Hurghada Testbericht

Leider kein Preis
verfügbar
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Erfahrungsbericht von akison

Ausflug nach Luxor - ein Muss ??

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer ein bisschen Kultur in seinen Urlaub bringen möchte, sollte sich auf jeden Fall die angebotene Tour nach Luxor „antun“. Und da die meisten Berichte jetzt fast ein Jahr alt sind, hier für alle die, die in 2002 noch nach Hurghada wollen!

Wie ich in meinem anderen Bericht über das Grand Resort schon geschrieben habe, lohnt es sich auf alle Fälle vorher, die Preise zu vergleichen. Unser Reiseveranstalter ETI bot die Tour nach Luxor für 60 € pro Person, ein anderer Reiseveranstalter sogar für 80 € an. Das ist eine Menge Geld, vor allen Dingen, wenn man über wenig Taschengeld verfügt oder aber mit Kind und Kegel diese Tour durchführen will.

Denn im Grunde genommen unterscheiden sich diese Touren durch nichts, evtl. werden nur die „Stationen“ anders angefahren, das Mittagessen in einem anderen Restaurant eingenommen und der Reiseführer vor Ort ist gut oder eben schlecht!

Wir buchten also bei „Manni Tours“ (Ende der Grand Mall am Grand Resort) die Tour für 35 € pro Person. Ich denke, dass wir da doch ganz gut gehandelt haben. Nehmt Euch die Zeit und trinkt mit Achmed einen Tee, dann erledigt sich der Rest schnell von selbst.

Positiv zu erwähnen ist noch, dass Achmed nicht sofort bei Buchung die komplette Summe haben wollte, sondern sich mit einer Anzahlung von 50 Pfund (12,50 €) zufrieden gab. Den Rest zahlten wir dann im Bus.

=== Abholung ===

Morgens um 5.30 Uhr wurden wir am Grand Resort mit einem klimatisierten Bus (mit funktionierender Toilette) abgeholt. Kurz fuhren wir noch an dem Makadi Sun vorbei und holten dort noch ein Paar ab. Gegen 7.00 Uhr trafen wir dann an dem schon viel beschriebenen Konvoi-Sammelplatz ein. Dort hatten wir eine Viertelstunde Zeit um zu „toilettieren“ – wie der Ägypter so schön sagt. Die Damentoiletten waren soweit o.k., schnell dem Personal ein Pfund in die Hand gedrückt, Toilettenpapier zugeteilt bekommen und dann ab in die Schlange. Wer kein Pfund zu Hand hatte, Pech gehabt! Die sind da rigoros!

=== Fahrt ===

Nun ging’s also los. Mit ca. 30 Bussen gen Luxor. Da die Straßen sehr gut ausgebaut sind, war die Fahrt recht angenehm. Allerdings verfügen die ägyptischen Fahrer über ein Fahrsystem, was ich nicht ganz verstanden habe, aber das muss ich ja auch nicht. Ständig überholen sich ca. 3 – 4 Busse. Ob das vorher so abgesprochen wird? Keine Ahnung, vielleicht hat es was mit Abgasen, Kühlung oder sonst was zu tun. Ich schätze allerdings, dass wir schon so mit 80 – 100 h/km durch die Wüste gefahren wurden.
Nachdem wir ca. 1 Stunde durch die Wüste gefahren waren, ging’s auf den nächsten Rastplatz. Anscheinend ist dieser neu gebaut worden. Die Damentoiletten (ich glaube, es waren 20 an der Zahl) waren sehr sehr sauber und es war auch genügend Toilettenpapier vorhanden. An diesem Rastplatz hatte man auch die Gelegenheit, sich einige Erfrischungen zu kaufen (natürlich teuer – wie in Deutschland auch!).

Und weiter! Wiederum ca. 1 Stunde später wird aus der kargen Wüste auf einmal grünes Land. Man denkt, man wäre schon in Luxor, aber es sind nur die ersten „Vororte“, die man zu sehen bekommt. Auf den Feldern wurde fleißig gearbeitet und eigentlich winkte uns jeder zu, der von seiner anstrengenden Arbeit mal hochschaute! Tja, die Fahrt im Konvoi merkte man doch jetzt schon ziemlich. Vor allen Dingen dann, wenn der Vordermann bremst und unser Bus eben nicht mehr rechtzeitig zum Halten kommt.
Bums, da war es passiert! Aufgefahren, Scheibe kaputt! Der Reiseleiter rannte sofort hektisch durch den Bus und fragte, ob jemandem was passiert sei, aber zum Glück war das nicht der Fall!
Wie hier in Deutschland auch, wurde der Unfall von der Polizei aufgenommen, hektisch diskutiert, wer denn nun Schuld hat und wir standen da! Würde der Ausflug jetzt ausfallen?
Der Reiseleiter versicherte uns, dass der Trip hier jetzt nicht zu Ende sein, man würde einen neuen Bus organisieren, wir würden eigentlich gar nichts davon merken. Und da hatte er vollkommen recht!
Nachdem wir ca. 20 – 30 min auf der Straße gestanden hatten und alle Formalitäten erledigt waren, wurden wir mit diesem Bus (der außer der kaputten Scheibe voll fahrtüchtig war) zum Karnak-Tempel gefahren.

=== Karnak- / Luxor-Tempel ===

Hier erwartete uns schon unser absolut liebenswürdiger, deutschsprechender und irgendwie alles wissender Rashid!

Natürlich war auch hier wieder Zeit zu „toilettieren“. Bei ca. 40 Grad und schon mindestens einer Flasche Wasser auch kein Wunder. Ich für meine Begriffe habe Luxor und Umgebung auf alle Fälle „markiert“!!

Was soll ich schreiben ? Man muss es sehen, man kann es nicht so wiedergeben. Natürlich findet man auch alle Information im Internet, aber ich versuche, mal ein bisschen von dem, was ich behalten habe, wieder zu geben. Natürlich erhält man an diesem Tag eine Menge an Informationen und jetzt versuche ich, sie gerade zu sortieren!

Die Bauzeit von diesem Tempelkomplex betrug ca. 2070 Jahre. Ständig wurde wieder was abgerissen und wieder neu hinzugebaut. Diese riesige Tempelanlage wurde sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Die am Nilufer liegende Stadt hieß mal Theben und umfasste Karnak, Luxor sowie West-Theben am anderen Nilufer mit den Totentempeln und Grabmälern der Pharaonen im Tal der Könige und im Tal der Königinnen.

Nach ca. 1 ½ Stunden hieß es hier Abschied nehmen. Wie der Reiseleiter es uns versprochen hatte, erwartete uns auf dem Parkplatz ein völlig neuer Bus und weiter ging´s zum

=== Mittagessen ===

Das Mittagessen war ja im Reisepreis enthalten, nur die Getränke mussten im Restaurant bezahlt werden. Die Preise waren absolut human, die 1,5 l Flasche Wasser kostete hier 4 Pfund (1 €).
Hier haben wir uns ca. 45 min Stunde aufgehalten und uns das angebotene Buffet so richtig schmecken lassen.

Endlich ging´s ins

=== Tal der Könige ===

Die halbe Stunde, die wir durch den kleinen Unfall an Zeit verloren hatten, sollte sich in diesem Fall als absolut gelungen rausstellen. Denn unsere Gruppe hatte das „Tal der Könige“ für sich alleine!

Kurz den Bus geparkt, dann durch die Taschenkontrolle und dann wurden wir erst mal mit so einer kleinen Bimmelbahn hoch in das „Gelände“ gefahren.
Die Eintrittskarte berechtigt den Besuch von 3 Gräbern. Möchte man – ohne Blitz ! – fotografieren oder filmen, kostet es pro Grab 5 Pfund zusätzlich!
Wer glaubt, ohne diese Erlaubnis knipsen zu dürfen, sollte aufpassen. Wer erwischt wird, muss große Diskussionen mit dem Wachpersonal führen und diese wird natürlich nur durch ein paar in die Hand gedrückte Pfund wieder ruhig. Also vorher überlegen, was günstiger ist!

Im Tal der Könige wurden bis jetzt 67 Gräber gefunden; vermutet werden weitere 260 (!) Gräber.

Zu unserer Reisezeit waren 9 Gräber geöffnet und wir haben 5 Gräber besucht. Der „Eintritt“ für die 2 weiteren Gräber kostete uns pro Person 1 Pfund (0,25 €) also absolut nicht die Welt!

Leider sind die Grabbeilagen in den Kammern nicht mehr zu sehen, da die meisten Schätze geraubt wurden oder in Museen zu finden sind. Aber die Wandmalereien sind so toll gestaltet, das ist vollkommen in Ordnung.

Man findet im Tal der Könige auch das Grab von Tut-Ench-Amun. Zur Besichtigung soll man einen „Extra-Eintritt“ von 40 € (!) bezahlen. Dieses Geld kann man sich aber getrost sparen, da dieses Grab leer ist!!

Insgesamt haben wir ca. 2 Stunden im Tal der Könige verbracht! Absolut genial!


Und wieder weiter zum

=== Tal der Handwerker ===

Auch sehr imposant. Hier lebten und leben die Handwerker, die in den Grabstätten arbeiteten. Heute findet man hier mehrere Alabasterfabriken, von der man natürlich auch eine besucht!
Hier wird einem erklärt, wie Alabasterfiguren hergestellt werden, worin sich die industriell und die handgearbeiteten Figuren unterscheiden und natürlich möchte man verkaufen!

Nach kurzem Stopp (ca. 30 min) ging´s dann wieder weiter zum

=== Hatschepsut-Tempel ===

Seit dem Massaker 1997 hat sich hier einiges verändert. Der Tempel von Hatschepsut ist in die Wüstenberge gebaut. Ihr zweiter Mann Thutmosis III. hasste sie aber so sehr, dass er nach ihrem Tod alle Namen und Bilder von ihr zerstörte. Somit gibt es von Hatschepsut keine Abbildungen mehr, wird aber trotzdem noch den Ägyptern verehrt.
Es steht sehr viel Wachpersonal herum und wir durften auch nicht mehr ganz an den Tempel heran, sondern hatten mehr oder weniger nur einen „Panoramablick“, der für schöne Photos allerdings vollkommen reichte.

Schnell besuchten wir noch die

=== Memnon-Kolosse ===

Die beiden jeweils ca. 18 m hohen Statuen stellen Amenophis III. dar und sind die Reste seines ehemaligen Totentempels.

Und wieder ging´s weiter

=== Nilüberfahrt ===

Im einem kleinen Boot überquerten wir den Nil und wurden dann noch zu einer

=== Papyrusfabrik ===

gefahren. Hier wurde uns sehr ausführlich erklärt, wie Papyrus hergestellt wird und wie man echten von gefälschtem Papyrus unterscheiden kann. Hier hatten wir natürlich auch noch etwas Zeit zu verschnaufen und was zu kaufen.
Rashid war so nett, seine ihm zugestandene Provision von 60 % (!) an die Käufer weiterzugeben!

Gegen 18.00 Uhr fuhren wir dann wieder Richtung Hotel! Die üblichen Pausen wurden wieder eingehalten, so dass wir dreckig, hungrig und durstig, aber glücklich um 22.15 Uhr wieder am Hotel zurück waren!

=== Fazit ===

Es ist anstrengend, nicht unbedingt stressig (durch die vielen Pausen), aber es lohnt sich!

Wer sich allerdings nicht so für die Geschichte Ägyptens interessiert, sollte von diesem Ausflug die Finger lassen, da die Informationen in geballter Ladung auf einen einstürzen. Es ist ratsam, sich vorher ein bisschen mit der Geschichte Ägyptens zu befassen, damit man nicht total den Durchblick verliert!

Aber die Eindrücke, die man mitnehmen kann, sind einfach nur klasse!!

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • dreamweb

    12.06.2002, 12:03 Uhr von dreamweb
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da möchte ich auch mal hin. Gruß Miara