Genesis Testbericht

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Erfahrungsbericht von Wuschel_F

Invisible Touch - hat den gewissen touch!

Pro:

alles

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Nachdem die Kategorie für meinen anderen CD Bericht noch nicht frei geschaltet ist, hab ich mir gedacht, ich such mir mal ´ne CD aus dem Schrank, die mal ausnahmsweise nicht mit Punk zu tun hat – jaja, der Wuschel hört auch noch andere Musik!!!
Es handelt sich um eines meiner Lieblings-Alben von Genesis, nämlich „Invisible touch“. Wie das mit meiner Vorliebe für Deutsche Punk Musik zusammen passt? – Fragt mich nicht, ich bin eben sehr vielseitig ;-)
Gekauft hab ich sie – oh Mann, schon lange her, für ca. 9,99DM an irgendeinem Wühltisch. Aktueller Preis bei amazon wären neu: 9,25€ und gebraucht schon ab 3€, da kann man doch nichts verkehrt machen!!!



ZUR BAND
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Da die Geschichte der Band weit zurückreicht, werde ich versuchen, mich so kurz wie möglich zu fassen:
Die Anfänge der Band sind im Jahre 1966 zu suchen, wo sich die beiden konkurrierenden Schülerbands des Charterhouse Internats in der feudalen englischen Grafschaft Surrey zusammenschlossen. Die eine Band hieß „Anon“ und bestand aus Mike Rutherford und Anthony Phillips und die andere nannte sich „The Garden Wall“ und bestand aus Peter Gabriel, Tony Banks und Chris Stewart. Die neue Band nannte sich erst „New Anon“, wurde aber 1967 unter dem Namen „Genesis“ unter Vertag genommen. Ihr Debütalbum „From Genesis to revelation“ und erscheint 1969 noch mit John Silver am Schlagzeug.
Als die Band 1969 einen neuen Drummer suchte, stieß Phil Collins zur Band und übernahm diese Aufgabe.
In den Jahren 1971 – 1975 erscheinen 4 erfolgreiche Alben der Band (siehe Diskografie), dennoch steigt Peter Gabriel 1975 aus der Band aus.
Nachdem die Band lange nach einem neuen Sänger gesucht hatte und viele schon das Ende der Band propagierten, entschloss sich Phil Collins, diesen Part zu übernehmen. Nachdem sich zuvor alles um Peter Gabriel und dessen theatralische Bühnenvorstellungen drehte, wurde nun die Musik in den Vordergrund gestellt und der Erfolg der Band wuchs.
Seit 1978 waren Genesis dann nur noch zu dritt: Phil Collins (Schlagzeug, Gesang, Perkussion), Mike Rutherford (Gitarre, Bass) und Tony Banks (Keyboard, Synth. Bass). Der Erfolg aber wuchs dennoch stetig an. Das Album „We can´t dance“ wurde zu ihrem erfolgreichsten Album überhaupt (Platz 1 der Albumcharts in Deutschland, England und Amerika!)
Ab 1981 begann Phil Collins auch Solo seine Karriere und auch Mike Rutherford gründete seine eigene Band „Mike & the Mechanics“ (auch sehr gute Band).
Als Mitte der 90er erneut der Sänger der Band ausschied, weil sich Phil Collins seinen Soloprojekten widmen wollte, stieg der Sänger der Band Stiltskin (Ray Wilson) ein. Auch das in dieser Besetzung entstandene Album „Calling all stations“ verkaufte sich ganz gut, trotz neuer, etwas härterer Tonart.



DISKOGRAFIE
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1969 From Genesis to revelation
1970 Trespass
1971 Nursery Crime
1972 Foxtrott
1973 Selling England by the pound
1973 live
1974 The lamb lies down on Broadway
1975 A trick of the tail
1976 Wind and wuthering
1977 Seconds out
1978 …and then there were three
1980 Duke
1981 Abacab
1982 Three sides live
1983 Genesis
1986 Invisible touch
1991 We can´t dance
1991 Turn it on again
1992 The way we walk Vol. 1: The Shorts
1993 The way we walk Vol. 2: The Longs
1997 Calling all stations




COVER
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Das Cover hat eine weiße Hintergrundfarbe, darauf abgebildet ist eine Hand, über einem Viereck. Etwas schwer zu beschreiben, die Hand scheint in dieses seltsam gemusterte Viereck ein zu tauchen. In dem Viereck erkennt man vage die Umrisse von 4 unterschiedlich großen Personen. Ich schätze es soll etwas von dem CD Titel verkörpern, eine „Unsichtbare Berührung“.



BOOKLET
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Es enthält auf 11 Seiten (inkl. Cover ohne Rückseite) Bilder der Bandmitglieder, sämtliche Texte der Lieder der CD und wenige Angaben zur Band und der CD. Hinterlegt sind die Seiten mit dem seltsamen Muster auf dem Viereck des Covers und bilden somit eine Weiterführung dieses Themas.



CD SELBST
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Titel
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1. Invisible Touch (3:29)
2. Tonight, tonight, tonight (8:53)
3. Land of confusion (4:46)
4. In too deep (5:02)
5. Anything she does (4:09)
6. Domino: Part one – In the glow of the dark, Part two – The last Domino (10:45)
7. Throwing it all away (3:51)
8. The Brazilian (4:50)

Zu 1 – “Invisible Touch”
Mich fasziniert ja schon allein immer die Stimme von Phil Collins, aber das sei jetzt mal dahin gestellt…
Ein etwas ruhigeres Lied zum Anfang, mit einem netten Zwischenspiel und einem eingängigen Refrain. Ich denke, dass es ohnehin jeder kennt, oder nicht?
Mir gefällt besonders der Schluss, bei dem Mike und Tony den Refrain im Kanon mit Phil singen.
Zum Text nur soviel: Phil singt von einer Frau in die er sich verliebt hat, weil sie einfach eine magische Anziehungskraft auf alle auswirkt.

Zu 2 – “Tonight, tonight, tonight”
Schon der Beginn zu diesem Lied ist phantastisch. Es erzeugt eine tolle Atmosphäre, bei der ich automatisch an „Nacht“ denken muss, auch wenn ich noch keinen Ton von dem Lied gehört habe und selbst, wenn man nicht den Titel kennt kommt einem dieser Gedanke als erstes in den Sinn. Dieses Motiv wird in den Grundzügen durch das ganze Lied fortgesetzt. Im 2. drittel folgt ein instrumentales Zwischenspiel, das eine gewisse Spannung aufbaut und mit sphärischen Klängen unterlegt ist. Dieser instrumentale Teil dauert an die 2 Minuten (aber dafür ist das Lied ja auch über 8 Minuten lang. Anschließend folgt der Höhepunkt des Liedes, in dem Phil schon der Verzweiflung nahe singt „If you´ll just help get me out of here!“.
Worum es geht? Der Sänger hat ein ernsthaftes Problem, eine schwere Last und erhofft sich von seinem Ansprechpartner Hilfe, weil er alles wieder in die rechte Bahn bringen will.

Zu 3 – “Land of confusion”
Mein absoluter Favorit, wozu wohl auch das Klasse Video seinen Teil beigetragen hat. Kennt bestimmt jeder, Ronald Reagan stürmt als Superman verkleidet ins Weiße Haus…mit den Figuren aus „Spitting-Images“ (Deutsches Pendant war „Hurra Deutschland“).
Schon der Anfang von dem Lied ist stark und löst bei mir eine Gänsehaut aus. Die Hintergrundmusik unterstreicht wieder einmal perfekt den Text des Liedes. Besonders gekonnt ist auch etwa zur Hälfte des Liedes der absolute Bruch, ein textlicher Rückblick „I remember long ago…“, wo die Musik ruhiger und verträumter ist, bis er zurück in die Realität gerissen wird und das ursprüngliche Thema wieder aufgenommen wird.
Es geht darum, dass wir selbst anpacken müssen, um diese Welt wieder lebenswert zu machen, Eine Kritik an der Herrschenden Klasse (dafür bin ich ja eh immer zu haben ;-) ).

Zu 4 – “In too deep”
Ein sehr ruhiger Titel, genau an der richtigen Stelle der CD, wie ich finde. Hier kommen besonders gut die gesanglichen Qualitäten von Phil Collins zum Vorschein.
Nicht viel musikalische Höhen und Tiefen, aber schön zum Entspannen, Träumen, …
Der Text handelt von einer Trennung, daher auch die melancholische Melodie. Zu solchen texten ist wohl wenig zu sagen ;-)

Zu 5 – “Anything she does”
Dieses Lied ist wohl das genaue Gegenteil zum Vorsong, ein schneller, harter Einstieg, bis der etwas melodischere Refrain folgt. Am Schluss steigen wieder die anderen Bandmitglieder zu einer Art Kanon oder Wechselgesang ein.
Es geht schon wieder um Liebe, eine unerfüllte Liebe, da sich der Sänger darüber im Klaren ist, dass er sie nie bekommen kann.

Zu 6 – “Domino”
Auch ein hammermäßiges Stück und besteht aus 2 Teilen.
Es beginnt mit leichten sphärischen Klängen, der sanfte Gesang stimmt ein ..... auf einmal wechselt die Stimmung, es wird härter und schließlich verzweifelter, was auch mit dem Text zu tun hat. Ein Mann am Rande der Verzweiflung, weil seine Freundin ihn verlassen hat und er besonders Nachts von Alpträumen und Visionen geplagt wird („as I try to pass another long and sleepless night, a hundret crazy voices call my name“). Ganz ruhig kommen die Zeilen „In silence and darkness we held each other near that night we prayed it would last forever“, die den 2. Teil „The last Domino“ einleiten. und dann beginnt nach knapp 5 Minuten der Höhepunkt (war vor allem auf dem Konzert grandios!), der Rhythmus wird sehr schnell, es ist die Phase, in der der Sänger seltsame Visionen hat („Blood on the windows, …take a look at the mountains, take a look at the beautiful rivers of blood – the liquid surrounds me, I fight to rise from this river of hell….“), bis die Musik wieder ruhiger und getragener wird. Er hat sich damit abgefunden, dass sie weg ist und weiß jetzt „there´s nothing you can do when you´re the next in the line – You´ve got to go Domino“ (bezieht sich auf den Titel, den Domino-Effekt).

Zu 7 – “Throwing it all away”
Zum Text: ein Versuch die Geliebte davon abzubringen die Beziehung zu beenden und alles hinzuwerfen.
Zur Musik: Hier ist wieder der Anfang sehr gelungen, eine nette, ruhige Melodie. Das ganze Lied ist wieder sehr ruhig gehalten und der Gesang steht im Vordergrund. Bis auf den Refrain zwischendurch ist das Lied relativ eintönig, was aber keinesfalls im negativen gesehen werden darf, sondern genau der Stimmung entspricht, die das Lied erzielen will.

Zu 8 – “The Brazilian”
Dies ist ein überaus gelungenes Instrumentalstück, welches beweist, dass man nicht immer unbedingt Gesang benötigt, um ein Lied hörenswert zu machen.
Zu Beginn denkt man sich erstmal – nette Melodie, aber nichts Brasilianisches, was der Titel einen vermuten lassen würde. Ich bin nicht der Meister, wenn es geht Instrumentalstücke zu beschreiben. Ich würde sagen es ist sehr abwechslungsreich, baut eine gerade zu dramatische Stimmung auf, bis die Geigen dies durchbrechen und die Spannung etwas nehmen. Besonders gut kommt die Stimmung heraus, wenn man möglichst viele Boxen gut im Raum verteilt hat, weil dann aus jeder Ecke des Raumes ein anderes Instrument erklingt und das Ganze die Stimmung noch verstärkt. Zum Schluss klingt das Lied einfach immer leiser aus.


Hintergrundinfos
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Als das Album 1986 erschien, standen Genesis zum ersten Mal in den USA mit einer CD an der Spitze der Charts, auch in England und Deutschland hatten sie Top-Platzierungen. Ein einzigartiges Phänomen in der US-Geschichte aber war, dass alle 5 (!) Singles, die aus diesem Album ausgekoppelt wurden es in die amerikanischen Top5 schafften.



FAZIT
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Wie schon gesagt, eines meiner liebsten Alben der Band und wohl auch eines meiner liebsten Alben überhaupt. Die Musik ist absolut perfekt komponiert, was auch daher kommt, dass sich drei geniale Musiker völlig unvoreingenommen zusammengesetzt haben und erst zusammen die Ideen zu den Songs entwickelt haben. Es ist keine Sammlung der einzelnen Solo-Projekte, sondern ein Werk, dass zusammen in etlichen Sessions erarbeitet wurde. Man muss bedenken, dass die letzte gemeinsame Platte bereits 3 Jahre zurücklag und die einzelnen Mitglieder der Band in der Zwischenzeit Solo aktiv waren. Das Album ist sehr abwechslungsreich und reicht vom ruhigen Liebeslied bis zum sozialkritischen Werk. Der Gesang von Phil Collins überzeugt immer wieder aufs Neue und es gelingt der Band immer allein durch die musikalische Hinterlegung die passende (und absolut überzeugende) Stimmung zu erzeugen.
Wie ihr seht bin ich absolut begeistert und will an dieser Stelle auch nicht noch mehr dazu sagen. Ich denke, es ist ein Werk, da in keinem Plattenschrank (oder CD-Regal) fehlen sollte!!!!


Das war´s jetzt endgültig! Danke für´s lesen, Bewerten und Kommentieren.
Liebe Grüße vom Wuschel


(1835 Wörter – so viel ;-) )

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