Das flammende Kreuz (Taschenbuch) / Diana Gabaldon Testbericht

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Erfahrungsbericht von galeria

Schottlandsaga erlebt ihre Fortsetzung in Amerika

Pro:

Spannung, Witz und eine unvergleichliche Geschichte

Kontra:

die Helden überleben selbst das Schlimmste, Wunder oder nicht?

Empfehlung:

Ja

Ich hab`s geschafft, ich hab Teil 5 nun auch verschlungen, und hab`s nicht bereut. Wer meine anderen Berichte zu dieser Schottlandsaga gelesen hat, ist eigentlich einigermaßen im Bilde, noch besser natürlich all diejenigen, die ein oder mehrere Bücher dieser Gabaldon-Reihe gelesen haben. Ich fasse aber trotz allem noch mal zusammen:

Claire gelangt durch einen Zeitstrudel 200 Jahre zurück in das Schottland des 18. Jahrhunderts, verliebt sich in James Fraser, einen Hochlandschotten, heiratet ihn (obwohl sie in ihrer alten Welt schon verheiratet war) und erlebt jede Menge Abenteuer. Sie kehrt schwanger in ihre Zeit zurück, weil inzwischen die Schlacht um Culloden in Schottland tobt und ihr Kind in Sicherheit aufwachsen soll. Ihr Mann aus der Gegenwart, Frank Randall, ein Geschichtsprofessor, nimmt sie und das noch ungeborene Kind wieder auf trotzdem sie 3 Jahre verschwunden war.

20 Jahre später, Claires Tochter Brianna ist nun erwachsen, benötigt ihre Mutter (inzwischen Ärztin geworden) nicht mehr und hat sich in Roger Wakefield (einen Historiker) verliebt. Der Sorgen in der Gegenwart entledigt (auch Frank, ihr Mann ist verstorben), macht sich Claire mit Hilfe von Roger auf die Suche nach Jamie, erfährt, dass er Culloden überlebt hat, macht sich zur zweiten Reise durch die Zeit mit Hilfe des Steinkreises auf. Sie findet ihren Jamie und beginnt nun ein neues Abenteuer in der Vergangenheit.

Die beiden müssen fliehen aus Schottland und gelangen per Schiff und jeglicher Strapazen, die man sich denken kann, in die Neue Welt, nach Amerika. Dort errichten sie in North Carolina eine Farm, ein neues Leben in Urwald, Dschungel, Wildnis. Jamies Leidensgenossen aus der Zeit seines Gefängnisaufenthalts in Schottland, allesamt Schotten, die Culloden überlebt haben und deportiert wurden zur Zwangsarbeit nach Amerika, all seine Bekannten kommen und leben ebenfalls auf dem Landstrich, der nun Frasers Ridge heißt, sind Jamies Pächter.

Claire indessen wird eine bekannte Heilerin und kämpft gegen den Dreck, die unhygienischen Zustände, gegen Krankheiten jeglicher Art an. Sie beginnt Penicillin zu züchten auf allerlei verschimmelten Nahrungsresten, wie Brot, Fleisch etc..

Auch Brianna und Roger folgen durch die Zeit. Brianna fand heraus, ihre Eltern werden verbrennen in ihrem Haus im Jahre 1776, sie will sie retten und geht durch den Steinkreis. Roger hat Angst um sie und folgt ihr. Sie treffen sich auch und trennen sich wieder, da Roger noch Edelsteine besorgen will von einem Stephen Bonnet, Edelsteine um wieder zurück in die Gegenwart zu gelangen. Brianna wird auf dem Weg zu ihren Eltern vergewaltigt - von Stephen Bonnet...der auch schon ihre Eltern beraubt hat.

Roger folgt ihr, ahnt nichts, nennt sich mit seinem richtigen Namen McKenzie. Demzufolge erkennt Jamie ihn nicht, glaubt, er wäre der Vergewaltiger seiner Tochter und durch dieses furchtbare Missverständnis wird Roger den Indianern überlassen als Sklave. Aber Jamie, Claire und Ian (Neffe Jamies) machen sich auf die Suche nach Roger, während Brianna auf dem Gut der Tante Jocasta ihrer Entbindung entgegen sieht, ein Kind, von dem sie nicht weiß, wer der Vater ist, Roger oder Stephen Bonnet, ihr Vergewaltiger.

Claire und Jamie finden Roger, gereift, aber ziemlich unterernährt, verletzt und in einem verwahrlosten Zustand. Im Tausch gegen Ian bekommen sie Roger wieder. Ian wird Stammesmitglied und das sogar zu gern, denn er hat seine Augen auf ein Indianermädchen geworfen.

Und hier knüpft nun Teil 5 an. Roger wird Briannas Mann, akzeptiert das Kind als seines. Jamie wird vom Gouverneur zum Hauptmann der Miliz ernannt und muss nun Männer zusammen trommeln, die mit ihm gegen die aufständischen Regulatoren kämpfen sollen. Ein mehr als widerwilliger Kampf gegen Menschen, die nur gegen Missstände aufbegehrten.

Roger muss sich auf die Gegenseite schlagen, um den Anführer zur Vernunft zur bewegen und das nur Minuten vor Schlachtbeginn. Er wird aber durch einen Verwandten seinerseits, ein Vorfahre, der ihn natürlich nicht kennen kann, durch Eifersucht und Neid gefesselt, geknebelt und angeklagt, ein Mitglied der Regulatoren zu sein. Roger wird nun durch den Gouverneur gehängt ohne eine Chance, sich zu verteidigen.

Jamie und Claire gelang es aber (was für ein Wunder!) Roger vom Strick zu schneiden, ihm das Leben zu retten. Ein Luftröhrenschnitt, den Claire ganz fachmännisch zustande bringt, rettet ihm zwar das Leben, aber er kann nicht mehr sprechen. Roger, der überall als die Drossel bezeichnet wurde, da er ein begnadeter Sänger und Bodhranspieler ist, kann nun nicht mehr singen. Seiner Stimme beraubt und dem Tode so nahe gewesen, dauert es lange, bis seine Beziehung zu Brianna wieder wie früher sein wird.

Claire hat inzwischen mehr oder weniger erfolgreich Penicillin gezüchtet, was ihrem Jamie wiederum das Leben rettet, denn er wurde auf der Jagd von einer Schlange gebissen. Roger schnitt den Biss mit dem Messer aus und saugte das Gift heraus, aber er bekam leider nicht alles heraus und der Dreck in der Wunde ließ das Bein infizieren. Aber wie kann`s auch anders sein, auch diesmal hat Jamie überlebt.

Den gesamten Teil 5 durchzieht aber auch eine Art Krimi: wer z.B. brachte die Sklavin Betty grausam um? Und wo ist das Gold versteckt, dass sich einst Hector Cameron (der verstorbene Mann der Witwe Jocasta) unter den Nagel gezogen hat? Und dann ist da noch Stephen Bonnet...wird er den Rachefeldzug Jamies und Rogers überleben?

Das war hier wirklich alles nur in recht groben Zügen, aber diese Bücher sind dermaßen umfangreich, hier braucht echt keiner Angst zu haben, ich hätte zu viel erzählt. Die Spannung hat sich von Teil 4 in Teil 5 fortgesetzt. Ich hab an diesem Buch gehangen wie die Wespe an einem Hackfleischklümpchen. Diana Gabaldon hat wieder bis ins kleinste Detail beschrieben, wie die damaligen Zustände waren, aber sie wurde nie langweilig. Am Anfang des Buches musste ich mehrmals echt auflachen, weil ihr Witz ist unvergleichlich. Den hat sie sich Gott sei Dank bewahrt. Und trotzdem hat sie den nötigen Ernst, wenn es ans Eingemachte geht, z.B. eine ganz eklige Situation bei den Beardsleys: ein Mann mit Schlaganfall gammelte buchstäblich an lebendigem Leibe dem Tod entgegen. Für zartbesaitete sicherlich nichts, aber ganz MEINE Wellenlänge *g*.

Wenn auch einige Leute sagen, es wären Frauenromane, ich denke aber nicht. Teil drei neigte etwas dazu, so dass ich die Serie fast abgebrochen hätte. Aber 4 und 5 sind echte Spitzenklasse, die auch Männer lesen können. Teilweise ist es schon wie Dr. Michaela Quinn, falls einer die Serie kennt, aber keine Bange, es ist keinesfalls ein Arztroman. Im Gegenteil, wer gerne historische Sachen liest, für den ist diese Romanreihe nur empfehlenswert, egal ob Mann oder Frau.

Diana Gabaldons witziger und dennoch sehr detailreicher, aber spannender Schreibstil ist perfekt. Ich würde sagen, sie ist von Teil zu Teil gewachsen. Einmalig sind aber ihre Beschreibungen der Gerüche, ich habe noch nie jemanden gelesen, der so haargenau Geruchsbeschreibungen von sich geben konnte wie Diana Gabaldon. Jegliche Nuancen zählt sie auf, es ist unglaublich. Das macht sie auf ihre Art einmalig. Ich denke mal, so wie sie diesen Teil hier beendet hat, wird es auch einen 6. Teil geben. Bleibt abzuwarten, wann das sein wird, ich bin auf alle Fälle dabei.

Vielen Dank für`s Lesen,

Eure Galeria.

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