Granini Trinkgenuß Apfel-Maracuja Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Geschmack:
- Erfrischungsfaktor:
- Eignung zum Durstlöschen:
- Grad der Süße:
Erfahrungsbericht von theConsultant
Verführung und Leidenschaft
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Granini-Genuß des Jahres? Auch wenn das wohl vorvorletztes jahr gewesen sein muss, wollen wir uns das einmal näher ansehen.
„Apfel plus Maracuja“ steht auf dem Etikett. Apfel? Nix neues! Kenn ich! Seit Adam und Eva. Diente angeblich damals schon der Verführung. Nur, der Saft in dieser Flasche, bräunlich trüb, sieht zwar gesund nicht aber gerade verführerisch aus.
Doch der Schein trügt. Die Apfelgelehrten (gibt‘s hierfür nicht einen besseren Ausdruck?) streiten sich zwar noch, ob unser heutiger Kulturapfel seine Ursprünge in den Holzapfelwäldern des Kaukasus hatte oder nicht doch eher von den Nordhängen des Tienshan stammt (in der Umgebung von Almaty, der Hauptstadt Kasachstans). Bezüglich Adam und Eva sind sie sich aber wohl einig, dass Eva gar keinen Apfel benutzte sondern einen Granatapfel.
Wir müssen uns das einmal vorstellen. Das Paradies. Seit der Vertreibung ist ja keiner dorthin zurückgekommen, wir wissen also nicht so genau, wo es lag. Und trotzdem: es muss angenehm temperiert gewesen sein, sonst hätten Adam und Eva schon eher gemerkt, dass sie nackig waren. Wir wissen, dass dort auch frostempfindliche Feigenbäume wuchsen. In dieser Umgebung konnten Apfelbäume kaum sonderlich gedeihen, denn sie brauchen kalte Winter für ihre Entwicklung. Der Begriff „Apfel“ wird also eher eine grosszügige Übersetzung gewesen sein, in Wirklichkeit war es ein Granatapfel. Was machte denn Adam, nachdem ihm Eva die Frucht reichte? Biss er hinein? Mitnichten, das tat Schneewittchen bei den Sieben Zwergen (wenigsten wissen wir, wo das Siebengebirge liegt). Adam „aß davon“, heißt es. So ein Granatapfel hat eine zähe, ungeniessbare Schale. Die Frucht muss daher erst aufgebrochen und dann das Fruchtfleisch mit den kleinen Kernchen mühevoll rausgepopelt werden. Einfach so reinbeißen ist nicht!
Wir sehen also, Äpfel sind noch gar nicht so lange bekannt. Dafür unbelastet, weil in die Geschichte mit der Vertreibung aus dem Paradies nicht involviert.
Doch wie kommen wir zu Maracujas? Ursprünglich mit dem Schiff. Als die Spanischen Eroberer nach Südamerika kamen, da zeigten ihnen die dortigen Indianer eine Frucht, die sie auf Guarani (einer heute noch sehr weit verbreiteten Sprache in Paraguay und den Nachbarregionen) mburukuja nannten, woraus Spanisch später maracuyá wurde, was ja auch etwas eleganter klingt.
Diese Frucht hat eine feste, zähe Schale, und im Innern befinden sich dunkle Kernchen, die locker-schleimig von einem sogenannten „Saftbläschengewebe“ umgeben sind. Weil diese Anordnung sehr an den Granatapfel erinnert (sieht man mal von der tropischen Freizügigkeit im Vergleich zur nah-östlichen Verklemmtheit ab), nannten die Spanier diese Frucht auch Granadilla (= Granatäpfelchen).
Wem das nun zu viele Fremdworte sind, der kann die Maracuja auch halbdeutsch als Passionsfrucht bezeichen. Schon wieder ein merkwürdiger Name? Keineswegs! Die Passionsfrucht hat nämlich ihren Namen von – na, das ist aber jetzt wirklich eine leichte Quizfrage – von der Passionsblume, natürlich! Den Namen Passionsblume oder passiflora prägten Spanische Missionare, die in der Blüte – aber auch wirklich allen Teile der Blüte – Sinnbilder für das Leiden Christi sahen. (Details für die Interessierten am Ende des Berichts).
Eine im wahrsten Sinne des Wortes blühende Fantasie! Das Leiden, das die Eroberer nach Südamerika brachten, hat wohl mehr realen Bezug. Aber vergessen wir diese finsteren Zeiten. Für mich heißt die Passionsfrucht Passionsfrucht, weil meine älteste Tochter Irina sie so leidenschaftlich gerne ist.
Wie konnte es dazu kommen? Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der Passionsfrucht in mehr und mehr tropische Länder: Australien, Südostasien, Afrika und auch die nördlichen Teile Lateinamerikas. Obwohl es mehr als 400 verschiedene Passionblumenarten gibt, sind als Obst vor allem 3 Typen populär: Die rötliche herzförmige Grenadilla (na ja, hab schon besseres gegessen) und die eigentliche eiförmige Passiflora edulis. Diese wiederum gibt es im zwei Unterarten. Die erste, mit etwas kleineren Früchten, ist auberginenfarbig und ganz besonders geeignet zum Rohessen. Die andere, größere, hat eine glänzende gelbe Schale, bringt höhere Erträge, ist auch unempfindlicher gegen Krankheiten, und wird hauptsächlich für die Saftproduktion angebaut.
Abgebildet auf der Graniniflasche ist die dunkelviolette Unterart, obwohl es wahrscheinlicher ist, dass der Saft von der großen gelben Schwester stammt. Aber Papier ist bekanntlich geduldig, und wer garantiert, dass der Apfelsaft aus roten Äpfeln gepresst wurde (wie abgebildet) und nicht vielleicht auch von grünen?
Das Saftverhältnis bei Granini ist 96,5 % zu 3,5%, also nur eine leichte Parfümisierung (wie der Franzose sagt) mit Maracuya. Wasser oder Zucker soll nicht drin sein, nur etwas Vitamin C, ob zur Gesundheitsförderung oder als Konservierungsmittel sei dahingestellt. Bei meinem kürzlichen Aufenthalt in Tanzania hatte ich dagegen das Glück, zum Frühstück reinen Maracujasaft zu bekommen - den ich mir dann allerdings etwas mit frisch gepressten Mandarinensaft mixte, weil er sonst doch reichlich sauer ist.
Für den Heimbedarf wird Maracujasaft übrigens gewonnen, indem man das glibbrige Fruchtfleisch im Mixer zerschlägt und dann einfach durch ein Sieb streicht. Bei den hiesigen Preisen (ich sah kürzlich große gelbe Maracujas bei real zu 1 Euro das Stück) wird das aber wohl kaum einer machen. Bedenkt man, dass Maracujas kaum druckempfindlich sind, und sich bei entsprechender Kühlung mehr als 2 Wochen lang halten, dann ist dieser hohe Preis (im Verhältnis zu den viel größeren und empfindlicheren Mangos) sicher kaum nachzuvollziehen. Ich bezahlte jedenfalls in Dar es Salaam umgerechnet DM 1,60 für das Kilo.
FAZIT:
Der Granini-Trinkgenuss des Jahres ist ein leckerer Apfelsaft, der leicht mit Maracuja aromatisiert wurde. Mit ca 1 Euro als mittlerer Supermarktpreis ist er jedoch ein wenig überteuert.
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Und hier etwas für die Detailverliebten:
Die zehn Blütenblätter symbolisieren 10 Apostel - Judas und Petrus fehlten bei der Kreuzigung. Der Strahlenkranz von Staubfäden sei die Dornenkrone, die 5 Staubblätter die Wundmale, die 3 Griffel die Nägel mit denen Christus ans Kreuz geschlagen wurde, die fünf-fingrigen Blätter die Hand Christi und die Blattranken stünden für die Geißeln seiner Peiniger.
(frei übersetzt nach Stefan Buczacki, „Best Climbers“, London 1994)
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„Apfel plus Maracuja“ steht auf dem Etikett. Apfel? Nix neues! Kenn ich! Seit Adam und Eva. Diente angeblich damals schon der Verführung. Nur, der Saft in dieser Flasche, bräunlich trüb, sieht zwar gesund nicht aber gerade verführerisch aus.
Doch der Schein trügt. Die Apfelgelehrten (gibt‘s hierfür nicht einen besseren Ausdruck?) streiten sich zwar noch, ob unser heutiger Kulturapfel seine Ursprünge in den Holzapfelwäldern des Kaukasus hatte oder nicht doch eher von den Nordhängen des Tienshan stammt (in der Umgebung von Almaty, der Hauptstadt Kasachstans). Bezüglich Adam und Eva sind sie sich aber wohl einig, dass Eva gar keinen Apfel benutzte sondern einen Granatapfel.
Wir müssen uns das einmal vorstellen. Das Paradies. Seit der Vertreibung ist ja keiner dorthin zurückgekommen, wir wissen also nicht so genau, wo es lag. Und trotzdem: es muss angenehm temperiert gewesen sein, sonst hätten Adam und Eva schon eher gemerkt, dass sie nackig waren. Wir wissen, dass dort auch frostempfindliche Feigenbäume wuchsen. In dieser Umgebung konnten Apfelbäume kaum sonderlich gedeihen, denn sie brauchen kalte Winter für ihre Entwicklung. Der Begriff „Apfel“ wird also eher eine grosszügige Übersetzung gewesen sein, in Wirklichkeit war es ein Granatapfel. Was machte denn Adam, nachdem ihm Eva die Frucht reichte? Biss er hinein? Mitnichten, das tat Schneewittchen bei den Sieben Zwergen (wenigsten wissen wir, wo das Siebengebirge liegt). Adam „aß davon“, heißt es. So ein Granatapfel hat eine zähe, ungeniessbare Schale. Die Frucht muss daher erst aufgebrochen und dann das Fruchtfleisch mit den kleinen Kernchen mühevoll rausgepopelt werden. Einfach so reinbeißen ist nicht!
Wir sehen also, Äpfel sind noch gar nicht so lange bekannt. Dafür unbelastet, weil in die Geschichte mit der Vertreibung aus dem Paradies nicht involviert.
Doch wie kommen wir zu Maracujas? Ursprünglich mit dem Schiff. Als die Spanischen Eroberer nach Südamerika kamen, da zeigten ihnen die dortigen Indianer eine Frucht, die sie auf Guarani (einer heute noch sehr weit verbreiteten Sprache in Paraguay und den Nachbarregionen) mburukuja nannten, woraus Spanisch später maracuyá wurde, was ja auch etwas eleganter klingt.
Diese Frucht hat eine feste, zähe Schale, und im Innern befinden sich dunkle Kernchen, die locker-schleimig von einem sogenannten „Saftbläschengewebe“ umgeben sind. Weil diese Anordnung sehr an den Granatapfel erinnert (sieht man mal von der tropischen Freizügigkeit im Vergleich zur nah-östlichen Verklemmtheit ab), nannten die Spanier diese Frucht auch Granadilla (= Granatäpfelchen).
Wem das nun zu viele Fremdworte sind, der kann die Maracuja auch halbdeutsch als Passionsfrucht bezeichen. Schon wieder ein merkwürdiger Name? Keineswegs! Die Passionsfrucht hat nämlich ihren Namen von – na, das ist aber jetzt wirklich eine leichte Quizfrage – von der Passionsblume, natürlich! Den Namen Passionsblume oder passiflora prägten Spanische Missionare, die in der Blüte – aber auch wirklich allen Teile der Blüte – Sinnbilder für das Leiden Christi sahen. (Details für die Interessierten am Ende des Berichts).
Eine im wahrsten Sinne des Wortes blühende Fantasie! Das Leiden, das die Eroberer nach Südamerika brachten, hat wohl mehr realen Bezug. Aber vergessen wir diese finsteren Zeiten. Für mich heißt die Passionsfrucht Passionsfrucht, weil meine älteste Tochter Irina sie so leidenschaftlich gerne ist.
Wie konnte es dazu kommen? Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der Passionsfrucht in mehr und mehr tropische Länder: Australien, Südostasien, Afrika und auch die nördlichen Teile Lateinamerikas. Obwohl es mehr als 400 verschiedene Passionblumenarten gibt, sind als Obst vor allem 3 Typen populär: Die rötliche herzförmige Grenadilla (na ja, hab schon besseres gegessen) und die eigentliche eiförmige Passiflora edulis. Diese wiederum gibt es im zwei Unterarten. Die erste, mit etwas kleineren Früchten, ist auberginenfarbig und ganz besonders geeignet zum Rohessen. Die andere, größere, hat eine glänzende gelbe Schale, bringt höhere Erträge, ist auch unempfindlicher gegen Krankheiten, und wird hauptsächlich für die Saftproduktion angebaut.
Abgebildet auf der Graniniflasche ist die dunkelviolette Unterart, obwohl es wahrscheinlicher ist, dass der Saft von der großen gelben Schwester stammt. Aber Papier ist bekanntlich geduldig, und wer garantiert, dass der Apfelsaft aus roten Äpfeln gepresst wurde (wie abgebildet) und nicht vielleicht auch von grünen?
Das Saftverhältnis bei Granini ist 96,5 % zu 3,5%, also nur eine leichte Parfümisierung (wie der Franzose sagt) mit Maracuya. Wasser oder Zucker soll nicht drin sein, nur etwas Vitamin C, ob zur Gesundheitsförderung oder als Konservierungsmittel sei dahingestellt. Bei meinem kürzlichen Aufenthalt in Tanzania hatte ich dagegen das Glück, zum Frühstück reinen Maracujasaft zu bekommen - den ich mir dann allerdings etwas mit frisch gepressten Mandarinensaft mixte, weil er sonst doch reichlich sauer ist.
Für den Heimbedarf wird Maracujasaft übrigens gewonnen, indem man das glibbrige Fruchtfleisch im Mixer zerschlägt und dann einfach durch ein Sieb streicht. Bei den hiesigen Preisen (ich sah kürzlich große gelbe Maracujas bei real zu 1 Euro das Stück) wird das aber wohl kaum einer machen. Bedenkt man, dass Maracujas kaum druckempfindlich sind, und sich bei entsprechender Kühlung mehr als 2 Wochen lang halten, dann ist dieser hohe Preis (im Verhältnis zu den viel größeren und empfindlicheren Mangos) sicher kaum nachzuvollziehen. Ich bezahlte jedenfalls in Dar es Salaam umgerechnet DM 1,60 für das Kilo.
FAZIT:
Der Granini-Trinkgenuss des Jahres ist ein leckerer Apfelsaft, der leicht mit Maracuja aromatisiert wurde. Mit ca 1 Euro als mittlerer Supermarktpreis ist er jedoch ein wenig überteuert.
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Und hier etwas für die Detailverliebten:
Die zehn Blütenblätter symbolisieren 10 Apostel - Judas und Petrus fehlten bei der Kreuzigung. Der Strahlenkranz von Staubfäden sei die Dornenkrone, die 5 Staubblätter die Wundmale, die 3 Griffel die Nägel mit denen Christus ans Kreuz geschlagen wurde, die fünf-fingrigen Blätter die Hand Christi und die Blattranken stünden für die Geißeln seiner Peiniger.
(frei übersetzt nach Stefan Buczacki, „Best Climbers“, London 1994)
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