Gothika (VHS) Testbericht

Gothika-vhs-thriller
ab 10,15
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

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Erfahrungsbericht von The_Wishmaster

Komm mit mir ins Fegefeuer!

Pro:

...

Kontra:

...

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Letztes Wochenende war wieder einmal ein Besuch im Kino angesagt. Dummerweise laufen momentan viele interessante Filme, so dass die Entscheidung nicht leicht fiel. Aber da er stimmungsmäßig unserer Erwartungen nach am besten zur Spätvorstellung passte, entschieden wir uns für den Streifen "Gothika"...



| ° Story
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Miranda Grey (Halle Berry) ist Kriminalpsychologin und ihre aktuelle Patientin scheint kein leichter Fall zu sein. Die scheinbar geistig verstörte Chloe (Penèlope Cruz) wird ihren Aussagen nach in ihrer Zelle nachts vom Leibhaftigen heimgesucht und sexuell missbraucht. Als rational denkender Mensch sucht Miranda das Problem ihrer Patientin natürlich in irgendwelchen schrecklichen Erlebnissen, die sie nur verdrängt. Wenig später ist Miranda auf dem Nachhauseweg, doch ein schweres Unwetter hat die Hauptstraße unbefahrbar gemacht. Der örtliche Sheriff, zugleich bester Freund ihres Mannes und Anstaltleiters Doug (Charles Dutton), empfiehlt ihr den Weg über eine nahe gelegene Brücke.

Kurz nachdem Miranda besagte Brücke passiert hat, taucht mit einem Mal ein Mädchen mitten auf der Straße auf und zwingt sie zu einem Ausweichmanöver, bei dem ihr Wagen im Graben landet. Miranda steigt aus und bemerkt, wie das Mädchen immer noch regungslos im Regen auf der Straße steht. Als sie sich ihm nähert und es anspricht, geht es urplötzlich in Flammen auf. Die nächste Szene zeigt Miranda, wie sie selbst in der Anstalt aufwacht - als Patientin! Drei Tage lang war sie nicht ansprechbar, noch viel schlimmer ist dagegen, was ihr ihr langjähriger Kollege und erfolgloser Verehrer Pete Graham (Robert Downey jr.) zu erzählen hat: Miranda soll ihren eigenen Mann wie im Wahn bestialisch ermordert und zerstückelt haben. Wie ist das zu erklären? Zudem plagen Miranda auch mit einem Mal erschreckende Visionen. Ist auch sie vom Teufel besessen?



| ° Meine Meinung
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Zugegeben, ich bin eigentlich ohne große Erwartungen in den Film gegangen, immerhin hatte ich zuvor lediglich einmal den Trailer für "Gothika" gesehen und erwartete eine Art Mystery-Streifen. Das ist Gothika aber nur bedingt, wenngleich man vor allem in der ersten Hälfte als Zuschauer doch sehr in diese Richtung gelenkt wird. Die Atmosphäre ist jedenfalls immer passend, vornehmlich spielt sich das Geschehen nämlich in dunklen Gängen, wenig beleuchteten Zimmer und Zellen oder nachts im Regen ab. Natürlich wird so auch auf das ein oder andere Klischee nicht verzichtet, wenn Halle Berry als Ärztin nach ihrem Dienst beispielsweise noch ein paar Bahnen im Klinikeigenen Pool schwimmt oder sie später durch mit Müll und Unrat zugestellte Gänge irrt, der Stimmung ist dies aber dann letztlich doch dienlich.

Die düstere Stimmung ist dabei generell einer der große Pluspunkte des Streifens. Geschickt wird mit Licht und Schatten gespielt, werden Räume nur marginal ausgeleuchtet, um dem Zuschauer die teils beklemmende Atmosphäre näher zu bringen. Immerhin passt die Kombination der Location und der Vorkommnisse perfekt. Manchmal wird aber dann doch ein wenig übertrieben und es kommt einem so vor, als hätte der ein oder andere Aspekt nicht unbedingt sein müssen. Dass immer das Licht flackert, bevor eine geisterhafte Gestalt in Erscheinung tritt ist zwar ein netter Ansatz, hätte aber nicht dermaßen übertrieben eingesetzt werden müssen. Gut platziert sind dagegen die wenigen Schockeffekte. Diese beschränken sich zwar auf die üblichen Verdächtigen (knallende Tür, plötzliches Auftauchen eines Gesichtes, umherflatternde Taube), verfehlen aber ihre Wirkung nicht.

Ein Lob verdient auch so manche schauspielerische Leistung, allen voran die von Oscargewinnerin Halle Berry. Dazu muss ich vielleicht erwähnen, dass mir das frühere Bondgirl bisher alles andere als sympathisch war und ich sie weder beim 007-Abenteuer, noch in ihrer Rolle als X-Woman "Storm" recht bemerkenswert fand. Das ist in Gothika zum Glück nicht (mehr?) der Fall. Endlich beweist Halle Berry, dass sie wirklich gut spielen kann. Zwar nicht in den Momenten als staksige Ärztin, umso mehr dafür aber immer dann, wenn sie die von Visionen und Ängsten gepeinigte Miranda mimt. Diese Rolle nimmt man ihr zu 100% ab und dafür ziehe ich auch den Hut von Berry. Zudem sieht sie mit etwas längeren Haaren auch wirklich hübsch aus, sie kann also in der Tat etwas aus ihrem Typ machen. Schade, dass sie das nicht öfter tut.

Die restlichen Rollen sind zwar teils auch mit bekannten Gesichtern besetzt, verblassen aber im Vergleich zur Hauptakteurin. Penèlope Cruz spielt ihre Rolle als scheinbar irre Chloey glaubhaft, jedoch wird ihrem Charakter insgesamt eine viel zu geringe Rolle zuteil. Ähnlich sieht es mit Robert Downey jr. als Pete aus, der im Rahmen seines Charakters aber wirklich das Beste aus sich herausholt. Die restlichen Schauspieler verdienen eigentlich keine gesonderte Erwähnung, da sie entweder nur kurz in dem Streifen auftauchen oder nicht gerade mit großer Schauspielfähigkeit glänzen. Man nimmt sie als Zuschauer kurz wahr, hat sie aber spätestens nach dem Abspann auch wieder vergessen.

Was bisher nach einem relativ gut gemachten Mystery-Streifen klang, hinterlässt aber bei mir am Ende doch einen mehr als fahlen Nachgeschmack. Ursache ist hierfür die aufkommende Unlogik, mit der man sich immer weiter in Widersprüche verstrickt, je weiter die Story gesponnen wird. Die Ansätze der Geschichte, dass eine eigentliche Kriminalpsychologin selbst als Patientin in der Anstalt landet, hat dabei viel Potential und ist an sich auch nicht schlecht. Nur hat man in der Umsetzung meiner Meinung nach etwas übertrieben. Das bezieht sich vor allem auf den Aspekt der "Geistererscheinungen", die dem Ganzen einen mystischen Touch verleihen sollen. Wenn man weiß, wie sich alles am Ende auflöst, erscheinen diese Visionen eigentlich als absolut unnötig. Man hätte den Streifen auch als Thriller mit Verschwörungscharakter inszenieren können und das hätte der Story meiner Meinung nach auch gut getan.

So aber versucht man im Fahrwasser der Suspense-Thriller der Marke "The Sixth Sense" oder "The Others" mitzuschwimmen, indem man beim Zuschauer den Eindruck erweckt, hier wäre eine okkulte Macht mit im Spiel. Das ist an sich noch kein Verbrechen, nur wurde dieser Aspekt mehr als inkonsequent verfolgt. Auf der einen Seite erscheint das Mädchen Miranda wohl mit der Bitte um Hilfe, wie man als Zuschauer schnell erahnen kann. Auf der anderen Seite malträtiert sie die gute Ärztin aber auch auf's Übelste, als wolle sie sie umbringen. Dann wäre da noch der krasse Gegensatz zwischen Hightech-Zellen mit elektrischer Verriegelunf und Glasscheiben auf der einen und verdreckten Gängen mit defektem Maschendrahtzaun auf der anderen Seite. Alles innerhalb derselben Klinik. Wo liegt hier bitte die Logik?

Zudem erscheint ab einer bestimmten Szene (ich sag nur: Das Bild der Tochter!) der Film in gewisser Weise absolut vorhersehbar, zumindest was das Grundkonzept angeht. Spannung ist ab diesem Zeitpunkt also leider nur noch bedingt vorhanden.
Und für alle, die den Film bereits gesehen haben (ACHTUNG - SPOILER!): Wie bitte um alles in der Welt kann Miranda mit dem Mord an ihrem Ehemann davonkommen? Welches Gericht glaubt denn bitte an Geistert? Denn auch wenn Doug und der Sheriff die Bluttaten begangen habe, so bleibt immer noch Mirandas Mord an Doug. Oder sehe ich da etwas falsch? (SPOILER-ENDE)



| ° Infos
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Titel: Gothika
Originalitel: Gothika
Regie: Mathieu Kassowitz
Drehbuch: Sebastian Gutierrez
Darsteller: Halle Berry, Penèlope Cruz, Robert Downey Jr., Charles Duton, John Carrol Lynch, Bernard Hill, etc.
Land: USA, 2003
Länge: 96 min.
FSK: 16



| ° Fazit
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Letztlich ist Gothika sicherlich alles andere als ein schlechter Film, im Gegenteil. Dank der düsteren Atmosphäre, gut eingesetzter Schockeffekte und einer teils wirklich hervorragenden Halle Berry ist der Streifen für Genre-Freunde auf jeden Fall sehenswert. Die inkonsequente Entwicklung der Story, deren abflachende Spannung ab der Hälfte der Laufzeit und etliche logische Patzer verhindern aber einen wirklichen Hit. Drei Sterne sind somit meines Erachtens nach eine gerechte Wertung für einen Film, der leider weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben ist.



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Purgatorymaster



PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen vom Teufel heimgesucht werden... ;)


Shake Heads!

27 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LittleSparko

    27.12.2006, 20:33 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela