Der Klient (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht
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Erfahrungsbericht von Anonym114
Mark in Nöten
Pro:
zwei interessante, glaubhafte Hauptfiguren, spannende Grundidee
Kontra:
Ermittler bremsen den Lesefluß etwas aus
Empfehlung:
Ja
Wie verhält sich ein Mensch, wenn er ein ganz gefährliches Geheimnis erfährt, ein Geheimnis, das er eigentlich um keinen Preis verraten darf? Würde er darüber reden, so würde sein Leben extrem in Gefahr stehen – und auch das Leben seiner Familie? In dieser Situation ist Mark, Mark Sway. Und Mark ist gerade mal elf! Er wird Der Klient und damit die Hauptfigur des gleichnamigen Bestsellers von John Grisham. Was diesen Roman ausmacht, dazu jetzt mehr.
ORT UND ZEIT DER HANDLUNG:
Die Geschichte spielt vor allen Dingen in Memphis, im US-Bundesstaat Tennessee. Ein Teil der Handlung findet auch in New Orleans statt. An sich ist es egal, wo genau der Schauplatz ist. Von der Grundkonstellation der Geschichte her (Mafia contra FBI), spielt es nur eine Rolle, dass das Geschehen in den USA statt findet. Die Zeit der Handlung ist die Gegenwart.
DIE HAUPTFIGUREN:
Ich gehe hier wieder meinen üblichen Weg: Erst stelle ich die wichtigsten Charaktere vor, weil ich denke, das man dadurch besser auch den Inhalt verstehen kann.
MARK SWAY:
Er ist Kind und gleichzeitig schon ziemlich erwachsen, für seine gerade mal elf Jahre. Mark lebt mit seiner Mutter Dianne und seinem Bruder Ricky in einem Wohnwagen. Die Eltern sind geschieden, sein Vater war ein brutaler Typ, hat die Familie geschlagen. Ein wenig musste Mark dann die Rolle des Mannes im Haus übernehmen. Und männlich erwachsen will er auch wirken, wenn er zu Rauchen in den Wald geht.
Im Laufe der Geschichte muss der Elfjährige aber dann noch erwachsener werden. Wie schon erwähnt: Mark erfährt von einem Geheimnis, muss abwägen, ob er ehrlich gegenüber den Behörden (vor allem gegenüber dem FBI) ist. Das würde ihn und seine Familie aber in eine große Gefahr bringen. Denn die Mafia will um jeden Preis vermeiden, dass der Junge redet. Also könnte er auch schweigen, muss aber zusehen, wie er dann dem Druck der Behörden Stand hält.
Die Figur Mark ist aus meiner Sicht sehr gut und glaubhaft gezeichnet. Auch als Erwachsener kann man sein Denken und Tun nachvollziehen. Vor seinem persönlichen Hintergrund wirkt er auch nicht altklug, sondern einfach nur reif für sein Alter. Er ist ein cleverer Junge in einer Notlage, mit dem man als Leser mitfiebern kann.
REGGIE LOVE:
Auch sie ist keine glatt gebügelte Person. Die 52-jährige hatte mal ein schönes, scheinbar sicheres Leben mit Mann und Kindern, tollem Haus und schickem Wagen. Doch dann ging ihr Mann fremd, auch bei ihr folgte eine häßliche Scheidung. Aus eigener Kraft musste sich Reggie Love wieder hochrappeln, zog ihr Jurastudium durch und wurde Anwältin, die sich vorwiegend um Kinder in Notlagen kümmert. Für Mark wird Reggie mehr eine mütterliche Freundin als eine besserwisserische Anwältin.
Glaubhaft wirkt auch sie, gerade, weil sie eine gebropchene Vergangenheit hinter sich hat. Sie ist keine der glatt gebügelten Anwältinnen im Kostüm, wie man sie vielleicht klischeehaft im Hinterkopf haben könnte. Statt dessen ackert Reggie für ihre Klienten, auch wenn es mal unbequem oder gar (wie in diesem Fall) (lebens-)gefährlich wird.
BARRY DAS MESSER MULDANO:
Wenn hier von Klischees die Rede ist und Grisham sie bei den gerade beschriebenen Figuren nicht bemüht, dann werden sie doch für Barry fällig. Er ist ein Mafioso, einer, der über Leichen geht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Typen wie ihn kennt man aus Mafiafilmen (wenn man denn Mafiafilme kennt ;-) ). Allerdings: Das Messer, wie Barry genannt wird, ist kein cleverer Kerl. Er handelt und erkennt die Probleme erst dann, falls er sie erkennt. Einen Senator, der ihm in die Quere gekommen ist, hat Barry ermordet und seine Leiche auf die Schnelle beseitigt und über den Ort, an dem sich die Überreste des Toten befinden, auch noch mit seinem Anwalt geredet ...
Wenn ich Barry hier als eine der Hauptfiguren vorstelle, so ist das nicht ganz richtig. Denn tatsächlich nimmt er im Rahmen der Geschichte selber nur eine Randrolle ein. Doch da die Mafia eigentlich das bestimmende Thema ist und Barry der Mafioso, um den es sich dreht, stelle ich ihn hier trotzdem vor. Durch den knappen Part, den er hat, wirkt er wirklich nur klischeehaft skizziert, was ihn als Charakter weniger rund macht als Mark oder Reggie.
DIE GESCHICHTE:
Mark will seinem jüngeren Bruder Ricky im Wald das Rauchen beibringen. Sie stoßen auf einen Wagen und erkennen, dass der Fahrer einen Schlauch am Auspuff befestigt hat. Das andere Ende steckt im Fenster des Autos. Ganz klar: Der Fahrer will Selbstmord begehen. Für Mark steht sofort fest: Er kann, er darf das nicht geschehen lassen. Denn sollte er mitbekommen, dass jemand versucht, sich umzubringen und sollte er nichts dagegen tun, so könnte man ihn doch mitverantwortlich machen – meint Mark. Daher versucht er, den Schlauch aus dem Auspuff zu entfernen. Dabei wird er von dem halb betrunkenen Fahrer Jerome Clifford überrascht. Wütend buxiert dieser Mark mit ins Auto, will ihn mit in den Tod ziehen. Der Junge sitzt völlig verängstigt im Wagen, während Jerome mit einer Waffe herum fuchtelt, erzählt dass er Anwalt ist und weiß, wo Das Messer Muldano die Leiche des Senators versteckt hat. Er, Jerome, befürchtet selber, aufgrund dieses Wissens größte Schwierigkeiten zu bekommen. Denn er weiß, dass das FBI hinter den Überresten des Politikers her ist, um Barry Muldano endlich dingfest zu machen. In seinem betrunkenen Zustand sagt Jerome Mark, wo die Leiche versteckt ist. Ricky zieht nun den Schlauch aus dem Auspuff. Als Jerome aus dem Auto stürzt, gelingt es Mark zu entkommen. Der Anwalt erschießt sich vor den Augen der Jungen. Beide fliehen nach Hause, wo Ricky völlig verstört zusammen bricht. Mark will zunächst geheim halten, was er gesehen hat, informiert anonym den Notruf.
Doch die Polizei, die auch dabei hilft, Ricky ins Krankenhaus zu bringen, merkt schnell, dass Mark mehr weiß. Es beginnt für ihn das Tauziehen: Soll er reden? Und Gefahr laufen, sich die Rache der Mafia zuzuziehen? Oder schweigen? Der Druck durch das FBI wächst. Die Ermittler wollen endlich ausfindig machen, wo sich die Leiche des Senators befindet. Sie bieten auch an, Mark und seine Familie in ein Zeugenschutzprogramm aufzunehmen, ihnen ein neues Leben in einer anderen Stadt zu ermöglichen. Für eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die einen sehr schlechten Job hat, eine erschreckende Vision, aber zugleich eine Chance ... Und die Mafia setzt ihre Leute auf Mark an, um ihn unter Druck zu setzen. Per Zufall stolpert der Junge in Reggie Loves Büro und findet in ihr Hilfe ... Doch die Gefahr ist noch lange nicht vorbei.
Wie schon gesagt: Die Geschichte hat ihre starke Seite in den Figuren von Mark und Reggie, mit denen man gut mitfiebern kann. Der Zwiespalt, in dem die beiden stecken, ist spannend beschrieben. Man kann den Druck, unter dem sie stehen, nachempfinden, auch wenn sie in einer außerordentlichen Ausnahmesituation stecken. Die Schwäche steckt für mich in den Figuren der FBI Ermittler. Für meinen Geschmack sind es zu viele Namen, die Grisham einem um die Ohren haut. Liest man den Roman nicht in einem Rutsch (innerhalb weniger Tage) durch, so kann man unter Umständen den Faden verlieren, wer von der Behördenseite welche Eigenschaften hat ... Längere Passagen, in denen ihr Tun beschrieben wird, wirken auf mich zu langatmig und bremsen mich in meinem Lesefluß aus.
DER AUTOR:
John Grisham weiß, wovon er schreibt. Schließlich ist auch er von Haus aus Jurist, hat sogar selber als Strafverteidiger gearbeitet. Juristische Themen tauchen daher in seinen Geschichten (bekannt sind u.a. auch Die Firma (verfilmt mit Tom Cruise), Die Akte (in der Hollywood-Version mit Julia Roberts) oder die Jury (hier spielt in der Kinoversion Sandra Bullock mit). Grisham wurde 1955 geboren. Der Amerikaner gehört zu den Bestseller-Autoren der Gegenwart.
ÜBERSETZUNG:
Ich kann zwar nicht englischsprachiges Original und deutsche Übersetzung exakt vergleichen. Aber soweit ich es beim Lesen festgestellt habe, handelt es sich um eine gut und flüssig lesbare Version der Geschichte. Sie wurde von Christel Wiemken aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen. Sie hat auch andere Werke Grishams übersetzt.
ANGABEN ZUM BUCH:
Die Originalausgabe ist 1993 erstmals unter dem Titel The Client bei Doubleday, New York erschienen. Ich selber besitze die gebundene Übersetzung in der 6. Auflage. Sie ist 479 Seiten dick. 1994 gab es sie erstmals im Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg. Die ISBN-Nummer: 3-455-02493-9.
PREIS:
Hier habe ich ein echtes Schnäppchen geschossen. Ich konnte das Buch bei Ebay für einen Euro (plus Porto) ersteigern. Da die Besitzerin den Roman scheinbar doppelt hatte, war er noch in Folie verschweißt, also absolut neu! Über die Möglichkeit, Bücher bei Ebay zu kaufen, kann man streiten. Dies war ein besonderer Glücksfall. Wer Wert auf ordentliche Bücher, die noch nicht von Flecken durchsetzt oder mit Knicken versehen sind, legt, hat längst nicht immer so gute Chancen.
FAZIT:
Der Klient ist ein Roman, den man ganz gut weg lesen kann. Seine große Stärke sind die Hauptfiguren Reggie Love und vor allen Dingen Mark Sway. Auch wenn ein elfjähriger Junge im Zentrum der Geschichte steht, ist es lange kein Kinderbuch. Dazu ist die Spannung zwischen FBI und Mafia zu gut beschrieben. Die Schwäche dagegen liegt auf der Seite der Ermittler. Zu viele, zu schwammig, so habe ich es empfunden. Deshalb ziehe ich einen Stern ab, kann den Klienten aber durchaus empfehlen.
ORT UND ZEIT DER HANDLUNG:
Die Geschichte spielt vor allen Dingen in Memphis, im US-Bundesstaat Tennessee. Ein Teil der Handlung findet auch in New Orleans statt. An sich ist es egal, wo genau der Schauplatz ist. Von der Grundkonstellation der Geschichte her (Mafia contra FBI), spielt es nur eine Rolle, dass das Geschehen in den USA statt findet. Die Zeit der Handlung ist die Gegenwart.
DIE HAUPTFIGUREN:
Ich gehe hier wieder meinen üblichen Weg: Erst stelle ich die wichtigsten Charaktere vor, weil ich denke, das man dadurch besser auch den Inhalt verstehen kann.
MARK SWAY:
Er ist Kind und gleichzeitig schon ziemlich erwachsen, für seine gerade mal elf Jahre. Mark lebt mit seiner Mutter Dianne und seinem Bruder Ricky in einem Wohnwagen. Die Eltern sind geschieden, sein Vater war ein brutaler Typ, hat die Familie geschlagen. Ein wenig musste Mark dann die Rolle des Mannes im Haus übernehmen. Und männlich erwachsen will er auch wirken, wenn er zu Rauchen in den Wald geht.
Im Laufe der Geschichte muss der Elfjährige aber dann noch erwachsener werden. Wie schon erwähnt: Mark erfährt von einem Geheimnis, muss abwägen, ob er ehrlich gegenüber den Behörden (vor allem gegenüber dem FBI) ist. Das würde ihn und seine Familie aber in eine große Gefahr bringen. Denn die Mafia will um jeden Preis vermeiden, dass der Junge redet. Also könnte er auch schweigen, muss aber zusehen, wie er dann dem Druck der Behörden Stand hält.
Die Figur Mark ist aus meiner Sicht sehr gut und glaubhaft gezeichnet. Auch als Erwachsener kann man sein Denken und Tun nachvollziehen. Vor seinem persönlichen Hintergrund wirkt er auch nicht altklug, sondern einfach nur reif für sein Alter. Er ist ein cleverer Junge in einer Notlage, mit dem man als Leser mitfiebern kann.
REGGIE LOVE:
Auch sie ist keine glatt gebügelte Person. Die 52-jährige hatte mal ein schönes, scheinbar sicheres Leben mit Mann und Kindern, tollem Haus und schickem Wagen. Doch dann ging ihr Mann fremd, auch bei ihr folgte eine häßliche Scheidung. Aus eigener Kraft musste sich Reggie Love wieder hochrappeln, zog ihr Jurastudium durch und wurde Anwältin, die sich vorwiegend um Kinder in Notlagen kümmert. Für Mark wird Reggie mehr eine mütterliche Freundin als eine besserwisserische Anwältin.
Glaubhaft wirkt auch sie, gerade, weil sie eine gebropchene Vergangenheit hinter sich hat. Sie ist keine der glatt gebügelten Anwältinnen im Kostüm, wie man sie vielleicht klischeehaft im Hinterkopf haben könnte. Statt dessen ackert Reggie für ihre Klienten, auch wenn es mal unbequem oder gar (wie in diesem Fall) (lebens-)gefährlich wird.
BARRY DAS MESSER MULDANO:
Wenn hier von Klischees die Rede ist und Grisham sie bei den gerade beschriebenen Figuren nicht bemüht, dann werden sie doch für Barry fällig. Er ist ein Mafioso, einer, der über Leichen geht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Typen wie ihn kennt man aus Mafiafilmen (wenn man denn Mafiafilme kennt ;-) ). Allerdings: Das Messer, wie Barry genannt wird, ist kein cleverer Kerl. Er handelt und erkennt die Probleme erst dann, falls er sie erkennt. Einen Senator, der ihm in die Quere gekommen ist, hat Barry ermordet und seine Leiche auf die Schnelle beseitigt und über den Ort, an dem sich die Überreste des Toten befinden, auch noch mit seinem Anwalt geredet ...
Wenn ich Barry hier als eine der Hauptfiguren vorstelle, so ist das nicht ganz richtig. Denn tatsächlich nimmt er im Rahmen der Geschichte selber nur eine Randrolle ein. Doch da die Mafia eigentlich das bestimmende Thema ist und Barry der Mafioso, um den es sich dreht, stelle ich ihn hier trotzdem vor. Durch den knappen Part, den er hat, wirkt er wirklich nur klischeehaft skizziert, was ihn als Charakter weniger rund macht als Mark oder Reggie.
DIE GESCHICHTE:
Mark will seinem jüngeren Bruder Ricky im Wald das Rauchen beibringen. Sie stoßen auf einen Wagen und erkennen, dass der Fahrer einen Schlauch am Auspuff befestigt hat. Das andere Ende steckt im Fenster des Autos. Ganz klar: Der Fahrer will Selbstmord begehen. Für Mark steht sofort fest: Er kann, er darf das nicht geschehen lassen. Denn sollte er mitbekommen, dass jemand versucht, sich umzubringen und sollte er nichts dagegen tun, so könnte man ihn doch mitverantwortlich machen – meint Mark. Daher versucht er, den Schlauch aus dem Auspuff zu entfernen. Dabei wird er von dem halb betrunkenen Fahrer Jerome Clifford überrascht. Wütend buxiert dieser Mark mit ins Auto, will ihn mit in den Tod ziehen. Der Junge sitzt völlig verängstigt im Wagen, während Jerome mit einer Waffe herum fuchtelt, erzählt dass er Anwalt ist und weiß, wo Das Messer Muldano die Leiche des Senators versteckt hat. Er, Jerome, befürchtet selber, aufgrund dieses Wissens größte Schwierigkeiten zu bekommen. Denn er weiß, dass das FBI hinter den Überresten des Politikers her ist, um Barry Muldano endlich dingfest zu machen. In seinem betrunkenen Zustand sagt Jerome Mark, wo die Leiche versteckt ist. Ricky zieht nun den Schlauch aus dem Auspuff. Als Jerome aus dem Auto stürzt, gelingt es Mark zu entkommen. Der Anwalt erschießt sich vor den Augen der Jungen. Beide fliehen nach Hause, wo Ricky völlig verstört zusammen bricht. Mark will zunächst geheim halten, was er gesehen hat, informiert anonym den Notruf.
Doch die Polizei, die auch dabei hilft, Ricky ins Krankenhaus zu bringen, merkt schnell, dass Mark mehr weiß. Es beginnt für ihn das Tauziehen: Soll er reden? Und Gefahr laufen, sich die Rache der Mafia zuzuziehen? Oder schweigen? Der Druck durch das FBI wächst. Die Ermittler wollen endlich ausfindig machen, wo sich die Leiche des Senators befindet. Sie bieten auch an, Mark und seine Familie in ein Zeugenschutzprogramm aufzunehmen, ihnen ein neues Leben in einer anderen Stadt zu ermöglichen. Für eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die einen sehr schlechten Job hat, eine erschreckende Vision, aber zugleich eine Chance ... Und die Mafia setzt ihre Leute auf Mark an, um ihn unter Druck zu setzen. Per Zufall stolpert der Junge in Reggie Loves Büro und findet in ihr Hilfe ... Doch die Gefahr ist noch lange nicht vorbei.
Wie schon gesagt: Die Geschichte hat ihre starke Seite in den Figuren von Mark und Reggie, mit denen man gut mitfiebern kann. Der Zwiespalt, in dem die beiden stecken, ist spannend beschrieben. Man kann den Druck, unter dem sie stehen, nachempfinden, auch wenn sie in einer außerordentlichen Ausnahmesituation stecken. Die Schwäche steckt für mich in den Figuren der FBI Ermittler. Für meinen Geschmack sind es zu viele Namen, die Grisham einem um die Ohren haut. Liest man den Roman nicht in einem Rutsch (innerhalb weniger Tage) durch, so kann man unter Umständen den Faden verlieren, wer von der Behördenseite welche Eigenschaften hat ... Längere Passagen, in denen ihr Tun beschrieben wird, wirken auf mich zu langatmig und bremsen mich in meinem Lesefluß aus.
DER AUTOR:
John Grisham weiß, wovon er schreibt. Schließlich ist auch er von Haus aus Jurist, hat sogar selber als Strafverteidiger gearbeitet. Juristische Themen tauchen daher in seinen Geschichten (bekannt sind u.a. auch Die Firma (verfilmt mit Tom Cruise), Die Akte (in der Hollywood-Version mit Julia Roberts) oder die Jury (hier spielt in der Kinoversion Sandra Bullock mit). Grisham wurde 1955 geboren. Der Amerikaner gehört zu den Bestseller-Autoren der Gegenwart.
ÜBERSETZUNG:
Ich kann zwar nicht englischsprachiges Original und deutsche Übersetzung exakt vergleichen. Aber soweit ich es beim Lesen festgestellt habe, handelt es sich um eine gut und flüssig lesbare Version der Geschichte. Sie wurde von Christel Wiemken aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen. Sie hat auch andere Werke Grishams übersetzt.
ANGABEN ZUM BUCH:
Die Originalausgabe ist 1993 erstmals unter dem Titel The Client bei Doubleday, New York erschienen. Ich selber besitze die gebundene Übersetzung in der 6. Auflage. Sie ist 479 Seiten dick. 1994 gab es sie erstmals im Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg. Die ISBN-Nummer: 3-455-02493-9.
PREIS:
Hier habe ich ein echtes Schnäppchen geschossen. Ich konnte das Buch bei Ebay für einen Euro (plus Porto) ersteigern. Da die Besitzerin den Roman scheinbar doppelt hatte, war er noch in Folie verschweißt, also absolut neu! Über die Möglichkeit, Bücher bei Ebay zu kaufen, kann man streiten. Dies war ein besonderer Glücksfall. Wer Wert auf ordentliche Bücher, die noch nicht von Flecken durchsetzt oder mit Knicken versehen sind, legt, hat längst nicht immer so gute Chancen.
FAZIT:
Der Klient ist ein Roman, den man ganz gut weg lesen kann. Seine große Stärke sind die Hauptfiguren Reggie Love und vor allen Dingen Mark Sway. Auch wenn ein elfjähriger Junge im Zentrum der Geschichte steht, ist es lange kein Kinderbuch. Dazu ist die Spannung zwischen FBI und Mafia zu gut beschrieben. Die Schwäche dagegen liegt auf der Seite der Ermittler. Zu viele, zu schwammig, so habe ich es empfunden. Deshalb ziehe ich einen Stern ab, kann den Klienten aber durchaus empfehlen.
37 Bewertungen, 1 Kommentar
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16.08.2004, 18:52 Uhr von kleenerknuffi
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter Bericht von Dir. Mein Lieblingsbuch ist bis jetz immernoch Die Jury. Liebe GRüße Bine
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