Husum Testbericht

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Erfahrungsbericht von egonman

Eine Stadt lebt vom Storm und Wind !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Husum“

Zum „Pharisäer“ in ein Cafe am Hafen .
Mit dem „Biikebrennen“ wird der Winter vertrieben !



Es weht ein eisiger Wind . Eine fahle Sonne wirft ihre Strahlen über die „Husumer Bucht“ . Auf dem „Deich-Vorland“ treffen sich Männer und Frauen zum „Bosseln“ , dem geselligen Volks-Sport , Weitwurf mit der pfundschweren Holz-Kugel . Der „Bossel-Verein Liek ut“ (Geradeaus) aus Rödemis tritt gegen den „Fruuns-Bossel-Verein Kombüttler Deerns“ an . Wenn die Gräben zugefroren sind , geht auch es querfeldein .
Im „Kirchspielkrug in Tetenbüll“ kochen die Wirtsleute einen großen Topf mit „Wein-Suppe“ , auch „Freud und Leid“ genannt . Dieses Gericht , zu dem Brot und Schinken gereicht wird , schmeckt nicht nur zu Hochzeiten , Taufen und Beerdigungen , sondern auch an kalten Tagen.

Hinter dem Deich sind schon große Haufen mit Ästen , Zweigen und anderm Kleinholz für das „Biikebrennen“ aufgeschichtet (immer am 21. Februar eines Jahres) . Die großen Feuer entlang der Küste sollen den Winter verabschieden . Aber soweit ist es noch nicht . Der kalte Wind bläst in den dicken Pelz der Schafe , die an den steifen Gräsern zupfen . Die Flügel der „Wind-Räder“ drehen sich in turboschneller Geschwindigkeit . Sturm-Böen tosen um die riesigen Dächer der „Haubarge“ , die wie Pyramiden in den blauen Himmel ragen . Etwa siebzig dieser stolzen „Groß-Bauern-Höfe“ stehen noch auf Eiderstedt .

Auch in „Husum“ ist ein schöner „Wintertag“ . die Sonne spiegelt sich auf dem Eis des zugefrorenen „Binnen-Hafens“ . Die farbigen „Giebel-Häuser“ ringsum strahlen Wärme aus . Die Cafes am Hafen und am Markt-Platz laden zum „Pharisäer“ ein , einem Kaffee mit Rum und Sahne-Haube . Nur wenn „Seenebel“ in die Stadt zieht oder der Durchzug eines Tiefs eine Regen-Front vor sich hertreibt , gestaltet sich „Husum“ so grau wie in der Poesie . „Die graue Stadt am Meer“ hat „Husum“ zwar die Publicity eingetragen , die Kaufleute sind dennoch nicht glücklich mit dem Dichter-Wort . In „Graue Stadt ganz bunt“ haben sie es umgemünzt und glauben , mit dem Slogan die Stadt werbewiksamer vermarkten zu können .

Theodor Storm wurde 1817 in „Husum“ geboren . Allein in der Wasserreihe Nr. 31 , wo er vierzig Jahre wohnte , hat er zwanzig Novellen verfasst . Das „Alt-Husumer-Bürger-Haus“ beherbergt heutezutage ein Museum und die Gedekstätte . Zahlreiche „Roman-Schau-Plätze“ sind in und um „Husum“ zu finden . Zum Beispiel die Häuser von Pole Poppenspäler und Bötjer Basch in der Süderstraße . In den „Schimmel-Reiter-Krug“ bei Sterdebüll in der „Hattstedter Marsch“ kann man heute noch auf einen „Tee-Punsch“ einkehren . Der „Hauke-
Haine-Koog“ indes wurde nur nach dem „Deichgrafen“ der brühmten Storm-Novelle benannt , nachdem er 1962 eingedeicht war . Doch überall ist „Schimmel-Reiter-Land“ , irgendwo hinter den Deichen in der nordfriesischen Marsch schrieb Theodor Storm seinem Dichter-Kollegen Gottfried Keller .

Eine „Sturmflut“ machte „Husum“ zur Hafen-Stadt . Als am 16. Januar 1362 die so genannte „Große Mandräke“ weite Teile des Nordstrandes wegspülte und das Flüsschen Mühlenau unter den Einfluss der Gezeiten geriet , lag das Städtchen plötzlich an einem schiffbaren Strom . Schiff-Bauer , Handwerker und Kaufleute siedelten sich an . Inseln und Köge in der „Husumer Bucht“ wurden eingedeicht . Das „Husumer Nissenhaus“ dokumentiert die Geschichte der großen Sturm-Fluten und veranschaulicht die Entwicklung des „Küsten-Schutzes , die Deichbau-Technik und Land-Gewinnung“ .

Stadt-Führungen auf Storms Spuren haben das ganze Jahr über Konjunktur . „Husum“ , das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordfrieslands , lebt ganz gut von Storm und Wind . Etwa ein Drittel der Gewerbe-Steuer-Einnahmen fließt von Unternehmen in das Stadt-Säckel , die sich mit „Wind-Energie“ beschäftigen . Auch die „Husumer Schiffs-Werft“ hat sich umgestellt und produziert „Wind-Kraft-Anlagen“ . Der Dichter würde sich so manches Mal wundern , würde er heute durch seine Stadt schlendern , die von seinerzeit 6 000 Bewohnern auf nunmehr 21 000 „Husumer Bürger“ angewachsen ist . Aus dem alten Gymnasium , das seinen drei Söhnen preußische Lehr-Inhalte einbläute , ist ein elegantes „Romantik-Hotel“ mit 72 Gäste-Zimmern und Suiten geworden . Dort kosten zum Beispiel zwei Übernachtungen / mit HP ab etwa 195 Euro .

Schon zu Storms Zeiten blühten im „Schluss-Park“ die Krokusse , eine wilde Sorte namens „Crocus tomasinianius“ . Mitte März verwandeln vier Millionen „Blumen-Zwiebeln“ den Rasen rund um die ehemalige Residenz des Herzogs Adolf von Gottorf in einen violetten „Blüten-Teppich“ . Das „Krocus-Blüten-Fest“ wird dann gefeiert und eine „Krokus-Königin“ gewählt . Sie soll dann ein Jahr lang die graue Stadt am Meer bei Veranstaltungen nach außen hin repräsentieren . Doch wenn in „Husum“ die Krokusse blühen , ist der Winter bestimmt vorbei .



Kann einen Besuch „Husums“ nur empfehlen , egal zu welcher Jahreszeit . In jeder gibt es was zu erleben , wie oben beschrieben (mir persönlich hat das „Krokus-Blüten-Fest“ am besten gefallen) . Vorher sollte man sich nur genau überlegen was man am liebsten mag , oder man besucht „Husum“ ein paar mal . Wünsche allen „Husum Besuchern“ viel Spaß !

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