Hochzeitsplanung Testbericht

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Erfahrungsbericht von MissyG

Klein aber fein

Pro:

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Kontra:

Nicht für jeden die Idealvorstellung

Empfehlung:

Nein

Welches Mädchen träumt nicht von einem rauschend weißen Kleid, roten Rosen, einer vollen Kirche und einem ganzen Tag, an dem es der absolute Star ist. Der Hochzeitstag!

Nun, nachdem wir letztes Jahr im Wonnemonat Mai heiraten wollten, habe ich mich intensiv mit dieser Vision auseinandergesetzt. Vor allem, nachdem meine bessere Hälfte am 01.01.02 für fast 7 Monate ins Ausland musste. Aus der Traum von der Hochzeit im Mai. Notlösung herbei! Er sollte im Juli wiederkommen (so um den 20.), da ist der Sommer in vollem Gange und die gesamte Hochzeit allein planen?? Um Himmels Willen, bloß nicht.

Gedanke Nummer 1:

Wir wohnten in einem uns nicht ganz sympathischen Ort, in dem wir \"eigentlich\" keine riesige Hochzeit veranstalten wollten. Wir waren gerade aus Flensburg arbeitsbedingt in dieses Dörfchen gezogen und hatten nicht wirklich einen guten Draht dazu. Also hatte ich die geniale Idee. Ab in den Urlaub und heiraten im Norden Deutschlands! Wir wollten uns ein nettes Hotel mieten mit Hundesitter (denn unser 4-pfotiges Ungeheuer sollte natürlich mit), mir ein hübsches Abendkleid kaufen und ihm einen schönen Anzug. Dann ab die Post ins Standesamt und JA-sagen. Hinterher fein essen gehen und das Hotel genießen. Keinen großen Trubel nur ein schlichtes Versprechen, was man nach 3,5 Jahren Beziehung und überstandenen mittelschweren Katastrophen schon machen kann.

Nun, IHM gefiel die Idee überhaupt nicht. Da \"seine\" Familie seit Jahren kaum mehr etwas von sich hören ließ (kein Kontakt zu den Eltern und nur spärlich zu den Großeltern, Geschwister gar nicht, komme ich vielleicht in einer anderen Meinung noch mal dazu..), hatte MEINE Familie in unserem Leben einen hohen Stellenwert eingenommen. Und ER wollte ohne MEINE Familie nicht heiraten. Meinetwegen!

Gedanke Nunmmer 2:

Wir wollten gerne die Hochzeit selbst bezahlen. Also mußte der Rahmen in unsere Finanzen passen. Mittlerweile saß uns auch die Zeit im Nacken. Beim Standesamt sollte man 6 Monate vorher den Termin vereinbaren und es war nun doch schon Juni *autsch!
Also schauten wir uns in unserem Bekanntenkreis um. \"Marinehochzeit\" war nicht drin. Da wären ja Gesandte des \"Bootes\" gekommen, die dann hätten mitfeiern sollen und dazu noch die engsten Freunde und meine Familie?? Keine Chance. Außerdem hätten die Armen dann mind. 400 km anreisen müssen und das war nicht das Richtige.
Richtig große Hochzeit mit allem Drum und Dran wollte ich zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr. Wir wollten uns doch \"nur\" trauen. Sagen, dass wir uns lieben und zusammenbleiben wollen, ein ganzes Leben lang.
Und dann ging alles ganz schnell:

DER TERMIN
Niemand konnte es verstehen. Alle maulten, wie man an einem solchen Tag heiraten kann. Wir haben es getan. 1 Jahr nach dem schrecklichen Anschlag auf New York, haben wir uns am 11.09.2002 trauen lassen. Hat aber einen völlig harmlosen Hintergrund: Es war MEIN Geburtstag. Und den kann man nun mal nicht verschieben.

DER RAHMEN
Wir haben uns in dem kleinen ortsansässigen Jagdschloss im Trauzimmer trauen lassen. Drumherum ein riesiger Park, Schlosskirche und viel Wald. Die Gästeliste haben wir auf ein wirklich schönes Maß geschneidert: Meine Eltern, mein Bruder, mein bester Freund als Trauzeuge, SEIN Trauzeuge mit Freundin und ein Freund von ihm. Damit hatte sich die Sache. Wir waren also insgesamt 9 Personen und ich hatte wirklich den schönsten Tag meines Lebens.

DAS KLEID
Ein 1.500 € Kleid für eine Feier mit 9 Personen und in diesem Rahmen?? Nein! Wir sind in ein Brautgeschäft gefahren und haben mir ein klassisches Abendkleid in himmelblau gekauft. Auf den Fotos sieht man kaum, dass es blau ist und es hat 216 € gekostet. Es ist ein Traum gewesen und hängt jetzt leider traurig am Schrank....
Dazu meine besse Hälfte im grauen Anzug mit hellgrauem Hemd und einer weißen Rose im Knopfloch. Es sind wahnsinnig schönes Hochzeitsfotos geworden. Brautstrauß mit weißen Rosen...

DIE FEIER
Nach der Trauung gab es Sekt, dann bei 27°C (im September) bei strahlend schönem Sonnenschein die Fotos und dann ab ins Restaurant. Hochzeitssuppe, warmes Büffet (verschiedene Fleischsorten, Beilagen) und zum Nachtisch die Hochzeitstorte mit Sauerkirschfüllung (machte das ganze nicht so süß-sahnig). Und dann sind meine Eltern nach Hause gedüst und wir \"jungschen Leute\" haben noch einen netten Nachmittag und Abend verbracht.

Das war unsere Hochzeit. Hat summa summarum 1.500 € gekostet, die wir natürlich nicht bezahlen durften (Mama und Papa,.... *ohne Worte). Es war ein wunderbarer Tag, der nicht die Welt an Aufwand vorher mit sich brachte, an dem die Brautleute wirklich die Stars gewesen sind und der uns als \"ideale Hochzeit\" in Erinnerung blieb. Besonders, wenn wir die Horrorszenarien von 50-100 Gästen mit standesamtlicher und kirchlicher Trauung, 3 Tagen Dauerkater und Zoff beim Büffet hören.

Ich glaube nicht, dass so ein kleiner Rahmen für jeden das richtige ist und bin auch nicht der Meinung, dass das nun das \"non plus ultra\" für jeden ist, aber es war eben UNSER Tag. Und fast 1 Jahr danach, habe ich es nicht bereut, so gefeiert zu haben, wie wir es gemacht haben.

Ach so: und wer was schenken wollte, der hat es auch getan obwohl er nicht eingeladen war... (war das Hauptargument aller Kritiker unser Hochzeit)

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