauen denn je in den Tod treibt. Jede öffentliche Hinrichtung stellt im Alltag der Bürger, der von Einschränkungen und Angst geprägt ist, eine willkommene Abwechslung dar.

Margret Vischerin wird wegen Verdacht auf Buhlschaft mit dem Satan verhaftet und als sie unter Folter gezwungen wird alle Personen zu benennen die zu ihrer Hexengemeinschaft gehören fällt auch Catharinas Name.
Catharina wird kurz darauf verhaftet und zusammen mit 4 weiteren Frauen, in eine winzige Kammer im Predigerturm gesperrt. Anfangs ist sie noch voller Zuversicht das die ihnen gemachten Vorwürfe als falsch anerkannt werden doch das quälende Warten und die große Ungewissheit nehmen ihr mehr und mehr an Mut.
Bei der folgenden Inquisition werden ihr persönliche Fragen über Herkunft und Familie gestellt und schließlich auch über die Art und Weise wie sie mit dem Teufel in Verbindung gekommen ist. Sie beteuert mehrfach ihre Unschuld doch die Gerichtsdiener lassen nicht locker. Als sie nach mehreren Versuchen immer noch auf ihrer Unschuld beharrt versuchen die Richter ihr schließlich ein Geständnis mit Hilfe der Folter zu entlocken. (1.,2.,3.Stufe Folter)- mit Erfolg. Als ihre von der Daumenschraube halb durchbohrten Hände hinter ihrem Rücken zusammengebunden werden und sie an einem Seilaufzug hochgezogen wird wobei ihre Schultergelenke auskugeln verlässt Catharina nun endgültig die Kraft. Sie gibt auf und gesteht dem Teufel verschrieben zu sein.
Volle fünf Tage noch verbringt Catharina im Dämmerzustand in der Dunkelheit ihrer Zelle. Auf ihren letzten Wunsch hin diktiert sie einem Beauftragten einen Brief an Lene und Marthe-Marie, denn sie möchte sie die Wahrheit erfahren lassen.
Am Abend vor ihrer Hinrichtung erscheint Lene. Zusammen mit Christoph hat sie alles darum gegeben Catharina aus ihrer Gefangenschaft befreien zu können. Durch einen Bestechungsversuch gelingt es ihr schließlich an die Schlüssel zu Catharinas Zelle zu gelangen. Doch Catharina will nicht mehr fliehen, sie hat bereits mit dem Leben abgeschlossen.
Ihren letzten Weg zum Münsterplatz wo sie exekutiert und anschließend verbrannt werden soll nimmt sie kaum mehr wahr einzig die Anwesenheit Christophs, der sie auf ihrer letzten Reise begleitet und ihr Mut zuspricht. Als das Messer der Guillotine herunterrauscht nimmt auch Christoph sich das Leben um Catharina endgültig nahe zu sein.





ZUR AUTORIN

Astrid Fritz:
Astrid Fritz, geboren 1959, studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte drei Jahre in Santiago de Chile. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Waiblingen bei Stuttgart und ist freiberufliche Texterin und Autorin.
Zusammen mit Bernhard Thill hat Astrid Fritz den erfolgreichen Stadtführer Unbekanntes Freiburg im Jahre 1998 veröffentlicht.
Bei der Recherche hierzu stieß sie auf die Lebensgeschichte der Catharina Stadellmenin.
Die Hexe von Freiburg ist ihr erster Roman.





MEINE MEINUNG

Astrid Fritz schreibt sehr spannend und mitreißend. Die Sprache ist aktuell und leicht zu lesen. Es gelingt ihr mühelos einen als Leser in die damalige Zeit zu versetzen.
Ein Grund warum ich den Roman auch sehr spannend finde ist die Tatsache, dass er sich in Freiburg und Umgebung abspielt, am Rande des Schwarzwaldes, also in unmittelbarer Nähe. Er hat einen lokalen Bezug.
Was ich dagegen nicht so gelungen finde ist, dass der größte Teil des Romans fast ausschließlich von dem Leben und Alltag der Catharina Stadellmenin handelt und Astrid Fritz erst zum Schluß richtig auf die Hexenverbrennung etc. eingeht.
Aber ansonsten ist es ein unterhaltsamer Schmöker den ich weiter empfehlen kann.


(Zum Thema Überschrift:
Schicksale wie das der Catharina Stadellmenin gab es nicht nur in Freiburg sondern natürlich auch in vielen anderen Städten Deutschlands. Doch der Süden Deutschlands tat sich als besonders hervor, was Hexenverbrennungen betrifft.)

14 Bewertungen, 7 Kommentare

  • StarDustGirl24

    19.06.2008, 03:13 Uhr von StarDustGirl24
    Bewertung: besonders wertvoll

    Super beschrieben! Liebe Grüße Sara

  • TheBestGirl

    02.03.2006, 17:36 Uhr von TheBestGirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - würde mich über gegenlesungen freuen. gruß sarah

  • morla

    01.03.2006, 19:05 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich <br/>

  • anonym

    01.03.2006, 18:21 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse. Sh, nen super Bericht. Das Buch habe ich auch schon gelesen. LG, Christina

  • kakaue

    01.03.2006, 17:41 Uhr von kakaue
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh lg chris, gegenlesungen sind willkommen und gibts auch von mir :-)

  • WreckRin

    01.03.2006, 16:42 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH!!! ...freu mich über Gegenlesungen <br/>LG Sandra

  • Alphanova1

    01.03.2006, 16:42 Uhr von Alphanova1
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG!!!! Lukas PS: Alle freuen sich über Gegenlesungen