Der Verrat (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

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ab 10,09
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Erfahrungsbericht von Gringito

Grisham: Der Verrat. Verzichtbar!

Pro:

spannend

Kontra:

es gibt viel bessere

Empfehlung:

Nein

Grisham versucht in diesem Roman den Spagat: spannende Unterhaltung im Thrillerbereich einerseits, gesellschaftlicher und moralischer Anspruch andererseits. Obdachlose, Rassenneid, ehrgeizige Kommunalpolitiker, Juristen mit weißer und andere mit schwarzer Weste - kein Stoff aus dem so einfach eine Story zu schneidern ist.

Die Story
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Wie immer geht es bei Grisham um aufstrebende, junge Juristen, die den Durchbruch noch nicht geschafft haben und irgendwo zwischen dem Traum hängen, als erfolgreiche Staranwälte Ruhm und Reichtum zu scheffeln und andererseit den Idealen ihres Studentendaseins, dem Menschen Gerechtigkeit zu verschaffen.

John hat es beinahe geschaft. Mit 32 Jahren ist er Anwalt in der Kanzlei "Drake & Sweeny" und ist gut. Gut nicht nur als Anwalt, gut auch als Arbeitstier. Denn die Kanzlei verlangt viel von ihm. Schließlich kann jede Stunde, die er arbeitend verbringt, einem Clienten für mehrere hundert Dollar in Rechnung gestellt werden - mehrere hunderttausend kommen so im Jahr für die Firma zusammen, allein von ihm. Und bald wird er an diesem Geldsegen teilnehmen können - noch ein paar Jahre, und er wird Teilhaber werden. Das entschädigt auch ein bisschen für den Schiffbuch, den er in seiner Ehe erlebt - da er nie zu Hause ist, hat seine Frau auch auf Karriere gesetzt und die beiden übertrumpfen sich darin, Zeit im Job zu verbringen.

Die Wende kommt übelriechend. Im Lift seiner Kanzlei begegnet einer zerlumpten Gestalt, die plötzlich eine Waffe zieht und ihn und weitere Mitarbeiter als Geiseln nimmt.

Nach einigen Stunden voller Angst werden die Juristen in einem blutigen Befreiungsschlag der Polizei befreit, jedoch nicht ohne zuvor dem Obdachlosen hinblicklich ihres sozialen verhaltens Rede und Antwort geben gemusst zu haben.

John lässt die Sache keine Ruhe. Er will wissen, warum ausgerechnet ER Opfer des Verrückten wurde. Bald stellt sich heraus, dass es tatsächlich eine Verbindung zu seiner Firma gibt, und die den Obdachlosen ganz schön übel mitgespielt hat.

Bei seinen Recherchen (natürlich privat und nicht auf Spesenrechnung) trifft er auf einen schwarzen Armenanwalt, der ihn tief beeindruckt. Diesem gelingt es, John auf die Seite der Armen und Verfolgten zu ziehen usw. usw.

Mein Urteil
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Die Geschicht trieft vor moralischem Schmalz und man weiß nicht so recht, ob man den Protagonisten bewundern, bedauern soll, man kann eigentlicheinfach nur den Kopf schütteln. Es wirkt sehr unglaubwürdig, dass jemand binnen weniger Tage all seine Ziele und sein Leben aufgibt, um in einer Suppenküche Armen zu helfen und nach bester Kohlhaas-Tradition das Recht um des Rechts willen zu erkämpfen.

Klar geht die Sache am Ende irgendwie gut aus - wenn auch jeder ein wenig sein fett wegbekommt wie bei Grisham so üblich.

Spannend ist das Buch schon irgendwie, aber "der Partner", "der Regenmacher" oder "die Akte" haben entschieden ein besseres Niveau.

Ich muss sagen, dass mich das Buch ziemlich enttäuscht hat, da ich viel besseres gewohnt war. Ich bin froh, mir nur ein Taschenbuch bei ebay gekauft zu haben (das ich dann sogar zum selben Preis wieder los wurde- außer Spesen nix gewesen) - wer nicht gerade auf amerikanische edel-Moral-Sentimentalität steht, würde ich von einem Kauf abraten.

Taschenbuch - 430 Seiten - Heyne.
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3453169247
8.95 Euro
und das ist entschieden zuviel.

Bei ebay ca. 2,5Euro + 1,5 Euro Versand.

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • kiesi

    25.05.2002, 16:11 Uhr von kiesi
    Bewertung: weniger hilfreich

    Frage: Gibt man sein Leben auf wenn man versucht den Armen zu helfen??