Fruchtwasseruntersuchung Testbericht

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Erfahrungsbericht von Jakini

Warum ich mich vier Mal dagegen entschieden habe.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

So, nun in der richtigen Kategorie, der andere Bericht ist korrigiert, hatte mich verklickt, aber in diesem Falle auch einen Bericht über Schwangerschaftsdiabetis schreiben können.

Geschrieben habe ich diesen Bericht vor einem Jahr für das alte yopi. Somit binich nun nicht mehr schwanger, doch dies ändert nichts an meinen Erfahrungen, somit setze ich meine vierte Schwangerschaft nicht extra in die Vergangenheit.

Ich muß gestehen, dies wird der erste Bericht von mir, über etwas, womit ich keinen persönlichen Erfahrungen gemacht habe. Dennoch möchte ich gerne schreiben, warum ich mich bisher gegen eine Fruchtwasser Untersuchung entschieden habe.

Mein erstes Kind, eine Tochter habe ich im Sommer 1995 bekommen. Damals wohnte ich noch in Winsen-Luhe, mein dort behandender Arzt erzählte mir nur sehr kurz von dieser Untersuchung, riet mir aber davon ab, weil das Risiko einer Fehlgeburt viel größer wäre, als die Gefahr, daß mein Kind behindert sein könnte. Somit machte ich mir keine weiteren Gedanken über diese Untersuchung und hakte diese für mich ab. Die Gefahr, ein Kind mit Down Syndrom zu bekommen, steigt mit dem Alter, zum Geburtstermin meiner ersten Tochter war ich 25 Jahre, was man in der heutigen Zeit durchaus als jung bezeichnen kann.

Bei meinem zweiten Kind dann sprach mein Arzt mit mir über die Fruchtwasseruntersuchung, ebenfalls über den sog. Trippletest.
Bei dem Trippeltest handelt es sich um eine Blutabnahme, mit der man eine Vorentscheidung treffen könnte, ob eine Fruchtwasseruntersuchung notwendig ist. Doch leider stimmt die Zusagen bei diesen Test lt. der Aussage meines Arztes nur zu 50 %. Bei einer Bekannten habe ich miterlebt, daß man ihr nach diesem Test sagt, es besteht die Möglichkeit, daß ihr Baby behinder wäre. Sie ging somit einen Monat durch die Hölle, da es noch dauerte, bis sie dann die Fruchtwasseruntersuchung machen konnte und das Ergebnis in den Händen hilt. Das Baby war, bzw. ist kerngesund. Aus Grund dieser Erfahrung entschied ich mich dann in der zweiten Schwangerschaft, wo ich 27 Jahre alt war, auch wieder gegen eine Fruchtwasseruntersuchung, was mein Arzt dann auch akzeptierte. Außerdem wollte ich mein Kind so bekommen, wie es ist, egal ob behindert oder gesund, es ist mein Fleisch und Blut und ich würde ich es auf jeden Fall lieben.
Außerdem gibt es inzwischen die Möglichkeit, zwischen der 10. und 14. Woche die Nackenfalte des Kindes beim Ultraschall zu messen, wenn diese eine Dicke von 3 mm nicht überschreitet, dann ist es schon ein guter Hinweis, daß kein Down Syndrom vorliegt. Auf diesen Ultraschall habe ich gut verlassen, und er traf bei meinen drei ersten Kindern auf jeden Fall zu.

Trotzdem war mein Sohn behindert, er starb im Alter von vier Monaten an einem Herzinfarkt, ausgelöst von einer Bronchitis in Verbindung mit einer Aortenstenose, die zu dem Williams-Beurem-Syndrom gehört. Mein Sohn hatte also somit eine Behinderung, worüber wir aber erst während meiner dritten Schwangerschaft Klarheit bekommen haben. Nach der Obduktion hieß es nur, er hatte einen Herzinfarkt, das Snydrom hätte man nicht nachweisen können, dessen Verdacht der behandelnde Kinderkardiologe wenige Tage vor seinem Tod ausgesprochen hatte. Als ich dann diese Diagnose in Händen hilt war ich großer Sorge um mein Ungeborenes Kind und ich stellte mir intensiv die Frage, dieses Mal vielleicht doch eine Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen. Nicht um im Faller eine Wiederholung abzutreiben, sondern um Vorbeugen zu können und diesem Kind eine Chance auf ein Leben mit seiner Behinderung zu geben. Natürlich standen dann die Erfahrungen einer Bekannten dagegeben, die ihre gesunde Tochter auf Grunde einer Fruchtwasseruntrsuchung, die sie wegen ihres Alters hat machen lassen müssen, dagegen. Ich wollte mein Kind nicht verlieren, ich wollte ihm aber helfen.

Also unterhilt ich mich mit meinem Arzt genauer über dieses Thema und er erzählte mir Namenslos von anderen Patientinnen, die ebenfalls gesunde Babys durch die Untersuchung verloren haben, wie auch von Untersuchungen, nach denen ein Kind gesund sein sollte, aber trotzdem krank auf die Welt kam. Es kann nicht jede Krankheit mit dieser Fruchtwasseruntersuchung erkannt werden, das Syndrom meines Sohnes z.B. hätte man auch mit der Untersuchung nicht vor der Geburt erkennen können, nur nach der Geburt anhand einer Blutabnahme von lebenden Blut. Und so gibt es noch viele weitere Krankheiten, die auch im Fruchtwasser nicht zu erkennen waren. Somit entschied ich mich auch bei meinem dritten Kind gegen die Untersuchung.

Letzte Woche sah mein Arzt mich an und meinte, daß er mich nun wieder Fragen müsste, ob ich eine solche Untersuchung wünsche, oder nicht. Mein "Nein" akzeptierte er ohne weitere Unterredung und darüber bin ich sehr froh.

Über den Verlauf kann ich nicht sehr viel sagen, nur daß vorsichtig mit eine dünnen Nadel aus der Fruchtblase etwas Fruchtwasser entnommen wird, welches dann untersucht wird. Auf das Ergebnis muß man ca. eine Woche warten, was viele Eltern, sehr nervös macht. So war es zumindest bei eine Nachbarin und zwei weiteren Bekannten von mir, die diese Untersuchung haben machen lassen. Nach der Entnahme können die Mütter meistens wieder heim gehen, müssen sich aber schonen, weil das kleine Loch in der Fruchtblase zuwachsen muß, sonst wird vom Körper die Geburt eingeleitet. Leider geht dies nicht immer gut, wie wir auch im Bekanntenkreis mitbekommen haben, und was auch nicht selten ist.
Zu einer solchen Untersuchung wird überwiegend Müttern über 30 geraten, bei Müttern über 35 bestehen viele Ärzte auf die Fruchtwasseruntersuchung, da hier das Risiko ein Kind mit Down Syndrom zu bekommen sehr groß ist. Doch auch diese Mütter können nicht zu der Untersuchung gezwungen werden.

Wer so eine Untersuchung an sich machen lassen möchte, der sollte sich im Klaren sein, auch sie ist keine Garantie für ein gesundes Kind, nicht jede Krankheit kann mit dieser Unterschung erkannt werden! Auch verbirgt sich jedes Mall eine Gefahr für das Kind dahinter, wenn sich das Loch in der Fruchtblase nicht wieder schließt, somit kann eine Fehlgeburt ausgelöst werden. Diese Entscheidung muß aber jede werdende Mutter für sich selber treffen, ich habe für mich vier Mal beschlossen, auf die Untersuchung zu verzichten.

12 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Sunshine2002

    24.04.2002, 22:45 Uhr von Sunshine2002
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das muß jeder selber wissen, ich habe sie machen aufgrund der nackenfalte über 3 mm ich war erst 23 - das ergebniss war down syndrom, und zwar so stark das mein baby nicht lange lebensfähig gewesen wäre - ich ließ es abtreiben -

  • Dini2000

    15.04.2002, 19:40 Uhr von Dini2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wüßte nicht, ob ich es machen würde. Einerseits erfährt man wichtiges, andererseits kann es das Kind verletzen.. Schwere Entscheidung sowas.

  • seehuhn

    01.04.2002, 23:08 Uhr von seehuhn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr interessanter Bericht.

  • zerocool

    01.04.2002, 23:03 Uhr von zerocool
    Bewertung: sehr hilfreich

    OPkay,dann eben nochmal :-)