Schwesternmord (gebundene Ausgabe) / Tess Gerritsen Testbericht
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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
+++ Die tödliche Vergangenheit von Dr. Maura Isles +++
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
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Kurzinhalt
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Die Zwillingsschwester von Dr. Maura Isles, von deren Existenz sie keine Ahnung hatte, wird von ihrem Haus ermordet. Zur gleichen Zeit verschwindet eine hochschwangere junge Frau. Je weiter Maura in die Vergangenheit zurückkehrt, umso mehr zeigt sich, dass diese beiden Fälle etwas miteinander zu tun haben…
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Inhalt
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Als die Pathologin Dr. Maura Isles von einer Konferenz aus Frankreich zurückkehrt, kann sie ihren Augen kaum trauen. Vor ihrem Haus flackern die Lichter der Steifenwagen und jeder schaut sie an, als ob sie einem Geist begegnen. Der Grund wird in einem späteren Gespräch mit den Ermittelnden Jane Rizzoli, mittlerweile im achten Monat schwanger, und Frost klar. Eine Frau wurde erschossen in einem Auto vor ihrem Haus aufgefunden. Doch das erklärt noch nicht das Verhalten der Polizisten und Schaulustigen, als sie Maura sehen. Die Ermordete sieht Maura aber zum Verwechseln ähnlich und daher hielt jeder sie für tot. Des Rätsels Lösung findet sich nach einem DNA-Test, der die Wahrheit ans Licht bringt. Maura ist ein Adoptivkind und weiß nichts über ihre wahre Herkunft. Bis jetzt. Die Ermordete ist nämlich ihre Zwillingsschwester. Doch was hatte sie vor Mauras Haus zu suchen? Schließlich mischt sich Detective Rick Ballard in die Ermittlungen ein, der mit dem Opfer bekannt war. Anna, so hieß Mauras Zwillingsschwester, war auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Liebhaber. Ballard kümmerte sich in diesem Zusammenhang um sie, war aber in gewisser Weise auch mehr als ein Freund. Er wollte ihr helfen, die Wahrheit über ihre Familie herauszufinden. Schließlich verschwindet eine junge Frau namens Mattie Purvis, die hochschwanger ist. Erst Tage später gibt ihr Mann eine Vermisstenanzeige auf. Es fehlt jede Spur von ihr. Indes macht sich Maura auf, das Leben ihrer Schwester zu durchleuchten. Sie fährt zu dem Ort, an dem Anna zuletzt wohnte. Doch dort fühlt sie sich bedroht. Ihr Gefühl scheint sie nicht getrogen zu haben, als auf dem Nachbargrundstück die Leichen eines Ehepaares gefunden werden. Es kommt heraus, dass die Frau im Zeitpunkt ihres Verschwindens hochschwanger war, doch von dem Säugling fehlt jede Spur…
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Meine Meinung
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Im Herbst des vergangenen Jahres wollte ich mir „Body Double“ eigentlich aus den Vereinigten Staaten mitbringen lassen. Doch letztendlich war das Buch dort gerade nicht auffindbar. Mir war nun gar nicht bewusst, dass schon wieder ein neuer Roman von Tess Gerritsen in Deutschland erscheinen sollte. Ich wollte in Darmstadt nur ein paar Besorgungen erledigen, konnte mir aber natürlich einen Blick in den Buchladen nicht verkneifen. Nachdem ich dort erst sehr erfreut war, endlich ein neues Buch von Mo Hayder zu finden, war ich schon fast an der Kasse, als ich mich noch einmal umdrehte und mein Blick auf „Schwesternmord“ von Tess Gerritsen fiel. Es stand außer Frage, dass ich die deutsche Übersetzung – trotz des hohen Preises für die gebundene Ausgabe – sofort haben musste. Ursprünglich bin ich nur durch Zufall an diese Autorin geraten. Im Internet war soviel über „Die Chirurgin“ zu lesen, dass ich neugierig wurde. Zu dieser Zeit war dieses Buch aber ebenfalls nur in gebundener Form erhältlich. Da ich nicht so viel Geld riskieren wollte, ersteigerte ich es mir erst einmal bei Ebay. Mittlerweile habe ich gespannt jeden Teil der Jane-Rizzoli-Serie gelesen, aber auch ihre andere Romane, wie z. B. „Kalte Herzen“ blieben von mir nicht verschont.
Als ich schließlich daheim sofort mit der Lektüre von „Schwesternmord“ begann, konnte ich nicht mehr aufhören. Da konnte selbst die Probeklausur, die ich daheim zur Übung zu schreiben hatte, nichts mehr ändern. Ich wollte einfach wissen, wie die Geschichte voranschreitet. Der aktuelle Roman beginnt mit einem zwölfseitigen Prolog, der sich mit einem Jungen beschäftigt, der ein Mädchen in ein Erdloch eingräbt. Ich hinterfragte erst einmal nicht wirklich, was diese Szene mit der weiteren Story zu tun hatte und vergaß sie für kurze Zeit auch fast. Doch später läuteten dann die Alarmglocken und alles begann sich, zu einem Puzzle zusammenzufügen. Nun war auf einmal klar, welch immense Bedeutung diese erste Szene für die Lösung des späteren Falles hat. Doch nun erst einmal zu dem Tatort, sprich dem Haus von Dr. Maura Iles, ihres Zeichens Pathologin. Allein schon die Tatsache, dass eine Frau ermordet wurde, die ihr absolut ähnlich ist, ließ mir den Atem stocken. Zwar wusste ich aufgrund der Inhaltsangabe schon, dass es sich um ihre Zwillingsschwester handelt, doch Tess Gerritsen zieht den Plot absolut brillant auf und hält die Spannung und steigert sie kontinuierlich immer mehr, bis es zu einem großen Showdown kommt. Während Jane Rizzoli, mittlerweile im achten Monat schwanger und immer noch im Dienst und auf der Jagd nach dem Bösen, und Maura noch über das Leben der Ermordeten rätseln, verschwindet die junge schwangere Mattie Purvis. Zu Beginn scheinen die Fälle völlig parallel zueinander zu verlaufen und überhaupt nichts miteinander zu tun zu haben. Doch je weiter Maura in ihrer Vergangenheit gräbt, umso mehr zeigt sich eine Verbindung. Und diese ist schockierender als man sich vorzustellen vermag. Für Zartbesaitete ist es daher zur bedingt anzuraten, diesen Roman zu lesen, vielleicht sollte man auch gerade werdende Mütter davon abhalten. Selbst mir, die doch einiges an „harter“ Literatur gewohnt ist, zog sich zum Teil der Magen zusammen.
Am Ende blieb für mich nur die große Frage, warum die Behörden all die Jahre davon nichts mitbekommen haben. Ich möchte nun nicht auf Details eingehen, da ich nicht zuviel verraten möchte, da sicherlich noch der eine oder andere unter euch ist, der diesen Thriller ebenfalls lesen möchte.
Neben dem hohen Spannungsfaktor zeigt Tess Gerritsen aber auch, dass sie mit ihren Charakteren umzugehen weiß. Gerade auf Maura Isles legt sie diesmal sehr viel wert und stellt das sensible Thema der Identitätsfindung von Adoptivkindern sehr gut dar. Es ist zwar nicht der typische Fall, den Gerritsen hier präsentiert, aber sie zeigt dennoch sehr gut die Problematik auf, wie es ist, mit einer Vergangenheit bzw. einer Familie konfrontiert zu werden, vor der man besser die Augen verschlossen hätte. Nachdenklich stimmt dieses Thema daher, inwieweit unsere Entwicklung wirklich von den Genen oder dem Umfeld, in dem wir aufwachsen, letztendlich bestimmt wird. Denn Maura fällt schließlich aus dem Rahmen. Oder lauert doch das Böse in ihr? Diese Selbstzweifel, die im Laufe des Romans immer wieder auftauchen, stellt Gerritsen sehr einfühlsam dar und man konnte die Gefühle von Maura wirklich gut mit den „Händen packen“, soll heißen, nachvollziehen. Sie erschienen irgendwie real. Ihre Einsamkeit, nunmehr auch nach der Scheidung von Victor, ein Adoptivkind, das rein gar nichts über seine Herkunft weiß und nun mit einer Zwillingsschwester konfrontiert wird und die schreckliche Wahrheit über ihre Familie herausfinden muss. Allein damit hätte Tess Gerritsen schon die Spannung aufrechterhalten können.
Doch sie verwebt beide Erzählstränge sehr gut miteinander und hat einen exzellenten Thriller geschaffen, der seinesgleichen sucht. Noch einmal kurz zurück zu den Charakteren. Ab und an drängte sich zwar die Frage auf, warum Jane Rizzoli im achten Monat noch durch die Ermittlungen „watschelt“, aber die Beschreibungen waren ab und an sogar amüsant. Und es zeigte sie von einer verletzlicheren Seite. Und mittlerweile hat auch Jane wohl ihren Platz in der Welt gefunden und zeigt sich etwas menschlicher und verständnisvoller. Eben nicht mehr einfach der harte Cop, der Gewalt bereits am eigenen Leib spüren musste.
Vorkenntnisse der anderen drei Romane „Die Chirurgin“, „Der Meister“ sowie „Die Todsünde“ braucht man eigentlich nicht. Ab und an wird ein Thema aus den drei Vorgängern dieser Serie zwar kurz aufgegriffen, aber an sich nicht die Romane selbständig und können isoliert von den übrigen gelesen werden. So erleichtert die Autorin Neulingen den Einstieg und langweilt auf der anderen Seite ihre Fans nicht. Letztere bekommen ab und an eine Information, die sich auf die Vorgänger bezieht, z. B. Janes Erlebnisse mit dem Serienmörder, ihre Schwangerschaft und Mauras „Beziehung“ zu dem Geistlichen Daniel. Die Autorin hat damit wunderbar die Balance gefunden.
Von mir gibt es jedenfalls eine Leseempfehlung und ich rate euch dazu, euch genug Zeit zu nehmen, falls ihr mit diesem Roman beginnt, da ihr sicherlich so schnell nicht wieder aufhören werdet…
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Das Buch
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„Schwesternmord“ erschien in Deutschland erstmals im Juni 2005 bei Limes. Der Roman umfasst 415 Seiten und ist unter der ISBN 3-8090-2503-8 für 21,90 Euro im Handel erhältlich.
Im Original erschien das Werk unter dem Titel „Body Double“ bereits im Jahr 2004 bei Ballantine Books. Übersetzt ins Deutsche wurde es von Andreas Jäger.
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Die Autorin
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Vor ihrer Karriere als Schriftsteller war Tess Gerritsen als Ärztin tätig. Sie lebt mit ihrem Mann Jacob und en beiden Söhnen in Camden, Maine.
(Quelle: Autorinneninfo in „Schwesternmord“)
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Mehr von Tess Gerritsen
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1. Kalte Herzen
2. Gute Nacht, Peggy Sue
3. Trügerische Ruhe
4. Roter Engel
5. In der Schwebe
6. Die Chirurgin
7. Der Meister
8. Todsünde
9. Schwesternmord
(copyright by Laura Thoma, Juni 2005)
Kurzinhalt
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Die Zwillingsschwester von Dr. Maura Isles, von deren Existenz sie keine Ahnung hatte, wird von ihrem Haus ermordet. Zur gleichen Zeit verschwindet eine hochschwangere junge Frau. Je weiter Maura in die Vergangenheit zurückkehrt, umso mehr zeigt sich, dass diese beiden Fälle etwas miteinander zu tun haben…
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Inhalt
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Als die Pathologin Dr. Maura Isles von einer Konferenz aus Frankreich zurückkehrt, kann sie ihren Augen kaum trauen. Vor ihrem Haus flackern die Lichter der Steifenwagen und jeder schaut sie an, als ob sie einem Geist begegnen. Der Grund wird in einem späteren Gespräch mit den Ermittelnden Jane Rizzoli, mittlerweile im achten Monat schwanger, und Frost klar. Eine Frau wurde erschossen in einem Auto vor ihrem Haus aufgefunden. Doch das erklärt noch nicht das Verhalten der Polizisten und Schaulustigen, als sie Maura sehen. Die Ermordete sieht Maura aber zum Verwechseln ähnlich und daher hielt jeder sie für tot. Des Rätsels Lösung findet sich nach einem DNA-Test, der die Wahrheit ans Licht bringt. Maura ist ein Adoptivkind und weiß nichts über ihre wahre Herkunft. Bis jetzt. Die Ermordete ist nämlich ihre Zwillingsschwester. Doch was hatte sie vor Mauras Haus zu suchen? Schließlich mischt sich Detective Rick Ballard in die Ermittlungen ein, der mit dem Opfer bekannt war. Anna, so hieß Mauras Zwillingsschwester, war auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Liebhaber. Ballard kümmerte sich in diesem Zusammenhang um sie, war aber in gewisser Weise auch mehr als ein Freund. Er wollte ihr helfen, die Wahrheit über ihre Familie herauszufinden. Schließlich verschwindet eine junge Frau namens Mattie Purvis, die hochschwanger ist. Erst Tage später gibt ihr Mann eine Vermisstenanzeige auf. Es fehlt jede Spur von ihr. Indes macht sich Maura auf, das Leben ihrer Schwester zu durchleuchten. Sie fährt zu dem Ort, an dem Anna zuletzt wohnte. Doch dort fühlt sie sich bedroht. Ihr Gefühl scheint sie nicht getrogen zu haben, als auf dem Nachbargrundstück die Leichen eines Ehepaares gefunden werden. Es kommt heraus, dass die Frau im Zeitpunkt ihres Verschwindens hochschwanger war, doch von dem Säugling fehlt jede Spur…
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Meine Meinung
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Im Herbst des vergangenen Jahres wollte ich mir „Body Double“ eigentlich aus den Vereinigten Staaten mitbringen lassen. Doch letztendlich war das Buch dort gerade nicht auffindbar. Mir war nun gar nicht bewusst, dass schon wieder ein neuer Roman von Tess Gerritsen in Deutschland erscheinen sollte. Ich wollte in Darmstadt nur ein paar Besorgungen erledigen, konnte mir aber natürlich einen Blick in den Buchladen nicht verkneifen. Nachdem ich dort erst sehr erfreut war, endlich ein neues Buch von Mo Hayder zu finden, war ich schon fast an der Kasse, als ich mich noch einmal umdrehte und mein Blick auf „Schwesternmord“ von Tess Gerritsen fiel. Es stand außer Frage, dass ich die deutsche Übersetzung – trotz des hohen Preises für die gebundene Ausgabe – sofort haben musste. Ursprünglich bin ich nur durch Zufall an diese Autorin geraten. Im Internet war soviel über „Die Chirurgin“ zu lesen, dass ich neugierig wurde. Zu dieser Zeit war dieses Buch aber ebenfalls nur in gebundener Form erhältlich. Da ich nicht so viel Geld riskieren wollte, ersteigerte ich es mir erst einmal bei Ebay. Mittlerweile habe ich gespannt jeden Teil der Jane-Rizzoli-Serie gelesen, aber auch ihre andere Romane, wie z. B. „Kalte Herzen“ blieben von mir nicht verschont.
Als ich schließlich daheim sofort mit der Lektüre von „Schwesternmord“ begann, konnte ich nicht mehr aufhören. Da konnte selbst die Probeklausur, die ich daheim zur Übung zu schreiben hatte, nichts mehr ändern. Ich wollte einfach wissen, wie die Geschichte voranschreitet. Der aktuelle Roman beginnt mit einem zwölfseitigen Prolog, der sich mit einem Jungen beschäftigt, der ein Mädchen in ein Erdloch eingräbt. Ich hinterfragte erst einmal nicht wirklich, was diese Szene mit der weiteren Story zu tun hatte und vergaß sie für kurze Zeit auch fast. Doch später läuteten dann die Alarmglocken und alles begann sich, zu einem Puzzle zusammenzufügen. Nun war auf einmal klar, welch immense Bedeutung diese erste Szene für die Lösung des späteren Falles hat. Doch nun erst einmal zu dem Tatort, sprich dem Haus von Dr. Maura Iles, ihres Zeichens Pathologin. Allein schon die Tatsache, dass eine Frau ermordet wurde, die ihr absolut ähnlich ist, ließ mir den Atem stocken. Zwar wusste ich aufgrund der Inhaltsangabe schon, dass es sich um ihre Zwillingsschwester handelt, doch Tess Gerritsen zieht den Plot absolut brillant auf und hält die Spannung und steigert sie kontinuierlich immer mehr, bis es zu einem großen Showdown kommt. Während Jane Rizzoli, mittlerweile im achten Monat schwanger und immer noch im Dienst und auf der Jagd nach dem Bösen, und Maura noch über das Leben der Ermordeten rätseln, verschwindet die junge schwangere Mattie Purvis. Zu Beginn scheinen die Fälle völlig parallel zueinander zu verlaufen und überhaupt nichts miteinander zu tun zu haben. Doch je weiter Maura in ihrer Vergangenheit gräbt, umso mehr zeigt sich eine Verbindung. Und diese ist schockierender als man sich vorzustellen vermag. Für Zartbesaitete ist es daher zur bedingt anzuraten, diesen Roman zu lesen, vielleicht sollte man auch gerade werdende Mütter davon abhalten. Selbst mir, die doch einiges an „harter“ Literatur gewohnt ist, zog sich zum Teil der Magen zusammen.
Am Ende blieb für mich nur die große Frage, warum die Behörden all die Jahre davon nichts mitbekommen haben. Ich möchte nun nicht auf Details eingehen, da ich nicht zuviel verraten möchte, da sicherlich noch der eine oder andere unter euch ist, der diesen Thriller ebenfalls lesen möchte.
Neben dem hohen Spannungsfaktor zeigt Tess Gerritsen aber auch, dass sie mit ihren Charakteren umzugehen weiß. Gerade auf Maura Isles legt sie diesmal sehr viel wert und stellt das sensible Thema der Identitätsfindung von Adoptivkindern sehr gut dar. Es ist zwar nicht der typische Fall, den Gerritsen hier präsentiert, aber sie zeigt dennoch sehr gut die Problematik auf, wie es ist, mit einer Vergangenheit bzw. einer Familie konfrontiert zu werden, vor der man besser die Augen verschlossen hätte. Nachdenklich stimmt dieses Thema daher, inwieweit unsere Entwicklung wirklich von den Genen oder dem Umfeld, in dem wir aufwachsen, letztendlich bestimmt wird. Denn Maura fällt schließlich aus dem Rahmen. Oder lauert doch das Böse in ihr? Diese Selbstzweifel, die im Laufe des Romans immer wieder auftauchen, stellt Gerritsen sehr einfühlsam dar und man konnte die Gefühle von Maura wirklich gut mit den „Händen packen“, soll heißen, nachvollziehen. Sie erschienen irgendwie real. Ihre Einsamkeit, nunmehr auch nach der Scheidung von Victor, ein Adoptivkind, das rein gar nichts über seine Herkunft weiß und nun mit einer Zwillingsschwester konfrontiert wird und die schreckliche Wahrheit über ihre Familie herausfinden muss. Allein damit hätte Tess Gerritsen schon die Spannung aufrechterhalten können.
Doch sie verwebt beide Erzählstränge sehr gut miteinander und hat einen exzellenten Thriller geschaffen, der seinesgleichen sucht. Noch einmal kurz zurück zu den Charakteren. Ab und an drängte sich zwar die Frage auf, warum Jane Rizzoli im achten Monat noch durch die Ermittlungen „watschelt“, aber die Beschreibungen waren ab und an sogar amüsant. Und es zeigte sie von einer verletzlicheren Seite. Und mittlerweile hat auch Jane wohl ihren Platz in der Welt gefunden und zeigt sich etwas menschlicher und verständnisvoller. Eben nicht mehr einfach der harte Cop, der Gewalt bereits am eigenen Leib spüren musste.
Vorkenntnisse der anderen drei Romane „Die Chirurgin“, „Der Meister“ sowie „Die Todsünde“ braucht man eigentlich nicht. Ab und an wird ein Thema aus den drei Vorgängern dieser Serie zwar kurz aufgegriffen, aber an sich nicht die Romane selbständig und können isoliert von den übrigen gelesen werden. So erleichtert die Autorin Neulingen den Einstieg und langweilt auf der anderen Seite ihre Fans nicht. Letztere bekommen ab und an eine Information, die sich auf die Vorgänger bezieht, z. B. Janes Erlebnisse mit dem Serienmörder, ihre Schwangerschaft und Mauras „Beziehung“ zu dem Geistlichen Daniel. Die Autorin hat damit wunderbar die Balance gefunden.
Von mir gibt es jedenfalls eine Leseempfehlung und ich rate euch dazu, euch genug Zeit zu nehmen, falls ihr mit diesem Roman beginnt, da ihr sicherlich so schnell nicht wieder aufhören werdet…
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Das Buch
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„Schwesternmord“ erschien in Deutschland erstmals im Juni 2005 bei Limes. Der Roman umfasst 415 Seiten und ist unter der ISBN 3-8090-2503-8 für 21,90 Euro im Handel erhältlich.
Im Original erschien das Werk unter dem Titel „Body Double“ bereits im Jahr 2004 bei Ballantine Books. Übersetzt ins Deutsche wurde es von Andreas Jäger.
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Die Autorin
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Vor ihrer Karriere als Schriftsteller war Tess Gerritsen als Ärztin tätig. Sie lebt mit ihrem Mann Jacob und en beiden Söhnen in Camden, Maine.
(Quelle: Autorinneninfo in „Schwesternmord“)
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Mehr von Tess Gerritsen
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1. Kalte Herzen
2. Gute Nacht, Peggy Sue
3. Trügerische Ruhe
4. Roter Engel
5. In der Schwebe
6. Die Chirurgin
7. Der Meister
8. Todsünde
9. Schwesternmord
(copyright by Laura Thoma, Juni 2005)
40 Bewertungen, 4 Kommentare
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02.09.2005, 19:38 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht! LG Dani
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17.07.2005, 23:06 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße tammy
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28.06.2005, 13:51 Uhr von catmother
Bewertung: sehr hilfreichOh, ein neuer Gerritsen, den hab ich mir notiert.
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27.06.2005, 14:15 Uhr von BaBy1987
Bewertung: sehr hilfreichbuchbeschreibung! ;)
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