Die Behandlung (gebundene Ausgabe) / Mo Hayder Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von Prisca
Starker Tobak!
Pro:
äußerst spannend und realistisch
Kontra:
man braucht starke Nerven
Empfehlung:
Ja
Und heute folgt nun der dritte Bericht über meine Frustkäufe (ihr erinnert euch vielleicht: zwei DVD´s, 1 CD und drei Bücher – manchmal muss man sich eben einfach was gönnen). Übrigens ist es das erste meiner „Frustbücher“ von dem ich heute berichten will.
DIE BEHANDLUNG von MO HAYDER
Gehört hatte ich diesen Namen schon mal – schreibt die nicht irgendwelche Thriller?! Auf jeden Fall fand ich das Buch im Bertelmann Club heruntergesetzt für 7,-- Euro und das für ein gebundenes Buch nun ja wirklich geschenkt. Da habe ich also zugeschlagen. Erst als ich wieder zu Hause war habe ich mich dann näher mit dem Inhalt beschäftigt.
Jack Caffrey ist schon lange bei der Polizei als er mit dem Fall der Peaches vertraut gemacht wird. Die Familie wurde von einem „Troll“ (so bezeichnen jedenfalls die Nachbarskinder den Unbekannten) tagelang im eigenen Haus gefangen gehalten, ohne essen und trinken, hilflos gefesselt. Anschließend verschwindet „der Troll“ mit dem kleinen Rory, dem Sohn der Peaches.
Die verzweifelte Suche der Polizei ist umsonst, als der Junge endlich gefunden wird, ist er bereits tot. Jetzt bleibt es nur noch, den Mörder zu finden.
Eine Aufgabe, die Jack Caffrey fast überfordert. Denn der Fall Peach erinnert ihn immer mehr an den Fall seines kleinen Bruders Ewan, der vor gut zwanzig Jahren auf ähnlich mysteriöse Weise verschwand – wahrscheinlich entführt von einem Päderasten. Ewan wurde nie gefunden – und Jack hat dieser Fall nie ruhen lassen. Scheint es doch sogar, das der damalige Täter in seiner unmittelbaren Nachbarschaft lebt ...
Und das sind nicht alle Probleme, die Jack beherrschen: seine Freundin Rebekka wurde vor einem Jahr vergewaltigt – Jack konnte den Täter stellen, bei seiner Verhaftung kam er ums Leben. Ein Unfall, wie die Polizei annimmt – doch Jack weiß es besser ....
Während sich also dieser innerlich zerrissene Polizist auf die Suche nach dem Mörder von Rory Peach macht, hat der Täter schon längst wieder eine andere Familie im Visier ...
So, mehr will ich euch aber von dem Inhalt dieses Buches garnicht verraten. Ihr merkt vielleicht – es ist kein Buch, das immer geradeaus verläuft. Im Gegenteil. Es gibt sehr viele verschiedene Handlungsstränge in die der Leser eintauchen muss. Die Sicht von Jack Caffrey wird ebenso beschrieben wie die Sicht des Täters, die Sicht der Opfer und noch einige mehr (die ich hier nicht erwähnen möchte, weil es einfach schon zuviel vom Buch wegnimmt)
Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Und das liegt keinesfalls an den ständig wechselnden Sichtweisen. Aber das Buch ist anders als alle anderen Thriller die ich bisher gelesen habe. Es ist so negativ, so düster, so erschreckend realistisch. Sowohl von der Sprache her als auch von der Schilderung der Geschehnisse. Und dann das Ende: ich will hier nicht zuviel verraten, aber in mancher Hinsicht ist es ein echtes „Ende“ – in anderer Hinsicht bleibt einiges im Unklaren und das ist sehr grausam (für die Personen im Roman, aber auch für den Leser)
Es ist irgendwie nüchtern geschrieben und trotzdem so emotionsgeladen (ich weiß, ein Widerspruch, aber genauso empfinde ich den Schreibstil von Mo Hayder) – aber gerade das ist es, was den Leser so erschreckt.
Man findet hier auch nicht den positiven Helden und den negativen Bösen – das alles vermischt sich irgendwie. Ich kann Jack Caffrey nicht als den „guten Polizisten“ ansehen (was er selbst übrigens auch nicht tut) – er ist auch nicht unbedingt ein Sympathieträger. Ich halte ihn für eine interessante und sehr vielschichte Person – es gibt Situationen, in denen ich Mitleid mit ihm empfinde und Situationen, in denen ich ihn beinahe verachte – aber sympatisch als Mensch wird er mir eigentlich nie.
Sympathie habe ich beim Lesen vor allem mit den Opfern empfunden, mit den hilflosen Kindern, die sich nicht wehren konnten, die nicht einmal wußten, was da mit ihnen geschieht. Und Mo Hayer ist da in ihren Beschreibungen ziemlich direkt – nein, es wird natürlich kein sexuelles Vergehen an den Kindern ausführlich beschrieben – es ist das, was sie andeutet und was der Leser aus diesen Andeutungen macht. Das ist grausam und nicht so einfach zu verarbeiten.
Das Buch ist interessant, sehr interessant – es ist in einem einfachen Stil geschrieben, was aber nicht heißen soll, das es einfach zu lesen ist. Nicht die Art WIE es geschrieben ist macht das lesen schwer sondern die Art, wie Mo Hayer mit der Thematik umgeht. Es hat mich aber trotzdem nicht losgelassen und ich habe es in drei Tage verschlungen.
Das Buch hat 500 Seiten und kostet gebunden 22,90 Euro, als Taschenbuch 9,90 Euro (wie gesagt, mein Kauf im Bertelmannclub zu 7,-- Euro gebunden war da ein echter Glückstreffer). Es soll noch einen „ersten Band“ zu diesem Buch geben „Der Vogelmann“ – allerdings muss ich sagen, ich habe „Die Behandlung“ als komplett in sich abgeschlossenes Buch gelesen und auch nicht bemerkt, das mir irgendwelches Vorwissen gefehlt hat.
Mein Fazit: Ein sehr guter Thriller – aber sicher nicht für jederman. Es ist keine leichte Unterhaltung die einem hier geboten wird sondern echt starker Tobak. Da braucht man schon gute Nerven!
@ Prisca – Februar 2004 – ich schreibe für Yopi und Ciao – manchmal auch noch für Dooyoo
DIE BEHANDLUNG von MO HAYDER
Gehört hatte ich diesen Namen schon mal – schreibt die nicht irgendwelche Thriller?! Auf jeden Fall fand ich das Buch im Bertelmann Club heruntergesetzt für 7,-- Euro und das für ein gebundenes Buch nun ja wirklich geschenkt. Da habe ich also zugeschlagen. Erst als ich wieder zu Hause war habe ich mich dann näher mit dem Inhalt beschäftigt.
Jack Caffrey ist schon lange bei der Polizei als er mit dem Fall der Peaches vertraut gemacht wird. Die Familie wurde von einem „Troll“ (so bezeichnen jedenfalls die Nachbarskinder den Unbekannten) tagelang im eigenen Haus gefangen gehalten, ohne essen und trinken, hilflos gefesselt. Anschließend verschwindet „der Troll“ mit dem kleinen Rory, dem Sohn der Peaches.
Die verzweifelte Suche der Polizei ist umsonst, als der Junge endlich gefunden wird, ist er bereits tot. Jetzt bleibt es nur noch, den Mörder zu finden.
Eine Aufgabe, die Jack Caffrey fast überfordert. Denn der Fall Peach erinnert ihn immer mehr an den Fall seines kleinen Bruders Ewan, der vor gut zwanzig Jahren auf ähnlich mysteriöse Weise verschwand – wahrscheinlich entführt von einem Päderasten. Ewan wurde nie gefunden – und Jack hat dieser Fall nie ruhen lassen. Scheint es doch sogar, das der damalige Täter in seiner unmittelbaren Nachbarschaft lebt ...
Und das sind nicht alle Probleme, die Jack beherrschen: seine Freundin Rebekka wurde vor einem Jahr vergewaltigt – Jack konnte den Täter stellen, bei seiner Verhaftung kam er ums Leben. Ein Unfall, wie die Polizei annimmt – doch Jack weiß es besser ....
Während sich also dieser innerlich zerrissene Polizist auf die Suche nach dem Mörder von Rory Peach macht, hat der Täter schon längst wieder eine andere Familie im Visier ...
So, mehr will ich euch aber von dem Inhalt dieses Buches garnicht verraten. Ihr merkt vielleicht – es ist kein Buch, das immer geradeaus verläuft. Im Gegenteil. Es gibt sehr viele verschiedene Handlungsstränge in die der Leser eintauchen muss. Die Sicht von Jack Caffrey wird ebenso beschrieben wie die Sicht des Täters, die Sicht der Opfer und noch einige mehr (die ich hier nicht erwähnen möchte, weil es einfach schon zuviel vom Buch wegnimmt)
Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Und das liegt keinesfalls an den ständig wechselnden Sichtweisen. Aber das Buch ist anders als alle anderen Thriller die ich bisher gelesen habe. Es ist so negativ, so düster, so erschreckend realistisch. Sowohl von der Sprache her als auch von der Schilderung der Geschehnisse. Und dann das Ende: ich will hier nicht zuviel verraten, aber in mancher Hinsicht ist es ein echtes „Ende“ – in anderer Hinsicht bleibt einiges im Unklaren und das ist sehr grausam (für die Personen im Roman, aber auch für den Leser)
Es ist irgendwie nüchtern geschrieben und trotzdem so emotionsgeladen (ich weiß, ein Widerspruch, aber genauso empfinde ich den Schreibstil von Mo Hayder) – aber gerade das ist es, was den Leser so erschreckt.
Man findet hier auch nicht den positiven Helden und den negativen Bösen – das alles vermischt sich irgendwie. Ich kann Jack Caffrey nicht als den „guten Polizisten“ ansehen (was er selbst übrigens auch nicht tut) – er ist auch nicht unbedingt ein Sympathieträger. Ich halte ihn für eine interessante und sehr vielschichte Person – es gibt Situationen, in denen ich Mitleid mit ihm empfinde und Situationen, in denen ich ihn beinahe verachte – aber sympatisch als Mensch wird er mir eigentlich nie.
Sympathie habe ich beim Lesen vor allem mit den Opfern empfunden, mit den hilflosen Kindern, die sich nicht wehren konnten, die nicht einmal wußten, was da mit ihnen geschieht. Und Mo Hayer ist da in ihren Beschreibungen ziemlich direkt – nein, es wird natürlich kein sexuelles Vergehen an den Kindern ausführlich beschrieben – es ist das, was sie andeutet und was der Leser aus diesen Andeutungen macht. Das ist grausam und nicht so einfach zu verarbeiten.
Das Buch ist interessant, sehr interessant – es ist in einem einfachen Stil geschrieben, was aber nicht heißen soll, das es einfach zu lesen ist. Nicht die Art WIE es geschrieben ist macht das lesen schwer sondern die Art, wie Mo Hayer mit der Thematik umgeht. Es hat mich aber trotzdem nicht losgelassen und ich habe es in drei Tage verschlungen.
Das Buch hat 500 Seiten und kostet gebunden 22,90 Euro, als Taschenbuch 9,90 Euro (wie gesagt, mein Kauf im Bertelmannclub zu 7,-- Euro gebunden war da ein echter Glückstreffer). Es soll noch einen „ersten Band“ zu diesem Buch geben „Der Vogelmann“ – allerdings muss ich sagen, ich habe „Die Behandlung“ als komplett in sich abgeschlossenes Buch gelesen und auch nicht bemerkt, das mir irgendwelches Vorwissen gefehlt hat.
Mein Fazit: Ein sehr guter Thriller – aber sicher nicht für jederman. Es ist keine leichte Unterhaltung die einem hier geboten wird sondern echt starker Tobak. Da braucht man schon gute Nerven!
@ Prisca – Februar 2004 – ich schreibe für Yopi und Ciao – manchmal auch noch für Dooyoo
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