Die Siedler von Catan (gebundene Ausgabe) / Rebecca Gablé Testbericht

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ab 16,89
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Erfahrungsbericht von galeria

Ein Brettspiel wird zum Roman

Pro:

einfach nur schön

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

Das Spiel kennen sicherlich viele, es ist das Brettspiel des Jahres 1995 geworden und mittlerweile sollen es schon 10 Millionen Menschen spielen. Ich stand noch nie so besonders auf Brettspiele, deshalb kann ich leider nichts dazu sagen. Aber ich liebe Rebecca Gables historische Romane und da war`s natürlich nur zu logisch, dass das neueste Buch von ihr "Die Siedler von Catan" ganz fix gekauft wurde. Nun hab ich`s endlich gelesen und bin schon wieder furchtbar traurig, dass ich`s so schnell durch hatte.

Kurz zum Inhalt:

Osmund und Candamir leben in Elasund und sind seit jeher die besten Freunde. Das Leben ist nicht das leichteste - karges Land macht den Ackerbau unmöglich. Schafe und Rinder sorgen für Nahrung und Kleidung. Und das Meer bringt Fische und Robbenfleisch und ab und an einen Wal. Eigentlich könnte man so ein Leben aushalten, auch wenn die Winter sehr hart und mit eisigen Schneestürmen übers Land ziehen. Doch regelmäßig wird Elasund vom Meer her von Überfällen heimgesucht, Frauen und Kinder in die Sklaverei verschleppt, Männer getötet. Jeder Winter wird zur Belastungsprobe, weil so viele am Hunger sterben müssen. Dass das nicht so weitergehen kann, das sieht inzwischen fast jeder ein und so wird eines Tages beschlossen Elasund zu verlassen.

Olaf, der Reichste des Dorfes, erzählt von einer Insel im Südwesten, die er bei seinen Kauffahrten über die Meere nach einem schweren Sturm durch Zufall fand. Eine Insel mit fetter saftiger Erde und einem warmen Klima. Mit neun Schiffen und ca. 200 Menschen an Bord fahren sie aufs Geratewohl in eine ungewisse Zukunft.

Bald ist auch die Sturmzone erreicht, acht Tage lang dauert er an und prüfte die Menschen aufs Äußerste. Und dann Stille und kein Land in Sicht. Ein zweiter Sturm aber brachte ihnen die ersehnte Insel und mit Sack und Pack ging man von Bord und begann Kundschafter auszuschicken. Diese Insel erweist sich als riesig, das Land ist voll von Bodenschätzen, ertragreichem Boden, dichtem Wald und Herden von Kühen, wilden Pferden und Ziegen. Und man beginnt mit dem Aufbau eines Dorfes.

Aber der Mensch ist niemals zufrieden, so auch Olaf, dessen Stellung lange nicht mehr die selbe ist wie vorher. Inzwischen ist jeder ein reicher Mann, da die Insel genug für alle abwirft. Olaf ist zudem noch ein brutaler Schinder, der alles und jeden gegeneinander ausspielt. So hat er bald nur sehr wenige Freunde, dafür um so mehr Feinde. Dazu kommt noch, dass der Sklave Austin, der Candamir gehört, ein christlicher Mönch ist und sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Bewohner dieser Insel zum christlichen Glauben zu bekehren und die traumhafte Insel wird bald zum Alptraum.......

Da setzen sich zwei Historienfans hin und basteln einen Roman. Klaus Teuber, Erfinder des Brettspiels "Die Siedler von Catan", las Rebecca Gables Romane und war fasziniert (kein Wunder, die Frau schreibt einfach klasse!). Er sprach sie an ob sie interessiert wäre - und Gott sei Dank war sie`s! Liest man diese Geschichte, fühlt man sich sofort versetzt in eine andere Welt, unwillkürlich musste ich an "Anno 1503" denken, dieses Aufbauspiel für den PC. Von klein auf an mit Nichts beginnen und eine neue Welt schaffen. Jegliche Arbeiten, sei es zuerst das Holzhacken, Felder roden, Saatgut ausbringen, Häuser bauen oder später Eisenerz fördern, es zu schmieden - all das wird lebendig in diesem Roman, man hat es bildlich vor Augen, wie anstrengend es teilweise war...und wie glücklich die Menschen hätten sein können, wenn nicht - ja wenn es nicht zu diesem Glaubenskrieg gekommen wäre. Seit jeher beteten die Menschen Odin, Thor und Freyr an - und dann bekommt ein Christ Gehör.

Dieses Buch ist einfach nur schön. Mir fehlen die Worte dafür es zu beschreiben. Jeder einzelne Charakter wird so lebensnah dargestellt, dass man sich hineinversetzen kann, mit den Menschen leidet, sich mit ihnen freut, mit ihnen auf dieser Insel lebt und jede noch so schwere Last trägt. Man bangt und bibbert um sie, als wär man dabei gewesen. Auch wenn es zum größten Teil eine fiktive Geschichte ist, so sind doch auch historisch belegte Tatsachen in ihr enthalten, die das Leben der Wikinger beschreiben, ihre Orgien, ihre Riten und das alltägliche Leben. Eine wunderschön erzählte Geschichte gewürzt mit Spannung und Abenteuer aus längst vergangenen Tagen - genauso muss ein Buch für mich sein. Seit langem mal wieder was richtig Gutes! Danke Rebecca Gable!

Viel Spaß beim Lesen!
Eure Galeria.

PS: Ich bin schon fast überzeugt davon, mir das Brettspiel zu kaufen - aber erst les ich das Buch ein zweites Mal *g*.

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