Katzenwinter (gebundene Ausgabe) / Wolfgang Hohlbein, Heike Hohlbein Testbericht

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ab 8,07
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Erfahrungsbericht von ISchoenherr

Eine dunkle Macht erwacht.

Pro:

Klasse Charaktere, spannend

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

STORY
Justin lebt mit seinen Eltern, seiner als Hexe verschrienen Großmutter und einem ganzen Rudel Katzen in der Nähe eines alten abgebrannten Klosters.

Eines Tages beginnt der Winter sehr viel früher und stärker als erwartet. Mit Einbruch des Winters, stürzt seine Großmutter die Treppe herunter. Doch nicht nur das ändert sich. Justin hat grauenhafte Alpträume und Visionen, seine Mutter verändert sich - wird boshaft und gemein, die Leute im Ort werden immer gereizter bis hin zur Gewalttätigkeit.

Eine rätselhafte Macht bedroht Justin und er versucht verzweifelt herauszufinden was die Warnungen und Botschaften zu bedeuten haben, die ihn erreichen. Genauso rätselhaft sind die Angriffe auf ihn und bei denen er von den Katzen seiner Großmutter beschützt wird. Seine Mutter hingegen versucht die Katzen loszuwerden, gegen die sie plötzlich eine Abneigung verspürt.

Er findet heraus, dass eine geheimnisvolle böse Macht aus dem Kloster oder viel mehr aus dem Schwarzen Turm, der sich im Mittelalter dort befand auf den Ort überzugreifen droht und dass seine Großmutter so eine Art Wächterin war. Diese Wächterfunktion ist nun auf Justin übergegangen. Für ihn heißt es nun schnellstens zu lernen was es damit auf sich hat, um die Menschen im Umkreis des Klosters vor der bösen Macht zu schützen und den gefährlichen Bann zu brechen. Eine etwas merkwürdige Hilfe ist dabei das geheimnisvolle Mädchen Reggie, die sich recht merkwürdig aufführt und eine eigenartige Verbindung zu Katzen zu haben zu scheint. Mit ihr taucht auch eine riesige Ragdoll auf oder ist sie mit Regie identisch? Doch die Zeit läuft ab.

LESEPROBE
Fassungslos hielt er den Hörer ein kleines Stück von sich weg und starrte ihn an. "Was…haben Sie da gesagt?", krächzte er.
"Ich habe gefragt, ob die alte Zicke endlich den Löffel abgegeben hat oder ob sie noch japst", antwortete die Stimme. "Sag mal, bist Du taub auf den Ohren oder ist deine ganze Familie einfach nur blöd? Also, jetzt geh hin und sieh nach, ob die Alte noch schnauft, und wenn ja, dann verpass ihr einen kräftigen Tritt in die Rippen und die Sache hat sich."
"Wie bitte?", keuchte Justin. Er glaubte nicht, was er da hörte. Das musste er sich einbilden. Vielleicht hatte er sich beim Hinfallen doch übler gestoßen, als er selbst bemerkt hatte.
"Glaubst du, wir wären scharf drauf, für so ein altes Schrapnell noch ´nen Krankenwagen loszuschicken?", antwortete die Stimme. "Das lohnt doch gar nicht. Die Alte macht´s doch sowieso nicht mehr lange."
Eindeutig: Das musste ein Alptraum sein. Irritiert sah Justin zur Treppe zurück. Sein Vater kniete neben Großmutter und redete mit leiser Stimme auf sie ein, während Mutter noch immer damit beschäftigt war, die Katzen im Zaum zu halten.
Plötzlich berührte ihn etwas am Fuß, Justin sah hinunter und blickte in ein pelziges Katzengesicht, aus dem heraus ihn ein Paar unheimlicher gelb glühender Augen anstarrten. In der nächsten Sekunde sprang Scarlett mit einem Satz auf die Anrichte herauf, machte einen Buckel und fauchte das Telefon so wütend an, dass Justin erschrocken einen Schritt zurückwich und um ein Haar den Hörer fallen gelassen hätte.

EINDRUCK
Eins meiner absoluten Lieblingsbücher von Wolfgang Hohlbein, welches er mit seiner Frau Heike zusammen geschrieben hat.
Die Handlung ist durchweg spannend, mysteriös, abwechslungs- und einfallsreich. Man weiß nie was als nächstes passiert. Die zugrunde liegende Idee ist ebenfalls großartig.

Die Charaktere sind sehr gut entwickelt. Besonders gefallen hat mir Reggie und natürlich die Katzen, von denen ich jede einzelne lieb gewonnen habe, weil ich sie mir so gut vorstellen konnte. Überhaupt hat mir die Einbeziehung der Katzen in die Geschichte und die Schilderung ihrer individuellen Charaktere sehr gefallen, da diese Verschiedenartigkeit der einzelnen Tiere sehr gut zu diesen faszinierenden Wesen passt. Auch das Katzen hier einmal eine positive Rolle bekommen, finde ich gut. Keiner der Katzen wirklich kennt, würde wirklich davon ausgehen, dass sie Geschöpfe des Bösen sind, wie es ihnen so oft unterstellt wurde (besonders im Mittelalter) und das nur weil sie ihren eigenen Willen haben. Leider wird dieses Bild der bösen Katze in der Literatur auch immer wieder aufgegriffen, was ich schade finde und deswegen ist "Katzenwinter" eine positive Ausnahme und ihre geheimnisvolle Natur ist sehr gut eingefangen.

Schön geschildert fand ich besonders den Katzenrat, bei dem ich mich frage ob die Gerüchte über seine Existenz wahr sind oder nicht. Ich hab jedenfalls noch keinen gesehen. Aber auch die anderen Beschreibungen von Gegenden, Personen und Situationen sind sehr gut gelungen. Sehr bildhaft und detailreich, so das man sich alles sehr gut vorstellen kann und regelrecht glaubt sich mit in der Handlung zu befinden. Ein sehr schöner Schreibstil.

AUTOREN
Der in Weimar geborene Wolfgang Hohlbein schreibt Fantasie, Science Fiction und Horrorbücher. Manche seiner Bücher entstehen in Zusammenarbeit mit seiner Frau Heike. Dann aber vorwiegend Bücher die auch für Jugendliche geeignet sind. Mit ihr zusammen hat er schon einige Preise gewonnen.

ALLGEMEIN
Die Druckqualität des Buches ist ausgezeichnet. Die Seiten sind etwas dicker als normal. Die Bindung des Buches ist exzellent.

Das Cover des Schutzumschlages zeigt 5 Katzen unter einem großen Vollmond in einer Winterlandschaft. Das Motiv könnte schön sein, wenn die Katzen etwas besser in die Landschaft eingepasst worden wären. Das Buch selbst ist blau.

Ich hab es mal geschenkt bekommen. Aber als aktuellen Preis habe ich es für 19,95 € gesehen.

416 Seiten
gebundene Ausgabe
Ausgabe 1998

Bertelsmann Club GmbH
Rheda-Wiedenbrück

43 Bewertungen, 1 Kommentar

  • pedro57

    21.08.2005, 14:39 Uhr von pedro57
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gute Gliederung und ausführlich. Die Leseprobe hat mir gefallen.