Highland Park Single Malt Scotch Whisky Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
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Erfahrungsbericht von Veterano
Highland-Park Signatory 24 Jahre
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Als ich mir die Flasche bei ebay für ungefähr 60 Euro ersteigert habe, dachte ich mir ich hätte ein Schnäppchen gemacht. Bei www.thewhiskywstore.de wird die Flasche für ca. 58,00 EUR verkauft, also war es nichts mit Schnäppchen, aber ich bin es eigentlich schon gewohnt wenn ich bei ebay Whisky ersteigere (mache ich zwischenzeitlich auch nicht mehr). Aber lassen wir das Thema Geld, Geld sein und widmen wir uns den schönen Dingen des Lebens, dem schottischen Lebenswasser.
Ich habe also eine Flasche 24 jährigen Highland-Park vom unabhängigen Abfüller Signatory ersteigert. Das mit dem Abfüller war ein Irrtum meinerseits, da ich die Flasche mit einer Originalabfüllung vom Hersteller verwechselte (die Herstellerabfüllung ist zwar auch 24 jährig aber 10 Jahre früher gebrannt und damit sind die Flaschen äußerst selten). Signatory ist in Whiskykreisen ein bekannter Abfüller der den bekannten Destillerien einzelne Fässer abkauft und unter seinem Namen vermarktet. Auf den Flaschen wird aber auf den Produzenten verwiesen. In diesem Fall ist es Highland-Park. Diese Fremdabfüllungen sind bei Sammlern nicht begehrt und daher eignet sich der Whisky nur zum trinken (und dafür ist er auch gebrannt worden). Positiv ist zu bemerken über Signatory, dass keinerlei Farbzusätze zugegeben werden und es sich um Single-Barrel (also aus einem bestimmten Fass) Abfüllungen handelt.
Die Destillerie ist auf der Insel Orkney und wird aber trotzdem zu der Highland-Region zugerechnet. Es ist die nördlichste Brennerei von Schottland, welche seit ca. 1798 besteht und von einem Pfarrer gegründet wurde. Es gibt hierüber die Anekdote, dass die Kirche als Lagerstätte für den Whisky gedient hat, bis einmal eine Kontrolle eintraf. Nachdem man aber vorgewarnt war, konnten die Fässer ins Wohnhaus umgelagert werden. Während der Durchsuchung wurde ein Totengottesdienst abgehalten und die „Steuerfahndung“ hat nichts gefunden. Das Malz wird mit heimischen Torf (obere Torfschichten) gedörrt. Der junge Torf verursacht bei Highland-Park Whisky den heidekrautartigen Charakter (Aroma). Von der Wesensart liegt Highland-Park zwischen den rauchigen Islay-Malt wie z.B. Lagavulin und den milderen Whisky aus den Highlands wie etwa ein Macallan. So das war vorab die Theorie und wie ich den Highland-Park (12 und 18 Jahre) bisher kannte. Dann kam das unbekannte Wesen, die Signatory-Abfüllung.
Das Erscheinungsbild von Signatory kann als edel bezeichnet werden. Verpackt in einer richtigen Metallröhre, welche zweifarbig ist (weiß und kupfer). Oben ist das Firmenlogo angebracht (ein verschnörkeltes S) und der Zusatz Vintage und eine Schreibfeder. Zusätzlich ist das Word Island (es handelt sich ja um einen Insel-Whisky). Auf der unteren Seite ist noch ein Aufkleber angebracht mit dem Text „Distilled at Highland Park Distillery 1977“. Der Alkoholgehalt wird mir 43 % Vol angegeben. Die Flasche in der klassischen Whiskyflaschenform ist ebenfalls mit dem Firmenlogo in Gold verziert. Auf dem Aufkleber wird erneut auf die Highland-Park Brennerei verwiesen und dass dort der Whisky am 06.10.1977 gebrannt wurde. Als nächster Hinweis wird genannt, dass der Whisky für 24 Jahre in einem Eichenfass (vermutlich ein Bourbonfass) gelagert wurde und dass am 23.10.2001 abgefüllt wurde. Wie bereits angemerkt wird mir dem Vermerk „Natural Colour“ bestätigt, dass keine Farbstoffe verwendet werden. Die Farbe ist für einen Whisky dieses Alters sehr hell und gleicht der von etwas schwererem Weißwein.
Bei meiner Flasche wird noch mitgeteilt, dass es sich um die 288. (handgeschrieben)Flasche von 316 aus dem Fass 7890 handelt. Damit ist Nachweis für eine Single-Barrel-Abfüllung erbracht. Ich muss zugeben ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig ©Veterano, als ich die Flasche in der Hand gehabt habe, aber es kommt anderes als man denkt.
Das war die Vorgeschichte, kommen wir nun zur Verkostung:
Bei der Verkostung unterscheide ich, wie bei meinen sämtlichen Whisky-Berichte unter zwei verschiedenen Gläsern
1. Das Nosing-Glas (welches auch von Michael Jackson dem Whisky-Guru verwendet wird) Form: tulpenförmig nach oben verjüngend
2. Das Riedel Sommeliers Single Malt Whisky Glas (in Zusammenarbeit mit Aberlour entstanden) Form: Kelchartig nach oben hin breiter werdend
1.1 Duft: deutlich den Alkohol, ganz leichte Torfnote, leichte Phenolnote
1.2 Geschmack: trocken, erdig, leichte Schärfe
1.3 Abgang: etwas Süße, dann bitter (eher unangenehm) mit Anklängen von Torf, ziemlich lang
2.1 Duft: Rauch, erdig
2.2 Geschmack: Phenol (wie eine medizinische Mundspülung)
2.3 Abgang: milde Phenolnote, erdig, mittellanger Abgang
Also ich empfehle (soweit man das so nennen kann) hier das Riedelglas, da hier der Abgang deutlich kürzer und bei weitem nicht so unangenehm wie bei beim Nosing-Glas ist.
Wer ein Fan ist von Phenolnoten kann diesen Whisky gerne mal probieren, aber ich weise darauf hin, dass der Angriff eines Laphroaig auf die Geschmacksnerven deutlich harmloser und aromareicher ist.
Fazit: ich gebe es zu, es war ein absoluter Fehlkauf, dennoch vergebe ich drei Sterne, da hin und wieder dieser Whisky zu Vergleichszwecken verwendet werden kann. Außerdem kann eine Phenolnote durchaus Liebhaber finden. Ich persönlich bleibe aber lieber bei den Originalen Abfüllungen, welche alle geschmacklich dieser Signatory-Abfüllungen überlegen sind.
©Veterano
Ich habe also eine Flasche 24 jährigen Highland-Park vom unabhängigen Abfüller Signatory ersteigert. Das mit dem Abfüller war ein Irrtum meinerseits, da ich die Flasche mit einer Originalabfüllung vom Hersteller verwechselte (die Herstellerabfüllung ist zwar auch 24 jährig aber 10 Jahre früher gebrannt und damit sind die Flaschen äußerst selten). Signatory ist in Whiskykreisen ein bekannter Abfüller der den bekannten Destillerien einzelne Fässer abkauft und unter seinem Namen vermarktet. Auf den Flaschen wird aber auf den Produzenten verwiesen. In diesem Fall ist es Highland-Park. Diese Fremdabfüllungen sind bei Sammlern nicht begehrt und daher eignet sich der Whisky nur zum trinken (und dafür ist er auch gebrannt worden). Positiv ist zu bemerken über Signatory, dass keinerlei Farbzusätze zugegeben werden und es sich um Single-Barrel (also aus einem bestimmten Fass) Abfüllungen handelt.
Die Destillerie ist auf der Insel Orkney und wird aber trotzdem zu der Highland-Region zugerechnet. Es ist die nördlichste Brennerei von Schottland, welche seit ca. 1798 besteht und von einem Pfarrer gegründet wurde. Es gibt hierüber die Anekdote, dass die Kirche als Lagerstätte für den Whisky gedient hat, bis einmal eine Kontrolle eintraf. Nachdem man aber vorgewarnt war, konnten die Fässer ins Wohnhaus umgelagert werden. Während der Durchsuchung wurde ein Totengottesdienst abgehalten und die „Steuerfahndung“ hat nichts gefunden. Das Malz wird mit heimischen Torf (obere Torfschichten) gedörrt. Der junge Torf verursacht bei Highland-Park Whisky den heidekrautartigen Charakter (Aroma). Von der Wesensart liegt Highland-Park zwischen den rauchigen Islay-Malt wie z.B. Lagavulin und den milderen Whisky aus den Highlands wie etwa ein Macallan. So das war vorab die Theorie und wie ich den Highland-Park (12 und 18 Jahre) bisher kannte. Dann kam das unbekannte Wesen, die Signatory-Abfüllung.
Das Erscheinungsbild von Signatory kann als edel bezeichnet werden. Verpackt in einer richtigen Metallröhre, welche zweifarbig ist (weiß und kupfer). Oben ist das Firmenlogo angebracht (ein verschnörkeltes S) und der Zusatz Vintage und eine Schreibfeder. Zusätzlich ist das Word Island (es handelt sich ja um einen Insel-Whisky). Auf der unteren Seite ist noch ein Aufkleber angebracht mit dem Text „Distilled at Highland Park Distillery 1977“. Der Alkoholgehalt wird mir 43 % Vol angegeben. Die Flasche in der klassischen Whiskyflaschenform ist ebenfalls mit dem Firmenlogo in Gold verziert. Auf dem Aufkleber wird erneut auf die Highland-Park Brennerei verwiesen und dass dort der Whisky am 06.10.1977 gebrannt wurde. Als nächster Hinweis wird genannt, dass der Whisky für 24 Jahre in einem Eichenfass (vermutlich ein Bourbonfass) gelagert wurde und dass am 23.10.2001 abgefüllt wurde. Wie bereits angemerkt wird mir dem Vermerk „Natural Colour“ bestätigt, dass keine Farbstoffe verwendet werden. Die Farbe ist für einen Whisky dieses Alters sehr hell und gleicht der von etwas schwererem Weißwein.
Bei meiner Flasche wird noch mitgeteilt, dass es sich um die 288. (handgeschrieben)Flasche von 316 aus dem Fass 7890 handelt. Damit ist Nachweis für eine Single-Barrel-Abfüllung erbracht. Ich muss zugeben ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig ©Veterano, als ich die Flasche in der Hand gehabt habe, aber es kommt anderes als man denkt.
Das war die Vorgeschichte, kommen wir nun zur Verkostung:
Bei der Verkostung unterscheide ich, wie bei meinen sämtlichen Whisky-Berichte unter zwei verschiedenen Gläsern
1. Das Nosing-Glas (welches auch von Michael Jackson dem Whisky-Guru verwendet wird) Form: tulpenförmig nach oben verjüngend
2. Das Riedel Sommeliers Single Malt Whisky Glas (in Zusammenarbeit mit Aberlour entstanden) Form: Kelchartig nach oben hin breiter werdend
1.1 Duft: deutlich den Alkohol, ganz leichte Torfnote, leichte Phenolnote
1.2 Geschmack: trocken, erdig, leichte Schärfe
1.3 Abgang: etwas Süße, dann bitter (eher unangenehm) mit Anklängen von Torf, ziemlich lang
2.1 Duft: Rauch, erdig
2.2 Geschmack: Phenol (wie eine medizinische Mundspülung)
2.3 Abgang: milde Phenolnote, erdig, mittellanger Abgang
Also ich empfehle (soweit man das so nennen kann) hier das Riedelglas, da hier der Abgang deutlich kürzer und bei weitem nicht so unangenehm wie bei beim Nosing-Glas ist.
Wer ein Fan ist von Phenolnoten kann diesen Whisky gerne mal probieren, aber ich weise darauf hin, dass der Angriff eines Laphroaig auf die Geschmacksnerven deutlich harmloser und aromareicher ist.
Fazit: ich gebe es zu, es war ein absoluter Fehlkauf, dennoch vergebe ich drei Sterne, da hin und wieder dieser Whisky zu Vergleichszwecken verwendet werden kann. Außerdem kann eine Phenolnote durchaus Liebhaber finden. Ich persönlich bleibe aber lieber bei den Originalen Abfüllungen, welche alle geschmacklich dieser Signatory-Abfüllungen überlegen sind.
©Veterano
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