Wyrm (Taschenbuch) / Wolfgang Hohlbein Testbericht

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Erfahrungsbericht von dreamweb

Interessant, aber nicht sehr anspruchsvoll

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor ein paar Tagen habe ich den etwas älteren Roman von Wolfgang Hohlbein \"Wyrm\" gelesen. Das Buch aus dem Jahre 1998 habe ich mir bei dem Online-Anbieter www.jokers.de für ca. 10,00 DM vor einiger Zeit schon gekauft.

AUSSEHEN

Erstaunt war ich hier von dem interessant gestalteten Schutzumschlag des gebundenen Buches. In einer leuchtend grünen Prägemetallschrift prangt hier das Wort Wyrm auf einem Bild einer gespenstisch aussehenden Farm. Direkt bei der Farm scheint gerade etwas in die Luft gesprengt zu werden. Alles wirkt hier schon sehr düster, so dass man neugierig auf das Buch wird. Bei mir war das jedenfalls so. Unter dem Wort Wyrm steht dann ebenfalls in der grünen Prägemetallschrift - nur etwas kleiner - das Geheimnis von Morrisons Farm.

Wenn man das Buch aufschlägt, die zweite Überraschung. Ich bin ja eine Freundin von Mythen und auch von pferdeähnlichen Wesen. Und bei mir bestehen ersten Innenseiten des Buches aus kleinen Darstellungen des Pegasus, also des Pferdeähnlichen Wesens mit den Flügeln.


INHALT

Wolfgang Hohlbein hat mit Wyrm einen einfach geschriebenen Horrorroman vorgelegt.

Alles beginnt damit, dass sich Steve Waiden, Joffrey Coppelstones Mitarbeiter, den Fuß verstaucht hat. Dadurch muss Coppelstone, der stellvertretende Direktor des Straßenbauamtes von Providence, selbst in das kleine Örtchen Magotty fahren. Denn es soll eine Straße durch das Gebiet gebaut werden und ein älterer und scheinbar sturer Farmer, weigert sich, seine Farm aufzugeben.

Schon bei der Anreise passieren unheimliche Dinge. die Teerstraße, über die Coppelstone fährt, ist von so schlechter Qualität, dass sie irgendwo einfach aufgebrochen ist. Und leider bekommt das Coppelstones Fahrzeug gar nicht gut. Somit muss Coppelstone den Rest des Weges zur Farm des alten Morrison zu Fuß laufen. Und als er dort ankommt, wird er von dem merkwürdig verkrüppelt aussehenden Mann nicht gerade freudig empfangen. Morrison warnt Coppelstone davor, irgend etwas zu unternehmen und weist ihn darauf hin, dass es hier Dinge gibt, die man nicht stören soll. Und natürlich weigert er sich auch, seine Farm zu verkaufen. Aber er hilft Coppelstone insoweit, dass er ihn in die Stadt Magotty bringen läßt. Auch der nicht fahrtüchtige Wagen soll dort wieder instand gesetzt werden.

Aber auch in dieser Stadt scheint einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Alle Menschen verhalten sich feindselig, einige wirken ebenso verkrüppelt wie der Farmer Morrison. Eine Übernachtungsmöglichkeit wird Morrison auch nicht geboten, man verweist ihn auf die Nachbarstadt. In diesem Ort verhalten sich alle Menschen normal. Das heißt, solange jedenfalls, bis Coppelstone sein Vorhaben erklärt und davon erzählt, dass er in Magotty war und auch wieder dahin möchte.

Ein Priester, der sich zufällig auch in der Gaststätte aufhält, ist der einzige, der bereit ist, mit Coppelstone zu reden. Er erzählt ihm unglaubliche Dinge von dem Nachbarort und warnt ihn davor, Magotty noch einmal aufzusuchen. Denn die Einwohner sollen sich mit Mächten verbündet haben, die älter als Gottes Schöpfungen sind. Und wer versucht, hinter das Geheimnis zu kommen, ist entweder nie zurückgekehrt oder wahnsinnig geworden.

Coppelstone wird dadurch neugierig und natürlich hat er jetzt nur eines im Sinn, hinter das Geheimnis von Morrisons Farm und dem seltsamen Verhalten der Einwohner von Magotty zu kommen...


MEINUNG

Von der Glaubwürdigkeit des Romanes und auch alleine der Person des sehr neugierigen Coppelstone mal abzusehen, ist der Roman sehr spannend, wenn auch eher einfach geschrieben. Aber wenn ein Roman eine gute und spannende Handlung hat, ist das manchmal für mich nachrangig.

Coppelstone wirkt auf mich daher unglaubwürdig, da er auf der einen Seite als eher bürokratischer Stadtmensch geschildert wird. Auf der anderen Seite aber hier durch lebensgefährliche Neugierde auffällt. Um jeden Preis will er nicht nur durchsetzen, dass die Straße hier hergebaut wird, sondern auch, wieso man ihn nicht in Magotty sehen will und was das Gerede von den unheimlichen und alten Mächten auf sich hat.

Auch die Wesen, mit denen er es hier zu tun hat, wirken auf mich zumindest anfangs eher lächerlich als gefährlich. Jedenfalls tun sie hier niemanden etwas. Bis auf die Ausnahme, als Coppelstone im Verlauf der Geschichte mal in eine Auseinandersetzung mit einem gefährlichen Einwohner der Stadt gerät. Ansonsten kriechen diese wurmähnlichen und weißen Wesen nur durch die Gegend und hinterlassen eine schwarze Schleimspur. Und in dieser Spur wird alles Leben, also hauptsächlich Pflanzen, vernichtet.

Von der Machart erinnert mich Wyrm eher an die älteren Werke von Hohlbein, denn bei den neueren legt er im Allgemeinen mehr Wert auf Logik und kann auch Unheimliches so darstellen, dass man es für möglich hält. Das ist bei Wyrm nicht der Fall.

Trotz allem ist es aber doch spannend und sehr interessant, das Abenteuer des merkwürdigen Helden mit dem Namen Coppelstone mitzuerleben. Die Grundidee des Buches finde ich auch sehr gut, allerdings hat Hohlbein das hier leider zu übertrieben und einfach realisiert. Zudem handelt hier der erwachsene Mann eher wie ein Kind, also ohne irgendwelche Konsequenzen seines Tuns zu bedenken.

Wenn man allerdings nichts Anspruchsvolles erwartet, sondern nur etwas unterhaltendes sucht, dann ist Wyrm doch ein sehr gutes Buch. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich mal das eine und mal das andere lese. Und daher hat mir Wyrm auch sehr gut gefallen, trotz des merkwürdigen Endes.


DATEN

Titel: Wyrm - Das Geheimnis von Morrisons Farm
Autor: Wolfgang Hohlbein
Seiten: 286
Art: Horror, gebundenes Buch
ISBN-Nr.: 3-552-17183-7
Verlag: Thienemann Fantasy


FAZIT

Ein etwas unglaubwürdiger aber ansonsten doch sehr spannender Roman von Wolfgang Hohlbein über einen Stadtmenschen, der auf dem Lande alles riskiert, um seine Neugierde zu befriedigen und herauszubekommen, was dort unheimliches passiert.

22 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Wurzelchen2

    05.02.2007, 12:06 Uhr von Wurzelchen2
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super ausführlich. Klasse Bericht.