Kurort Soltau Testbericht

Kurort-soltau
ab 20,33
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Erfahrungsbericht von *sannah*

Meine Heimatstadt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

"Soltau - im Herzen der Lüneburger Heide" ist der Werbeslogan der Stadt und für denjenigen, der die im Spätsommer blühenden Heideflächen betrachten möchten, bietet Soltau einen guten Ausgangspunkt.

Mit zwei Ausfahrten (-Ost und -Süd) ist Soltau gut von der A7 aus zu erreichen, außerdem kreuzen sich hier in Bahnlinien Bremen-Uelzen und Hamburg-Hannover. Während die West-Ost-Route gut ausgebaut ist und man Bremen und Uelzen in etwas mehr als einer Stunde erreicht, kann man die Züge nach Hamburg und Hannover guten Gewissens als Bummelbahn bezeichnen: diese Zugfahrt ist mit mehrmaligem Umsteigen verbunden, für die etwa gleiche Anzahl an Kilometern muss man eine halbe bis Dreiviertelstunde mehr einkalkulieren.
Der Nahverkehr lässt ebenfalls zu wünschen übrig: in die größeren Nachbarorte (Bispingen, Neuenkirchen, Munster, Schneverdingen, Wietzendorf) fahren zwar bis abends um 19.00 Uhr in regelmäßigen Abständen Busse, die jedoch aufgrund der eher geringen Auslastung überteuert sind, in die Orte, die nicht auf dem Weg dorthin liegen, fährt der letzte (Schul-) Bus bereits um 15.00 Uhr. Direkt am Bahnhof stehen jedoch Taxen, und wer lieber zu Fuß geht oder Rad fährt, kommt auch auf seine Kosten, auch wenn man in der Innenstadt auf die Hauptverkehrsstraße ausweichen muss (Umbau ist in Planung...).
Für passionierte Radfahrer gibt es ein gut ausgebautes und beschildertes Radwanderwegsystem in und um Soltau, das dazu einlädt, auf diese Weise die Umgebung kennen zu lernen.

Zur Geschichte:
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Der Name "Soltau" setzt sich zusammen aus den niederdeutschen Begriffen "solt" und "aue", was mit "Salzwiese" zu übersetzen ist. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im 12. Jh., das Stadtrecht wurde Soltau (damals noch "Soltowe") 1388 verliehen. Auch hatte Soltau eine Burg, von der die nicht mehr sehr zahlreiche Überreste in einer Nebenstraße der Fußgängerzone anzuschauen sind. Ebenfalls im alten Stadtkern, dem "Hagen", findet sich das älteste Haus Soltaus aus dem Jahr 1592, inzwischen schon recht windschief und eher in die Ecke gedrängt, aber immer noch bewohnt. Im Mittelalter verdankte Soltau sein Wachstum der Lage an der Salzstraße nach Lüneburg.
Vielen ist auch unbekannt, dass die für die Region typische Heidelandschaft allein der Gewinnung des "weißen Goldes" in der Lüneburger Saline zuzuschreiben ist: für die Salzgewinnung brauchte man Brennmaterial, so dass im Laufe der Jahrhunderte der Wald abgeholzt worden war und die typische Landschaft mit niedrigen Sträuchern und Weidefläche entstand. Nicht zu vergessen natürlich die "Heidschnucken", eine Schafart mit schwarzen Beinen und Kopf, mit deren Wolle man nach dem Scheren im Frühsommer allerdings rein gar nichts anfangen kann.

Mittlerweile hat die Stadt Soltau mit den umliegenden Gemeinden gut 20.000 Einwohner und ist nach Walsrode die zweitgrößte Stadt im Landkreis Soltau-Fallingbostel (SFA). Prominente Soltauer gibt es nicht, abgesehen vielleicht von dem Deutschrocker Klaus Lage („Tausendmal berührt...“). Es soll allerdings noch einen Soltauer geben, der sich im Brockhaus verewigen konnte, der Grund und der Name ist mir allerdings völlig unbekannt. Meine alte Schule soll vielleicht nach ihm benannt werden - irgendwann...

Einen Besuch wert?
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Viele denken bei dem Namen Soltau zunächst an Norddeutschlands größten Freizeitpark, den Heidepark, der in letzter Zeit mit der weltgrößten Holzachterbahn wieder für Aufsehen gesorgt hat. Doch für einen Tagesausflug sind auch noch weitere Parks in der näheren Umgebung zu empfehlen: der Vogelpark Walsrode (ca. 25km südlich), der Wildpark Nindorf (35 km nördlich) und der Serengeti-Park Hodenhagen (35 km südlich) sind alle leicht über die A7 zu erreichen und bieten Erlebnisse für einen Tag und jede Altersklasse.
Aber auch direkt in Soltau kann man sich zerstreuen: unmittelbar im Zentrum finden sich das Heimatmuseum, das eher regionalgeschichtlich ist und für daran Interessierte sicherlich viele Schätze birgt, und das Spielzeugmuseum, in dem auch ich mich einen ganzen Nachmittag lang aufhalten kann, ohne dass Langeweile aufkommt. Ein Schwerpunkt hier liegt auf der Sammlung von Teddybären, die im Erdgeschoss zu bewundern ist, und vielen Stationen zum Mitmachen, für die Kleineren gibt es Spielzimmer mit Kaufmannsladen, Bauklötzen u. Ä..
Für die Sportlichen empfiehlt sich ein Besuch der „Soltau Therme“ mit Hallenbad, Freibad, Sauna, Solarium und Sole (auch mit Außenbecken). Das hierfür benötigte Wasser entspringt noch der alten (s.o.) Salzquelle und wird auf 32° erwärmt, bevor es in das Becken gelangt. Whirlpools und weiteren Düsen sorgen so für die Entspannung. Im Hallenbad findet sich ein Babybecken für die Kleinen und (leider nur) eine Rutsche, das Freibad ist mit Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten und großer Liegewiese optimal für den Sommer gerüstet. Für Jugendliche ist im vorletzten Jahr eine Skaterbahn aufgestellt worden, leider völlig dezentral am Stadtrand, dafür direkt neben McDonalds. Wer hier eine große Shoppingtour starten möchte, ist falsch, es gibt zwar für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack etwas, die Auswahl an Geschäften ist jedoch sehr begrenzt. Obwohl Boutiquen das Bild in der Marktstraße beherrschen, sind kaum überregionale Ketten in Soltau vertreten. Immer noch in der Diskussion steht die Errichtung eines „DOC“s (Designer Outlet Center) im Osten der Stadt. Soltau hat zwar eine Discothek, die aber nicht besonders gut besucht wird, die meisten fahren nach Hützel (ca. 20km) ins „On Air“ oder ins „Studio 78“ nach Walsrode (ca. 25km), wenn nicht noch weiter weg.

Für die Statistiker:
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Auf gut 20.000 Einwohner kommen drei Grundschulen, zwei Orientierungstufen, eine Haupt-, eine Realschule, ein Gymnasium, zwei Berufsbildende Schulen mit Wirtschaftsgymnasium, zwei evangelische, eine katholische, eine selbstständig evangelische Kirche (SELK), zwei Sportvereine (MTV und SV), die zusammen fast alle Sportarten abdecken, eine Bibliothek, zwei Museen (s.o.), ... . Wer all dies und noch viel mehr (?) selbst entdecken möchte, kann gerne einmal vorbeikommen. Soltau ist auch im Internet unter www.soltau.de zu entdecken

Fazit:
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Soltau ist schon ein Fremdenverkehrsort, wie man auch im Sommer immer wieder an den verschiedenen Dialekten in der Fußgängerzone hört. Hauptbesuchszeit ist der Spätsommer, wenn die Heide blüht. Empfehlen würde ich Soltau vor allem Familien mit kleinen Kindern (viele Bauernhöfe in der Umgebung von Soltau bieten Übernachtungsmöglichkeiten an) und älteren Menschen, denen ein Spaziergang durch die Heide zusagt. Viele Besucher kommen auch aus dem nahegelegenen "Center Parc" (bei Bispingen, ca. 18 km) in die Stadt hinein. Im Sommer wird von dem Fremdenverkehrsverein eine Fahrt mit dem „Ameisenbär“, einem alten Triebwagen, direkt in das Naturschutzgebiet angeboten. Für Jugendliche ist Soltau als Ausflugsziel höchstens wegen des Heide-Parks interessant, ansonsten gibt es hier nicht viel zu entdecken, auch wenn sich der Stadtjugendring immer bemüht, diese Lücke zu schließen. Übrigens hat Soltau auch keine Jugendherberge mehr, dementsprechende Übernachtungsmöglichkeiten finden sich nur noch in Bispingen oder Fallingbostel (18 km nördlich bzw. südlich).
Beinahe vergessen hätte ich den „Soltauer Sommer“, von Juni bis August finden sich an jedem Donnerstag im Hagen bei „Kinderverarschung“ (18.00 – 19.30) und Live-Musik (20.00 – offiziell 22.00) ungefähr (wetterabhängig) 3.000 Leute zusammen. Und alle zwei Jahre findet im Gewerbegebiet Almhöhe südwestlich von Soltau ein „Oktoberfest“ statt, über dessen "Zünftigkeit" man sich allerdings auch streiten kann...


Und wer auch immer Soltau in diese Kategorie gestellt hat: Soltau ist kein (!!!) staatlich anerkannter Kurort, nur durch die Therme wird man keiner!!!

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Als Insider dürfte ich hier eigentlich gar nichts ausplaudern, aber weiß ja keiner... Ich bin eine von ungefähr 1000 Angestellten, die auch nötig sind, um die täglich heranrollenden Menschenmassen zu bewältigen. Neben vielen Schülern, die als Aushilfen in allen Bereichen tätig sind, arbeiten hier vor allem Saisonkräfte, die häufig aus den neuen Bundesländern oder sogar aus Polen stammen (Niedriglohn – ich will hier nicht von Abzocke reden...).

Mein Job ist an der Hauptkasse. Wegen der Sommerferien in inzwischen allen Bundesländern ist momentan der Teufel los. Der Menschenstrom beginnt gleich mit der Kassenöffnung kurz vor 9:00 und reißt bis 12:00 nicht ab. Dabei (kleine Selbstverteidigung) tun wir schon unser Bestes, aber erstens ist der Drucker teilweise nicht schneller und zweitens gibt es da die „Origamigeldscheinfalter“ oder „Übereintrittspreistrotzhundertleuteimrückenvergeblichfeilscher“, die einem besonders an solchen Tagen den letzten Nerv rauben. Kleiner Tipp: Freitags ist es immer noch am leersten, obwohl zur Zeit alles relativ zu sehen ist. Sobald in zwei Wochen die Schulferien in Niedersachsen enden, wird es sich beruhigen, im September werden sich die Wartezeiten auf ein Minimum reduzieren. An Wochenenden (samstags voller) und Feiertagen ist es immer voll, noch dazu bei Sonnenschein (Himmelfahrt z.B.). Für alle, die noch kommen wollen: das Kassenhäuschen hat drei Seiten mit geöffneten Kassen, nicht nur die, auf die man zuläuft... Bollerwagen werden nicht verliehen, dürfen aber samt Inhalt (Selbstverpflegung) mitgebracht werden. Kickboards müssen aber aus Sicherheitsgründen im Auto bleiben (wir sind hier ja nicht auf der Expo!). Außerdem gibt es noch Schließfächer für 2,- DM, deren Kapazität aber auch begrenzt ist. Um die 5,- DM Parkgebühr zu umgehen, parken die ganz Schlauen auch schon mal direkt an der Landstraße oder in einem Waldweg. Ortskundige stellen ihr Auto am Ende von Friedrichseck ab und gehen 500m durch den Wald.

Zu den Eintrittspreisen: pauschal ab vier Jahren 41,- DM pro Person, wobei wir mit den vier Jahren auch schon mal ein Auge zudrücken, solange es nicht zu dreist wird (Wo gibt es 130 cm große Dreijährige???). Außerdem gibt es die 2-Tages-Karte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen für 65,- DM pro Person und die Saisonkarte, mit der man so oft kommen kann, wie man möchte, für 100,- DM pro Person. Für Gruppen ab 20 Personen und vorheriger Anmeldung (Brief, Fax oder E-Mail) kostet der Eintritt noch 32,- DM pro Person; Schulklassen, Vereine oder sonstige Institutionen zahlen für nicht Volljährige 24,- DM. Der Park hat täglich von 9:00 bis 18:00 geöffnet und in diesem Jahr noch bis zum 4. November. Die Eintrittspreise sind (auch wenn viele murren) meiner Ansicht nach durchaus gerechtfertigt, „Colossos“ hat ca. 40 Mio. Mark gekostet und wenn man bedenkt, was täglich an Strom- und Personalkosten anfällt...

Die Fahrattraktionen haben andere schon ausführlich und gut beschrieben, ich will mich auf meine Favoriten beschränken.
Zuerst einmal „Colossos“: 60m hoch und das Spektakulärste ist immer noch die Schussfahrt bergab in einem Winkel von 61°. Beim ersten Mal dachte ich, ich spinne, dass ich da runterfahre, aber da war ich auch schon unten. Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht und richtig Bauchkribbeln gab’s bei mir auch nur bei der ersten (von inzwischen drei) Fahrt. Bei trockenem Wetter sollte man den Mund lieber zu lassen, sonst finden sich danach diverse Sandkörner zwischen den Zähnen wieder. In diese Bahn darf man übrigens erst mit 12 und/oder 1,40 m, Größenbeschränkungen nach oben gibt es hier – soweit ich weiß - nicht.
Dann „Big Loop“, der Klassiker. Immer wieder gut, zwei Loopings, zwei Schrauben, vier Überschläge also. Seit 1982, also vier Jahre nach Parkeröffnung, gibt es diese Bahn schon, und sie soll immer noch den Sicherheitsstandards entsprechen.
In „LIMIT“, die Hängeloopingbahn habe ich mich um ehrlich zu sein, noch nicht reingetraut (keiner wollte mitkommen und alleine hab ich Schiss...). Sieht aber ganz gut aus mit viel links und rechts und einigen Überschlägen. Magenunfreundlicher als „Colossos“.
Bei diesem Wetter eine willkommene Erfrischung bieten die drei Wildwasserbahnen. Beim Mountainrafting geht es in einem Rundboot durch Stormschnellen und Wasserfälle, bei der alten Wildwasserbahn wird man garantiert nass (ich habe es immer geschafft) und bei der neuen Wildwasserbahn wird die Wartezeit durch eine Bergbauszenerie, durch die man zu den Booten gelangt, versüßt.
Außerdem gibt es noch zwei Hochbahnen, um die Parkanlagen zu bestaunen, wer noch höher hinauswill, kann auch in einen der zwei Aussichtstürme steigen. Kinderspielplätze, verschiedene Karussells und andere Fahrattraktionen runden das Bild ab.

Wer noch mehr oder Genaueres zu den Daten der Attraktionen wissen will, kann ja an der Kasse einen Parkführer für nur 2,- DM kaufen (wir kriegen schließlich Provision dafür...).

Viel Spaß beim Besuch des Heide Parks!!!


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Update vom 18.01.02:

Der Heide-Park wurde verkauft und zwar an die britische Firma Tussauds, ihr merkt's am Namen - denen gehört auch das berühmte Wachsfigurenkabinett in London. Praktisch soll jedoch alles beim alten bleiben und die Organisationsstruktur nicht verändert werden. Lassen wir uns überraschen...

Der Eintrittspreis für eine normale Eintrittskarte ist für die Saison 2002 von 41,- DM auf 22,- Euro gestiegen.