Der Vogelmann (Taschenbuch) / Mo Hayder Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2005
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Erfahrungsbericht von catmother
Ein grausamer Alptraum um Nekrophilie
Pro:
etwas anderer Horror, sehr spannend
Kontra:
brutal, geht an die Substanz, nichts für schwache Nerven
Empfehlung:
Ja
Neben den Gerichtsmediziner-Thrillern um Kay Scarpetta zählt dieses Buch zu den ersten wirklichen Horror-Büchern, die ich in meiner langen Laufbahn als Krimileserin konsumiert habe. Und ich sage euch, es hat mich echt zu Alpträumen getrieben. Wenn ich gewußt hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich die Finger davon gelassen. Es ist wirklich nichts für sensible Leute.
** Die Geschichte **
Bei Aufräumarbeiten auf einem Betonplatz stolpert jemand über eine Leiche, die dort im Müll und Unrat versteckt ist. Sie ist ziemlich übel zugerichtet und es scheint, als hätte jemand hat eine Autopsie an ihr vorgenommen. Später stellt sich bei der Obduktion durch die Gerichtsmedizin heraus, daß es keine exakte Autopsie war, sondern daß der Täter die Brüste verstümmelt und dem Opfer einen Vogel in den Brustkorb eingenäht hat.
In der gleichen Nacht werden an dem Platz noch vier weitere weibliche Leichen gefunden, alle unter den gleichen Umständen gestorben, alle verstümmelt, die erste allerdings schon vor mehreren Monaten, so daß von ihr nicht mehr viel übrig ist.
Ihre Identität kann von den ermittelnden Beamten trotz der Tatsache, daß sie von niemandem vermißt werden, nach und nach geklärt werden: sie alle waren Prostituierte oder Stripperinnen, alle außer einer drogenabhängig und alle hatten ihre letzten Auftritte vor ihrem Verschwinden in einem recht heruntergekommenen Pub namens Dog and Bell.
Die Londoner Polizei unter Inspector Caffrey steht von nun an unter Hochdruck und unter dem Druck der Öffentlichkeit, denn niemand weiß, ob und wann dieser Wahnsinnige wieder zuschlagen wird.
Deshalb kommt es gerade recht, daß ein Zeuge einen Schwarzen am Tatort gesehen haben will, der regelmäßig in dem Pub zu Gast ist, Drogen verkauft und in dessen Wagen man die Haare von drei der Mädchen findet.
Nur Caffrey, der entgegen der gängigen Meinung ein Freund von Täterprofilen ist, glaubt nicht an die Schuld des Farbigen, denn nach Erfahrung von Profilern morden Serientäter meist innerhalb ihrer eigenen Rasse oder gesellschaftlichen Schicht. Es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn diese Regel diesmal gebrochen worden wäre.
Mit seinem Kollegen Essex setzt er Stück für Stück ein unglaubliches und auch beunruhigendes Puzzle über diesen Irren zusammen: der Täter ist nekrophil und besonders pervers, hat medizinische Kenntnisse, und die Abstände zwischen seinen Taten werden immer kürzer. Nur die Identität ist eben noch unklar und man muß mit diesen Anhaltspunkten arbeiten.
Dabei muß Caffrey sich auch endlich einmal mit einem Ereignis aus se Kindheit auseinandersetzten, bei dem sein Bruder verschwand und er seit damals den Verdacht hat, daß er Opfer eines Verbrechens wurde.
Dann wird die nächste Leiche gefunden.
** Buchkritik **
Ich habe noch nie so einen grausligen, furchtbaren und verstörenden Krimi gelesen. O. k., diese Worte habe ich schon vor Jahren geschrieben. Inzwischen habe ich noch einige Bücher gelesen, die diesem hier durchaus das Wasser reichen können, wenn es nicht gar übertreffen. Doch in meiner langen Liste an Krimis und Thrillern war dies das erste, das mich wirklich geschockt hat. Zugegeben, danach hatte ich sogar eine Zeitlang regelrechte Alpträume.
Wer also sensibel ist und ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen hat, der sollte mit dem Roman vorsichtig sein. Es ist einfach unvorstellbar, was es für Psychopathen auf der Welt gibt, für den normalen Menschenverstand nicht zu begreifen.
Von der Spannung her lässt der Thriller nichts zu wünschen übrig. Er beginnt quasi mit einem Paukenschlag und hält die Spannung über weite Strecken aufrecht, in dem sie den Leser immer mal wieder auf eine falsche Fährte führt und ihn in dem Glauben lässt, der Fall sei so gut wie gelöst. Denn oft geht man mit den Vermutungen der Ermittler konform, weil sich die Indizien bei den verschiedenen Personen verdichten und sie einem durchaus plausibel, wenn auch ein wenig zu einfach erscheinen. Und so ergibt sich natürlich immer wieder ein neuer Hinweis, taucht ein neuer Verdachtsmoment oder eine neue Leiche auf und man steht als Leser wieder am Anfang mit seinen Mutmaßungen. Aber so muß ein guter Krimi eben sein – man muß soviel Informationen bekommen, dass man mitraten kann, aber nicht zu schnell der Lösung nahe kommen, damit es nicht langweilig wird.
Unser Held Caffrey erscheint menschlich, aber auch gelegentlich verbissen und ungerecht. Seine Affäre mit einer Verdächtigen kam mir allerdings etwas konstruiert vor, um die Sachlage noch komplizierter zu machen. Das wäre in meinen Augen nicht unbedingt nötig gewesen, aber immerhin soweit nachvollziehbar, als dass ein Autor natürlich immer gern das Element Liebe in seinem Werk enthalten hat, um es ein wenig abzurunden.
Auch sprachlich bietet der Thriller, wenn auch nichts Neues, aber eine soliden, verständlichen und gut lesbaren Text. Man muß sich nicht mit überstrapazierten Schachtelsätzen herumplagen oder verqueren Konstruktionen.
** Die Autorin **
„Mo Hayder verließ mit fünfzehn ihr Zuhause, um in London das Abenteuer zu suchen. Sie arbeitete in Bars und Kneipen, zog dann nach Japan und jobbte eine Weile in Tokio, wo sie auch für eine englische Zeitung schrieb. Später bereiste sie weite Teile Asiens und absolvierte anschließend ein Studium an einer amerikanischen Filmhochschule. Mo Hayder ist heute freie Schriftstellerin und lebt zusammen mit ihrem Lebensgefährten und ihrer kleinen Tochter in London.“ (Goldmann Verlag)
** Mein Fazit **
Dieses Buch ist eindeutig nichts für schwache Gemüter. Ansonsten ist das Werk aber exzellent schnörkellos und gradlinig erzählt, hat eine äußerst glaubwürdige Hauptfigur, bietet einige Überraschungen und Spannungssprünge und hat wenigstens für mich ein einigermaßen befriedigendes Ende.
** Daten **
Verlag Goldmann
gebunden 411 Seiten
Preis: 42,90 DM, heute ab 18 €
ISBN 3442308690
** Die Geschichte **
Bei Aufräumarbeiten auf einem Betonplatz stolpert jemand über eine Leiche, die dort im Müll und Unrat versteckt ist. Sie ist ziemlich übel zugerichtet und es scheint, als hätte jemand hat eine Autopsie an ihr vorgenommen. Später stellt sich bei der Obduktion durch die Gerichtsmedizin heraus, daß es keine exakte Autopsie war, sondern daß der Täter die Brüste verstümmelt und dem Opfer einen Vogel in den Brustkorb eingenäht hat.
In der gleichen Nacht werden an dem Platz noch vier weitere weibliche Leichen gefunden, alle unter den gleichen Umständen gestorben, alle verstümmelt, die erste allerdings schon vor mehreren Monaten, so daß von ihr nicht mehr viel übrig ist.
Ihre Identität kann von den ermittelnden Beamten trotz der Tatsache, daß sie von niemandem vermißt werden, nach und nach geklärt werden: sie alle waren Prostituierte oder Stripperinnen, alle außer einer drogenabhängig und alle hatten ihre letzten Auftritte vor ihrem Verschwinden in einem recht heruntergekommenen Pub namens Dog and Bell.
Die Londoner Polizei unter Inspector Caffrey steht von nun an unter Hochdruck und unter dem Druck der Öffentlichkeit, denn niemand weiß, ob und wann dieser Wahnsinnige wieder zuschlagen wird.
Deshalb kommt es gerade recht, daß ein Zeuge einen Schwarzen am Tatort gesehen haben will, der regelmäßig in dem Pub zu Gast ist, Drogen verkauft und in dessen Wagen man die Haare von drei der Mädchen findet.
Nur Caffrey, der entgegen der gängigen Meinung ein Freund von Täterprofilen ist, glaubt nicht an die Schuld des Farbigen, denn nach Erfahrung von Profilern morden Serientäter meist innerhalb ihrer eigenen Rasse oder gesellschaftlichen Schicht. Es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn diese Regel diesmal gebrochen worden wäre.
Mit seinem Kollegen Essex setzt er Stück für Stück ein unglaubliches und auch beunruhigendes Puzzle über diesen Irren zusammen: der Täter ist nekrophil und besonders pervers, hat medizinische Kenntnisse, und die Abstände zwischen seinen Taten werden immer kürzer. Nur die Identität ist eben noch unklar und man muß mit diesen Anhaltspunkten arbeiten.
Dabei muß Caffrey sich auch endlich einmal mit einem Ereignis aus se Kindheit auseinandersetzten, bei dem sein Bruder verschwand und er seit damals den Verdacht hat, daß er Opfer eines Verbrechens wurde.
Dann wird die nächste Leiche gefunden.
** Buchkritik **
Ich habe noch nie so einen grausligen, furchtbaren und verstörenden Krimi gelesen. O. k., diese Worte habe ich schon vor Jahren geschrieben. Inzwischen habe ich noch einige Bücher gelesen, die diesem hier durchaus das Wasser reichen können, wenn es nicht gar übertreffen. Doch in meiner langen Liste an Krimis und Thrillern war dies das erste, das mich wirklich geschockt hat. Zugegeben, danach hatte ich sogar eine Zeitlang regelrechte Alpträume.
Wer also sensibel ist und ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen hat, der sollte mit dem Roman vorsichtig sein. Es ist einfach unvorstellbar, was es für Psychopathen auf der Welt gibt, für den normalen Menschenverstand nicht zu begreifen.
Von der Spannung her lässt der Thriller nichts zu wünschen übrig. Er beginnt quasi mit einem Paukenschlag und hält die Spannung über weite Strecken aufrecht, in dem sie den Leser immer mal wieder auf eine falsche Fährte führt und ihn in dem Glauben lässt, der Fall sei so gut wie gelöst. Denn oft geht man mit den Vermutungen der Ermittler konform, weil sich die Indizien bei den verschiedenen Personen verdichten und sie einem durchaus plausibel, wenn auch ein wenig zu einfach erscheinen. Und so ergibt sich natürlich immer wieder ein neuer Hinweis, taucht ein neuer Verdachtsmoment oder eine neue Leiche auf und man steht als Leser wieder am Anfang mit seinen Mutmaßungen. Aber so muß ein guter Krimi eben sein – man muß soviel Informationen bekommen, dass man mitraten kann, aber nicht zu schnell der Lösung nahe kommen, damit es nicht langweilig wird.
Unser Held Caffrey erscheint menschlich, aber auch gelegentlich verbissen und ungerecht. Seine Affäre mit einer Verdächtigen kam mir allerdings etwas konstruiert vor, um die Sachlage noch komplizierter zu machen. Das wäre in meinen Augen nicht unbedingt nötig gewesen, aber immerhin soweit nachvollziehbar, als dass ein Autor natürlich immer gern das Element Liebe in seinem Werk enthalten hat, um es ein wenig abzurunden.
Auch sprachlich bietet der Thriller, wenn auch nichts Neues, aber eine soliden, verständlichen und gut lesbaren Text. Man muß sich nicht mit überstrapazierten Schachtelsätzen herumplagen oder verqueren Konstruktionen.
** Die Autorin **
„Mo Hayder verließ mit fünfzehn ihr Zuhause, um in London das Abenteuer zu suchen. Sie arbeitete in Bars und Kneipen, zog dann nach Japan und jobbte eine Weile in Tokio, wo sie auch für eine englische Zeitung schrieb. Später bereiste sie weite Teile Asiens und absolvierte anschließend ein Studium an einer amerikanischen Filmhochschule. Mo Hayder ist heute freie Schriftstellerin und lebt zusammen mit ihrem Lebensgefährten und ihrer kleinen Tochter in London.“ (Goldmann Verlag)
** Mein Fazit **
Dieses Buch ist eindeutig nichts für schwache Gemüter. Ansonsten ist das Werk aber exzellent schnörkellos und gradlinig erzählt, hat eine äußerst glaubwürdige Hauptfigur, bietet einige Überraschungen und Spannungssprünge und hat wenigstens für mich ein einigermaßen befriedigendes Ende.
** Daten **
Verlag Goldmann
gebunden 411 Seiten
Preis: 42,90 DM, heute ab 18 €
ISBN 3442308690
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