Die Siedler von Catan (gebundene Ausgabe) / Rebecca Gablé Testbericht

Ehrenwirth-verlag-die-siedler-von-catan-gebundene-ausgabe
ab 16,89
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

5 Sterne
(7)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Gering

Dieses Buch raubt den Nachtschlaf

Pro:

alles

Kontra:

nichst

Empfehlung:

Ja

Das Spiel DIE SIEDLER VAON CATAN von Klaus Teuber hat seit dem Erscheinen vor fast 9 Jahren mittlerweile Millionen von Spielern in seinen Bann geschlagen. Dass nun von Rebecca Gable ein historischer Roman vorliegt, der eben dieses Spiel als Grundlage hat, war für mich längere Zeit ein Grund, das Buch nicht zu kaufen. Gedacht hatte ich mir, dass die Erwartungen sicher enttäuscht werden könnten, …ein Buch nach einer Spielvorlage????
Vorweg aber sei gesagt: Von der Klasse her kann es dieses Buch mit den großen der historischen Romane aufnehmen und auch mit den anderen Büchern der Autorin.

_________
INHALT
Angesiedelt in der Zeit des Frühmittelalters, so um die Mitte des 9. Jahrhunderts, steht die Geschichte der Bevölkerung der Wikingersiedlung Elasund, die irgendwo zwei Tagesreisen von Irland entfern liegen muss. Klaus Teuber erwähnt in der Vorrede Island, gemeint ist das aber nicht. Auch wenn die Story fingiert ist, fesselt sie doch von Beginn an.
Das Leben der Elasunder ist hart: Angesiedelt auf einem kargen Boden, lebt man eher schlecht als recht vom Ertrag des schlechten Bodens, betreibt Viehzucht, vor allem Schafzucht. Daneben ist man im Seehandel tätig, einer gefährlichen Tätigkeit, kommen doch viele, die ausfahren, nicht wieder heim.
Eine weitere Plage sind die Turonländer, die die Elasund wiederholt überfallen, ihre Vorräte und ihr Vieh, neuerdings auch deren Frauen stehlen.
Osmund und Candamir, enge Freunde und fast so etwas wie Brüder, müssen den letzten der Überfälle miterleben, sehen, wie Frauen ermordet, vergewaltigt und verschleppt werden, wie die Vorräte für den Winter von den Feinden gestohlen werden.
Bald setzt sich im Dorf, angeführt vom reichen aber auch brutalen Olaf, die Idee durch, auszuwandern, sich ein neues, ein besseres Land zu suchen fern von den Turonländern, der Kälte, dem Hunger.
Osmund, dessen Frau beim letzten Überfall ihr Leben lassen musste, und Candamir sind ihrerseits ebenfalls für dieses Idee und so entschließen sich die Mehrzahl der Elasunder, im Frühjahr, sollte man denn den Hungerwinter überleben, sich auf die Reise zu begeben. Ziel soll einen Insel sein, die der weitgereiste Olaf auf einer seiner Reisen nur durch Hilfe eines Sturmes entdeckt hat, dessen genaue Lage er aber nicht kennt. Insofern eine Reise ins Ungewisse, aber doch auch eine Reise in die Hoffnung.
Im Frühjahr dann begibt man sich auf die Reise, nur wenige bleiben zurück, und doch ist der Weg gefährlich: So plant der König der Kalten Insel, Cnut, die Reisenden zu vergiften und zu meucheln, und sich ihrer Vorräte an Proviant und an Fellen zu sichern.
Nur mit Hilfe der unglücklichen Königen der Kalten Insel, die sich der Gruppe anschließt, gelingt es, den Meuchelmördern zu entkommen.
Nach Wochen der anstrengenden Fahrt, an derem Ende ein gewaltiger Sturm dutzende Opfer fordert, gelangen die Elasunder doch an eine unbekannte Küste, nicht ohne das Candamir auch noch seinen gesamten Besitz bei einem Schiffbruch direkt vor der Küste der Insel verloren hat.
Dennoch: Catan erscheint den Siedlern wie das Paradies. Es ist warm, scheinbar fruchtbar und unbewohnt. Es gibt Rinder und Pferde, Ziegen und der Wald liefert zunächst alles, was zum Überleben notwendig ist.
Geleitete von den Eingebungen Brigittas, der den (germanischen) Göttern nahe stehenden, finden die Siedler dann auch den ort ihres neuen Dorfes.
Schnell beginnen die Siedler mit dem Bestellen der Felder, dem Roden des Waldes, dem Aufbau von Häusern.
Doch die Idylle wird getrübt von wachsenden Spannungen: Olaf, in Elasund der reichste und einflussreichste Mann, besitzt zwar auch hier auch noch am meisten, doch schnell erlangen auch die anderen einen sehr hohen Lebensstandart. Zudem wird Candamir in der Gruppe immer höher geachtet und so versucht Olaf, Candamir zu zerstören.
Letztendlich führt der Zwist dazu, dass sie eine kleine Gruppe der Siedler unter Olaf abspaltet und fortan in der Einöde zu überleben versucht, nicht aber ohne regelmäßig die verhasste Siedlung von Candamir und Osmund heimzusuchen.
Doch auch innerhalb der verbliebenen Gemeinde bauen sich Spannungen auf, vor allem zwischen den beiden Freunden, was vor allem daran liegt, dass einer der beiden einen Führungsanspruch aufbaut. Vordergründig ist es der Streit um den rechten Glauben, der sich vor allem um den sächsischen Sklaven Austin ausbreitet, einem versklavten Missionar, der seinen Glauben unter den Wikingern verbreitet. Hintergründig aber geht es um die Frage, wer die Siedler anführt.
Und dabei wird die Freundschaft der beiden auf eine Probe gestellt, die die Gemeinschaft als solche in den Grundfesten erschüttern kann….


___________
MEINUNG

Was Rebecca Gable hier vorgelegt hat, dass orientiert sich zwar an der Idee des Brettspieles, es ist aber bei weitem mehr herausgekommen, nämlich eine Saga der Elasunder, die auszogen, um ihr Paradies zu finden, an dem Ziel angekommen aber erkennen müssen, dass mit Ihnen alles auf die Insel gekommen ist, was sie zu Hause mit auf die Schiffe genommen haben.
Unglaublich fesselnd geschrieben, skizziert die Autorin diese Reise, das Wachsen einer neuen Gemeinschaft und das Zerbrechen derselben, der Kampf um den rechten Glauben und die Folgen daraus für die Gemeinschaft.

Historisch genau recherchiert wird die Welt der Wikinger plastisch auf die Bühnen des Buches gezogen und schillernd dem Leser vor Augen geführt. Rebecca Gable macht das, was sie meisterhaft beherrscht, auch in diesem Roman: Der Leser wird nicht nur von der Handlung in den Bann gezogen, sondern auch von der Welt, die durch die Bücher in den Köpfen der Leser entstehen.
Spannend ist das Buch von der ersten bis zur letzten Seite (natürlich verbunden mit meiner Hoffnung eines Folgebandes, ich gestehe), und das aus den beiden oben angesprochenen Gründen.
Dem Leser scheint es, als habe er Teil an den Gefahren, der Reise und den zu bestehenden Abenteuern der Elasunder, nimmt Teil an den Tragödien und den Glücksfällen der Geschichte. Zum Unterhaltungswert trägt auch bei, dass der Leser über einen großen Zeitrahmen die Geschichte mitverfolgen und miterleben kann und so auch seinerseits ein Teil der Geschichte zu werden.
Und eben dieses erzeugt eine Leseatmosphäre, die einem das Buch nicht weglegenlässt.
Die Gesamtkonzeption ist es immer, die den leser fesselt, dewegen werde ich hier jetzt nicht die häufig eingeforderte Frage nach der Glaubwürdgkeit der Charaktere beantwoten, weil eben das Obere das Letztere schon beantwortet hat.
Das Buch ist in Spannung und Unterhaltungswert schlicht ein großer Wurf, steht in einer Kontinuität der Autroin und wird sicher wiederum Millionen in ihren Bann schlagen, wie es das Spiel selbst ebenfalls gelungen ist.
Natürlich ist dem Rezept dieses Buches nichts fern, was auch den anderen Großen des Genres fern ist: Die Polarisierungen Gut (Candamir) und Böse (Olaf), Lovestorys, Intrigen, freilich meisterhaft inszeniert: All das macht den Reiz dieses Buches aus.

Insofern gehört das Buch DIE SIEDLER VON CATAN zu den großen der historischen Romanen, in der Qualität mit den beiden großen der Autorin oder aber den Säulen der Erde von Ken Follett gleichzusetzen.

Allen begeisterten Lesern großer, historischer Roman kann deshalb dieses Buch nur unbedingt empfohlen werden.

Und hoffentlich gibt es einen zweiten Band.


Michael

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Striker1981

    10.07.2008, 21:38 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER