Das Fest (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht
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Erfahrungsbericht von Prisca
Weihnachten?! Ohne uns !!!
Pro:
humorvoll und trotzdem nachdenklich machend - kein typischer Grisham
Kontra:
sehr amerikanisch - kein typischer Grisham
Empfehlung:
Ja
*** DAS FEST - JOHN GRISHAM ***
Ich mag die Bücher von John Grisham manchmal sehr gern, es gibt aber auch einige, die mir gar nicht gefallen. Um Das Fest bin ich recht lange herum geschlichen, weil überall gesagt wurde, hier handelt es sich nicht um einen typischen Grisham. Schließlich hat aber meine Neugier gesiegt, dank Buchticket konnte ich das Buch ertauschen und euch heute davon berichten. Anfangen werde ich wie immer mit dem
*** INHALT ***
Es ist Weihnachten. Alle Leute in der kleinen amerikanischen Kleinstadt sind schon ganz aus dem Häuschen. Es wird um die Wette geschmückt, der Tannenbaum wird besorgt, Weihnachtskarten verschickt, Geschenke gekauft ... kurzum - Konsumrausch pur. Aber wirklich für alle?
Nein, denn Luther und Nora Krank haben beschlossen, sich dieses Jahr auszuklinken. Ihre Tochter Blair wird dieses Jahr Weihnachten zum ersten Mal nicht Hause verbringen und Luther rechnet sich aus, dass das letzte Weihnachten ihn über 6000 Dollar gekostet hat. Er beschließt, das Geld besser in eine Kreuzfahrt in die Karibik zu investieren.
Seine Frau Nora lässt sich überzeugen, die Nachbarschaft nicht! Erst werden die Kranks belächelt, dann bedrängt. Es kann doch nicht sein, das sie einfach ihr Haus nicht schmücken wollen?! Das verdirbt das ganze Straßenbild, die Chance auf den Preis der am schönsten geschmückten Strasse ist für alle dahin.
Die Polizei, die Feuer, die Pfadfinder kommen und bieten Kalender, Christstollen und Co für gute Zwecke an .... Luther Krank bleibt stark, obwohl ihm die Sache doch peinlich ist und er sich lieber mit einem guten Cognac im Keller verkriecht, bis die Leute wieder verschwunden sind.
Die Nachbarschaft fängt an, die Kranks zu meiden und sogar zu "bedrohen". Täglich finden sich Briefe "Freiheit für Frosty" (Frosty = ein Plastikschneemann den jeder in der Nachbarschaft auf seinem Dach aufstellt, nur die Kranks eben nicht) im Postkasten. Kinder stellen sich vor die Haustür und singen so laut sie können Weihnachtslieder ...
Luther bleibt standhaft - Nora ist nicht ganz so überzeugt, steht aber hinter ihren Mann. Die Kranks zählen die Tage, bis sie all dem Trubel zu Hause entgehen können ... nur noch zwei Tage .. ein Tag ... morgen ist es soweit ... und dann klingelt das Telefon.
So, das soll´s aber von der Inhaltsangabe gewesen sein. jetzt werde ich euch noch ein paar
*** GEDANKEN ***
verraten, die mich beim lesen beschäftigt haben.
Ich muss sagen, gleich von der ersten Seite an hat mich das Buch gefangen genommen. Nein, es beginnt nicht etwa spannend, sondern einfach nur am Flughafen, als Blair nach Peru abfliegt. Und gleich wird der Leser mitgenommen in die Vorweihnachtshektik - plärrende Kinder, Menschengedränge, kein Parkplatz zu finden ....
Gleich darauf Luthers Gedanke, Weihnachten ausfallen zu lassen. Als Leser nickt man im Stillen mit dem Kopf und stimmt ihm zu - allerdings sollte man sich spätestens jetzt klarmachen, dass das Buch in Amerika spielt und dort die Weihnachtszeit ganz anders ausgelebt wird als bei uns. Natürlich kennen wir auch Traditionen, aber die lebt jeder für sich in seinen vier Wänden aus. In Amerika spielt sich alles in der Öffentlichkeit ab - und da kann ich mich nicht einfach aus der Gemeinschaft ausklinken.
Auch die Kranks erfahren sehr schnell was es bedeutet, sich aus diesem Kosumdenken zurück zu ziehen. Die Nachbarschaft ist einfach fassungslos und empfindet das Verhalten fast als persönliche Beleidigung. Dadurch entsteht eine ziemliche Konfliktsituation - auf der einen Seite die Kranks, vor allem Luther; auf der anderen Seite der Rest der Gesellschaft.
Das Buch ist recht humorvoll geschrieben und man muss wirklich mehr als einmal laut auflachen. Die Situationen sind herrlich - und oft bewusst überzogen - dargestellt! Andererseits macht es aber auch ganz schön nachdenklich. Ich habe mich schon sehr schnell gefragt, wie abhängig wir eigentlich sind von der allgemeinen Meinung. Steht wirklich noch das Individuum an erster Stelle, oder sind wir nicht vielmehr alle eingebunden in Normen, die andere vorgeben. Die wir ungefragt annehmen, weil wir wissen, das wir mit einer Abweichung unweigerlich alle Blicke auf uns ziehen würden.
Das alles kommt in diesem Buch sehr gut rüber, wenn auch für europäische Verhältnisse sicher etwas überzogen. Nur denke ich, das man solche Konflikte sehr gut auch auf viele andere Situationen und auf alle anderen Länder der Welt übertragen kann. Ungeschriebene Normen gibt es schließlich überall!
Abschließend muss ich sagen, es hat mir wirklich viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Ich halte es sogar für eines der besten Bücher von John Grisham - obwohl man es natürlich eigentlich nicht direkt mit seinen Thrillern vergleichen kann. Hier finde ich schließlich keine Spannung, aber sonst alles, was ich in einigen seiner Thriller sogar vermisse: Humor und gleichzeitig Ernsthaftigkeit. Diese Mischung ist es, die das Buch bestimmt.
Und nun noch ein paar Informationen zu
*** JOHN GRISHAM ***
Er wurde 1955 in Arkansas geboren. In den 80er Jahren war er als Anwalt tätig, was sich in vielen seiner Romanen niederschlägt. Den Durchbruch schaffte er 1988 mit "Die Jury". Die meisten seiner Bücher spielen im Gerichtsmilieu. Allerdings gibt es auch die eine oder andere Ausnahme, das sind die Bücher, die mir immer besonders gut gefallen.
Einige Bücher, die er geschrieben hat:
Der Richter
Die Akte
Die Liste
Die Farm
Der Coach
u.v.a.
Jetzt noch ein paar
***FAKTEN ***
rund um das Buch.
Das Fest - John Grisham
208 Seiten
ISBN:3453400062
Preis TB: 7,95 Euro
Der Preis ist vielleicht ein bisschen hoch, darum empfehle ich, das ihr euch, doch mal bei Ebay zu gucken, da gibt das Buch gebraucht schon viel günstiger.
*** MEIN FAZIT ***
Ein unterhaltsamer, humorvoller Grisham, der durchaus zu weiterem Nachdenken anregt. Mir hat er sehr gut gefallen - man muss sich allerdings von der Vorstellung lösen, das ein Grisham immer spannend sein muss! Das hier ist es etwas ganz anderes als seine Thriller!
Und man muss sich klar machen, das dieses Buch in Amerika spielt und das dort ein Einstellung zur Weihnachtszeit einfach eine andere ist als bei uns!
@ Prisca - September 2005 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo
16 Bewertungen, 7 Kommentare
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02.01.2006, 22:36 Uhr von Lidlefood
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich <br/>
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14.12.2005, 23:02 Uhr von MasterDeniz
Bewertung: sehr hilfreichSehr Hilfreich! Würde mich über gegenbesuch freuen, schöne grüße DENIZ :-)
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11.12.2005, 01:06 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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10.12.2005, 10:05 Uhr von animaldream
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht! LG animaldream
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09.12.2005, 16:27 Uhr von Dr.Claudia
Bewertung: sehr hilfreichSH + LG von Claudia
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09.12.2005, 00:43 Uhr von Chrillemaus
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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08.12.2005, 23:31 Uhr von Alphanova1
Bewertung: sehr hilfreichDa ich persönlich finde, dass alles in dem Bericht vorhanden ist was reingehört, und gut strukturiert ist, gebe ich hierfür mal ein sehr hilfreich MfG Lukas PS: (bei mir Lesung=Gegenlesung)
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