Das Fest (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

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Erfahrungsbericht von willibald-1

Woher kenne ich das bloß???

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Diese Frage habe ich mir doch einige Male gestellt, als ich dieses Buch als. Habe ich das nicht schon einige Male gesehen, was Grisham da so eindrucksvoll schildert? Und habe ich nicht genau so den Kopf geschüttelt wie ich jetzt über das Gelesene schmunzele?

Worum geht es denn nun eigentlich?

Familie Krank besteht aus Vater, Mutter und Kind. Kind, genauer Tochter Blair, ist erwachsen geworden und verabschiedet sich ausgerechnet zu Thanksgiving von ihren Eltern, um in Peru so eine Art soziales Jahr abzuleisten.
Mutter Nora macht sich die typischen Elternsorgen: \"Meine Güte, ist sie denn auch gut angekommen?\" (Oha, sie sitzt gerade erst im Flugzeug!), \"Ist sie denn auch sicher dort?\", \"Warum meldet sich das Kind denn nicht?\". Und dann ist auch noch Advent, Weihnachten steht vor der Tür. Aber Weihnachten ohne Kind ist ebenauch kein Weihnachten.
Vater Luther hat dabei DIE geniale Idee: Weihnachten wird in diesem Jahr nicht gefeiert, stattdessen bucht er eine Karibikkreuzfahrt! Weihnachten fällt aus (\"Skipping Christmas\" heißt der Originaltitel).
Er hat sich noch in der Nacht hingesetzt, und die Quittungen des letzten Jahres, die er als gelernter Buchhalter natürlich ordentlich abgeheftet hatte, aufgelistet und nachgerechnet, daß das letzte Weihnachtsfest über 6000 Dollar gekostet hat. Dafür kann man schon eine wunderbare Reise machen!

Und so nimmt der Advent und seine Geschichte ihren Lauf.

Alle Nachbarn beginnen, ihre Häuser und Grundstücke zu schmücken. Die Kranks schließen sich aus. Alle Häuser der Straße haben einen beleuchteten Frosti auf dem Dach - bei den Kranks bleibt es dunkel. Der Schreibwarenhändler (natürlich der teuerste, den es gibt) ruft an, um die Weihnachtskartenbestellung anzunehmen - Nora sagt ihm ab. Die Feuerwehr und andere Organisationen sammeln Geld, verkaufen Weihnachtskalender an der Haustür, bieten Weihnachtsbäume frei Haus an - Luther vertröstet sie auf eine Spende im Frühjahr oder Sommer.
Alles, was den Streß vor Weihnachten ausmacht, kommt gnadenlos dran. Und die Kranks haben diesmal Streß damit, alles von sich fernzuhalten. Stattdessen besuchen sie das Sonnenstudio und kaufen Badekleidung für ihren Urlaub.
Klar, daß sie sich bei allen Nachbarn unbeliebt machen. Und auch im Freundeskreis finden sie kein Verständnis, denn daß die Christmas-Party an Heiligabend ausfallen soll, das ist ja wohl unmöglich!

Schließlich ist es kurz vor Weihnachten - und der Leser fragt sich schon, wie Grisham die Geschichte zu Ende bringen will. Da passiert noch etwas völlig Unerwartetes ...
Nein, das soll nun wirklich jeder selbst lesen.

Ich hatte mit diesem Buch auf jeden Fall unglaublich Spaß.
Es ist auch fast gar nicht karrikierend, wie Grisham den Wettbewerb um das am schönsten geschmückte Haus, um die am schönsten geschmückte Straße beschreibt. Habt Ihr Euch mal umgeschaut? Es ist einfach die Wirklichkeit - erschütternd.
Das Gedränge in den Geschäften, die Staus in den Straßen - alles schrecklich wirklich und wochenlang erlebt.
Urkomische Szenen gibt es da, wenn z.B. Luther die hunderte von Birnchen im Garten seines Nachbarn anschaut: \"Da hinten ist eine ausgefallen!\" - und der Nachbar gleich losläuft, um die kaputte Birne zu wechseln!
Natürlich kommen auch die Nachbarschaftstreitigkeiten nicht zu kurz.
Herrlich treffend natürlich auch Noras Sorge um die Tochter. Man fragt sich im Hinterkopf, wer eigentlich Abnabelungsprobleme hat.

Nur gut, daß die ganze Geschichte in Amerika spielt, da muß man sich ja den Schuh nicht gleich anziehen - oder vielleicht doch? \"Wo habe ich das nur gerade erst gesehen?\"


John Grisham, Jahrgang 1955, gehört wohl zu den meistgelesenen Autoren weltweit. Wer jedoch nur \"Die Akte\", \"Die Jury\" oder einen anderen seiner Thriller gelesen hat, kennt offenbar nur eine Seite von ihm. Die, die sich hier in \"Das Fest\" offenbart, kann er von mir aus noch öfter zur Geltung bringen!

Ich habe das Buch nicht nur in den letzten Tagen vor Weihnachten regelrecht verschlungen. Es war so schön, daß ich es gleich noch ein paar mal verschenkt habe. (Auch das Hörbuch auf Kassette habe ich verschenkt, es jedoch nicht vorher angehört.)

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