Hier Sind Die Onkelz - Böhse Onkelz Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 01/2005
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von DarkBeauty
Böse Menschen, böse Lieder...
Pro:
Texte, Musik
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Community- Mitglieder!
Nachdem ich ja nun schon einen Bericht über ein Album der Böhsen Onkelz verfasst habe, kommt hier nun ein Zweiter. Da ich ja insgesamt 15 Alben habe, werde ich wohl nach und nach über jedes einen Bericht schreiben. Hier der Aktuelle über das Album „Hier sind die Onkelz“.
>> Optik des Covers
Vorn auf dem Cover sind vier Jungs zu sehen. Diese sind in etwa alle zwischen 10 und 15 Jahre alt. Zwei der Jungs stehen mit einer eindeutigen Abwehrhaltung da, denn sie haben die Arme verschränkt. Ein anderer sitzt im Hintergrund und hat den Kopf auf die Hände gestützt. Links vorn in der Ecke ist noch ein Junge in einem Adidas T-Shirt zu sehen, der ziemlich demoliert im Gesicht aussieht und auch ziemlich finster drein schaut. Im Hintergrund ist eine Mauer und mehrere Neubauten zu sehen. Ich denke, das Cover weißt auf die Verhältnisse hin, in denen die Mitglieder der Onkelz aufgewachsen sind.
Die Rückseite ist violett und geht nach unten hin in ein dunkles Rosa über. Links neben der Trackliste sind die Onkelz zu sehen. Die stehen in denselben Positionen da, wie die Jungs auf der Vorderseite. Im Hintergrund sind auch wieder eine Mauer und mehrere Neubauten zu sehen. Ob die Jungs vorn die Onkelz in jung sind- keine Ahnung...
>> Das Booklet
Das Booklet ist mal wieder sehr mitsingfreundlich gestaltet, denn man findet wieder sämtliche Texte der auf der CD befindlichen Songs. Die Texte sind teilweise mit Karikaturen unterlegt, die auf den Sinn des jeweiligen Textes hinweisen. So ist z.B. als Hintergrundbild für den Text zu „Wer nichts wagt, kann nichts verlieren“ ein Comicmännchen abgebildet, das in Unterhose dasteht mit einer Flasche in Hand und zwischen seinen Beinen einen Haufen Scheiße hat. Dazu kommt noch, dass er ziemlich debil dreinschaut und die ihm die Zunge fast bis zum Bauch hinunter hängt. Der Songtext zu „Du kannst alles haben“ dagegen ist komplett als kleiner Comic gemacht. Dort sind zwei Personen und der Text ist als Sprechblase abgebildet. Eine sehr coole Idee, wie ich finde.
>> Die Trackliste
1. Hier sind die Onkelz
2. Finde die Wahrheit
3. Danke für nichts
4. Ich
5. Nichts ist für immer da
6. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren
7. Ich mache, was ich will
8. Du kannst alles haben
9. Viel zu jung
10. Das Problem bist du
11. Lasst es uns tun
12. H
>> Die Trackliste in eigenen Worten
1. Hier sind die Onkelz
„... hier sind neue fromme Lieder von den Engeln in Zivil. Nichts ist uns heilig, kein Seitenhieb zuviel...“
Dies ist ein typischer Opener, wie man ihn eigentlich von allen Onkelz Alben gewohnt ist. Sie besingen sich mal wieder selber- vor allem aber zeigen sie allen, dass sie wieder da sind und auch diesmal kein Blatt vor den Mund nehmen werden. Was sie stört, darüber singen sie. So war’s schon immer und so ist es auch geblieben. Wahrscheinlich würde das ewig so sein- wenn sie denn nicht leider Gottes aufhören würden.
2. Finde die Wahrheit
„... ich laufe durch die Straßen und alles was ich seh’ sind verlorene Seelen, gesichtslose Armeen...“
Dies ist mal wieder ein sehr kraftvolles Lied über die Misstände in unserem Land. Jeder ist seinem Trott verfallen und versucht auch nicht, aus ihm zu entfliehen. Es ist die Rede von korrupten Bullen und Schulen von Idioten. Keiner kann leugnen, dass dem so ist. Als ob die Onkelz es damals schon geahnt haben- es ist ja eher noch schlimmer geworden, als es damals war. Siehe einfach nur PISA.
Und was hinter den sauberen Türen unserer Ordnungshüter abgeht, wissen wir alle auch hinreichend. Allerdings wird man leider nie alles erfahren. Soviel zum Thema- Saubermänner in Grün!
3. Danke für nichts
„... du bist nicht wie ich, wir kannst du für mich reden?...“
Das wohl bekannteste Lied gegen die speziellen Freunde der Onkelz- die Presse.
In den 24 Jahren wurden so viele Halbwahrheiten und schlichte Lügen über die vier Jungs aus Frankfurt verbreitet, dass dieses Lied nichts das einzige ist. Die Onkelz greifen hier auch die Forderung auf, die sehr häufig an sie gerichtet wurde- Namensänderung. Wie verlogen das ist, haben sie hier sehr eindrucksvoll und wie gewohnt lyrisch und prosaisch wertvoll wiedergegeben.
4. Ich
„... ich kann eigenständig denken, ich zweifle nicht- ihr steht im Dunkeln...“
Auch hier mal wieder ein sehr schönes Lied über bzw. gegen Mitläufer. Kevin singt hier davon, dass man seinen eigenen Kopf haben soll und sich von keinem etwas einreden soll. Vor allem aber soll man sich von niemandem kontrollieren soll. Jeder soll das sagen, was er denkt. Hier ist die Rede davon, dass man sich nicht von Blinden führen lassen soll. Ich denke, dies bezieht sich eindeutig auf die Politiker und den ganzen Scheiß, den sie verzapfen. Und ich denke, dies richtet sich gegen jegliche Politik- somit auch gegen rechte Parteien.
5. Nichts ist für immer da
„... der Schmerz hat dich belogen, nichts ist für immer da...“
Wer kennt es nicht? Der Freund verlässt einen, ein so genannter Freund hintergeht einen und man denkt, dass die Welt zusammenbricht und man nie mehr so weitermachen kann, wie bisher. Dies ist ein klasse Motivationslied. Die klare Aussage ist, dass Schmerz, Angst und Verletztheit nicht ewig da ist. Irgendwann kann die Zeit alle Wunden heilen- wenn man es denn zulässt. Das ist wohl auch die Hauptaussage des Textes: Zeit heilt alle Wunden. Aber man muss auf jeden Fall positiv denken – denn es wird immer einen neuen Morgen geben. Diesen Song kann jeder für sich auf Genaueres definieren. Denn der Text lässt großen Spielraum für Eigenidentifizierung.
6. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren
„...zu schwach um nein zu sagen, doch stark genug um Deine Frau zu schlagen...“
Dies ist wohl an die Heuchler in dieser Nation.
Bloß keinen Blick über den Tellerrand riskieren und immer schön die Fassade wahren, weil man ja sonst im Ungnade fallen könnte. Ich denke, dieses Lied ist ebenfalls an alle Mitläufer gerichtet. Immer schön das sagen, was andere sagen und auf keinen Fall aus der Reihe tanzen. Solche Leute, habe ich besonders gerne...
7. Ich mache, was ich will
„... ich lebe meine Wahrheit, ich traue meinen Augen, ich gehöre meinen Worten...“
Diesen Song könnte man fast als den Umkehrschluss aus dem Vorgängersong betrachten. Am besten ist es, das zu tun, was man will und alles zu versuchen, um seine Ziele zu erreichen. Die Hauptaussage ist eigentlich, dass man das ist, was man tut und sagt. Auch wird hier angesprochen, dass Geld keinesfalls das Wichtigste ist und sowieso schon nicht vollkommen glücklich macht.
8. Du kannst alles haben
„... willst du mein Blut? Willst du meine Tränen? Willst du dich verlieren?...
Ein absolut fröhlicher Song. Von der Musik her und auch vom Text. Dies ist mal wieder, ähnlich wie „Noreia“, ein Lied zum Schmunzeln. Man könnte es als schlichte Liebeserklärung sehen. Ein Mensch gibt sich komplett für einen anderen auf- aber der Gegenüber will nicht! Wer kennt dieses Szenario nicht? ;)
9. Viel zu jung
„... wenn das seine Liebe ist, ist er ein Idiot...“
Nach der ersten Zeile dieses Liedes ist klar, worum es geht: Kindesmissbrauch.
Meines Erachtens nach eine der schlimmsten Dinge, die ein Vater seinem Kind, ob Tochter oder Sohn, antun kann. Aber leider ist auch diese Thematik aus dem Leben gegriffen. Kevin beschreibt, wie sich (in diesem Fall) die Tochter fühlt, was sie denkt, und dass sie stumm bleibt, weil sie sich schämt. Sie ekelt sich und hat Todesangst...
10. Das Problem bist du
„... ich war nicht immer Sieger, aber viel zu oft dabei...“
Ich denke, auch hier wird wieder eine tagtägliche Thematik aufgegriffen. Wie ja bekannt ist, waren die Onkelz in ihrer Vergangenheit nicht eben Engel. Sie haben Drogen genommen und waren in Schlägereien dabei. Dieser Song richtet sich wohl gegen die heutige Generation. Sie weisen eindrucksvoll darauf hin, wo man landen kann, wenn man nicht aufpasst und sich in „schlechte Gesellschaft“ begibt. Dieses Lied sollten sich einige Onkelz Fans zu Herzen nehmen, die sich immer noch den Rechtsradikalismus auf die Fahnen geschrieben haben...
11. Lasst es uns tun
„... Tötet mich- doch was tötet Dämonen?...“
Hier besingen die Onkelz sich mal wieder selber. Sie sagen eindeutig, dass sie nie Heilige waren, aber sie weisen darauf hin, dass sie immer noch reiner bzw. ehrlicher sind, als manch anderer. Klar- sie sagen was sie stört. In diesem Lied hat man mal wieder die typische „Onkelz- Arroganz“ die viele so auf die Palme bringt- genau die, die immer gegen die „Nazis“ Böhse Onkelz hetzen.
12. H
„... ich kostete den bitteren Geschmack der Sterblichen. Ich wollte es beenden...“
Hierbei geht es eindeutig, um den Absturz in den Drogensumpf. In diesem Song geht’s allerdings explizit ums Heroin. Kevin beschreibt, was dazu führen kann, soweit abzurutschen, wie man sich fühlt, und dass man sich selbst das Leben nehmen will. Ein sehr ruhiger Song, in dem man außer einer Akustikgitarre keine weiteren Instrumente hört. Ein klasse Song, den sich gewisse Leute ebenso zu Herzen nehmen sollten... Denn ich denke, die Jungs wissen, wovon sie singen...
>> Meine Meinung
Dieses Album von 1995 ist mal wieder ein spitzen Album! Auch bei diesem Werk der vier Jungs aus Frankfurt/ Main kann ich mich wieder mal mit 99% der Songs identifizieren. Ich vertrete ebenfalls die Meinung, dass man nicht faul auf seinem Arsch sitzen und anderen für sich denken lassen darf, sondern selbst seine Ansichten vertreten soll- auch wenn man dabei auf Widerstand stößt. Das Lied „Nichts ist für immer da“ ist ein Song, den ich mir ebenfalls oft angehört habe, wenn’s mir mal wieder schlecht ging. Er hat geholfen, wieder nach vorn zu sehen. Klar- ein Wundermittel gegen Kummer, Angst und Schmerz ist Musik nicht. Aber sie kann helfen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten- und dann erscheint einem alles gar nicht mehr so aussichts- und hilflos. Denn dieser Song sagt eigentlich klar aus, wie es ist. Schmerz und Kummer sind nicht ewig da, also sollte man auch so damit umgehen. Sicherlich ist das immer leichter gesagt, als getan. Aber es entspricht ja nun mal der Realität.
„Wer nichts wagt, kann nichts verlieren“ ist auf jeden Fall ein klarer Mitgröhlsong. Denn auch der vertritt komplett meine Meinung. Wie ihr ja schon gelesen habt, geht’s hierbei auch um Heuchler, die alles tun, um anderen zu gefallen und sich auch gerne an Schwächeren vergreifen. Ich verabscheue solche Individuen.
Das ganze Album ist eigentlich Onkelz- typisch! So wie man es liebt und gewohnt ist. Die Musik ist kraftvoll und die Texte ebenso. Stephan Weidner, der Mann der fast 100% der Texte schreibt, hat hier auch eine musikalische und grammatikalische Meisterleistung abgelassen. Vielen mag Folgendes als einfallslos erscheinen- aber was ich noch toll an dieser CD finde ist, dass die Songs ihren typischen Stil (mit hohem Wiedererkennungswert) beibehalten haben. Damit meine ich nicht Kevins raue und kraftvolle Stimme sondern die Musik an sich. Gonzos Gitarrenspiel ist ja wohl der Hammer schlechthin. Auch Pe ist am Schlagzeug ein Gott. All diese Attribute bringen mich dazu auch nach (viele werden vielleicht lachen) 6 Jahren noch begeisterter Onkelz Fan zu sein. Auch bei diesem Album kann ich wieder mal nur betonen: Ein Meisterwerk! Musik, wie sie das Leben schreibt. Keine Utopie und keine verbalen Beschönigungen. Das macht die Jungs so klasse und ich denke, das macht auch, dass sie nach wie vor so viele treue Fans haben.
>> Fazit:
Texte zum Gröhlen, Lachen, Feiern und Nachdenken!
Danke, für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe, auch dieser Böhse Onkelz Bericht hat Euch gefallen!
Adios...
Nachdem ich ja nun schon einen Bericht über ein Album der Böhsen Onkelz verfasst habe, kommt hier nun ein Zweiter. Da ich ja insgesamt 15 Alben habe, werde ich wohl nach und nach über jedes einen Bericht schreiben. Hier der Aktuelle über das Album „Hier sind die Onkelz“.
>> Optik des Covers
Vorn auf dem Cover sind vier Jungs zu sehen. Diese sind in etwa alle zwischen 10 und 15 Jahre alt. Zwei der Jungs stehen mit einer eindeutigen Abwehrhaltung da, denn sie haben die Arme verschränkt. Ein anderer sitzt im Hintergrund und hat den Kopf auf die Hände gestützt. Links vorn in der Ecke ist noch ein Junge in einem Adidas T-Shirt zu sehen, der ziemlich demoliert im Gesicht aussieht und auch ziemlich finster drein schaut. Im Hintergrund ist eine Mauer und mehrere Neubauten zu sehen. Ich denke, das Cover weißt auf die Verhältnisse hin, in denen die Mitglieder der Onkelz aufgewachsen sind.
Die Rückseite ist violett und geht nach unten hin in ein dunkles Rosa über. Links neben der Trackliste sind die Onkelz zu sehen. Die stehen in denselben Positionen da, wie die Jungs auf der Vorderseite. Im Hintergrund sind auch wieder eine Mauer und mehrere Neubauten zu sehen. Ob die Jungs vorn die Onkelz in jung sind- keine Ahnung...
>> Das Booklet
Das Booklet ist mal wieder sehr mitsingfreundlich gestaltet, denn man findet wieder sämtliche Texte der auf der CD befindlichen Songs. Die Texte sind teilweise mit Karikaturen unterlegt, die auf den Sinn des jeweiligen Textes hinweisen. So ist z.B. als Hintergrundbild für den Text zu „Wer nichts wagt, kann nichts verlieren“ ein Comicmännchen abgebildet, das in Unterhose dasteht mit einer Flasche in Hand und zwischen seinen Beinen einen Haufen Scheiße hat. Dazu kommt noch, dass er ziemlich debil dreinschaut und die ihm die Zunge fast bis zum Bauch hinunter hängt. Der Songtext zu „Du kannst alles haben“ dagegen ist komplett als kleiner Comic gemacht. Dort sind zwei Personen und der Text ist als Sprechblase abgebildet. Eine sehr coole Idee, wie ich finde.
>> Die Trackliste
1. Hier sind die Onkelz
2. Finde die Wahrheit
3. Danke für nichts
4. Ich
5. Nichts ist für immer da
6. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren
7. Ich mache, was ich will
8. Du kannst alles haben
9. Viel zu jung
10. Das Problem bist du
11. Lasst es uns tun
12. H
>> Die Trackliste in eigenen Worten
1. Hier sind die Onkelz
„... hier sind neue fromme Lieder von den Engeln in Zivil. Nichts ist uns heilig, kein Seitenhieb zuviel...“
Dies ist ein typischer Opener, wie man ihn eigentlich von allen Onkelz Alben gewohnt ist. Sie besingen sich mal wieder selber- vor allem aber zeigen sie allen, dass sie wieder da sind und auch diesmal kein Blatt vor den Mund nehmen werden. Was sie stört, darüber singen sie. So war’s schon immer und so ist es auch geblieben. Wahrscheinlich würde das ewig so sein- wenn sie denn nicht leider Gottes aufhören würden.
2. Finde die Wahrheit
„... ich laufe durch die Straßen und alles was ich seh’ sind verlorene Seelen, gesichtslose Armeen...“
Dies ist mal wieder ein sehr kraftvolles Lied über die Misstände in unserem Land. Jeder ist seinem Trott verfallen und versucht auch nicht, aus ihm zu entfliehen. Es ist die Rede von korrupten Bullen und Schulen von Idioten. Keiner kann leugnen, dass dem so ist. Als ob die Onkelz es damals schon geahnt haben- es ist ja eher noch schlimmer geworden, als es damals war. Siehe einfach nur PISA.
Und was hinter den sauberen Türen unserer Ordnungshüter abgeht, wissen wir alle auch hinreichend. Allerdings wird man leider nie alles erfahren. Soviel zum Thema- Saubermänner in Grün!
3. Danke für nichts
„... du bist nicht wie ich, wir kannst du für mich reden?...“
Das wohl bekannteste Lied gegen die speziellen Freunde der Onkelz- die Presse.
In den 24 Jahren wurden so viele Halbwahrheiten und schlichte Lügen über die vier Jungs aus Frankfurt verbreitet, dass dieses Lied nichts das einzige ist. Die Onkelz greifen hier auch die Forderung auf, die sehr häufig an sie gerichtet wurde- Namensänderung. Wie verlogen das ist, haben sie hier sehr eindrucksvoll und wie gewohnt lyrisch und prosaisch wertvoll wiedergegeben.
4. Ich
„... ich kann eigenständig denken, ich zweifle nicht- ihr steht im Dunkeln...“
Auch hier mal wieder ein sehr schönes Lied über bzw. gegen Mitläufer. Kevin singt hier davon, dass man seinen eigenen Kopf haben soll und sich von keinem etwas einreden soll. Vor allem aber soll man sich von niemandem kontrollieren soll. Jeder soll das sagen, was er denkt. Hier ist die Rede davon, dass man sich nicht von Blinden führen lassen soll. Ich denke, dies bezieht sich eindeutig auf die Politiker und den ganzen Scheiß, den sie verzapfen. Und ich denke, dies richtet sich gegen jegliche Politik- somit auch gegen rechte Parteien.
5. Nichts ist für immer da
„... der Schmerz hat dich belogen, nichts ist für immer da...“
Wer kennt es nicht? Der Freund verlässt einen, ein so genannter Freund hintergeht einen und man denkt, dass die Welt zusammenbricht und man nie mehr so weitermachen kann, wie bisher. Dies ist ein klasse Motivationslied. Die klare Aussage ist, dass Schmerz, Angst und Verletztheit nicht ewig da ist. Irgendwann kann die Zeit alle Wunden heilen- wenn man es denn zulässt. Das ist wohl auch die Hauptaussage des Textes: Zeit heilt alle Wunden. Aber man muss auf jeden Fall positiv denken – denn es wird immer einen neuen Morgen geben. Diesen Song kann jeder für sich auf Genaueres definieren. Denn der Text lässt großen Spielraum für Eigenidentifizierung.
6. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren
„...zu schwach um nein zu sagen, doch stark genug um Deine Frau zu schlagen...“
Dies ist wohl an die Heuchler in dieser Nation.
Bloß keinen Blick über den Tellerrand riskieren und immer schön die Fassade wahren, weil man ja sonst im Ungnade fallen könnte. Ich denke, dieses Lied ist ebenfalls an alle Mitläufer gerichtet. Immer schön das sagen, was andere sagen und auf keinen Fall aus der Reihe tanzen. Solche Leute, habe ich besonders gerne...
7. Ich mache, was ich will
„... ich lebe meine Wahrheit, ich traue meinen Augen, ich gehöre meinen Worten...“
Diesen Song könnte man fast als den Umkehrschluss aus dem Vorgängersong betrachten. Am besten ist es, das zu tun, was man will und alles zu versuchen, um seine Ziele zu erreichen. Die Hauptaussage ist eigentlich, dass man das ist, was man tut und sagt. Auch wird hier angesprochen, dass Geld keinesfalls das Wichtigste ist und sowieso schon nicht vollkommen glücklich macht.
8. Du kannst alles haben
„... willst du mein Blut? Willst du meine Tränen? Willst du dich verlieren?...
Ein absolut fröhlicher Song. Von der Musik her und auch vom Text. Dies ist mal wieder, ähnlich wie „Noreia“, ein Lied zum Schmunzeln. Man könnte es als schlichte Liebeserklärung sehen. Ein Mensch gibt sich komplett für einen anderen auf- aber der Gegenüber will nicht! Wer kennt dieses Szenario nicht? ;)
9. Viel zu jung
„... wenn das seine Liebe ist, ist er ein Idiot...“
Nach der ersten Zeile dieses Liedes ist klar, worum es geht: Kindesmissbrauch.
Meines Erachtens nach eine der schlimmsten Dinge, die ein Vater seinem Kind, ob Tochter oder Sohn, antun kann. Aber leider ist auch diese Thematik aus dem Leben gegriffen. Kevin beschreibt, wie sich (in diesem Fall) die Tochter fühlt, was sie denkt, und dass sie stumm bleibt, weil sie sich schämt. Sie ekelt sich und hat Todesangst...
10. Das Problem bist du
„... ich war nicht immer Sieger, aber viel zu oft dabei...“
Ich denke, auch hier wird wieder eine tagtägliche Thematik aufgegriffen. Wie ja bekannt ist, waren die Onkelz in ihrer Vergangenheit nicht eben Engel. Sie haben Drogen genommen und waren in Schlägereien dabei. Dieser Song richtet sich wohl gegen die heutige Generation. Sie weisen eindrucksvoll darauf hin, wo man landen kann, wenn man nicht aufpasst und sich in „schlechte Gesellschaft“ begibt. Dieses Lied sollten sich einige Onkelz Fans zu Herzen nehmen, die sich immer noch den Rechtsradikalismus auf die Fahnen geschrieben haben...
11. Lasst es uns tun
„... Tötet mich- doch was tötet Dämonen?...“
Hier besingen die Onkelz sich mal wieder selber. Sie sagen eindeutig, dass sie nie Heilige waren, aber sie weisen darauf hin, dass sie immer noch reiner bzw. ehrlicher sind, als manch anderer. Klar- sie sagen was sie stört. In diesem Lied hat man mal wieder die typische „Onkelz- Arroganz“ die viele so auf die Palme bringt- genau die, die immer gegen die „Nazis“ Böhse Onkelz hetzen.
12. H
„... ich kostete den bitteren Geschmack der Sterblichen. Ich wollte es beenden...“
Hierbei geht es eindeutig, um den Absturz in den Drogensumpf. In diesem Song geht’s allerdings explizit ums Heroin. Kevin beschreibt, was dazu führen kann, soweit abzurutschen, wie man sich fühlt, und dass man sich selbst das Leben nehmen will. Ein sehr ruhiger Song, in dem man außer einer Akustikgitarre keine weiteren Instrumente hört. Ein klasse Song, den sich gewisse Leute ebenso zu Herzen nehmen sollten... Denn ich denke, die Jungs wissen, wovon sie singen...
>> Meine Meinung
Dieses Album von 1995 ist mal wieder ein spitzen Album! Auch bei diesem Werk der vier Jungs aus Frankfurt/ Main kann ich mich wieder mal mit 99% der Songs identifizieren. Ich vertrete ebenfalls die Meinung, dass man nicht faul auf seinem Arsch sitzen und anderen für sich denken lassen darf, sondern selbst seine Ansichten vertreten soll- auch wenn man dabei auf Widerstand stößt. Das Lied „Nichts ist für immer da“ ist ein Song, den ich mir ebenfalls oft angehört habe, wenn’s mir mal wieder schlecht ging. Er hat geholfen, wieder nach vorn zu sehen. Klar- ein Wundermittel gegen Kummer, Angst und Schmerz ist Musik nicht. Aber sie kann helfen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten- und dann erscheint einem alles gar nicht mehr so aussichts- und hilflos. Denn dieser Song sagt eigentlich klar aus, wie es ist. Schmerz und Kummer sind nicht ewig da, also sollte man auch so damit umgehen. Sicherlich ist das immer leichter gesagt, als getan. Aber es entspricht ja nun mal der Realität.
„Wer nichts wagt, kann nichts verlieren“ ist auf jeden Fall ein klarer Mitgröhlsong. Denn auch der vertritt komplett meine Meinung. Wie ihr ja schon gelesen habt, geht’s hierbei auch um Heuchler, die alles tun, um anderen zu gefallen und sich auch gerne an Schwächeren vergreifen. Ich verabscheue solche Individuen.
Das ganze Album ist eigentlich Onkelz- typisch! So wie man es liebt und gewohnt ist. Die Musik ist kraftvoll und die Texte ebenso. Stephan Weidner, der Mann der fast 100% der Texte schreibt, hat hier auch eine musikalische und grammatikalische Meisterleistung abgelassen. Vielen mag Folgendes als einfallslos erscheinen- aber was ich noch toll an dieser CD finde ist, dass die Songs ihren typischen Stil (mit hohem Wiedererkennungswert) beibehalten haben. Damit meine ich nicht Kevins raue und kraftvolle Stimme sondern die Musik an sich. Gonzos Gitarrenspiel ist ja wohl der Hammer schlechthin. Auch Pe ist am Schlagzeug ein Gott. All diese Attribute bringen mich dazu auch nach (viele werden vielleicht lachen) 6 Jahren noch begeisterter Onkelz Fan zu sein. Auch bei diesem Album kann ich wieder mal nur betonen: Ein Meisterwerk! Musik, wie sie das Leben schreibt. Keine Utopie und keine verbalen Beschönigungen. Das macht die Jungs so klasse und ich denke, das macht auch, dass sie nach wie vor so viele treue Fans haben.
>> Fazit:
Texte zum Gröhlen, Lachen, Feiern und Nachdenken!
Danke, für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe, auch dieser Böhse Onkelz Bericht hat Euch gefallen!
Adios...
22 Bewertungen, 2 Kommentare
-
25.02.2007, 20:16 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSH & lg Sarah
-
02.05.2005, 20:20 Uhr von SKLGirl
Bewertung: sehr hilfreichFrüher habe ich die Onkelz auch mal gerne gehört, heute gehöre ich nicht mehr unbedingt zu ihren Fans, ohne das ich sagen kann, dass ich die Musik nicht mehr mag...ist einfach nicht mehr so in bei mir! Schöner Bericht! LG Yvonne
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