Futurama Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Unterhaltungswert:  sehr gut
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaß:  sehr viel
  • Spannung:  sehr viel
  • Romantik:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Anderas73

Bad news everyone, Futurama starb nach 4 Seasons

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wir sind heute hier um Abschied von einem guten und vertrauten Freund zu nehmen.
Futurama ist im April 2002 nach Jahren der Freude und allseitiger Begeisterung nach kurzem und heftigem Leiden von uns gegangen.

Am 28 März 1999 wurde „Space Pilot 3000“, die erste Folge der legendären SciFi-Comic-Serie in den USA ausgestrahlt. Kein Geringerer als Simpsons-Macher Matt Groening führte Feder, ein kongenialer David X. Cohen durfte fleißig mitmischen.
Futurama verstand sich allerdings nie als Nachfolger der Simpsons, obschon Parallelen erkennbar sind.

Uns erwarteten in den folgenden Jahren viele unterhaltsame Stunden mit schrägem Humor, Action, Romantik, Kitsch und Kunst, Liebe und Hass, Wissen und Wehmut.
Nach 4 Seasons mit 56 Folgen bestellte der amerikanische Produzent und Auftraggeber Fox TV, aus falsch verstandener Sparsamkeit und wegen „zu spezifischem Humor“ sowie sinkender Einschaltquoten, keine weiteren Folgen mehr!

Für all jene, die die Serie nicht kennen möchte ich ein paar Worte zum Inhalt verlieren, meine Meinung wiedergeben, einige Anmerkungen zur Serie los lassen und hoffen ihr werdet sie auch so vermissen wie ich.

Inhalt:
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31. Dezember 1999: Der Pizzajunge Phillip J. Fry wird zu einer Firma geschickt, wo sich der, auf eine bessere Zukunft hoffende oder schwerkranke, New Yorker einfrieren lassen kann um später wieder aufgetaut zu werden. Die Bestellung von „I. C. Wiener“ (ich übersetze icy wiener jetzt mal nicht ;-) stellt sich als fake heraus, Fry isst die Pizza selbst, fällt um Mitternacht in eine Kryo-Kammer, die sich gleich auf 1000 Jahre einstellt und erwacht an der Schwelle zum 31. Jahrhundert.

Hier gehen die Ungereimtheiten der Serie schon los: um Mitternacht fällt er für 1000 Jahre in Dornröschenschlaf, am 31. 12. 2999 wacht er mittags auf – Pentium Rechenfehler, der einen halben Tag ausmacht? ;-) Aber stören einen Hardcore-Fan solche Kleinigkeiten? Nicht doch!

Jetzt trifft Fry die ersten Wesen der Zukunft: Die vermeintliche Außerirdische Leela (was sie wirklich ist stellt sich erst in Folge 49 „Leela’s Homeworld“ heraus, ich verrate nichts!)
Der Roboter Bender „bending“ Rodriques taucht vor einer Selbstmordzelle auf und wird Fry’s erster Freund.
Bald landen sie bei seinem ururur...urgrossneffen Prof. Hubert Farnsworth, einem senilen Erfinder, der nebenbei an der Mars-Universität unterrichtet und als Finanzquelle für seine Forschung einen intergalaktischen Paketdienst aufgezogen hat. Dort wird Fry das, was er NIE wieder werden wollte: delivery-boy!
Bald trifft man meinen Liebling, den immer wieder missverstandenen, armen und verzweifelten echten Außerirdischen vom Planeten Decapod 10, Dr. Zoidberg, ein hummerähnliches Wesen, stets hungrig und als Arzt leider hochgradig inkompetent – gut, er ist auch kein richtiger Arzt.

Ich will nicht alle Charaktere und die gesamte Handlung durchkauen, sondern eher auf Highlights eingehen:

Stimmen:
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Die Stimmen der englischen Version sind gewaltig, nicht zuletzt weil einzelne Schauspieler aus Kostengründen mehrere Rollen sprechen.
Ich verehre die Stimmenvielfalt von Billy West, er spricht Fry, Farnsworth, Zoidberg, Zap Brannigan, Leo Wong, Richard M. Nixons Kopf und andere.
John DiMaggio darf neben Bender und Elzar auch andere mit Stimmen versorgen, Maurice LaMache und Tress McNeille haben ebenso viele Rollen.
Andere berühmte stimmliche Auftritte hatten z. B. Claudia Schiffer und John Goodman (als grausamer Santa Claus).
Lediglich eine einzige Stimme hat die Sprecherin von Leela, aber die hat’s in sich: „Peg Bundy“ Katey Sagal! Dies bringt mich auch schon zum nächsten Punkt:

Episoden Parallelen:
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Die meisten Teile haben irgendeinen Bezug zum 20. Jahrhundert, ein Film, eine alte Serie, Handlung in „Old New York“ – den verlassenen Ruinen der alten Stadt, auf der „New New York“ errichtet wurde und andere.
Eine Folge ehrt Al Bundy, obwohl „ehrt“ eher das falsche Wort ist – hier kommt Katey Sagals Stimme als Peg-gestyltes Püppchen voll zum Tragen!

Wir finden „Titanik“, bei deren Taufe keine Champagnerflasche sondern das Glas mit L. DiCaprio’s Kopf am Schiffsrumpf zerschlagen wird, Independence Day (Ep. 12: When Aliens Attack) mit dem genialen Ausspruch „Stop exploding you cowards!!“ eines stupiden Zap Brannigan zu seinen haushoch unterlegenen Kampfschiffen.
Kubricks „2001“ kriegt ebenso seinen Teil ab wie Kampfstern Galaktika, die X-Akten, Bonanza und viele andere.

Viele Folgen drehen sich natürlich um Star Trek, von den Schiebetüren mit exakt dem selben Sound bis zur schließlich letzten Folge „Where No Fan Has Gone Before“ kommt die Crew der vorzugsweise alten Enterprise oft zum Zug (vor allem Spocks Kopf), die neuere NCC1701D finden wir nur kurz mal (Kopf von Will Riker / Jonathan Frakes...).
Es gibt Bezug auf hundert andere Filme, Serien, Lieder und Bands, vieles lässt sich aus den englischen Titeln erraten, die allerdings meist mies eingedeutscht wurden (A Fishful Of Dollars, Why Must I Be a Crustacean in Love, Amazon Women In The Mood, The Cyber House Rules, Parasites Lost, Insane in the Mainframe und andere).

Aussprüche:
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Davon gibt es (wieder nur im englischen) jede Menge.

Benders große Liebe auf der Titanic meint beim Abschied „one day you’ll share love again – after all, it’s shareware“

Zoidbergs erster Auftritt beginnt mit „Now, open your mouth and let\'s have a look at that brain“ einzigartig! Der Dialog läuft auch genial weiter:
Zoidberg: No, nononono, not that mouth!
Fry: I only have one!
Zoidberg: [überrascht] Really? [sieht verwirrt auf einem Spickzettel nach]
Fry: Uh, is there a human doctor around?
Zoidberg: Young lady, I am an expert on humans.

Als der resettete Bender in „How Hermes Requisitioned His Groove Back“ am Ende des Liedes sang \"I am Bender, please insert girder\" hab ich fast Tränen gelacht (gut, aus dem Zusammenhang gerissen kommt es nicht so gut ;-)!

Und so geht es weiter, viel zu viel um alles aufzuzählen, aber schaut wenn möglich die englischen Folgen an, zu viel ging im deutschen verloren :-(

Musik und mehr:
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Das Theme „Psyche Rock“ kommt von Pierre Henry im Fat Boy Slim Remix, Die Beasty Boys haben ebenso Auftritte wie Sir Mix Alot, Musik von Black Sabbath über die Simple Minds bis Bonny Tyler ist reichlich vorhanden.

Eine nette Kleinigkeit zum Schluß:
Im Vorspann gibt’s, kurz bevor das Raumschiff in die Reklamewand crashed, einen kurzen Spot auf dieser Wand, immer ein anderer und das sind fast immer alte Cartoons aus den 30’er und 40’er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Als Fazit kann ich nur sagen ich vermisse sie alle.
Ich habe jeden einzelnen Teil mindestens drei mal im englischen Original geseh’n, einzelne auch wesentlich öfter, ein paar auf deutsch auf Pro7 – na ja, muss nicht sein...
Diese Serie erhält von mit 7 Punkte, auch wenn ich nur 5 vergeben kann, es gibt 1000 Homepages die den Inhalt exakt wiedergeben, ich wollte hier nur von meinen Empfindungen berichten und hoffe die Fans bleiben zahlreich und sind nicht zu unglücklich über das Ende!

sodenn, live long and prosper and kiss my shiny metal ass!

LG aus Graz.at
Anderas

Nachtrag 13. 8. 2002:

Gestern hatte ich wieder mal das fast tägliche und beinahe immer sehr zweifelhafte Vergnügen, um 18:30 Pro7 am Schirm zu haben.
Da ich ungern über etwas urteile ohne mich genauestens darüber informiert zu haben, in diesem Falle die Übersetzung, zwinge ich mich derzeit meist durch die deutschen Folgen und muß meine Kritik von oben noch ausweiten: es ist verheerend!

Ich arbeite an einer "worst of"-Liste, die etwa 20 Folgen die ich bis dato deutsch gesehen habe sind alle sehr gut unterwegs - d. h. Eine schlechter als die Andere...
Die Stimmen sind nur ein Problem, die senile Verwirrtheit eines Prof. Farnsworth kann nicht jeder sprechen, Zoidberg verliert viel von seinem Charme und der arme Hermes all seinen jamaikanischen Akzent... aber damit kann ich gerade noch leben.

Jedoch Wortspiele, die locker 1 zu 1 übersetzbar wären zu verstümmeln ist absolute Unsitte. Pro Folge finde ich meist 5 bis 15 gute Gags, die einfach verschwanden.

englisch: Zoidberg wird zum Pokern gegen harte Gegner eingeladen und sagt "I say, let the dice do the talk!" - ausdrückend, daß er keine Ahnung von Poker hat.
Die Übersetzung meint "lassen wir die Karten sprechen..." - ich war ehrlich erschrocken.

Niemand erwartet, daß Wortwitz wörtlich übersetzt wird, kaum jemand kann das übersetzen, aber Phrasen, die falsch übersetzt keinen Sinn machen oder eine tolle Aussage ruinieren müssten nicht sein!

Das wollte ich noch loswerden, bitte nochmal, jeder der kann, soll (ich meine englisch)... in Kazaa gibts alle Folgen auf divX, sollte jemand Lust bekommen haben!

LG /A\

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