Der Verrat (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

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ab 10,09
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Erfahrungsbericht von magnifico

Der Beginn vom Ende der Grisham-Ära?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mit einer ausgefallenen Thematik hat sich John Grisham in seinem Roman \"Der Verrat\" betätigt und, wie auch anders nicht zu erwarten, das Ganze bravourös gemeistert. Und auch wenn sich sein Buch in gewohnt leichter und zügiger Weise angenehm und fasziniert lesen lässt, nimmt sich das dahinter stehende Material doch alles andere als oberflächlich und lapidar aus. Lediglich am Ende scheint der Autor etwas weit in das Genre des Happy-Ends gegriffen zu haben und trübt das Bild, das er über den gesamten Buchverlauf hinweg aufgebaut hat.

An einem Tag ändert sich für Michael Brock, den aufsteigenden Stern einer Washingtoner Anwaltskanzlei, das Leben grundsätzlich: durch eine Geiselnahme seitens eines Obdachlosen wird der bis dahin wohl behütete und nur mit Bestem verwöhnte Jurist in die Gefilde der Großstadtarmut und die Elendsszenen der Gettos eingeführt und gewinnt dabei Eindrücke, die er nicht mehr los wird. Zugleich stößt er auf dunkle Machenschaften, in die ein Partner seiner Sozietät verwickelt zu sein scheint - und die ausgerechnet mit dem Obdachlosen in Zusammenhang steht. Erschüttert von dem Schicksal der Armen wechselt Brock die Seiten und kämpft fortan an der Seite der Schwachen - auch gegen seine ehemalige Kanzlei. Doch die Machtführer dulden seinen Verrat nicht und schlagen erbarmungslos zu.

Ein, hinter der Spannung der anderen Grisham-Romane etwas zurückbleibendes Werk, bei dem zwar ohne Zweifel auch wieder der Spannungsbogen und damit die Lesebereitschaft angespannt werden, jedoch zunehmend zum Ende hin abflachen und, in meinen Augen zumindest, das übliche Finale eher seicht und trivial ausfallen lassen. Das Happy-End, das grundsätzlich ähnlich wie bei \"Die Akte\" oder \"Die Jury\" ohne Trübung ist, vermag dabei, da plötzlich alles zum Guten gewendet und die \"Heile Welt\" aus der Taufe gehoben wird irgendwie unbefriedigend und, horribile dictu, John Grishams beinahe schon unwürdig.

Bleibt nur zu hoffen, dass John Grisham nicht mit seinem bisherigen brillanten Schreibstil bricht und sich derartige Finale wie in \"Der Verrat\" auf die Fahne schreibt. Ich kenne zwar den Inhalt seines neuesten Werkes \"Das Testament\" nicht - hier bin ich für Kommentare jeglicher Art ausgesprochen dankbar - hoffe aber, dass \"Der Verrat\" mehr ein Ausrutscher oder Versuch als ein Paradigmawechsel gewesen ist. Das Buch selbst ist, da gibt es nichts zu bemängeln, sehr angenehm zu lesen, zumal es mit seiner Handlung auch sehr fesselnd ist.

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • mima007

    22.08.2004, 14:33 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    neuestes Werk soll "Das Testament" sein?? Vielelicht solltest du diesen völlig veralteten Bericht mal aktualisieren. VG, mima