Gothic 2 (PC Rollenspiel) Testbericht

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ab 17,44
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Erfahrungsbericht von japanoel

Gothic 2

Pro:

Landschaften, interessante Quests, viele Waffen, einfaches und gut gemachtes Aufpowersystem

Kontra:

Sound wiederholt sich, Personen wirken nicht besonders realistisch, öfters langes Hin- und Hergerenne

Empfehlung:

Ja

Für viele galt \"Gothic\" als eines der besten Rollenspiele für den PC, die je entwickelt wurden. Ob sich \"Gothic 2\" als würdiger Nachfolger erwiesen hat, soll hier berichtet werden.

Was einem wohl als erstes ins Auge springt, ist die wahnsinnig detailreiche Grafik. Obwohl sich im Vergleich zum ersten Teil wenig geändert hat, bietet die grafische Darstellung immer noch ein breites Band von wunderschönen Landschaften: realistisch wirkenden Wäldern, weiten Tälern, Gebirge und weiteres. Abgesehen von den Menschen wirkt hier nichts klobig und unförmig wie in manch anderem Rollenspiel, sondern (wie bereits erwähnt) realistisch und bis ins kleinste Detail umgesetzt. Als Beispiel gebe ich die Zweige und Blätter der Bäume an, das Farngewächs am Waldboden, die Sträucher am Wegesrand, wo manch Abenteurer zusätzlich noch die eine oder andere Heilbeere findet, der Schilf am See oder einfach nur die schön mittelalterliche Stadt Khorinis. Ein kleineres Manko mag wohl die Darstellung der Personen sein, die leider alle so ziemlich ähnlich aussehen (gleiche Figur [meistens]; ähnliche Haare etc. ), beim Sprechen alle dieselben Bewegungen mit den Armen machen und auch sonst relativ klobig wirken. Was jedoch wiederum sehr gelungen ist, sind die sehr (! ) vielen nicht-spielbaren Charaktere, die alle auf ihre Weise mit dem Held interagieren, doch dies hängt vom Spieler selbst ab, mit wem er sich entschließt zu sprechen und mit wem er sich lieber nicht einlässt. Die vielen Quests, die die nicht-spielbaren Charaktere meist dem Helden auferlegen, bringen Lernpunkte, die genutzt werden können, um Stärke, Geschick, Umgang mit Bogen/Armbrust/Einhänder/Zweihänder oder Fähigkeiten wie zum Beispiel Schleichen, Schlösser knacken, schmieden und so weiter zu lernen, damit sich der namenlose Held ein breites Maß an Fertigkeiten aneignen kann, was er später auch dringend benötigt, denn der Schwierigkeitsgrad in \"Gothic 2\" ist alles andere als niedrig angelegt.
Wer nicht so viele Quests wie möglich erledigt, genug Lernpunkte abstaubt, und den Helden damit nicht \"aufpowert\", hat bald verloren. Jedoch hat man immer wieder die Chance, dies auszugleichen, denn die meisten Quests sind das ganze Spiel über lösbar.
Was die Steuerung angeht, ist die standard mäßig eingestellte, sehr sehr mühsam zu verstehen, vor allem für Anfänger. Ich spreche hier besonders das Kampfsystem an. Doch zum Glück kann man dies auf eine einfachere Variante umstellen, die den meisten geläufig sein dürfte. So stellt dies kein Problem dar; und die \"Fortgeschrittenen\" können immer sich immer noch an der Standard Einstellung versuchen.
Der Sound ist an sich recht gelungen, wenn auch die Geräusche manchmal etwas nervig sein können. Die Musik ist wahrlich sehr schön und fällt nicht auf die Nerven (am Anfang jedenfalls), da sie das Geschehen sehr dezent untermalt. leider werden die Musikstücke öfters wiederholt, was dann letztendlich doch nicht so prickelnd ist, aber ansonsten kann man an der Musik nicht wirklich viel kritikpunkte finden.

Die Story sollte auch zur Erwähnung kommen. Was am Anfang zwar nicht unbedingt neu wirkt, entpuppt sich im Verlauf des Spiels als recht interessant. Der namenlose Held wird vom Xardas, dem Dämonenbeschwörer (ein alter Freund aus \"Gothic\") erneut zum Leben erweckt, nachdem er die magische Barriere der Strafkolonie der Insel Khorinis zerstörte, in der er neben tausenden Gefangenen sein Dasein fristete. Kaum hat man also diese schwere und hürdenreiche Aufgabe erledigt, fallen einem ein paar schwere Steine auf den Kopf und man ist erstmal so gut wie tot. Doch wie bereits erwähnt, rettet Xardas unserem Held das Leben und erzählt ihm von einer neuen Gefahr, dem Angriff von Drachen. Weil der Held anscheinend den Segen der Götter besitzt (kein Wunder - sonst hätte er diese schwere Aufgabe niemals meistern können), ist er dazu geeignet, in die Stadt Khorinis zu gehen, dem dortigen Paladin-Oberhaupt Lord Hagen zu erzählen, dass er das Auge Innos benötigt; ein Artefakt mit dem man zu Drachen sprechen kann; und anscheinend zuletzt noch die drohende Gefahr abzuwenden.
Leider steht der Held erneut am Anfang; alles Erlernte hat er vergessen und nach starken Rüstungen und Waffen sucht man auch vergebens. Doch es benötigt eben seine Zeit, bis der Namenlose alle seine Stärke wieder erlangt hat. Und an diese schwere Aufgabe, darf sich der Spieler wagen.

Fazit: Ein interessantes Rollenspiel; vielleicht eines der besten in diesem Genre.