Jugend ohne Gott (gebundene Ausgabe) / Ödön von Horvath Testbericht

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Erfahrungsbericht von lord_nelson

Ein durch und durch geniales Buch!

Pro:

-sehr spannend -sehr realistisch -man kann sich gut mit der Hauptperson identifizieren -Vielflt an Charakteren -vieles ist symbolisch gemeint

Kontra:

-etwas kurz

Empfehlung:

Ja

Vorwort

Als ich in der Schule dieses Buch mit der Aufgabe, es über die Herbstferien zu lesen, ausgehändigt bekam, war ich weniger begeistert: Ich hatte mir für die Ferien schon jede Menge anderer Bücher zurechtgelegt und wenig Lust, meinen schönen "Leseplan" über den Haufen zu werfen. Notgedrungen nahm ich das Buch dann trotzdem mit und las es dann im Urlaub natürlich auch.

Die Handlung

Das Buch erzählt die Erlebnisse eines Lehrers mit seiner Klasse. Auch wenn es nie genau angegeben ist, lässt das Buch einen vermuten, dass die Geschichte in der Anfangszeit des NS-Regimes spielt. Der Lehrer ist eigentlich gegen den Nationalsoliazilismus und den Opportunismus, da er allerdings Angst um seine Arbeit und seine Pension hat, richtet er sich nicht offen gegen sie. Selbst eine Bemerkung, wie "Neger sind doch auch Menschen" in der Gegenwart seiner Klasse handelt ihm große Probleme ein. Wegen dieser und anderer Bemerkungen wird das Verhältnis zu seiner Klasse immer schlechter. Er hält seine Schüler für naiv und unwissend, denn in ihren Aufsätzen schreiben sie all das nieder, was die Propaganda im Radio verkündet. Im Gegenzug mögen auch die Schüler den Lehrer nicht, einige von ihnen verachten ihn sogar und stellen sich offen gegen ihn.
Obwohl sowohl der Lehrer als auch die Schüler eine/n neue Klasse/Lehrer wollen, wird ihr Wunsch vom etwas egoistischen und feigen Direktor der Schule nicht erfüllt.
Nach einigen Tagen muss der Lehrer mit seiner Klasse in ein Jugendlager fahren: Dort sollen die Schüler lernen, wie man marschiert und schießt. Das soll ihnen ein alter Feldwebel der Reserve beibringen. Für die Schüler wird damit ein Traum war: Immer schon wollten sie marschieren, schießen und Parolen absingen, wie ihre Eltern und Geschwister. Den Krieg halten sie für den einzigen Grund ihres Daseins. Während der Zeit in diesem Lager kommt es jedoch zu Zwischenfall, der dem Lehrer noch große Probleme einhandeln soll: Einer Schüler wird mitten im Wald mit einem Stein erschlagen! Schnell sind die Polizei und die Presse da und untersuchen den Fall. Es kommen zwei Personen als Täter in Frage: Ein Mädchen, das eine kleine Räuberbande im Wald anführt und ein weiterer Schüler der Klasse, der mit diesem Mädchen eine Beziehung hat.
Es kommt zu einem großen Prozess vor Gericht: Das erzählt, ein fremder Junge sei auf einmal aufgetaucht und habe vor ihren Augen das Opfer erschlagen. Sie wisse allerdings nicht mehr, wie er aussah. Der zweite Verdächtige, der Schüler des Lehrers, sagt aus, er habe es getan. Er war davon überzeugt, dass das Mädchen die schuldige war und wollte sie mit dieser falschen Aussage beschützen. Als ob diese Wirren noch nicht genug wären, bekommt der Lehrer im Laufe des Prozess noch mehr Ärger, denn er hat das Tagebuch des Schülers gelesen, um etwas über ihn und das Mädchen herauszufinden. Vor dem Prozess war er sich sicher, dies nicht zu gestehen. Doch dann sprach Gott zu ihm durch die Gestalt eines Tabakwarenhändlers.
Das Ergebnis: Der Lehrer muss die Schule verlassen, das Mädchen wird eingesperrt und der Schüler bekommt eine milde Strafe wegen falscher Aussage vor Gericht. Doch der Lehrer ist sich sicher, dass dem Mädchen unrecht getan wurde. Er hat noch einen anderen Verdächtigen. Zusammen mit einem alten, etwas verrückten und schrägen Freund und einem seiner Schüler auf dem "Detektivspiel-Tripp" versucht er, ihn zu überführen und die Wahrheit ans Licht zu bringen...

Die Charaktere

Das Buch ist gefüllt mit jeder Menge verschiedener Personen. Sie alle stehen irgendwo zwischen der Wahrheit und der Lüfe, sie alle stehen irgendwo zwischen Gott und dem neuen Zeitgeist. Es gibt weise alte Tabakwarenhändler, die dem Lehrer Ratschläge geben, es gibt Pfarrer, die an dem zweifeln, was sie predigen und es trotzdem weiter tun, es gibt Schüler, die alles aufnehmen, was das Radio an Propaganda verkündet und es gibt ehemalige Lehrer, die wegen einer Affaire mit einer Schülerin von der Schule geflogen sind. Die Vielfalt an verschiedenen Charakteren ist enorm. Zur Wahrheit und zu Lüge lässt sich sagen, dass zu erkennen ist, dass sie vom Alter abhängen. Von den sehr gläubigen und ehrlichen alten Tabakwarenhändlern über den Lehrer, der gegen das politische Sytem ist und aus eigennützigen Gründen sich tortzdem nicht dagegen erhebt bis hin zur verdorbenen Jugend, die gar nicht mehr anders kann, als alles zu Glauben, was sie von ihren Eltern in "der Partei" und dem Radio hören. Das Buch heißt nicht umsonst "Jugend ohne Gott".

Die Zeit

Es wird nie eine genaue Jahreszahl erwähnt, in der das Buch spielt. Auch werden keine Namen, wie Hitler oder Hindenburg genannt. An verschiedenen Anhaltspunkten lässt sich zwar erkennen, dass das Buch zur frühen NS-Zeit spielt, aber trotzdem spielt der geschichtliche Hintergrund nur eine sehr geringe Rolle. Wahrscheinlich liegt das daran, dass das Buch nicht vom Nationalsoziasimus oder vom Wiederstand (sofern es ihn denn gab) gegen ihn Berichten soll, sondern sich mehr um ethische Punkte, wie Lüge und Wahrheit, Moral und Verdorbenheit dreht.

Meine Meinung

Jugend ohne Gott ist eines der Bücher, die ich anfange zu Lesen und anschließend nicht mehr weglegen kann. Ich habe es in einem Zug durchgelesen, da es extrem spannend und interessant ist! Bei der Vielfalt der Charaktere fühlt man sich irgendwie zuhause. Man kann sich sehr gut mit der Hauptperson identifizieren und alles nachvollziehen, was sie tut, auch, wenn sie damit am Ende immer als "der dumme" dasteht. Auch lässt der autor an einigen Stellen eine passende und sympathische Art von Humor in das Buch Einfließen, gerne auch durch bittere Ironie.
Das Buch ist jedem zu empfehlen! Besonders jetzt im kalten Winter eignet sich das Buch perfekt, um sich im Lesesessel mit einer Schale Keksen und einer Tasse Fliederbeersaft einen schönen und gemütlichen Abend zu machen!

Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!
LG: Sebastian

99 Bewertungen, 28 Kommentare

  • evaachenbach

    18.02.2007, 21:23 Uhr von evaachenbach
    Bewertung: sehr hilfreich

    hört sich interessant an

  • sascha6525

    11.02.2007, 21:54 Uhr von sascha6525
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, Sascha

  • anonym

    10.02.2007, 23:26 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Biggi :-)

  • bodenseestern

    09.02.2007, 20:46 Uhr von bodenseestern
    Bewertung: sehr hilfreich

    **liebe Grüße Petra**

  • TheBestGirl

    06.02.2007, 00:27 Uhr von TheBestGirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg sarah

  • swissflyer

    31.01.2007, 22:40 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~°~°~°~ SH ~°~°~°~

  • tobbbbi

    11.01.2006, 22:45 Uhr von tobbbbi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht - wie immer schön gegliedert. :-)

  • Angelina88

    23.12.2005, 18:20 Uhr von Angelina88
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG, Angelina

  • mausi4

    12.12.2005, 18:55 Uhr von mausi4
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg...gegenlesen macht freude

  • Nina1805

    03.12.2005, 12:29 Uhr von Nina1805
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und lg

  • anonym

    02.12.2005, 22:44 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, weiter so!

  • anonym

    28.11.2005, 16:10 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein guter bericht.lg

  • MasterT86

    28.11.2005, 14:25 Uhr von MasterT86
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. Lg

  • Löwin49

    27.11.2005, 17:58 Uhr von Löwin49
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich kenn das Buch wir haben es auf einer Freizeit besprochen und ich finde es eine gute Idee das Buch in der Schule zubesprechen. <br/>*G* <br/>Leonie

  • Lotosblüte

    26.11.2005, 19:35 Uhr von Lotosblüte
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist ewig lange her und ich muss es mal wieder lesen - ich hätte mir aber auch ein paar Angaben über Ödön von Horvarth gewünscht. <br/>lg

  • Rauschkugel

    26.11.2005, 19:29 Uhr von Rauschkugel
    Bewertung: sehr hilfreich

    gutes buch hab ich auch gelesen

  • NancyNoack

    26.11.2005, 11:33 Uhr von NancyNoack
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt interessant

  • pooljoe

    26.11.2005, 11:18 Uhr von pooljoe
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Jochen

  • animaldream

    26.11.2005, 10:19 Uhr von animaldream
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht! LG animaldream

  • anonym

    25.11.2005, 23:47 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe "Jugend ohne Gott" in der Schule auch gelesen - kann dir zustimmen. LG

  • mswmsw

    25.11.2005, 23:12 Uhr von mswmsw
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • der_Baer

    25.11.2005, 22:59 Uhr von der_Baer
    Bewertung: sehr hilfreich

    das zeigt mal wieder, dass die "Alten" gar nicht so übel waren :-) man muss sich eben nur ein wenig einlesen, denn die Sprache ist alles andere als modern <br/>lg Wolfgang

  • follio

    25.11.2005, 21:40 Uhr von follio
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht! Darum von mir ein SH Lg Dietmar

  • edlothion

    25.11.2005, 20:27 Uhr von edlothion
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich interessant an. <br/>Toller Bericht!

  • sape26

    25.11.2005, 20:25 Uhr von sape26
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein toller Bericht!!Ich hab das buch selbst eingie male gelesen!!lg,Sandra

  • dieanke

    25.11.2005, 20:08 Uhr von dieanke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes erstes Adventwochenende

  • sindimindi

    25.11.2005, 20:00 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein bestimmt sehr lesenswertes Buch. <br/>Jahreszahlen sind angesichts der hist. Determinanten und Fakten auch überflüssig, zwischen 1934-38 scheint wohl hin zu kommen.Statt "Erfahrungen" solltest Du lieber "Meinung" schreiben...denn di

  • anonym

    25.11.2005, 19:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich