Hiddensee Testbericht

Hiddensee
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Erfahrungsbericht von wanda28

Im Frühling eine Oase der Ruhe

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein Frühlings-Besuch auf der kleinen Ostsee-Insel Hiddensee vor Rügen lohnt sich immer. Per Rad lässt sich das autofreie Eiland am besten erkunden.

In der Regel beginnt der Frühling auf Hiddensee etwas später als auf dem Festland, da die kühle Ostsee die Entwicklung der Flora etwas bremst. So kann man hier einen zweiten jahreszeitlichen Frühling erleben.

Hiddensee ist bis auf den Bus und Versorgungsfahrzeuge eine autofreie Insel. Es dominieren Pferdefuhrwerke und vor allem der Drahtesel. Die Orientierungspunkte Hiddensees sind die drei Häfen: Kloster, Vitte, Neuendorf sind gleichzeitig die Startpunkte für Erkundungen der Insel. Die Fähre von der großen Insel Rügen auf das kleine Eiland Hiddensee startet von Schaperode, einem kleinen Ort, dessen schmuckes Zentrum auch einen Besuch wert ist. Das Auto bleibt vor dem Ort auf einem der Großparkplätze zurück. Hiddensee ist nun wahrlich kein Geheimtipp mehr und so war bei meinem Besuch im letzten Frühjahr die Fähre wie immer randvoll, auch mit Fahrrädern. Wer will, kann sich auch per Wassertaxi auf das Eiland schippern lassen. Schnell, ohne Wartezeit, aber kostspielig - und gegen die Philosophie der Insel Hiddensee: langsam und gemächlich. Und ich muss deutlich sagen: Es passt überhaupt nicht zu Hiddensee.
Eigentlich muss man auch keine Fahrräder mit auf die Insel nehmen. Eine Reihe von preiswerten Fahrradverleihen (zehn bis 15 Mark pro Tag) sorgen dafür, dass der Besucher die Insel aktiv und umweltfreundlich erkunden kann. Die Fahrräder können in jedem der drei Dörfer Hiddensees wieder abgegeben werden. Einige Verleihe bieten auch Kinderräder sowie exotische Räder wie Tandem oder eine Art Rikscha an.

Die Wege für die Radfahrer sind mit Ausnahme der Pfade südlich von Neuendorf stets gut befahrbar. Besonders schön und aussichtsreich ist der Strandpromenadenweg zwischen Kloster und Vietze mit dem Blick über das Meer im Westen und das Marschland im Osten. Zwischendurch streift der Blick über die Reetdächer von Vitte. Namen wie „Toter Kerl", „Fauler Haken" oder "Harter Ort" machen neugierig und verleiten zu kleinen Abstechern. Neuendorf, das südlichste Hiddenseer Dorf, ist für viele das schönste auf dem lang gestreckten Eiland. Zahlreiche weißgetünchte Reetdachhäuser bedeuten Schwerarbeit für den Fotoapparat. Neuendorf ist bis auf den zentralen Fahrweg ein Ort ohne Straßen. Um von einem Haus zum anderen oder zum Hafen zu gelangen, gehen die Neuendorfer einfach über die grüne Wiese. Der flache, langgestreckte Südteil der Insel ist für Radfahrer nur eingeschränkt interessant, da zum einen die Wege schlecht befahrbar sind und zum anderen weite Gebiete zu gesperrten Brutgebieten für bedrohte Küstenvögel erklärt worden sind.

Ein Kuriosum ist der Insel-Leuchtturm. Bei der Anfahrt über die weiten Wiesen ist nichts von ihm zu sehen. Denn das nur wenige Meter hohe, leuchtend rote Gebilde steht versteckt zwischen Baumreihen, die deutlich höher sind. Der feine Sandstrand lädt zur Rast ein, unvermeidlich verbunden mit der obligatorischen Suche nach Bernstein.

Radfahren macht hungrig und die Gastronomie in jedem der drei Dörfer auf Hiddensee ist darauf eingerichtet. Das deftige Neuendorfer Fischerfrühstück besteht aus Matjesfilet, Räucherspeckstreifen, Heringssalat, Sahnetupfer und Röstkartoffeln. Eine andere Spezialität wird aus den orange-braunen Früchten eines stachligen Busches hergestellt, der überall auf der Insel wächst: So steht auf der Speisekarte auch der Vitamin-C-reiche Sanddornsaft, Sanddornwein oder das entsprechende Mus als Brotaufstrich.
Mir hat hier besonders die Ruhe und Gemächlichkeit gefallen, beides beste Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • paelzer

    25.03.2002, 01:08 Uhr von paelzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Diese Insel ist ein wahres Kleinod; sehr schön geschriebener Bericht.