Die purpurnen Flüsse (Taschenbuch) / Jean-Christophe Grange Testbericht

ab 7,39
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von Myhnegon

Wie löscht man eine Identität aus?

Pro:

überwiegend spannend, interessanter Grundgedanke

Kontra:

sehr brutal, teilweise vorhersehbar

Empfehlung:

Ja

Dieses Buch wurde mir von einem (Ex-)Kollegen empfohlen, welcher es mir auch prompt auslieh...

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Die Story
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Nachdem er einen mordenden Hooligan zusammengeschlagen hat, wird der Polizist Pierre Niémans in das Universitätsstädtchen Grenoble strafversetzte, um einen rätselhaften Mord aufzuklären. In einer Felsspalte wurde nämlich der Bibliothekar Rémy Callois verstümmelt und in seltsamen Pose gefunden. In seinen mittlerweile leeren Augenhöhlen wird ein Hinweis gefunden, der Niémans sowie seine Führerin Fanny Ferreira direkt zur Leiche des Krankenpflegers Philippe Sertys führt, welcher offensichtlich ein weiteres Opfer des verrückten Mörders ist.

Parallel dazu wird in einem anderen kleinen Städtchen ein paar hundert Kilometer entfernt der ebenfalls strafversetzte Polizist Karim Abdouf auf einen höchst seltsamen Einruch aufmerksam, der offenbar etwas mit einer Grabschändung in der gleichen Nacht zutun hat. Bei seinen Nachforschungen stößt er zunächst auf den Namen Jude Itéro, welcher einem toten Kind gehört, dessen Spuren und Gesicht auszulöschen sich jemand große Mühe gegeben hat. Seine weiteren Ermittlungen führen ihn direkt nach Grenoble, wo er auf Niémans trifft und gemeinsam finden sie etwas heraus, dass die beiden Fälle nicht nur verbindet, sondern sie auch in große Gefahr bringt...

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Die Aufmachung
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Die Vorderseite zeigt das obige Cover, während man auf der ähnlich gestalteten Rückseite den Kommentar einer Zeitung, den „Waschzettel“, die ISBN-Nr., den Preis, das Logo des Verlags und den Strichcode findet.

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Der Autor (abgeschrieben)
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Jean-Christophe Grange, 1961 in Paris geboren, arbeitet als freier Journalist für \"Paris-Match\", \"Gala\", \"Sunday Times\", \"Observer\", \"El Pais\", \"Spiegel\" und \"Stern\". Seine abenteuerlichen Reportagen führten Grange zu den Eskimos, den Pygmäen, den Tuareg und in die Mongolei. (Quelle: Amazon.de)

Weitere Bücher:
- Der Flug der Störche
- Das Imperium der Wölfe (mit Christiane Landgrebe)
- Der steinerne Kreis (mit Barbara Schaden)

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Weitere Infos
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Das im September 2000 in 1. Auflage bei Bastei Lübbe erschienene Taschenbuch fasst etwa 413 Seiten und hat die ISBN-Nr. 3-404-14403-1. Der damalige Neupreis betrug DM 16,90, während es jetzt bei Amazon als Sonderausgabe für € 6,00 zu bekommen ist. Der Originaltitel des Buches lautet „Les Rivières Pourpres“ und soweit ich weiß wurde es auch verfilmt. Weitere Informationen findet ihr unter www.luebbe.de.

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Meine Meinung
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Leider kann ich nicht gerade behaupten, dass mich das Buch von der ersten Seite an gefesselt hat. Zwar ist es durchaus spannend geschrieben, aber leider auch sehr brutal und ich für meinen Teil kann mich nun mal gar nicht für Metzelszenen á la „Zwischen Fleischfetzen ragten Knochenteile hervor, ein Augapfel hing nur noch an einem Faserstrang.“ (Zitat) erwärmen. Eigentlich ist das sogar schon fast Grund genug für mich, das Buch zur Seite zu legen, aber da es mir wie bereits erwähnt von einem Kollegen empfohlen wurde, habe ich es dennoch weitergelesen.

Im späteren Verlauf des Buches wird die Spannung dann glücklicherweise auf etwas subtilere Weise erzeugt, auch wenn hier und dort noch ein paar echt eklige Szenen vorkommen. Dennoch baut der Autor nun mehr auf das Entdecken immer weiterer Fakten, die offenkundig einen Zusammenhang haben, der einem aber wahrlich nicht gleich klar wird. Zwar sind Bruchstücke zu erahnen, aber das ganze Rätsel zu lösen ist nicht so einfach, zumal immer wieder neue Informationen hinzukommen, die offenbar wieder nur in weitere Sackgassen führen. Darüber hinaus wurde auch eine Art mystischer Aspekt eingefügt, da man teilweise fast glauben kann, dass es sich um einen Rache nehmenden Geist handelt.

Dennoch hat mich die Entdeckung des Täters nicht wirklich überrascht, da es zumindest zum Teil ziemlich offensichtlich war, wer es sein musste. Das lag unter anderem daran, dass der Autor immer wieder eine gleiche Begebenheit genutzt hat, sodass man fast schon automatisch dahinter kommen musste, dass hier was nicht stimmt. Auch das Ende des Buches hat mir gut gefallen, da es ebenso tragisch wie logisch und dadurch schon etwas besonderes ist. Erschreckend fand ich dagegen, dass so ziemlich alle Charaktere in diesem Buch total durchgeknallt sind, was sowohl für den Mörder, seine Opfer und sogar die ermittelnden Polizisten zählt. Nur eine der wichtigeren Personen scheint einigermaßen „normal“ zu sein, doch diese stirbt dummerweise. Dabei fällt mir ein, dass zumindest das Komplott der Opfer ziemlich originell ist, zumal es ja wohl sogar recht gut funktioniert hat.

Mal abgesehen von dem ganzen Gemetzel ist der Stil immerhin recht leicht lesbar, auch wenn die französischen Namen anfänglich doch etwas gewöhnungsbedürftig sind. Dafür enthält das Buch dann aber auch keine Rechtschreibfehler, was ich als sehr angenehm empfand. Weniger angenehm ist dagegen die durchgängig düstere Stimmung in diesem Buch und die ständig in scheinbar jedem hochkochende Wut, die mir nicht so ganz verständlich ist. Außerdem muss ich sagen, dass einige der Charaktere ein recht außergewöhnliche Vorstellung von Liebe haben, was aber schon fast, aber eben nur fast, zu der ganzen durchgeknallten Atmosphäre passt. Ach ja, im Nachhinein kann ich auch sagen, dass der Autor sehr viele kleine Hinweise eingebaut hat, deren volle Bedeutung einem aber größtenteils erst am Ende aufgeht.

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Fazit
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Da das Buch überwiegend spannend sowie leicht lesbar ist und man regelrecht mitfiebert, bekommt es schon mal ein klares Empfehlenswert, aber da es für meinen Geschmack zu viele Metzelszenen enthält und überdies zumindest teilweise vorhersehbar ist, „nur“ vier Sterne.

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März 2004

27 Bewertungen, 2 Kommentare

  • hjid55

    10.03.2007, 19:56 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • Zigarrenlukas10

    24.07.2004, 21:12 Uhr von Zigarrenlukas10
    Bewertung: sehr hilfreich

    hab beide filme gesehen und die haben mich sehr beeindruckt muss ich sagen. das buch wird sicher auch genauso spannend sein. vielleicht kann ich es auch mal irgendwo lesen. lg Zigarrenlukas10