Der Klient (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

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Erfahrungsbericht von orlan

Zwischen den Fronten

Pro:

unterhaltsame Gerangel

Kontra:

manchmal nur schwer nachvollziehbar

Empfehlung:

Ja

"Der Klient" ist ein 538 Seiten langer Roman von John Grisham. Die englischsprachige Originalausgabe erschien im Jahr 1993 unter dem Titel "The Client". Die deutsche Übersetzung stammt von Christel Wiemken.

Inhalt
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Als der elfjährige Mark Sway mit seinem achtjährigen Bruder Ricky in den Wald geht, um dort heimlich zu rauchen, werden sie Zeuge des Selbstmordversuches des Mafiaanwalts Jerome Clifford. Dieser will sich mit den Abgasen seines eigenen Wagens ersticken, doch Mark gelingt es, den ins Wageninnere führenden Schlauch aus dem Auspuff zu ziehen. Als Clifford das bemerkt, wird er so richtig böse. Er erwischt den jungen Mark und zwingt ihn, in den Wagen einzusteigen. Dort erzählt er ihm seine Geschichte. Unter anderem beichtet er ihm, dass sein Mandant, der Mafioso Barry Muldanno, den amerikanischen Senator Boyd Boyette umgebracht und dessen Leiche in Cliffords Garage einbetoniert hat. Schließlich steckt sich Clifford eine Waffe in den Mund und erschießt sich.
Während Mark das Ganze recht gut zu verkraften scheint, erleidet der kleine Ricky einen traumatischen Schock und wird ins Krankenhaus eingeliefert.
Der karrierehungrige Roy Foltrigg, seines Zeichens Bundesanwalt und zuständig für den Mordprozess gegen Barry Muldanno, bekommt schnell Wind von dem Selbstmord Jerome Cliffords und wittert seine große Chance. Ohne die Leiche des Senators steht seine Mordanklage nämlich auf ziemlich wackeligen Beinen. Er glaubt, durch den jungen Mark Sway endlich die erhofften Informationen über den Verbleib der Leiche zu bekommen.
Doch als Mark erfährt, dass er durch das FBI vernommen werden soll, wendet er sich an die Anwältin Reggie Love, die sich seines Falles sofort annimmt. Sie und Mark machen dem FBI ganz schöne Probleme.
Aber auch Barry Muldanno und seine Freunde von der Mafia in New Orleans sind auf Mark aufmerksam geworden. Sie schüchtern ihn ein und brennen sogar den Wohnwagen von Marks Familie nieder. In der Folge hat Mark solche Angst, dass er niemandem verraten will, was Jerome Clifford ihm anvertraut hat. Lediglich seiner Anwältin vertraut er.
Roy Foltrigg versucht alle Tricks, um den Jungen zum Reden zu bringen. Er zerrt ihn sogar vor den Jugendrichter. Doch Richter Harry Roosewelt ist ein guter Freund von Reggie Love. Dennoch lässt er Mark zu seinem eigenen Schutz einsperren.
Mark ist allerdings nicht auf den Kopf gefallen. Es gelingt ihm zu fliehen und gemeinsam mit seiner Anwältin macht er sich nun selbst auf die Suche nach der Leiche des ermordeten Senators.

Kritik
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Beim Lesen dieses Romans sorgt der junge Mark Sway immer wieder für besonders viel Spaß. Allerdings verhält er sich ganz und gar nicht wie ein Elfjähriger. Seine schwere Kindheit hat ihn schon in diesen jungen Jahren sehr erwachsen werden lassen. Er hat keinerlei Respekt vor den Polizisten und dem FBI und sagt ihnen auch immer sehr deutlich, was er von ihnen hält.
Als sie ihn abführen wollen, macht er ihnen doch erhebliche Schwierigkeiten, stellt sie vor den anwesenden Journalisten bloß und versetzt das halbe Krankenhaus ins Chaos.
Selbst aus der Haftanstalt heraus gelingt es ihm, seinem besonderen Freund von der Polizei in Memphis eins auszuwischen, indem er ihm einen Haufen riesige Pizzen ins Polizeirevier schicken lässt. Doch während er den meisten Leuten gegenüber stark zu bleiben versucht, wird doch klar, dass er im Grunde genommen einfach riesige Angst hat.
Doch nicht nur Mark hält den Bundesanwalt Foltrigg und die Leute auf Trapp, auch seiner Anwältin Reggie Love gelingt es ein ums andere Mal, sie auflaufen zu lassen. Darüber hinaus tut auch Richter Harry Roosewelt das seine, um den ungeliebten Leuten von der Bundesanwaltschaft das Leben schwer zu machen. Er kann es nämlich gar nicht leiden, wenn man seine eigenen Ziele auf Kosten eines Kindes erreichen will.
Alles in allem ist die ganze Geschichte also sehr unterhaltsam.

Den Schluss des Buches fand ich dann allerdings doch etwas zu unglaubwürdig und nur schwer nachvollziehbar. Mark hat solche Angst um sich, seine Mutter und seinen Bruder Ricky, dass er selbst das Angebot des FBI, die Sways in ihr Zeugenschutzprogramm aufzunehmen, ablehnt. Er weiß nämlich aus vielen Filmen aus dem Fernsehen, dass die Mafia selbst die bestversteckten Zeugen findet und tötet.
Trotzdem beschließt er, selbst nach der Leiche des Senators Boyd Boyette zu suchen. Selbst als er am Ort des Geschehens schließlich auf ein paar finstere Mafiosi trifft, scheint er auf einmal gar keine Angst mehr zu haben.
Völlig unverständlich für mich war auch, dass die Anwältin Reggie Love bei der ganzen Sache auch noch mitmacht.

Aber was soll’s, spannend ist der Roman allemal. Interessant ist vor allem, dass es in der Geschichte nicht nur eine gute Seite (Polizei) und eine böse Seite (Mafiosi) gibt, sondern mit Mark Sway und seinen "Kampfgenossen" auch noch eine dritte, nicht ganz unwichtige Partei mitspielt. Insbesondere zeigt sich auch recht schnell, dass selbst bei den "Guten" ein paar ganz schöne Kotzbocken dabei sind. Wenn man sich das Ganze genauer betrachtet, merkt man aber auch, dass sie eigentlich nur ihren Job machen.

Der Autor
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John Grisham wurde am 08.02.1955 in Jonesboro im US-Bundesstaat Arkansas geboren. Er studierte Jura und machte 1981 seinen Abschluss an der Mississippi State University. Im gleichen Jahr heiratete er und gründete eine eigene Rechtsanwaltskanzlei mit Spezialisierung auf Strafrecht.
Seinen ersten Roman "Die Jury" schrieb er mehr so nebenbei. Nach dem großen Erfolg seines zweiten Romans "Die Firma" gab Grisham das Leben als Anwalt auf und machte die Schriftstellerei zu seinem Beruf. Seitdem erscheint nahezu jährlich ein neues Buch. Viele seiner Werke (u.a. "Die Firma", "Die Jury", "Der Klient" und "Der Regenmacher") wurden inzwischen auch verfilmt.
Heute lebt John Grisham mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Oxford/Mississippi.

(Die Informationen zur obigen kurzen Biografie stammen aus dem hier rezensierten Buch und von der Internetseite http://www.krimi-couch.de/krimis/john-grisham.html, auf der sich auch noch viele weitere Informationen über den Autor und seine Werke finden lassen.)

Fazit
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"Der Klient" ist mal wieder ein durchaus spannender und vor allem sehr unterhaltsamer Roman von John Grisham, der sich wunderbar lesen lässt und sich sicherlich auch gut als Urlaubslektüre eignet.
Bis auf die oben aufgeführten kleineren Kritikpunkte habe ich an diesem Roman eigentlich nichts weiter auszusetzen, so dass ich ohne weiteres gute vier Sterne für dieses Buch vergeben kann.

Daten
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Der Klient / Grisham, John
Wilhelm Heyne Verlag, 2000
Taschenbuch, 538 Seiten
ISBN: 3-453-16949-2
Preis: 14,- DM (aktuell 9,95 Euro)

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