Cupido (gebundene Ausgabe) / Jilliane Hoffman Testbericht

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ab 17,17
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Erfahrungsbericht von little_maryann

Cupido….die Begierde

Pro:

spannend, flüssig zu lesen,

Kontra:

für schwache Gemüter etwas blutig

Empfehlung:

Ja

New York 1988

Die 24jährige Chloe Joanna Larson ist Jurastudentin kurz vor dem Examen, als sie am Abend ihres zweijährigen Jubiläums mit Freund Michael von einem unbekannten Mann mit Clownmaske in ihrer Wohnung brutal vergewaltigt und mit einem Sägemesser übel zugerichtet wird.
Die äußerlichen Wunden heilen, doch die Angst bleibt und sie ist nicht mehr in der Lage unter Menschen zu gehen. So vergeigt sie ihre Prüfung, Freund Michael zieht sich von ihr zurück und sie selbst verbarrikadiert sich in ihrer festungsgleichen Wohnung. Ihr Leben droht ihr zu entgleiten.

Miami 2000

Durch einen anonymen Hinweis schnappen die Polizeibeamten der Sonderkommision Cupido einen Mann, der im Laufe der letzten 18 Monate elf junge Frauen brutal ermordet haben soll. Dabei zelebriert er die Darstellung seiner Opfer im Tode auf eine perfide Art . Alle Leichen werden, jede anders, auf eine gewisse Art und Weise dahin drapiert und allen wurde das Herz herausgeschnitten. Die junge Staatsanwältin C.J. Townsend ist für die Anklage verantwortlich, die den Serienkiller überführen soll. Während der ersten Anhörung vor Gericht erkennt sie in dem Verhafteten den Mann wieder, der sie vor 12 Jahren in New York vergewaltigt hat.

Dieser Mann soll nicht davon kommen, deshalb lässt sich C.J. auch auf Manipulation einer Zeugenaussage ein. Ihre Anklage steht auf dünnem Eis, trotzdem sie mit ihrem Team akribisch recherchiert. Dennoch basiert die Anklage nur auf Indizien.

Dazu schwebt immer die Gefahr im Raum, dass ihr früherer Peiniger mit seiner, inzwischen verjährten Tat, an die Öffentlichkeit geht und ihr so der Fall wegen Befangenheit entzogen wird. Ihr Nachfolger bräuchte viel zu viel Zeit um sich in diesen komplexen Fall einzuarbeiten und die Gefahr würde immer größer, dass dieser Mann wegen Verfahrensfehlern davon kommen würde.

Durch die Konfrontation mit ihm, brechen alte seelische Wunden wieder auf und ihr Leben entgleitet ihr wieder. Da hilft es auch nicht, dass sich gerade eine Beziehung mit dem Chefermittler anbahnte. C.J. ist nicht in der Lage einem Menschen zu vertrauen.


Es soll ja schon mal recht hilfreich sein, wenn man Berichte von der Startseite liest, denn durch einen solchen Bericht wurde ich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Es hat zwar etwas gedauert, aber nun besitze ich es und habe es innerhalb von zwei Tagen gelesen.

Bei Cupido handelt es sich um das Erstlingswerk einer jungen Amerikanerin.
Jilliane Hoffmann schrieb ihr Buch innerhalb eines Jahres, nachdem sie bis 2001 selbst als stellvertretende Staatsanwältin in Florida und zuständig für die juristische Beratung der Spezialeinheiten der Polizei war(von der Drogenfahndung bis hin zur Abteilung für organisiertes Verbrechen) Während ihrer Tätigkeit hatte sie in vielen Fällen mit häuslicher Gewalt zu tun.

Geboren in Long Island (New York) lebt sie heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern (8 und 6 Jahre) in Fort Lauderdale (Florida).

Der Lebenslauf der Protagonistin erinnert stark an den der Autorin und in einem Interview sagte Jilliane Hoffmann, das sie alle Zutaten für ihr Buch den Verbrechen entnommen hat, mit denen sie täglich zu tun hatte.
Auch die Beschreibung der Wohnung in der Chloe vergewaltigt wurde, ist die Beschreibung des Appartments in der Rocky Hill Road in Bayside , in der Jilliane Hoffmann mit ihrem Mann eine Zeitlang gewohnt hat.

Das Buch erschien 2003 unter dem Originaltitel „Restribution“ bei G.P.Putnam´s Sons (Penguin Group USA) und 2004 in der deutschen Übersetzung beim Rowohlt Verlag. Die
ISBN ist 3805207735 und das Buch wird momentan nur als Hardcover mit Schutzumschlag für 19,90 Euro verkauft.
Es hat in der deutschen Übersetzung 477 Seiten aufgeteilt in drei Teile und insgesamt 99 Kapitel. Es ist zeitgleich in 16 verschiedene Sprachen übersetzt worden
Sophie Zeitz, geboren 1972 in Frankfurt am Main, hat Amerikanistik, Spanisch, Philosophie und Literaturübersetzung studiert. Heute lebt und arbeitet sie als Verlagslektorin und Literaturübersetzerin in München und hat Cupido aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

Die Filmrechte wurden direkt nach Erscheinen des Buches in den USA an Warner Brothers Pictures verkauft.

Ich lese gern und wenn es geht auch viel und am liebsten Krimis oder Thriller. Durch so manches Buch habe ich mich über Wochen hindurch gequält und bei anderen fresse ich mich regelrecht durch die Seiten. Dann kann ich kaum erwarten wie es weitergeht und vergesse Zeit und Raum. So ist es mir mit diesem Buch ergangen.

Jilliane Hoffmann schreibt diese Geschichte
mal aus der Perspektive ihrer Heldin Chloe, die, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, zu C.J wird.

Mal aus der Perspektive des Vergewaltigers, der sein Opfer en Detail ausgekundschaftet hat und auf den richtigen Moment wartet um zu zuschlagen.

Mal aus der Sicht des Chefermittlers, der seiner Chefin C.J. die Fakten für die Anklage gegen den Serienmörder beibringen muss.

Dabei wirkt das Ganze nicht verwirrend sondern es baut in sich eine ungemeine Spannung auf.

Allerdings ist dieses Buch sicher nichts für Leute mit einem empfindsamen Gemüt, denn die Greueltaten werden sehr plastisch und blutig geschildert. Auch die benutzten Werkzeuge sprechen eine deutliche Sprache.
Wem rollen sich nicht bald die Fußnägel auf, wenn beschrieben wird, das den weiblichen Opfern des Killers der Brustkorb mittels Skalpell geöffnet wird, die Rippenknochen mit einem Bolzenschneider durchtrennt werden um dann an dem noch lebenden Opfer das Herz zu entfernen.

Vom sprachlichen her, ist das Buch einfach und schnell zu lesen. Keine ellenlangen Schachtelsätze und zur bildlichen Vorstellung wurde hier viel mit Adjektiven gearbeitet.

Leseprobe:

„Der erste Schnitt wurde am oberen Ende des Brustbeins begonnen und dann parallel zum Sternum ausgeführt, bis zum Nabel hinunter. Er war sauber, glatt, ohne weitere Hautverletzungen.“
Joe Neilson zuckte unwillkürlich, während er die Schnitte an der Schaufensterpuppe demonstrierte, die man vor den Geschworenen aufgestellt hatte. Der Laserpointer in seiner Hand hüpfte nervös mit.
„Der zweite Schnitt wurde horizontal unterhalb des Thorax angesetzt, beginnend genau unter der rechten Brust, und dann waagerecht rüber, bis unter die linke Brust. Auch hier nur ein einziger, präzise ausgeführter Schnitt.“
„Können Sie daraus schließen, von was für einem Instrument die Schnitte wahrscheinlich stammen?“ fragte C.J. Im Gerichtssaal war es mucksmäuschenstill. Gebannt warteten die Zuschauer auf jedes einzelne Wort.

Mein Fazit:

Ich war sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Dieses Buch ist nach Illuminati ganz sicher eines,
das ich in kurzer Zeit noch einmal lesen werde. Man muss hier sicher kein literarisches Meisterwerk erwarten, aber es baut Spannung auf und hält sie bis zur letzten Seite. Wer gerne Krimis liest, der sollte sich dieses Buch kaufen/schenken lassen.

28 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Clarinetta2

    18.02.2007, 17:25 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht

  • Madrianda

    09.11.2004, 16:22 Uhr von Madrianda
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe das Buch auch gelesen und wurde manchmal hart an die Grenze dessen geführt, was meine Nerven und der gute Geschmack aushielt. Würde aber trotzdem wie Du 4 Sterne vergeben. Gruß Beate