Hotel-Restaurant Wittelbacher Höh Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2005
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Erfahrungsbericht von YetiChris
Hotel-Restaurant Wittelbacher Höh - Willkommen zum Rittergelage
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Im Jahre des Herrn 2002 begab es sich, das die Muhme meines Burgfräuleins die Vollendung ihres halben Lebenssäkulum zu feiern gedachte. Dies sollte geschehen im Frankenland, im Gasthaus „Wittelsbacher Höh“ zu Würzburg. Über dies Erlebnis möchte ich kundtun der Kumpanei von Ciao.
Samstag spannten wir den Wagen an und machten uns auf die beschwerliche Reise aus unserer Grafschaft gen Osten, um der guten Marianne unsere Aufwartung zu machen. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir am Ort der Feierlichkeiten an, und da wir uns und unser kleines Mädchen nicht mit der Last der Rückreise belasten wollten, machten wir zunächst Quartier im Gasthaus. Gegen Komplet, also um die 18. Stunde des Tages, fanden wir uns ein im großen Saal des guten Domus, um an dem angedachten Feste teilzunehmen. Verwundert stellten wir fest, dass das Gesinde seltsam gewandet war, in der Art, wie es zu gute, Mittelalten Zeit üblich war. Ein Blick auf die Karte bestätigte uns, was wir erhofft hatten: Wir sollten teilhaben an einem „Mittelalterlich Gelage“, das unter der Herrschaft des Ritters Franz I. zum Anlass der Feier gegeben wurde.
Sogleich führte der Zeremonienmeister uns ein in die alten Sitten und Gebräuche, die üblich waren zur zeit der noblen Ritter und holden Burgfräuleins. Ein Vorkoster ward bestimmt, um es den Gästen anzuzeigen, das Speis und Trank wohlschmeckend und frei von heimtückischen Giften sein, den heute sollte gefeiert und nicht Politische Ränke getrieben werden. Die Tischsitten wurden rau, aber herzlich den, zusehens überraschteren, Gästen präsentiert, vor allem Damen und Fräuleins mit edelster Garderobe ward es unwohl zu hören, nur mit der blanken Klinge Speisen zu sich zu nehmen, und gegebenenfalls die Linke zu Hilfe zu nehmen, damit die rechte zum Gruße rein bleibt. Aber in der alten Zeit war es im gedenk, das Forken und Zinken Dinge des Teufels oder der niederen Bauern waren, und Kellen nur in der Küche zum Gebrauch kamen. Als Schutze der edlen Kleidung wurde jeder Gast mit einem großen Tuche begürtet. Auch war die Weiblichkeit üblicherweise zu großen Gelagen nicht geladen, aber da ein Weibsbild Anlass des schönen Festes war, wurden sie am Tische willkommen gehießen.
Mit weiterer Mär und Schwank aus alter Zeit begleitete der Zeremonienmeister den ersten Gang, einem Met Trunk aus ehernen Krügen, zu dem ein Ofenfrisches „Steynofenbrodt mit Gruibenschmaltz“ (Steinofenbrot mit Griebenschmalz) gereicht wurde. Vortrefflich schmeckte beides, und bald entwickelten sich wohl muntere Tischgespräche, die von einem Barden und Minnesänger mit musikalischer Kurzweil begleitet wurden. Sodann wurde aufgefahren eine „suben vom win“ (Weinsüppchen), das wohl lautstark geschlürfet wurde von der Schar der Gäste., was den Koch des Mahles ehrte. Und wenn auch hörbares Bäuern (von den unfeinen Rülpsen genannt) das Anerkenntnis des deliziösen Mahles gemehrt hätte, so war dabei den Gästen nicht wohl, auf das sie es unterließen.
Bald wurde das fein Gelage mit einem weiteren Mahle fortgeführt, es ward kredenzet „Oxenfleysch mit Krem“ (Ochsenfleisch mit Meerrettichsoße). Wahrlich ein erhebendes Mahl, denn das Fleisch war zart wie der junge Morgen und so erschwerte sich der Gebrauch von Klinge beim Mahle noch etwas, und viel nahmen Finger zu Hilfe, um sich zu sättigen.
Nun ließ es sich der herr des Hause nicht nehmen, den Gästen seine Aufwartung zu machen und dem Fräulein Marianne ein glücklich neues Lebensjahr zu wünschen. Unter edelsten Tönen zog Ritter Franz I. ein, begleitet von seinen Landsknechten, die sich bislang als Gesinde verdingt hatten, sowie von den Rittern „Laude“ und „Harwe“ und dem Feuergauckler Gernod. Zunächst ergötzten sich die Anwesenden an feinem Tanz von Laude und Harwe mit ihren Fräuleins, darauf Franz I. das Fräulein Marianne herbeirief, um ihr unter großer Ehrenbezeichnung den Titel „Burgfräulein“ verlieh. Die Gaukeleien Gernods verkürzten uns die Wartezeit zum nächsten Gang. Seine Vorführungen in Jonlage und Feuerspeien waren ansehnlich und erhielten das Wohlgefallen der Gäste.
Der krönende Hauptgang des bislang trefflichen Gelages bestand aus großen Platten, auf denen sich die leckersten Speisen fanden: „Adlerschlegel, Wildspiess, Hammel und Schweynshaxen, dazu Semlborttem, Roßäpfelklöss und Schlappsurkraut“ (Hühnerbeine, Wildspieße, Hammelfleisch und Schweinshaxen, dazu Semmelküchlein, Kartoffelklöße und Sauerkraut). Wahrlich, das Kraut mit der Klinge zu sich zu nehmen ging nicht bei allen wohl, so dass die Tücher gute Dienste leisteten. Viele verzagte ließen sich darauf hin mit Forke und Zinke ausstatten, doch einige mutige und gottesfürchtige Gäste verweigerten die Verwendung von Teufelszeug und genossen diesen Gang dafür um so mehr.
Unter den Wohlklängen des Barden wurde sodann „Kas vom Geberge“ (Schafkäsevartiation) gereicht, um dem üppigen Hauptgang einen guten Abschluss zu geben. Nach der wunderbaren Süßspeise, die da „Grütze von Beeren des Waldes mit Salze von Vanille“ (Waldfruchtgrütze mit Vanilleeis), beschloss der Barde den Abend. Die zufriedenen Gäste blieben jedoch noch sitzen und genossen die guten Tränke, die auch schon den ganzen Abend gereicht wurden.
An Trank gab es mannigfaltiges von der Rebe, kühlen Gerstensaft, frisch vom Fasse verschiedenster Braumeister, reines Wasser und Saft süßer Äpfel. Alle da wurden gereicht in ehernen Krügen, die die Tränke länger kühl beließen als das übliche Glas. Auch Brände von verschiedenen Früchten wurden gereicht, oder Kräutergeister von süßlich der Alpen.
Wahrlich war dies ritterlich Gelage ein Erlebnis der besonderen Art, an welches man noch lange sich erinnern wird. Ich und mein Burgfräulein fielen, fast über Maß gesättigt, weit nach Mitternacht auf unser Lager und schliefen hervorragend die ganze Nacht, da auch unsere holde Tochter den Schlaf der Gerechten schlief. Sollte jemand in Erwägung ziehen, bei solch einem gelage als Gast zu weilen, so kann ich ihn nur zu dieser Entscheidung beglückwünschen. Allen anderen möchte ich solch Wagnis und Genuss ans herze legen und dazu Empfehlen.
Auf bald, holde Leserschaft,
YetiChris I. Freiherr von und zu Ciao ;-)
P.S.: Bitte nehmt mir den seltsamen Schreibstil nicht übel, ich dachte er passt einfach am besten. So einem Rittergelage beizuwohnen ist wirklich ein Spaß, und man muss nicht nach Würzburg reisen, um eines zu Erleben. Infos zu dem Gelage, das wir besuchten und dem Restaurant, in dem es statt fand, findet ihr im Internet unter www.wuerzburg-hotel.de/html/rittermahl.htm oder direkt beim Hotel-Restaurant „Wittelsbacher Höh“. Es lohnt sich wirklich!
YC.
P.P.S.: Solltet Ihr ein Frage bezüglich bestimmter Wörter Haben, stehe ich natürlich im Gästebuch Rede und Antwort ;-)
YC.
Samstag spannten wir den Wagen an und machten uns auf die beschwerliche Reise aus unserer Grafschaft gen Osten, um der guten Marianne unsere Aufwartung zu machen. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir am Ort der Feierlichkeiten an, und da wir uns und unser kleines Mädchen nicht mit der Last der Rückreise belasten wollten, machten wir zunächst Quartier im Gasthaus. Gegen Komplet, also um die 18. Stunde des Tages, fanden wir uns ein im großen Saal des guten Domus, um an dem angedachten Feste teilzunehmen. Verwundert stellten wir fest, dass das Gesinde seltsam gewandet war, in der Art, wie es zu gute, Mittelalten Zeit üblich war. Ein Blick auf die Karte bestätigte uns, was wir erhofft hatten: Wir sollten teilhaben an einem „Mittelalterlich Gelage“, das unter der Herrschaft des Ritters Franz I. zum Anlass der Feier gegeben wurde.
Sogleich führte der Zeremonienmeister uns ein in die alten Sitten und Gebräuche, die üblich waren zur zeit der noblen Ritter und holden Burgfräuleins. Ein Vorkoster ward bestimmt, um es den Gästen anzuzeigen, das Speis und Trank wohlschmeckend und frei von heimtückischen Giften sein, den heute sollte gefeiert und nicht Politische Ränke getrieben werden. Die Tischsitten wurden rau, aber herzlich den, zusehens überraschteren, Gästen präsentiert, vor allem Damen und Fräuleins mit edelster Garderobe ward es unwohl zu hören, nur mit der blanken Klinge Speisen zu sich zu nehmen, und gegebenenfalls die Linke zu Hilfe zu nehmen, damit die rechte zum Gruße rein bleibt. Aber in der alten Zeit war es im gedenk, das Forken und Zinken Dinge des Teufels oder der niederen Bauern waren, und Kellen nur in der Küche zum Gebrauch kamen. Als Schutze der edlen Kleidung wurde jeder Gast mit einem großen Tuche begürtet. Auch war die Weiblichkeit üblicherweise zu großen Gelagen nicht geladen, aber da ein Weibsbild Anlass des schönen Festes war, wurden sie am Tische willkommen gehießen.
Mit weiterer Mär und Schwank aus alter Zeit begleitete der Zeremonienmeister den ersten Gang, einem Met Trunk aus ehernen Krügen, zu dem ein Ofenfrisches „Steynofenbrodt mit Gruibenschmaltz“ (Steinofenbrot mit Griebenschmalz) gereicht wurde. Vortrefflich schmeckte beides, und bald entwickelten sich wohl muntere Tischgespräche, die von einem Barden und Minnesänger mit musikalischer Kurzweil begleitet wurden. Sodann wurde aufgefahren eine „suben vom win“ (Weinsüppchen), das wohl lautstark geschlürfet wurde von der Schar der Gäste., was den Koch des Mahles ehrte. Und wenn auch hörbares Bäuern (von den unfeinen Rülpsen genannt) das Anerkenntnis des deliziösen Mahles gemehrt hätte, so war dabei den Gästen nicht wohl, auf das sie es unterließen.
Bald wurde das fein Gelage mit einem weiteren Mahle fortgeführt, es ward kredenzet „Oxenfleysch mit Krem“ (Ochsenfleisch mit Meerrettichsoße). Wahrlich ein erhebendes Mahl, denn das Fleisch war zart wie der junge Morgen und so erschwerte sich der Gebrauch von Klinge beim Mahle noch etwas, und viel nahmen Finger zu Hilfe, um sich zu sättigen.
Nun ließ es sich der herr des Hause nicht nehmen, den Gästen seine Aufwartung zu machen und dem Fräulein Marianne ein glücklich neues Lebensjahr zu wünschen. Unter edelsten Tönen zog Ritter Franz I. ein, begleitet von seinen Landsknechten, die sich bislang als Gesinde verdingt hatten, sowie von den Rittern „Laude“ und „Harwe“ und dem Feuergauckler Gernod. Zunächst ergötzten sich die Anwesenden an feinem Tanz von Laude und Harwe mit ihren Fräuleins, darauf Franz I. das Fräulein Marianne herbeirief, um ihr unter großer Ehrenbezeichnung den Titel „Burgfräulein“ verlieh. Die Gaukeleien Gernods verkürzten uns die Wartezeit zum nächsten Gang. Seine Vorführungen in Jonlage und Feuerspeien waren ansehnlich und erhielten das Wohlgefallen der Gäste.
Der krönende Hauptgang des bislang trefflichen Gelages bestand aus großen Platten, auf denen sich die leckersten Speisen fanden: „Adlerschlegel, Wildspiess, Hammel und Schweynshaxen, dazu Semlborttem, Roßäpfelklöss und Schlappsurkraut“ (Hühnerbeine, Wildspieße, Hammelfleisch und Schweinshaxen, dazu Semmelküchlein, Kartoffelklöße und Sauerkraut). Wahrlich, das Kraut mit der Klinge zu sich zu nehmen ging nicht bei allen wohl, so dass die Tücher gute Dienste leisteten. Viele verzagte ließen sich darauf hin mit Forke und Zinke ausstatten, doch einige mutige und gottesfürchtige Gäste verweigerten die Verwendung von Teufelszeug und genossen diesen Gang dafür um so mehr.
Unter den Wohlklängen des Barden wurde sodann „Kas vom Geberge“ (Schafkäsevartiation) gereicht, um dem üppigen Hauptgang einen guten Abschluss zu geben. Nach der wunderbaren Süßspeise, die da „Grütze von Beeren des Waldes mit Salze von Vanille“ (Waldfruchtgrütze mit Vanilleeis), beschloss der Barde den Abend. Die zufriedenen Gäste blieben jedoch noch sitzen und genossen die guten Tränke, die auch schon den ganzen Abend gereicht wurden.
An Trank gab es mannigfaltiges von der Rebe, kühlen Gerstensaft, frisch vom Fasse verschiedenster Braumeister, reines Wasser und Saft süßer Äpfel. Alle da wurden gereicht in ehernen Krügen, die die Tränke länger kühl beließen als das übliche Glas. Auch Brände von verschiedenen Früchten wurden gereicht, oder Kräutergeister von süßlich der Alpen.
Wahrlich war dies ritterlich Gelage ein Erlebnis der besonderen Art, an welches man noch lange sich erinnern wird. Ich und mein Burgfräulein fielen, fast über Maß gesättigt, weit nach Mitternacht auf unser Lager und schliefen hervorragend die ganze Nacht, da auch unsere holde Tochter den Schlaf der Gerechten schlief. Sollte jemand in Erwägung ziehen, bei solch einem gelage als Gast zu weilen, so kann ich ihn nur zu dieser Entscheidung beglückwünschen. Allen anderen möchte ich solch Wagnis und Genuss ans herze legen und dazu Empfehlen.
Auf bald, holde Leserschaft,
YetiChris I. Freiherr von und zu Ciao ;-)
P.S.: Bitte nehmt mir den seltsamen Schreibstil nicht übel, ich dachte er passt einfach am besten. So einem Rittergelage beizuwohnen ist wirklich ein Spaß, und man muss nicht nach Würzburg reisen, um eines zu Erleben. Infos zu dem Gelage, das wir besuchten und dem Restaurant, in dem es statt fand, findet ihr im Internet unter www.wuerzburg-hotel.de/html/rittermahl.htm oder direkt beim Hotel-Restaurant „Wittelsbacher Höh“. Es lohnt sich wirklich!
YC.
P.P.S.: Solltet Ihr ein Frage bezüglich bestimmter Wörter Haben, stehe ich natürlich im Gästebuch Rede und Antwort ;-)
YC.
18 Bewertungen, 1 Kommentar
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13.03.2002, 19:55 Uhr von Ricke
Bewertung: sehr hilfreichRicke nun Hunger haben
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