Cupido (gebundene Ausgabe) / Jilliane Hoffman Testbericht

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ab 17,17
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Erfahrungsbericht von realserbianchica

Cupido- Alptraum oder Realität?

Pro:

spannend geschrieben

Kontra:

garnichts

Empfehlung:

Ja

Liebe Leser und Leserinnen,
ich hoffe ihr habt die Zeit und Geduld meinen neusten Testbericht zu lesen, zu bewerten und auch zu kommentieren. Dabei wünsche ich euch viel Spaß!


Einleitung
Man schafft es manchmal wirklich wenig zum Lesen zu kommen. Es ist einfacher sich zwei Stunden von einem Film berieseln zu lassen, als in die wunderbare Welt der Buchstaben einzutauchen. Trotzdem sollte man sich die Zeit dafür nehmen, denn es gibt Verfilmungen zu Büchern, die weitaus nicht so wunderbar sind wie die literarischen Ausgaben. Zumindest sollte man immer offen sein für die Welt der vielen kleinen Buchstaben, Kommata und Sätze, die sich zu einem Text zusammenfügen können. Wie in dem Buch „Cupido“ von Jilliane Hoffmann.

Wege zum Buch
Der Zufall hat es gewollt, so wie er es so oft will. Oder war es Schicksal? Wie dem auch sei, die Bücherei, mein Freund und Helfer, hat mir dieses Buch zugespielt, so dass ich es mitnehmen konnte. Aber dieses Mal musste ich auch nachhelfen, denn ich war willig, aber das Buch war nicht in der Bücherei, es war entliehen. Also ließ ich es mir vormerken, wer so einen Weg aber erst gar nicht gehen will, kann es natürlich direkt im Geschäft erwerben.

Inhalt
Chloe Joanna Larson lebt in New York, ist vierundzwanzig Jahre alt und mit dem Anwalt Michael Decker seit zwei Jahren zusammen. Obwohl ihr Anwaltsexamen bald bevorsteht, lässt sie sich von Michael überreden mit ihr zum Zweijährigen ins Theater zu gehen. Doch der Abend läuft richtig schief, denn sie erwartet einen Heiratsantrag und wird bitter enttäuscht. Aus Enttäuschung will sie die restliche Nacht nicht mehr mit Michael verbringen und bittet Michael nicht zu sich in die Wohnung, sondern er soll nach Hause fahren. Ein Unbekannter, der Chloe schon lange beobachtet, sieht das mit Genugtuung. Er hat beschlossen, dass er heute Nacht ganz für Chloe da sein will. Ob sie das will – oder nicht. Und so findet die schlimmste Nacht in Chloes Leben statt. Sie wird vergewaltigt, gedemütigt und genötigt. Und nicht nur die Tat an sich verletzt sie sehr, sondern ihr Leben danach ist nicht mehr, wie es einmal war. Sie bricht ihr Studium ab und ihre Welt steckt in einem Tief.

C.J. hat endlich den mysteriösen Serienkiller Cupido gefunden. Nun muss sie nur noch vor Gericht beweisen, dass der Mann, der so unscheinbar aussieht, der Mann ist, der zehn Frauen auf brutalste Weise vergewaltigt und umgebracht hat. Doch direkt bei ihrer ersten Begegnung im Gerichtssaal weicht der seriösen Staatsanwältin alle Farbe aus dem Gesicht. Ihr gegenüber sitzt der Mann, der sie vor zwölf Jahren vergewaltigt hat...

Fakten
Preis: 19,90 Euro
Erschienen: Januar 2004
Seiten: 480 Seiten
Autor: Jilliane Hoffmann
Verlag: Wunderlich Verlag
ISBN: 3-8052-0773-5

Meine Meinung
„Wenn du mal ein richtig heftiges Buch lesen willst, mit allem, vor allem mit Vergewaltigungen, dann lies Cupido“, hörte ich meine zwei Freundinnen mir erzählen. Kann man da noch von raten sprechen? Fakt ist, beide haben Cupido gelesen, beide waren angewidert und eine wollte dieses Buch auch nicht mehr lesen. Oder doch? Ich finde Vergewaltigungen zwar auch mindestens ebenso furchtbar wie die beiden, aber ihre Unterhaltung über das Buch machte mich neugierig... klar wollte ich auch wissen, was hinter dem furchtbaren Buch steckt. Weglegen oder zur Hand nehmen?

Ganz Unrecht hatten die beiden ja nicht: für wirklich schwache Gemüter ist das Buch nichts. Und als Verfilmung würde ich das auch nicht sehen wollen. Aber wer sich nicht immer alles bildlich in Büchern vorstellt und immer noch eine gewisse Distanz zwischen Buch und Realität bewahren kann, der kann das Buch auch lesen ohne darüber nachzudenken, wann ihn die nächste Übelkeit überfällt. Trotzdem übertreibt man nicht, wenn man das Buch als an einigen Stellen geschmacklos beschreibt. Dabei ist der Stil des Buches nicht geschmacklos und auch die Handlung als solche nicht, sondern einer der Hauptfiguren des Buches ist makaber und geschmacklos. Wie das nun einmal so ist, bei einer Vergewaltigung, was erwartet man da aber auch anders. Und eben das sieht auch meine andere Freundin so, die mir berichtete, dass dieses Buch ihr Lieblingsbuch sei. Das bedeutet also, das trotz der grausamen Vergewaltigungen das Buch auch seine Fans findet und vielleicht gar nicht so schlecht ist, wie man das annehmen kann.

Zu einem ist bei einem richtig guten Roman und Thriller wichtig, dass er die Spannung hält. Nichts ist schlimmer, als nach den ersten paar Seiten das Gefühl zu haben, dass man einknickt und mal eben ins Reich der Träume wandert. Die Autorin hat es wirklich gut geschafft, dass der Leser nicht einschläft. Die Spannung baut sich schnell auf und flacht nicht ab, nicht einmal im letzten Drittel. Ein wenig schon, aber so tief, dass der Leser die Chance hat, dass er beruhigt ins Bett gehen kann, besteht nicht. Im Gegenteil Frau Hoffmann war sehr schlau und hat eine total überraschende Wende eingebaut. Wen das nicht berührt, den verstehe ich nicht, denn diese Wende habe ich absolut nicht hervorsehen können. Ich denke auch nicht, dass jemand anderes auf diese Idee gekommen wäre, wie mir auch meine Freundinnen versichern konnten.

Diese Wende kann man nicht berechnen, weil man die Schlüsselperson, die eigentliche Schlüsselperson, nicht als solche erkennt. Das liegt eben an der pfiffigen Weise, in der Jilliane Hoffmann schreibt. So was habe ich noch nie so spannend gelesen. Eingebaut sind die Andeutungen auch so dezent und unauffällig, so dass es nicht einmal dem aufmerksamsten Leser auffällt, dass anfangs irgendwie etwas nicht stimmt. Im Gegenteil, man wiegt sich, wie C.J. in völliger Sicherheit, denn man hat ja den Mörder der Mädchen. Diese Bemerkung lässt darauf schließen, dass es nicht so einfach ist. Aber verraten will ich nichts, denn den Schlüssel zur Lösung einfach so zu übergeben, wäre eine tödliche Beleidung für das Buch. Für mich jedenfalls war irgendwann am Ende eine plötzliche Verwirrung so spannungsaufbauend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte.

C.J. ist ebenfalls eine wichtige Person, ganz klar als Hauptfigur zu bezeichnen. Ihr Schicksal ist nun eines, das ich wirklich keiner Frau wünsche. Vergewaltigt, dann verlässt sie nicht nur der neue Lebensmut, sondern auch der Partner und man schafft es nicht einmal sein Studium zu Ende zu bringen. Ich kann mich sehr gut in diese Frau hineinversetzen. Zwar weiß ich faktisch nicht, wie es ist, wenn man vergewaltigt wird, aber wissen will ich das auch nicht. Das bisschen, was ich mir vorstellen kann, ist schon furchtbar genug. Ich kann da sehr gut C.J. verstehen. Ihre Angst, ihre Enttäuschung auch und ihre Probleme. Kein Wunder, dass sie sich auch nach Jahren immer noch einem Psychologen anvertraut, vor allem, als sie eines Tages zu verstehen bekommt, dass sie dem unbekannten Vergewaltiger, der nicht gefasst werden konnte, plötzlich gegenübersteht. Ganz klar ist das ihr unheimlich, sie kann es nicht verstehen. Er wird sie immer wieder aufsuchen, das ist das einzige, was ihr immer wieder durch den Kopf geht. Eine Frau, die so voller Ängste ist, dass sie alles andere darüber ausblendet und sich von ihren Ängsten erdrücken lässt. Diese Angst ermöglicht ihr auch nicht, dass sie eine neue Liebe zulässt. Sie trägt noch seelische Wunden und körperlich Narben von der Vergewaltigung und ist fest davon überzeugt, dass es keinen Mann in ihrem Leben geben wird. Dann tritt Dominick in ihr Leben, der Mann, mit dem sie seit Monaten zusammenarbeitet, aber können die beiden es wirklich schaffen? Denn eigentlich will C.J. niemanden von ihrer Vergangenheit erzählen. Aber die Vergangenheit kann einen Mensch wohl doch mehr mitnehmen, als man damit rechnet. Und vor allem mehr, als C.J. damit rechnet.

Bantling ist ein solcher Teil dieser Vergangenheit. Er aber ist das dunkle Kapitel, das C.J. verzweifelt versucht auszulöschen. Das scheint allerdings alles andere als einfach zu sein. Und Bantling, der anfangs fast noch seine Rolle zu drehen scheint, beinahe sympathisch erscheinen kann, da es so aussieht, als treffe ihn keine Schuld, wird so unberechenbar und ekelhaft, dass man die Staatsanwältin versteht und auch die Anwältin, die sich in ihrem Missmut fragt, wieso ausgerechnet sie diesen Mandanten hat. Nachdem auch sie dahinter gekommen ist, was für einen Mandanten sie hat, vergeht sogar ihr die Lust. Es muss wahrlich auch schwer sein, sich so zu beherrschen, denn Bantling bekommt immer wieder Wutausbrüche, ist unberechenbar und einfach nur furchtbar, auch wenn er erst versucht einen auf unschuldig zu machen. Zum Glück gelingt ihm das nicht lange. Allerdings ist er doch ein interessanter Charakter, denn er scheint teilweise doch unschuldig zu sein, was den Leser wirklich in Spannung versetzt. Ein Mensch wie er, man möchte ja nicht beleidigend werden, aber... es ist furchtbar, dass manche Menschen vor nichts zurückschrecken. Um sich zu verteidigen, will Bantling sogar die Vergewaltigung, die verjährt ist, zugeben. Nicht einmal reumütig. Wenn das nicht einiges über den Charakter sagt, dann weiß ich auch nicht weiter.

Insgesamt hat Jilliane Hoffmann einen außergewöhnlichen tollen Stil gehabt zu schreiben und die Worte so zu verpacken, dass sie einen nicht nur interessieren, sondern in helle Aufregung versetzen. Das habe ich nicht allzu oft, aber wenn alles wie hier ist, verständlich und spannend und dann auch noch den magischen Wendepunkt hat, dann kann man nicht anders, als das Buch zu loben. Da ist es auch egal, dass einige Fakten über Vergewaltigungen und Morde offenbart werden. Schlimmer finde ich, dass es in Amerika immer noch die Todesstrafe gibt, auf die die Staatsanwältin plädiert. Von dem Buch abzuraten liegt mir daher also fern. Es ist toll und spannend geschrieben, ist nicht im unpersönlichen geblieben und zeichnet mit C.J. einen echt tollen Hauptcharakter. Eine Empfehlung ist das Buch also allemal wert und nun warte ich darauf, dass ich die Fortsetzung lesen darf. Verspricht ja nur das beste zu werden bei einer solchen Vorlage.

7 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Draky

    08.11.2008, 19:48 Uhr von Draky
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut und ausführlich geschrieben, der Zwiespalt in dir kommt gut zum Ausdruck!

  • Clarinetta2

    22.03.2008, 17:46 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich glaube von dem buch hab eic shcon mal etwas gehört, ich weiß nicht ob ich es lesen würde, bestens geschrieben, frohe Osterm