Der Puppengräber (Taschenbuch) / Petra Hammesfahr Testbericht
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Erfahrungsbericht von Josefina
Spannung bis zur Schmerzgrenze
Pro:
Äußerst spannend, schockierend, man weiß bis zum Schluß nicht: war er\'s oder war er\'s nicht?
Kontra:
- - -
Empfehlung:
Ja
In einem kleinen Dorf in der Nähe von Köln verschwinden Mädchen, ohne dass es zunächst auffällt: Die erste ist die junge Edith Stern zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Ihre Familie wird deportiert, doch Edith kann sich in den Wäldern verstecken. Später erzählt man sich im Dorf, dass Edith sich in die USA absetzen konnte.
Fast vierzig Jahre lang passiert nichts, bis ein Zirkus im Dorf gastiert. Althea Belashi, eine junge Artistin mit langem blonden Haar, fällt nicht nur dem geistig behinderten Ben ins Auge. Am nächsten Tag ist Althea verschwunden und wird von den Zirkusleuten verzweifelt gesucht. Im Dorf vermutet man, sie wäre bei Nacht und Nebel durchgebrannt, zumal nie irgendwelche Hinweise auf ein Verbrechen entdeckt werden. Zwar beobachten zwei Zeugen, wie Althea am Abend ihres Verschwindens überfallen wird, doch niemand hört auf die alte verwirrte Gerta Franken und der neunjährige Ben kann seine Erlebnisse nicht erzählen.
Ben wächst auf dem Bauernhof seiner Eltern auf, zu sprechen vermag er nur wenige Worte, niemand weiß genau, wieviel er von seiner Umwelt versteht. Trude, seine Mutter, hütet ihn wie ihren Augapfel und bewahrt ihn vor allen Anfeindungen. Als der Sommer 1995, der als „Blutsommer“ in die Geschichte eingehen soll, ins Land zieht, ist Ben 22 Jahre alt, besitzt die Körpergrösse eines Riesen, die Kraft eines Stieres und den Verstand eines Kleinkindes. Sein liebster Zeitvertreib ist es, nachts mit einem Fernglas und einem Klappspaten ausgerüstet durch die umliegenden Wälder und Felder zu streunen, Tiere zu beobachten und Dinge zu vergraben. Seit dem Verschwinden von Althea Belashi hat Ben eine Vorliebe für blonde Puppen, die er von Zeit zu Zeit in plötzlichen scheinbaren Wutanfällen zerstört, zerreißt und vergräbt. Nachdem sich Vorfälle häufen, bei denen Ben mit den Puppen anderer Kinder auf diese Weise verfährt, wird für einige Dorfbewohnern zum Dorn im Auge. Niemand deutet sein Verhalten richtig, sein Vater Jakob prügelt den Jungen dafür.
Als Ben eines Tages ein Handtäschchen mit blutigen Fingerabdrücken nach Hause bringt, verbrennt seine Mutter Trude es in ihrem altmodischen Holzherd. Ben wird es wohl irgendwo gefunden haben, denkt sie. Sie verarztet die blutigen Wunden an seinen Fingern, die er oft von seinen Streifzügen durch die Natur mitbringt, und auf die sie die Blutspuren auf dem Täschchen zurückführt. Trude weiß nichts vom Verschwinden der siebzehnjährigen Svenja Krahl aus dem Nachbarstädtchen Lohberg.
Als die junge Marlene Jensen eines Nachts von einem Discobesuch nicht nach Hause kommt, findet Trude wenig später in Bens Zimmer zwei menschliche Finger...
* * * Meine Meinung zu „Der Puppengräber“ * * *
Die Geschichte fesselt den Leser von Anfang an und steigert über 400 Seiten noch die Spannung. Ich habe den Roman wie eine Süchtige verschlungen, obwohl ich die Handlung und die Auflösung schon durch die Verfilmung kannte.
Eine Besonderheit der Geschichte ist, daß sie in Deutschland spielt, und zwar in einem kleinen Dorf – die meisten Psychothriller spielen ja, wie jeder weiß, im englischsprachigen Raum. Petra Hammesfahr hat mit den zahlreichen Dorfbewohnern und der detaillierten Hintergrundgeschichte eine dichte, realistische Kulisse für ihren Roman geschaffen. Der einzige (kleine!) Kritikpunkt liegt aber auch in der Anzahl der eingeführten Figuren: es sind schon beinahe unüberschaubar viele, zwei oder drei Charaktere weniger hätten es auch getan – aus diesem Grunde beginnt aber auch das Buch mit einer Auflistung der Personen und einer Landkarte, um dem verwirrten Leser die Übersicht nicht verlieren zu lassen.
Die zweite Besonderheit ist die realistische Umsetzung des Stoffes, der Petra Hammesfahr hier gelungen ist. Die Geschichte könnte sich wirklich in etwa so abgespielt haben.
Nun aber zu Ben: Hammesfahr gibt uns viele Informationen über Ben; daß er gutmütig ist, sich aber im Zorn nicht kontrollieren und seine Bärenkräfte nicht bewußt einsetzen kann. So hat er schon oft versehentlich Tiere zu Tode gedrückt, die er eigentlich nur streicheln wollte. Mädchen aus dem Dorf, die er umarmen möchte, brüllen, schreien, schlagen auf ihn ein, er trägt gern ein Messer bei sich – und ganz offensichtlich hat er eine Verbindung zu den Morden. Bis zum Schluss kann man sich nicht sicher sein: War er’s oder war er’s nicht?
Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt allen, die sich es sich im grauen und kalten Herbst mit einem superspannenden Roman gemütlich machen wollen – übrigens hat die Geschichte eine Fortsetzung: „Lukkas Erbe“.
Meine Empfehlung: unbedingt lesen!
Fast vierzig Jahre lang passiert nichts, bis ein Zirkus im Dorf gastiert. Althea Belashi, eine junge Artistin mit langem blonden Haar, fällt nicht nur dem geistig behinderten Ben ins Auge. Am nächsten Tag ist Althea verschwunden und wird von den Zirkusleuten verzweifelt gesucht. Im Dorf vermutet man, sie wäre bei Nacht und Nebel durchgebrannt, zumal nie irgendwelche Hinweise auf ein Verbrechen entdeckt werden. Zwar beobachten zwei Zeugen, wie Althea am Abend ihres Verschwindens überfallen wird, doch niemand hört auf die alte verwirrte Gerta Franken und der neunjährige Ben kann seine Erlebnisse nicht erzählen.
Ben wächst auf dem Bauernhof seiner Eltern auf, zu sprechen vermag er nur wenige Worte, niemand weiß genau, wieviel er von seiner Umwelt versteht. Trude, seine Mutter, hütet ihn wie ihren Augapfel und bewahrt ihn vor allen Anfeindungen. Als der Sommer 1995, der als „Blutsommer“ in die Geschichte eingehen soll, ins Land zieht, ist Ben 22 Jahre alt, besitzt die Körpergrösse eines Riesen, die Kraft eines Stieres und den Verstand eines Kleinkindes. Sein liebster Zeitvertreib ist es, nachts mit einem Fernglas und einem Klappspaten ausgerüstet durch die umliegenden Wälder und Felder zu streunen, Tiere zu beobachten und Dinge zu vergraben. Seit dem Verschwinden von Althea Belashi hat Ben eine Vorliebe für blonde Puppen, die er von Zeit zu Zeit in plötzlichen scheinbaren Wutanfällen zerstört, zerreißt und vergräbt. Nachdem sich Vorfälle häufen, bei denen Ben mit den Puppen anderer Kinder auf diese Weise verfährt, wird für einige Dorfbewohnern zum Dorn im Auge. Niemand deutet sein Verhalten richtig, sein Vater Jakob prügelt den Jungen dafür.
Als Ben eines Tages ein Handtäschchen mit blutigen Fingerabdrücken nach Hause bringt, verbrennt seine Mutter Trude es in ihrem altmodischen Holzherd. Ben wird es wohl irgendwo gefunden haben, denkt sie. Sie verarztet die blutigen Wunden an seinen Fingern, die er oft von seinen Streifzügen durch die Natur mitbringt, und auf die sie die Blutspuren auf dem Täschchen zurückführt. Trude weiß nichts vom Verschwinden der siebzehnjährigen Svenja Krahl aus dem Nachbarstädtchen Lohberg.
Als die junge Marlene Jensen eines Nachts von einem Discobesuch nicht nach Hause kommt, findet Trude wenig später in Bens Zimmer zwei menschliche Finger...
* * * Meine Meinung zu „Der Puppengräber“ * * *
Die Geschichte fesselt den Leser von Anfang an und steigert über 400 Seiten noch die Spannung. Ich habe den Roman wie eine Süchtige verschlungen, obwohl ich die Handlung und die Auflösung schon durch die Verfilmung kannte.
Eine Besonderheit der Geschichte ist, daß sie in Deutschland spielt, und zwar in einem kleinen Dorf – die meisten Psychothriller spielen ja, wie jeder weiß, im englischsprachigen Raum. Petra Hammesfahr hat mit den zahlreichen Dorfbewohnern und der detaillierten Hintergrundgeschichte eine dichte, realistische Kulisse für ihren Roman geschaffen. Der einzige (kleine!) Kritikpunkt liegt aber auch in der Anzahl der eingeführten Figuren: es sind schon beinahe unüberschaubar viele, zwei oder drei Charaktere weniger hätten es auch getan – aus diesem Grunde beginnt aber auch das Buch mit einer Auflistung der Personen und einer Landkarte, um dem verwirrten Leser die Übersicht nicht verlieren zu lassen.
Die zweite Besonderheit ist die realistische Umsetzung des Stoffes, der Petra Hammesfahr hier gelungen ist. Die Geschichte könnte sich wirklich in etwa so abgespielt haben.
Nun aber zu Ben: Hammesfahr gibt uns viele Informationen über Ben; daß er gutmütig ist, sich aber im Zorn nicht kontrollieren und seine Bärenkräfte nicht bewußt einsetzen kann. So hat er schon oft versehentlich Tiere zu Tode gedrückt, die er eigentlich nur streicheln wollte. Mädchen aus dem Dorf, die er umarmen möchte, brüllen, schreien, schlagen auf ihn ein, er trägt gern ein Messer bei sich – und ganz offensichtlich hat er eine Verbindung zu den Morden. Bis zum Schluss kann man sich nicht sicher sein: War er’s oder war er’s nicht?
Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt allen, die sich es sich im grauen und kalten Herbst mit einem superspannenden Roman gemütlich machen wollen – übrigens hat die Geschichte eine Fortsetzung: „Lukkas Erbe“.
Meine Empfehlung: unbedingt lesen!
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