Krieg der Engel (gebundene Ausgabe) / Wolfgang Hohlbein, Heike Hohlbein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Taekid

Apokalyptischer Engelkrieg

Pro:

Süchtig,Hohlbein

Kontra:

Torzloses Paradigma

Empfehlung:

Ja

Wolfgang und Heike Hohlbein, die wohl meistgelesenen Fantasy- Autoren Deutschlands,
haben wieder ein unglaubliches Buch geschrieben. Sie waren der Grund, warum mich und wahrscheinlich tausend andere Leser einige Zeit schlaflose Nächte und Augenringe quälten.
Diesmal was es das Buch „ Krieg der Engel“, was meine Leseneugier entflammte. Die Geschichte um den Jungen Eric, der in den apokalyptischen Kampf zwischen schwarzen und weißen Engeln gerät, ist nicht nur außerordentlich spannend, sondern auch düster. Dass dieses Tun gefährlich ist, wird ihm immer wieder bin Erinnerung gerufen, als nicht nur Eric sich in tödlicher Gefahr befindet, sondern als er auch viele wichtige Menschen verliert. Gerade diese Entität, dass nicht alles so gut ausgeht wie vorgehabt, erfüllt ein apokalyptisches und düsteres Gefühl beim Leser.
Ich habe diesen Wälzer erst aus den Händen genommen, als ich ihn zu Ende gelesen habe.
Ein gigantisches und schöpferisches Werk voller Gefahr, Fantasie, Magie und nicht nur für Fantasy- Leser …

Disposition des Berichtes:
- Buchinfo
- Autoren
- Hohlbein im Netz
- Plot
- Cover
- Personen
- Schreibstil
- Leseprobe
- Fazit/Rezension
- Veröffentlichungen

Buchinfo:
Autor: Wolfgang und Heike Hohlbein
Seitenanzahl:564
Verlag: Ueberreuter
Erscheinungsjahr: 1999
Subgenre: Phantastik
Maße:19x13x5 cm
Preis: 19,90 € (habe früher bei Amazon gekauft)
ISBN: 3-8000-2616-3
Zyklus/Band: Phantastische Geschichten (15)

Die Autoren:
Wolfgang Hohlbein und (Heike Hohlbein) werden oftmals als die deutschen Fantasy- Autoren angesehen und somit gehören sie zu den wohl meistgelesenen Fantasyautoren Deutschlands.
Wolfgangs Schreikarriere fing auf dem Heftroman-Serien-Sektor, unter anderem bei Jerry-Cotton und sehr vielen anderen Chargen an. Simultan erschienen seine richtigen Bücher, angefangen mit dem Enwor- Zyklus und dem Buch Märchenmond, welches bis zur unserer Zeit einer seiner größten Erfolge ist, wenn nicht sogar sein größter (Von Ueberreuter veranstalteter Wettbewerb zur Thematik Fantasy und SF).Ein kleiner Blick auf seine Buchliste reicht aus, um zu sehen, dass der Mann den Titel "König der Vielschreiber" verdient hat, und es halten sich behaarliche Gerüchte um Ghostwriter, oder Hohlbein benutze ein Diktiergerät und eigentlich seine Sekretärin schreibe die Romane...
Er wendet alle Bereiche von Horror über Science Fiction bis Fantasy, Jugendliche und Erwachsene an. Weitere Preise wie: „Preis der Leseratten“ und „ Phantasy- Preis der Stadt Wetzlar“ kriegten Heike und Wolfgang
Pseudonym- Namen: Martin Eisele, Martin Holburg, Wolfgang Eschenloh, Michael Marks, Martin Heidner, Angela Bonella, Henry Wolf

Wolfgang Hohlbein im Netz:
Unter www.hohlbein.de findet Ihr eine umfassende und allgemeine Fan betriebene Site.

Wann schreibt Wolfgang Hohlbein?:
Wenn man so seine Buchveröffentlichungs- Liste anschaut, dann merkt man, dass er ohne Pausen schreibt. Einfach fantastisch.

Plot:
„Immer wieder träumt Eric von einem Engel, der mit brennendem Gefieder auf dem Dach einer gigantischen schwarzen Kathedrale steht, die sich über einer apokalyptischen Landschaft erhebt. Und immer endet dieser Traum, kurz bevor sich entscheidet, ob der Engel leben oder die Apokalypse endgültig über die Welt hereinbrechen wird. Je öfter Eric diesen Traum hat, desto deutlicher wird das unheimliche Gefühl, dass die düsteren Bilder eine Botschaft enthalten - oder vielleicht auch eine Warnung. Und dann beginnt sich die Wirklichkeit, auf deren Boden der Junge bisher mit beiden Füßen zu stehen glaubte, zu verändern. Eric wird in geheimnisvolle Unglücksfälle hineingezogen und hat es nur seinem Schutzengel zu verdanken, dass er jedes Mal wieder heil herauskommt. Doch dann verschwinden Erics Eltern und geraten in die Gewalt des Schwarzen Engels. Als der Junge versucht, seine Eltern zu befreien, wird er in den Kampf zwischen den weißen und schwarzen Engeln hineingezogen, der mit gnadenloser Härte in der schwarzen Kathedrale wütet...“
(Zitat:Buchrücken)
Mehr erfahrt Ihr von mir in diesem Bericht nicht, denn sonst ist die Kaufempfehlung sowieso dahin.

Das Cover:
Trotz verschiedener Auflagen des Buches, möchte ich euch eine vor Augen führen.
Ich persönlich habe nur die Ueberreuter Auflage in den Händen gehalten, die aus positiver Seite gesehen zum Glück einen Hard- Cover beibehielt.
Jetzt zur eigentlichen und ursprünglichen Beschreibung: Als erstes befinden sich oben ganz groß und in weißer Schrift die beiden Autoren- Namen (Wolfgang und Heike HOHLBEIN).
Genau darunter ist der Buchtitel abgebildet, fast so groß wie das Wort Hohlbein, nur halt in gelber Farbe (KRIEG DER ENGEL).
Was den Cover alias ausmacht, ist ein großes Foto von einer im Sonnenuntergang liegenden Großstadt über der ein weiß/schwarzer Engel mit brennenden Füßen fliegt.
Unterhalb dem Foto steht noch in kleiner weißer Schrift „Eine fantastische Geschichte“ und darunter der Name des Verlags „Ueberreuter“ in einem dunkelgelben Schriftsatz.

Personen:
Der Hero aus „Krieg der Engel“ ist der in reichem Haus aufwachsende Teenager Eric, welcher eine besondere und menschenrettende Zukunft hat. Doch trotz Eric’s Stellung als Hauptcharakter, ist die sonderbarste und auch interessanteste Person im Buch Astartus, der anrüchige Sektenanführer und ein Bekannter von Eric’s Vater.
Sehr seltsame und spaßige Personen, meiner Meinung nach, sind Astartus’s Leibwächter, die wahrscheinlich ihr einziges Hirn untereinander verteilt haben.
Nicht zu versieben sind natürlich die übrigen Charaktere, wie Eric’s Engel Cheb, seine Eltern und die mit Geistern in Kontakt stehende Hausfrau Andrea.
Auch der Todesengel Azazel, der nie seinen Schrecken verliert und wirkt das volle Buch hindurch sehr eindrucksvoll und Angst erregend.
Jeder hat sein eigenes Vorhaben und niemand besitzt ein wahres Gesicht. Somit erscheint am Schluss alles anders als erwartet.

Schreibstil:
Die Hohlbeins haben es mal wieder opalisierend geschafft, einen auffallenden Roman auf die Füße zu stellen. Sie schreiben sehr charmant, kurzweilig und ausgeschmückt. Viele winzige eingebaute Perioden und Konstruktionen, lassen dieses Buch, dass doch vom Inhalt so langweilig wirkt, partiell richtig geistreich erscheinen.

Quellenauschnitt/Leseprobe:
„Der Engel brannte. Sein Gewand, sein Haar und die gewaltigen Schwingen standen in Flammen und seine ganze Gestalt schien wie in einen Mantel aus gleißender Helligkeit gehüllt zu sein, so grell und weiß, dass es fast unmöglich war ihn anzusehen. „

"Du kannst Dir nicht vorstellen, wie das ist", ereiferte sich der Engel. "Zuerst kriechen sie über den Teppich und reißen die Katze am Schwanz. Die will es ihnen natürlich heimzahlen und während du noch damit beschäftigt bist, ihre Zähne und Krallen abzulenken, steht Junior schon auf und überschätzt dabei seine Kräfte. Du hast immer noch mit der Katze zu tun, die ihre miese Laune jetzt an Dir auslässt, und der liebe Kleine fällt nach vorne und hält sich prompt an der Tischdecke fest, worauf die Kaffeekanne umfällt. Noch während Du Junior zur Seite schubst, damit er sich nicht verbrüht, springen die Eltern auf und brüllen durcheinander und der Knirps fängt natürlich an zu plärren und reißt die Tischdecke vollends herunter, komplett mit Geschirr und jeder Menge spitzer Gabeln und Messer. Du wirfst Dich dazwischen und wirst halbwegs aufgespießt. Während Du ein halbes Dutzend Mordinstrumente aus Deinen Flügeln klaubst, arbeitet sich der süße Kleine unter der Tischdecke heraus und tritt dem Hund auf die Pfote, der natürlich nach ihm schnappt, worauf der Knirps noch lauter anfängt zu brüllen und die Alten Zeter und Mordio schreien. Junior rennt davon und fällt prompt auf die Nase und wo er schon einmal am Boden ist, probiert er gleich aus, was passiert, wenn man mit den Fingern in der Steckdose pult. Du rast also in den Keller und versuchst, die richtige Steckdose zu finden, und zwar, bevor der Knirps gegrillt wird, und als du es geschafft hast und wieder nach oben willst, kommst Du gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie Junior kopfüber die Treppe runterfällt, weil er von der Katze gejagt wird, der er die Barthaare lang gezogen hat. Du fängst ihn im letzten Moment auf und verstauchst Dir dabei jeden Knochen im Leib und zum Dank vergisst der liebe Kleine auf halber Strecke, dass er eigentlich schon aus den Windeln raus ist und pinkelt Dir das Kleid voll."
Eric konnte nicht mehr anders: Er begann schallend zu lachen. Der Engel blickte ihn finster an. "Das ist nicht lustig." "Ich finde es komisch", kicherte Eric. "Eine tolle Geschichte." "Wieso Geschichte?" nörgelte der Engel. "Ich habe es erlebt. Mit dir." Eric sah den Engel einen Moment lang betroffen an, aber dann schüttelte er den Kopf. "Das kann überhaupt nicht sein", sagte er überzeugt. "Wir haben nie Haustiere gehabt."
"Mit gutem Grund", grollte der Engel. "Die Katze ist weggelaufen und den Hund haben deine Eltern weggegeben, nachdem Du ihn den Schwanz mit Nagellackentferner eingerieben und dann angezündet hast."
"Oh", sagte Eric. "Aber... aber so schlimm war es doch nicht immer, oder?"
"Ach was", sagte der Engel mit einem säuerlichen Lächeln. "Nur die ersten sieben oder acht Jahre. Danach wurden die Sachen wirklich gefährlich."

Mein Fazit/Rezension:
Die Charaktere haben mir sehr gefallen, Eric ist eine ausfallende Person, doch an manchen Stellen, handelt er seltsam und sarkastisch, somit wirkt der Engel Cheb für den Leser freundlicher und hilfsbereiter. Wobei man den Engel immer mehr zu schätzen versucht.
564 Seiten Hohlbein unverdünnt, einfühlsam und spannend. Wieder erfahren wir, dass Wolfgang Hohlbein den Titel „Bester deutscher Fantasyautor“ regelrecht verdient. Meine Meinung über ihn und seine Werke werden nicht zerfallen!!
Seine Kunst zu schreiben ist fesselnd, aber ich habe gemerkt, dass ich viele Bücher von ihm gelesen und somit sein Paradigma erfasst habe. Ausdrücke wie „ Eine Weile verging, in der nichts geschah“ oder „Irgendetwas stimmte nicht“ kommen oft in vielen seiner Bücher vor.
Der inhaltliche Aufbau, wie ein schutzloser Junge gegen das Böse kämpft, geht zwar in die Korrosion über, aber vielleicht ist diese Art zu schreiben, das was viele Leser fesselt.
In diesem Buch merkt man zwar weniger von einem kleinen Knaben kennen, als in den anderen Werken, wie „13“ oder „ Schattenjagd“, weil Eric nicht wenige spöttische und furztrockene Darlegungen sagt, die man von einer solchen Person nicht erwartet.
Alles in allem meine ich, dass manchmal Wolfgang die Peripetie (Höhe-,Wendepunkt) hinauszögert, was zuweilen einpaar Textstellen überflüssig sind und er unwichtige besser weggelassen hätte. Warum fragt Eric nicht die Hausfrau um Hilfe, na ja nach einpaar hundert Seiten fragt er sie doch noch? Einige Stellen überraschen den Leser nicht mehr, weil er sie schon sehnsüchtig erwartet. Andere jedoch bewirken eine Gänsehaut, Hohlbein-Bücher sind viel spannender, als irgendein Thriller oder so. Bis zum Schluss erfährt man nicht genau, warum der Todesengel Eric verfolgt hat.
Wenn ich auf mein Herz höre, dann empfehle ich euch, solange ihr noch nie ein Hohlbein Buch gelesen habt, eine Testlesung zu machen (Bücherei oder Freunde).
Ich finde „Krieg der Engel“ wie die anderen Hohlbein-Werke einfach fabelhaft und fesselend, doch von zeit zu zeit wünscht man sich eine nicht vorhersehbare Story.
Obgleich attraktiviert es mich natürlich immer wieder zum Lesen, weil es Spaß macht, da es wie schon oben erwähnt, sehr unterhaltend und spannend ist. Allerdings ist es mit der Seitenanzahl von 564 ein ziemlich großer Brocken.

Fazit: Apokalyptisches, fesselndes Abenteuer, das nicht unbedingt für Kinder geeignet ist.

Veröffentlichungen von Wolfgang Hohlbein:
Im Jahr:

1983:
Der wandernde Wald
Die brennende Stadt
Märchenmond

1984:
Nach dem großen Feuer
Der Findling im All
Schatten an Bord
Die eisige Welt
Der Tiger von Vaultron
Der Sonnenfresser
Der Krieg von Troja
Elfentanz
Das tote Land
Der steinerne Wolf
Das schwarze Schiff

1985:
Das Kristallhirn
Die Zeitfalle des Delamere
Die Heldenmutter
Die Stadt der schwarzen Krieger
Es begann am frühen Morgen

Ich lasse jetzt einige Jahre weg, sonst wird die Liste unendlich lang.

2003:
Nächtliche Begegnung
Norg - im Tal der Ungeheuer
Das Buch
Orkus
Das Vermächtnis der Feuervögel
Die Wiederkehr
Drachental - Das Labyrinth
Intruder 6: Sechster Tag
Drachental: Die Zauberkugel

2004:
Die Blutgräfin
Der Gejagte
Das Wasser des Lebens
Drachental: Das Spiegelkabinett
Feuer
Die tote Stadt
Im dunklen Land
Der Thron der Tiernan
Der Gott der Elder

Wie immer bedanke ich mich hier aufs herzlichste fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren

Euer Taekid

22 Bewertungen, 2 Kommentare

  • mausi4

    08.02.2006, 22:33 Uhr von mausi4
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg...freu mich über gegenlesungen!

  • LittleGiant

    01.04.2005, 01:30 Uhr von LittleGiant
    Bewertung: sehr hilfreich

    über dieses Buch kommt mir gerade recht. Ich hab`s kützlich in die Hände bekommen und werde demnächst mal anfangen, zu lesen. LG