Ein Hauch von Schnee und Asche (gebundene Ausgabe) / Diana Gabaldon Testbericht
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Erfahrungsbericht von Junxmutter
Das Leben und Leiden auf Fraser's Ridge
Pro:
schöner Stil, gute Geschichte, alte Bekannte
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Erst mal zum Administrativen:
Ein Hauch von Schnee und Asche
von Diana Gabaldon
erschienen im Weltbild Verlag
1.300 Seiten
mit Schutzschuber
Taschenbuch
Ein wunderschönes verschlungenes keltisches Zeichen verziert den Einband dieser Buch Ausgabe.
Dadurch, dass es ein „Taschenbuch“ ist (an und für sich schon der Witz schlechthin angesichts der hohen Seitenzahl) ist es etwas leichter als die Hardcover-Ausgabe und somit etwas leichter zu handhaben, wenn man im Bett lesen möchte.
Es ist keine knappe Zusammenfassung „vorgeschaltet“. Wer anfängt das Buch zu lesen, wird kopfüber hineingeworfen in die Personenvielfalt und vor allen Dingen in die besondere Situation von Claire, Brianna und Roger. Wer sich hier nicht auskennt, hat verloren, würde ich sagen.
Zum Inhalt:
(und verzeiht mir bitte, dass es ein bisschen durcheinander geht, die Inhaltsfülle macht es schier unmöglich, kurz zusammengefasst zu werden, da alles und jedes miteinander verknüpft ist).
Das Leben auf Fraser’s Ridge in North Carolina dümpelt so vor sich hin (wie schon in meinem Bericht über Band 5 der Highland – Saga geschrieben). Es tauchen so nach und nach immer mehr Personen auf, es werden Fischer aus den schottischen Highlands „eingemeindet“ und da diese Calvinisten sind, werden sie nur schwer heimisch, zumal ihnen die Bauernarbeit auch noch fremd ist. Sie argwöhnen in jedem und allem Hexerei und katholischen abergläubischen Zauber und sind sehr sehr unnahbar.
Brianna betätigt sich weiterhin als Erfinderin und kreative Schöpferin von Alltagsgegenständen aus unserer Zeit, ohne die sie nicht auskommen kann, so zum Beispiel Streichhölzer und Wasserleitungen aus Tonrohren. Claire entwickelt, um ihre Arzttätigkeiten weiter ausbauen zu können, Äther für Narkosen. Der wird natürlich an einer Blinddarmoperation gleich ausprobiert. Die bekommt eine Helferin, die in dem ärztlichen Künsten Claire’s ausnahmsweise in der damaligen Zeit keine Hexerei sieht.
Jamie wird zum Indianerbeauftragten berufen, was im Endeffekt bedeutet, dass er die vom englischen König den Indianer versprochenen Gewehre selber bezahlen muss. Dafür muss er einen der wohl gehüteten Edelsteine opfern. Diese Edelsteine sind ja die „Rückfahrkarte“ der Zeitreisenden in unsere heutige Zeit und somit beschneidet sich Claire ihren Rückweg, als sie Jamie den Stein gibt.
Claire wird entführt von einem Trupp streunender Räuber unter der Leitung von dem Brown aus Brownsville. Natürlich wird sie von Jamie und seinen Konsorten gerettet, Mr. Brown überlebt das Blutbad nicht und wird zu seiner Familie nach Brownsville gebracht, die ihrerseits wiederum Rache schwören für dessen Tod.
Fraser’s Ridge wird von einer Ruhr-Epedemie heimgesucht und auch Claire wird todkrank. Sie überlebt nur knapp, „Sturheit“, sagt Jamie, der glücklich ist, dass sie ihn nicht verlassen hat.
Malva Christie, eine Tochter eines der Calvinisten und Claire’s Helferin wird schwanger, bezichtigt Jamie als Vater und wird eines Tages ermordet in Claire’s Garten aufgefunden. Claire versucht noch, das ungeborene Baby zu retten, kann aber nicht mehr helfen. Die Gerüchteküche brodelt danach natürlich extrem. Jamie als Vater des toten Kindes, Claire als Mörderin, das Gerde schlägt immer höhere Wellen.
Ein Miliztrupp aus Brownsville erscheint und will Claire mitnehmen, um sie vor Gericht stellen zu lassen als Mörderin. Da Jamie – zu Recht – vermutet, dass die Familie Brown Claire wahrscheinlich eher am nächsten Baum aufknüpfen wird, anstatt vor ein ordentliches Gericht zu bringen, gibt es einen Kampf, dessen Ende erst Tom Christie erreicht, als er sich anbietet, die beiden zu begleiten.
Da sich so nach und nach der Unabhängigkeitskrieg der USA von England im Hintergrund anbahnt, sich Jamie entscheiden muss, ob er – gemäß seinem Eid – dem Englischen König treu ergeben bleibt oder sich den Freiheitsliebenden Rebellen anschließt (die, wie Claire ja weiß, gewinnen werden), gibt es hier natürlich auch noch Komplikationen, wer wem trauen darf, wer wen für einen Verräter hält, wer wen mit Geld unterstützen soll und wer wie den Kopf aus der Schlinge zieht. Eine Gerichtsbarkeit gibt es eigentlich nicht mehr, als sich der Trupp mit Claire, Jamie und Tom Christie auf den Weg macht. Die Gerichte sind geschlossen, Richter und Sheriffs haben angedankt, um ihre Haut zu retten. Und so zieht die Gruppe von Ort zu Ort.
Claire landet schließlich im Gefängnis von .... und wird von Jamie getrennt. Als eine Hebamme benötigt wird, holt man sie aus dem Gefängnis und bringt sie zum Gouverneur von .... Damit dieser seine Frau vor dem rebellierenden Pöbel retten kann, gibt er Claire als diese aus. So landet Claire auf einem Schiff vor .... Jamie hat alle Hände voll zu tun, um sie wiederzufinden. Tom Christie, der Jamie nie verlassen hat, bezichtigt sich schließlich selber des Mordes an seiner Tochter, weil diese eine Hexe gewesen sei. Sie hätte versucht, ihn und Claire mit Krankheitskeimen zu „vergiften“ und so die Hirnhautentzündung Claires hervorgerufen. Durch das „Opfer“ von Tom Christie kommt Claire frei.
Hier kommt es jetzt merkwürdigerweise zu einem Bruch im Buch, als ob einige kurze Kapitel fehlten.
Brianna ist mit Jeremy zu Tante Jacosta auf deren Plantage gefahren. Auch hier hatte es in letzter Zeit viele Verwicklungen gegeben um Sklaven, Ehemänner, Beschützer von Jacosta, den Goldschatz und weiß ich noch was alles. Roger ist in der nächst größeren Stadt, um sich als protestantischer Pfarrer endlich ordinieren zu lassen.
Und während Brianna noch damit beschäftigt ist, dem Geheimnis des verschwundenen Goldes auf den Grund zu gehen, wird sie entführt und gerät in die Hände von Stephen Bonnet, der sie bereits schon einmal in ihrer Gewalt hatte und vergewaltigt hatte und nach wie vor behauptet, dass Jem sein Sohn ist. Da Brianna schwanger ist, lässt er dieses Mal die Hände von ihr. Roger macht sich mit Jamie sofort auf die Suche nach ihr, lässt Ordination Ordination sein und – natürlich – rettet Brianna, in letzter Sekunde erst allerdings. Bonnet wird endlich verurteilt und hingerichtet.
Die offenen Enden im Buch kommen so langsam zu einem Ende, die Verflechtungen lösen sich allmählich auf. Da bekommt Brianna ihre Tochter Amanda und die ganze Familie stürzt in Verzweiflung, weil das Baby einen Herzfehler hat, den Claire sofort beheben könnte, wenn sie denn einen modernen Operationssaal hätte. Es steht also fest, das Brianna, Roger, Jeremy und Amanda „zurück in die Zukunft“ gehen. Dazu müssen natürlich wieder erst mal Edelsteine beschafft werden.
Über allen schwebt immer noch das Damoklesschwert des Unabhängigkeitskrieges, von Kämpfen und Schlachtfeldern und vor allem der Tatsache, dass das Haus von Jamie und Claire abbrennen soll ohne Überlebende zu hinterlassen.
Das passiert dann tatsächlich auch, wobei die Streichhölzer von Brianna, Claire’s Äther und ein anderer Zeitreisender eine Rolle spielen.
Es gibt viele viele nette kleine Szenen, die das Leben in Fraser’s Ridge anschaulich beschreiben, aber wie schon in Band 5 eigentlich nicht viel zum Fortkommen der Sache beitragen. Da gibt es eine Trauerfeier für eine alte Dame, von der sich herausstellt, dass diese gar nicht tot ist, dann aber bei der Feier noch stirbt.
Ian und Brianna beerdigen die letzten Geister von Ian’s Indianerleben, Lizzie heiratet Zwillinge, Roger schnitzt Autos und kommt in Erklärungsnotstand und vieles vieles mehr.
Wer mehr wissen will, sollte selber lesen.
mein Fazit:
Das Buch liest sich – wie alle anderen – wie flüssige Schokolade, wie Honigmilch in einem Rutsch runter. Klar, dauert ein bisschen, weil es so dick ist, aber es ist keine Seite zu lang.
Dieses Mal ist es Diana Gabaldon gelungen, die Story vom Fleck zu bringen. Es ist unsäglich spannend, mitzuerleben, was Claire und ihrer Familie passiert, auch wenn ich selber davon überzeugt bin, dass das Leben unserer Vorfahren doch um unendlich vieles langweiliger und ruhiger war. Es hat ein bisschen Seifenopernhaftes, was ständig in Fraser’s Ridge passiert, welche irrwitzigen Verwicklungen stattfinden und wie sich ausweglose Situationen ergeben und wieder auflösen. Aber dafür ist es spannend und nett erzählt, kurz: es lässt einen nicht mehr los, man muss einfach wissen, wie es weitergeht.
Ich würde sagen, der 5. und der 6. Band gehören unbedingt zusammen, schon allein wegen des Spannungsbogens, der ja im 5. Teil so fast gar nicht vorhanden ist und sich erst im 6. Band bis zum Finale steigert.
Wer netten Zeitvertreib und ein gutes Buch sucht, ist hier wahrlich richtig bedient.
Ich sage mal voraus, dass – sollte es noch ein Buch geben in der Highlandsaga – sich dieses um Brianna drehen könnte und um ihren Halbbruder, den Sohn von Jamie, den Lord John Grey als Neunten Earl vonundzu Sowieso aufgezogen hat. Womit dann Jamie endlich seine wohlverdiente Ruhe von den Kämpfen und Kriegen und Wirrnissen hat und mit Claire dann einen ruhigen Lebensabend auf Fraser’s Ridge verbringen kann.
Bitte, Mrs. Gabaldon, schreiben sie weiter und befriedigen Sie meine Sucht nach Neuigkeiten aus Fraser’s Ridge und Brianna auf Lallybroch.
51 Bewertungen, 19 Kommentare
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26.03.2007, 21:11 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris :-)
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11.03.2007, 23:07 Uhr von LadySimara
Bewertung: sehr hilfreich~°~Liebe Grüße Steffi~°~
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18.02.2007, 10:59 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichOhne viel worte einfach ein SH von mir super.lg Bernd
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15.02.2007, 18:46 Uhr von Buecherjule
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht!!! Grüße
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11.02.2007, 22:29 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich :-)
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07.02.2007, 18:44 Uhr von Qantas
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Testbericht! :-)
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02.02.2007, 21:41 Uhr von Zzaldo
Bewertung: sehr hilfreichein sh von mir für Dich. LG Stephan
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02.02.2007, 20:40 Uhr von swissflyer
Bewertung: sehr hilfreich°o° sh °o°
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02.02.2007, 00:24 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße :o)
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30.01.2007, 21:55 Uhr von papaonline
Bewertung: sehr hilfreichlg papaonline
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26.01.2007, 17:40 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichWegen massiver Beschwerden einiger humorloser Berichterstatter über meine Kommentare werde ich eben mal wieder aussetzen und mir nur noch meinen Teil denken und fordere mit Schillers ‚Don Carlos’ III, 10 „Geben Sie Gedankenfreiheit!!“
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26.01.2007, 13:01 Uhr von Matze1195
Bewertung: sehr hilfreich☼ Sehr hilfreich .•:*¨¨*:•. & .•:*¨¨*:•. liebe Grüße ☼
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26.01.2007, 00:40 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichKlasse! Sh & lG von Diana (c;
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26.01.2007, 00:29 Uhr von golfgirl
Bewertung: sehr hilfreich*sh* lg dani
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26.01.2007, 00:10 Uhr von taz772112
Bewertung: sehr hilfreichSH :o)
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25.01.2007, 23:23 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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25.01.2007, 22:33 Uhr von sandrad198
Bewertung: sehr hilfreichSupi! LG Sandra
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25.01.2007, 21:53 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreich*sh* lg Sigi
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25.01.2007, 21:11 Uhr von topoldgirl
Bewertung: sehr hilfreichwow, super ausführlich!
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