Haustiere Testbericht




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Erfahrungsbericht von Mausbaer1977
Das Kaninchen - Der Zwerg
Pro:
Einfach nur niedlich!
Kontra:
Kein zwei Männchen
Empfehlung:
Nein
Vor eineinhalb Jahren segnete mein Lieblingshamster das Zeitliche und so kamen wir auf die Idee, ein Kaninchen als Haustier bei uns aufzunehmen.
Klein, kugelig, kuschelig und schwarz mit weißem Bauch dazu süße Knopfaugen, ein kleiner Löwenkopf. Habe mich sofort in ihn verliebt! Einen Namen hatten wir auch schon, ziemlich unkonventionell: Humphrey
Daheim angekommen haben wir ihm erst einmal sein Heim eingerichtet. Und siehe da, neugierig wie er nun mal ist, hat er gleich angefangen, sein neues Zuhause zu beschnuppern...
Nach ein paar Tagen hatte er sich bei uns eingelebt und wir erlaubten ihm seinen ersten Freilauf in der Wohnung. Da wir keinen Garten haben, rennt er jetzt immer wenn jemand daheim ist in der ganzen Wohnung auf und ab, das braucht er um fit zu bleiben, damit sich die Krallen abnutzen und damit er keine Verstopfung bekommt.
Aber mit der Zeit fiel uns auf, dass er manchmal etwas einsam wirkt, und da Kaninchen lieber zu zweit leben (sogar auch mit einem Meerschweinchen zusammen) zogen wir wieder los, um eine nette Gefährtin für ihn zu finden.
Diesmal war das Kaninchen weiß mit schwarzen Tupfen und ein Schlappohr, auch Zwergwidder genannt. Süß, wie tollpatschig, denn Zwergwidder sind zwar anschmiegsamer als Löwenkopf aber manchmal auch furchtbar ungeschickt!
Die erste Zeit sollte \"Sie\" namens Marilyn in einem zweiten Käfig sitzen, damit unser Humphrey (inzwischen kastriert, das soll man jedoch nicht vor 3-4 Monaten vornehmen lassen. Kann euch sagen, er hat noch Stunden nach der Narkose ziemlich bedröppelt drein geschaut) sie nicht belästigt.
Nach einiger Zeit konnten wir die beiden dann auch gemeinsam draußen herumtollen lassen, und in einen Käfig setzen. Sie verstanden sich wirklich gut! Bis sie dann eines Tages anfingen, sich zu streiten. Und zwar bis die Fetzen flogen. Einmal konnten wir gerade noch rechtzeitig einschreiten, bevor etwas Schlimmeres passiert wäre. Humphrey trug ein kleines Loch im Ohr (nichts Ernsthaftes) davon und damals noch Marilyn hatte ein Gutes weniger Haare. Seither hatte wieder jeder seinen eigenen Käfig.
Erst dachten wir an Hormonschwankungen oder dass Mary schwanger wäre, denn männliche Kaninchen sind noch bis zu 3 Wochen etwa nach der Kastration zeugungsfähig! Beim Tierarzt teilte man uns dann jedoch mit, dass unsere Mary EIN MÄNNCHEN ist! Wir hatten nur einer Erklärung: da bei jungen Kaninchen die Geschlechtsöffnung nahezu gleich aussieht (bei Weibchen etwa Schlitzförmig, bei Männchen eher rund) gab es eine Verwechslung! Also ließen wir auch Mary kastrieren. Und seither heißt er Schlappi. Verstehen tun sich die beiden heute noch nicht. Dieses Gehabe nennt sich Kommentkampf, wenn beide versuchen, Herr im Revier zu werden.
Selten aber kommt auch vor, dass sich zwei kastrierte Rammler nicht vertragen. Am Ehesten vertragen sich Männchen und Weibchen (aber bitte kastrieren wenn man nicht alle zwei Monate Junge will) oder zwei Weibchen, am besten aus demselben Wurf.
Zur Haltung allgemein:
---Käfig---
der Käfig sollte groß genug sein, für ein Kaninchen etwa 1 m x 70 cm und nicht in Nähe von Lärmquellen stehen, denn das verschreckt es! Die Einstreu kann man sich sparen, denn diese lässt sich problemlos durch eine Tageszeitung (nicht zu bunt!) ersetzen. Darüber dann gut 5 cm Stroh füllen.
Damit das Kaninchen nicht in den ganzen Käfig macht einfach ein kleines dreieckiges Katzenklo mit Klumpstreu füllen. Die Zwerge legen sich hier auch gerne rein.
Saubermachen:
Käfig je nach Bedarf alle 1 - 2 Wochen, das Klo aber alle 1-2 Tage!
Ein Haus ist unumgänglich, da sich das Kaninchen versteckt, wenn es seine Ruhe will. Ein Kalkstein sorgt dafür, dass es sich die Vorderzähne abwetzen kann. Wer mag, kann eine Heuraufe von Außen oder Innen anhängen, von Außen empfiehlt sich, wenn der Käfig etwas kleiner ist, damit nicht noch mehr Platz weggenommen wird.
Eine Nippeltränke mit Wasser gefüllt und nicht zuletzt ein Futternapf gehören zur Grundausstattung.
Etwas Spielzeug (z.B. Bällchen mit Drops darin oder einfach nur ein leerer Schuhkarton) muss sein! Aus Holzresten kann man wunderbar einen Hindernisparcours basteln.
Einen Kaninchenstall kann man – wenn er winddicht ist – im Freien aufstellen. Bei zu großer Kälte sollte man das Tier aber trotzdem in die Wohnung holen.
---Haltung---
eigentlich paarweise, weil Kaninchen Gesellschaft lieben. ein Single-Kaninchen kuschelt schon gerne mit dem Menschen. Manchmal schleckt es einen ab, das ist ein natürlicher Trieb der Körperpflege, für das es sich einfach einen Ersatzpartner sucht (kann auch ein Sofakissen o.ä. sein).
Die Zwerge sollten viel Auslauf haben! Am Besten ist es, ein Gehege im Garten aufzustellen mit Unterschlupf. Der Zaun muss aber mindestens 15 cm tief eingegraben sein, sonst buddelt sich der Zwerg darunter durch.
Wird der Zwerg in der Wohnung gehalten, sollte er mindestens zweimal am Tag ca. 30 Minuten in der Wohnung toben dürfen (Achtung, teure Teppiche könnten darunter leiden!) Auf Parkett-Böden oder Fliesen rutscht das Kaninchen jedoch ziemlich weg, also am besten nur auf Teppich laufen lassen.
Kaninchen nehmen es einem übel, wenn man mal länger arbeiten musste und sie nicht so viel wie sonst hüpfen durften. Also auf festen Freilaufzeiten achten.
Da Kaninchen überall ihre Häufchen fallen lassen, ist es ratsam, an einem bestimmten Ort im Freilauf ein weiteres Katzenklo einzurichten, damit zumindest der Urin nicht in der Wohnung verteilt landet.
Auch wenn ein Kaninchen kein Nagetier ist (!) sondern hasenähnlich, knabbert es alles an was im Weg steht, mit Vorliebe Holzmöbel. Es hilft aber, etwas Zitrone drauf zu tropfen, das schmeckt dem Tier nicht aber hält es vom Knabbern ab und schadet nicht. Und...aufpassen auf offen liegende Kabel, wird angeknabbert! Wir haben jetzt alle verlegt.
---Ernährung---
Täglich, am besten morgens, etwas Heu in den Käfig geben, dann hat das Kaninchen etwas zum Nagen, und am Heu nutzen sich die ständig wachsenden Zähne ab. Trockenfutter (Körnergemisch) sind ein tägliches Muss, je nach Größe 1-2 EL. Dazu gibt es noch eine Vielzahl von Leckerlis. Ihr werdet selbst schnell heraus bekommen, was euer Zwerg am liebsten frisst. Aber Vorsicht, nicht zu viel, sonst bekommt er Übergewicht! Und bloß keine Schokolade oder Kekse, diese sind nicht für\'s Tier gemacht!
An Grünfutter sollte man dem Zwerg viel Abwechslung bieten: Karotte, Apfel, Weintraube, Kiwi, Tomate, Petersilie, eigentlich alles was nicht bläht (z.B. Kohl). Auch gekochte Kartoffelschalen dürfen sie fressen und Knäckebrot. Bei trockenem Brot sollte man vorsichtig sein, dass keine Schimmelsporen dran sind.
Und: kleiner Tipp: unsere Zwerge fressen das Grünzeug an der Karotte lieber als die eigentliche Karotte! Salat und Gurke sind jedoch tabu oder zumindest nur in kleinen Mengen, weil sie Durchfall auslösen können.
Dazu: täglich frisches Wasser, lauwarm, da Kaninchens Magen kein kaltes Wasser verträgt.
Ach ja, nicht wundern, es gibt den so genannten Blinddarmkot, das sind wurstförmige bis breiige Kothäufchen. Diese fressen die Kaninchen oft. Das gleicht ihren Vitaminhaushalt aus.
---Krankheiten---
Darm:
erkennt man am Geruch :-)
oft haben Kaninchen Blähungen. Dann hilft hoppeln und Bauchmassage
Durchfall:
die sonst harten Kugeln werden Fladenförmig bis wässrig
kein Grünfutter für ein bis zwei Tage und kein Wasser, am besten nur trockenes Heu. sollte es dann nicht besser werden zum Tierarzt
Verstopfung:
Kaninchen lässt weniger fallen als sonst, beim Tasten am Bauch fühlt man oft schon gestaute Kot-Kügelchen
viel Bewegung, Bauchmassage, weniger Trockenfutter. Trinknapf auf Verstopfung überprüfen.
nach ein bis zwei Tagen zum Tierarzt
Erkältung:
Kaninchen niest
Vitamintropfen ins Trinken. Wenn\'s nach ein paar Tagen nicht besser wird zum Tierarzt
Kaninchen sitzt und ist \"faul\":
Krallen angucken, ggf. vom Tierarzt schneiden lassen. Kann auch selber gemacht werden, aber aufpassen, weil beim Kaninchen die Blutgefäße bis in die Krallen gehen und verletzt werden könnten.
Es gibt eine Virusinfektion (Rabbit hemorrhagic disease), die sich durch Blutungen aus den Körperöffnungen, Fieber und Apathie äußert. Diese verläuft tödlich, es gibt aber eine jährlich zu wiederholende Impfung dagegen, die der Tierarzt durchführt.
Außerdem ist die sogenannte Myxomatose lebensgefährlich. Besonders gefährdet sind Tiere, die in der Nähe eines Gewässers leben, da sie durch Mücken etc. übertragen wird. Auch hiergegen wird geimpft.
Aber da ich auch kein Tierarzt bin und nur aus der Erfahrung spreche, dass meine Zwerge diese Krankheiten alle schon hatten, bitte im Zweifelsfall zum Tierarzt gehen.
---Verhalten---
leises Malmen mit den Zähnen:
tritt oft beim Streicheln auf – dem Kaninchen gefällt’s (macht mein Schlappi immer)
lautes Zähneknirschen:
oft starke Schmerzen oder schreckliche Angst (so gehört, als meinem Schlappi die Zähne abgeschliffen wurden, weil der Tierarzt furchtbar grob war)
klopfen:
„mir gefällt was nicht“ – lautes Radio, Fernseher, Lärm allgemein erschreckt die Zwerge
ducken:
Angst
Wenn’s mal komisch riecht, habt ihr wahrscheinlich einen nicht kastrierten Rammler, der soeben sein Revier markiert hat. Diese Flüssigkeit kann ebenso wie der Urin verschiedene Farben annehmen, je nachdem was das Tier gefressen hat. Das Markieren erfolgt u.A. auch wenn der Zwerg sein Kinn (dort sind auch Drüsen) an einem Gegenstand reibt.
Ein Kaninchen beißt nicht, wenn es richtig erzogen wurde und man ihm nichts tut. Allgemein ist unser Zwergwidder Schlappi aber ein ruhigerer, gemütlicherer, der sich auch auf den Arm nehmen lässt, Löwenkopf Humphrey braucht schon eine gute Stunde, dass man ihn mal streicheln darf.
Die Verhaltensweisen eines Kaninchens lassen sich schlecht beschreiben, durch den Umgang mit den Zwergen lernt man mit der Zeit seine Sprache. Ein paar Kunststücke haben wir ihnen auch beigebracht: Wenn eine bestimmte Schublade aufgeht, machen beide Männchen, weil’s dann einen Drop gibt (Pawlowscher Hund).
---Kosten---
möchte ich micht jetzt nicht festlegen, weil das auf den Züchter oder Händler ankommt. Humphrey hat 25 EUR gekostet, Schlappi 20, je nach Rasse halt. Und wenn man ihn aus einer versehentlichen Zucht geschenkt bekommt oder aus dem Tierheim holt ist er kostenlos.
Dafür können Käfig und Ausstattung ins Geld gehen. Je nach Größe gut über 100 EUR muss man schon einrechnen. Fressen tun die beiden sparsam mitsamt dem Grünzeug für vielleicht 10-15 EUR pro Monat.
---„Herrchen“---
Im Grunde kann jeder ein Kaninchen halten, der genügend Platz für einen großen Käfig hat. Man sollte nur ausreichend Zeit für den Zwerg haben oder ihm einen Partner verschaffen. Für Kinder ist der Zwerg etwa ab dem Schulalter als Haustier geeignet, weil sie in diesem Alter bereits sorgsamer mit dem Tier umgehen können. Absoluter Kuschelfaktor; wenn man es gut behandelt, wird es einem viel Freude bereiten!
Viel Spaß!
Klein, kugelig, kuschelig und schwarz mit weißem Bauch dazu süße Knopfaugen, ein kleiner Löwenkopf. Habe mich sofort in ihn verliebt! Einen Namen hatten wir auch schon, ziemlich unkonventionell: Humphrey
Daheim angekommen haben wir ihm erst einmal sein Heim eingerichtet. Und siehe da, neugierig wie er nun mal ist, hat er gleich angefangen, sein neues Zuhause zu beschnuppern...
Nach ein paar Tagen hatte er sich bei uns eingelebt und wir erlaubten ihm seinen ersten Freilauf in der Wohnung. Da wir keinen Garten haben, rennt er jetzt immer wenn jemand daheim ist in der ganzen Wohnung auf und ab, das braucht er um fit zu bleiben, damit sich die Krallen abnutzen und damit er keine Verstopfung bekommt.
Aber mit der Zeit fiel uns auf, dass er manchmal etwas einsam wirkt, und da Kaninchen lieber zu zweit leben (sogar auch mit einem Meerschweinchen zusammen) zogen wir wieder los, um eine nette Gefährtin für ihn zu finden.
Diesmal war das Kaninchen weiß mit schwarzen Tupfen und ein Schlappohr, auch Zwergwidder genannt. Süß, wie tollpatschig, denn Zwergwidder sind zwar anschmiegsamer als Löwenkopf aber manchmal auch furchtbar ungeschickt!
Die erste Zeit sollte \"Sie\" namens Marilyn in einem zweiten Käfig sitzen, damit unser Humphrey (inzwischen kastriert, das soll man jedoch nicht vor 3-4 Monaten vornehmen lassen. Kann euch sagen, er hat noch Stunden nach der Narkose ziemlich bedröppelt drein geschaut) sie nicht belästigt.
Nach einiger Zeit konnten wir die beiden dann auch gemeinsam draußen herumtollen lassen, und in einen Käfig setzen. Sie verstanden sich wirklich gut! Bis sie dann eines Tages anfingen, sich zu streiten. Und zwar bis die Fetzen flogen. Einmal konnten wir gerade noch rechtzeitig einschreiten, bevor etwas Schlimmeres passiert wäre. Humphrey trug ein kleines Loch im Ohr (nichts Ernsthaftes) davon und damals noch Marilyn hatte ein Gutes weniger Haare. Seither hatte wieder jeder seinen eigenen Käfig.
Erst dachten wir an Hormonschwankungen oder dass Mary schwanger wäre, denn männliche Kaninchen sind noch bis zu 3 Wochen etwa nach der Kastration zeugungsfähig! Beim Tierarzt teilte man uns dann jedoch mit, dass unsere Mary EIN MÄNNCHEN ist! Wir hatten nur einer Erklärung: da bei jungen Kaninchen die Geschlechtsöffnung nahezu gleich aussieht (bei Weibchen etwa Schlitzförmig, bei Männchen eher rund) gab es eine Verwechslung! Also ließen wir auch Mary kastrieren. Und seither heißt er Schlappi. Verstehen tun sich die beiden heute noch nicht. Dieses Gehabe nennt sich Kommentkampf, wenn beide versuchen, Herr im Revier zu werden.
Selten aber kommt auch vor, dass sich zwei kastrierte Rammler nicht vertragen. Am Ehesten vertragen sich Männchen und Weibchen (aber bitte kastrieren wenn man nicht alle zwei Monate Junge will) oder zwei Weibchen, am besten aus demselben Wurf.
Zur Haltung allgemein:
---Käfig---
der Käfig sollte groß genug sein, für ein Kaninchen etwa 1 m x 70 cm und nicht in Nähe von Lärmquellen stehen, denn das verschreckt es! Die Einstreu kann man sich sparen, denn diese lässt sich problemlos durch eine Tageszeitung (nicht zu bunt!) ersetzen. Darüber dann gut 5 cm Stroh füllen.
Damit das Kaninchen nicht in den ganzen Käfig macht einfach ein kleines dreieckiges Katzenklo mit Klumpstreu füllen. Die Zwerge legen sich hier auch gerne rein.
Saubermachen:
Käfig je nach Bedarf alle 1 - 2 Wochen, das Klo aber alle 1-2 Tage!
Ein Haus ist unumgänglich, da sich das Kaninchen versteckt, wenn es seine Ruhe will. Ein Kalkstein sorgt dafür, dass es sich die Vorderzähne abwetzen kann. Wer mag, kann eine Heuraufe von Außen oder Innen anhängen, von Außen empfiehlt sich, wenn der Käfig etwas kleiner ist, damit nicht noch mehr Platz weggenommen wird.
Eine Nippeltränke mit Wasser gefüllt und nicht zuletzt ein Futternapf gehören zur Grundausstattung.
Etwas Spielzeug (z.B. Bällchen mit Drops darin oder einfach nur ein leerer Schuhkarton) muss sein! Aus Holzresten kann man wunderbar einen Hindernisparcours basteln.
Einen Kaninchenstall kann man – wenn er winddicht ist – im Freien aufstellen. Bei zu großer Kälte sollte man das Tier aber trotzdem in die Wohnung holen.
---Haltung---
eigentlich paarweise, weil Kaninchen Gesellschaft lieben. ein Single-Kaninchen kuschelt schon gerne mit dem Menschen. Manchmal schleckt es einen ab, das ist ein natürlicher Trieb der Körperpflege, für das es sich einfach einen Ersatzpartner sucht (kann auch ein Sofakissen o.ä. sein).
Die Zwerge sollten viel Auslauf haben! Am Besten ist es, ein Gehege im Garten aufzustellen mit Unterschlupf. Der Zaun muss aber mindestens 15 cm tief eingegraben sein, sonst buddelt sich der Zwerg darunter durch.
Wird der Zwerg in der Wohnung gehalten, sollte er mindestens zweimal am Tag ca. 30 Minuten in der Wohnung toben dürfen (Achtung, teure Teppiche könnten darunter leiden!) Auf Parkett-Böden oder Fliesen rutscht das Kaninchen jedoch ziemlich weg, also am besten nur auf Teppich laufen lassen.
Kaninchen nehmen es einem übel, wenn man mal länger arbeiten musste und sie nicht so viel wie sonst hüpfen durften. Also auf festen Freilaufzeiten achten.
Da Kaninchen überall ihre Häufchen fallen lassen, ist es ratsam, an einem bestimmten Ort im Freilauf ein weiteres Katzenklo einzurichten, damit zumindest der Urin nicht in der Wohnung verteilt landet.
Auch wenn ein Kaninchen kein Nagetier ist (!) sondern hasenähnlich, knabbert es alles an was im Weg steht, mit Vorliebe Holzmöbel. Es hilft aber, etwas Zitrone drauf zu tropfen, das schmeckt dem Tier nicht aber hält es vom Knabbern ab und schadet nicht. Und...aufpassen auf offen liegende Kabel, wird angeknabbert! Wir haben jetzt alle verlegt.
---Ernährung---
Täglich, am besten morgens, etwas Heu in den Käfig geben, dann hat das Kaninchen etwas zum Nagen, und am Heu nutzen sich die ständig wachsenden Zähne ab. Trockenfutter (Körnergemisch) sind ein tägliches Muss, je nach Größe 1-2 EL. Dazu gibt es noch eine Vielzahl von Leckerlis. Ihr werdet selbst schnell heraus bekommen, was euer Zwerg am liebsten frisst. Aber Vorsicht, nicht zu viel, sonst bekommt er Übergewicht! Und bloß keine Schokolade oder Kekse, diese sind nicht für\'s Tier gemacht!
An Grünfutter sollte man dem Zwerg viel Abwechslung bieten: Karotte, Apfel, Weintraube, Kiwi, Tomate, Petersilie, eigentlich alles was nicht bläht (z.B. Kohl). Auch gekochte Kartoffelschalen dürfen sie fressen und Knäckebrot. Bei trockenem Brot sollte man vorsichtig sein, dass keine Schimmelsporen dran sind.
Und: kleiner Tipp: unsere Zwerge fressen das Grünzeug an der Karotte lieber als die eigentliche Karotte! Salat und Gurke sind jedoch tabu oder zumindest nur in kleinen Mengen, weil sie Durchfall auslösen können.
Dazu: täglich frisches Wasser, lauwarm, da Kaninchens Magen kein kaltes Wasser verträgt.
Ach ja, nicht wundern, es gibt den so genannten Blinddarmkot, das sind wurstförmige bis breiige Kothäufchen. Diese fressen die Kaninchen oft. Das gleicht ihren Vitaminhaushalt aus.
---Krankheiten---
Darm:
erkennt man am Geruch :-)
oft haben Kaninchen Blähungen. Dann hilft hoppeln und Bauchmassage
Durchfall:
die sonst harten Kugeln werden Fladenförmig bis wässrig
kein Grünfutter für ein bis zwei Tage und kein Wasser, am besten nur trockenes Heu. sollte es dann nicht besser werden zum Tierarzt
Verstopfung:
Kaninchen lässt weniger fallen als sonst, beim Tasten am Bauch fühlt man oft schon gestaute Kot-Kügelchen
viel Bewegung, Bauchmassage, weniger Trockenfutter. Trinknapf auf Verstopfung überprüfen.
nach ein bis zwei Tagen zum Tierarzt
Erkältung:
Kaninchen niest
Vitamintropfen ins Trinken. Wenn\'s nach ein paar Tagen nicht besser wird zum Tierarzt
Kaninchen sitzt und ist \"faul\":
Krallen angucken, ggf. vom Tierarzt schneiden lassen. Kann auch selber gemacht werden, aber aufpassen, weil beim Kaninchen die Blutgefäße bis in die Krallen gehen und verletzt werden könnten.
Es gibt eine Virusinfektion (Rabbit hemorrhagic disease), die sich durch Blutungen aus den Körperöffnungen, Fieber und Apathie äußert. Diese verläuft tödlich, es gibt aber eine jährlich zu wiederholende Impfung dagegen, die der Tierarzt durchführt.
Außerdem ist die sogenannte Myxomatose lebensgefährlich. Besonders gefährdet sind Tiere, die in der Nähe eines Gewässers leben, da sie durch Mücken etc. übertragen wird. Auch hiergegen wird geimpft.
Aber da ich auch kein Tierarzt bin und nur aus der Erfahrung spreche, dass meine Zwerge diese Krankheiten alle schon hatten, bitte im Zweifelsfall zum Tierarzt gehen.
---Verhalten---
leises Malmen mit den Zähnen:
tritt oft beim Streicheln auf – dem Kaninchen gefällt’s (macht mein Schlappi immer)
lautes Zähneknirschen:
oft starke Schmerzen oder schreckliche Angst (so gehört, als meinem Schlappi die Zähne abgeschliffen wurden, weil der Tierarzt furchtbar grob war)
klopfen:
„mir gefällt was nicht“ – lautes Radio, Fernseher, Lärm allgemein erschreckt die Zwerge
ducken:
Angst
Wenn’s mal komisch riecht, habt ihr wahrscheinlich einen nicht kastrierten Rammler, der soeben sein Revier markiert hat. Diese Flüssigkeit kann ebenso wie der Urin verschiedene Farben annehmen, je nachdem was das Tier gefressen hat. Das Markieren erfolgt u.A. auch wenn der Zwerg sein Kinn (dort sind auch Drüsen) an einem Gegenstand reibt.
Ein Kaninchen beißt nicht, wenn es richtig erzogen wurde und man ihm nichts tut. Allgemein ist unser Zwergwidder Schlappi aber ein ruhigerer, gemütlicherer, der sich auch auf den Arm nehmen lässt, Löwenkopf Humphrey braucht schon eine gute Stunde, dass man ihn mal streicheln darf.
Die Verhaltensweisen eines Kaninchens lassen sich schlecht beschreiben, durch den Umgang mit den Zwergen lernt man mit der Zeit seine Sprache. Ein paar Kunststücke haben wir ihnen auch beigebracht: Wenn eine bestimmte Schublade aufgeht, machen beide Männchen, weil’s dann einen Drop gibt (Pawlowscher Hund).
---Kosten---
möchte ich micht jetzt nicht festlegen, weil das auf den Züchter oder Händler ankommt. Humphrey hat 25 EUR gekostet, Schlappi 20, je nach Rasse halt. Und wenn man ihn aus einer versehentlichen Zucht geschenkt bekommt oder aus dem Tierheim holt ist er kostenlos.
Dafür können Käfig und Ausstattung ins Geld gehen. Je nach Größe gut über 100 EUR muss man schon einrechnen. Fressen tun die beiden sparsam mitsamt dem Grünzeug für vielleicht 10-15 EUR pro Monat.
---„Herrchen“---
Im Grunde kann jeder ein Kaninchen halten, der genügend Platz für einen großen Käfig hat. Man sollte nur ausreichend Zeit für den Zwerg haben oder ihm einen Partner verschaffen. Für Kinder ist der Zwerg etwa ab dem Schulalter als Haustier geeignet, weil sie in diesem Alter bereits sorgsamer mit dem Tier umgehen können. Absoluter Kuschelfaktor; wenn man es gut behandelt, wird es einem viel Freude bereiten!
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