Ich bin Sam (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von trampastheo

Der schwierige Kampf um die eigene Tochter

Pro:

Ergreifende Handlung, besonders lehrreicher Film, ausgezeichnete darstellerische Leistung von Sean Penn, Michelle Pfeiffer und der kleinen Dakota Jenning, 132 Minuten Spielzeit

Kontra:

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Empfehlung:

Ja

Handlung
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Sam (gespielt von Sean Penn), ein junger Mann, der geistig behindert ist, wird Vater. Seine Tochter Lucy (gespielt von Dakota Fanning) kommt zur Welt. Doch bereits wenige Tage später, werden Sam und Lucy von ihrer Frau/Mutter verlassen. Sam hat nun die schwierige Aufgabe Lucy selbst aufzuziehen. Dabei helfen ihm seine sehr guten Freunde, die ebenfalls geistig behindert sind, aber auch die nette Nachbarin Anny. Sam arbeitet zur gleichen Zeit als Angestellter in einem Cafe. Doch Lucy wächst und bereits im Alter von 7 Jahren hat sie ihren Vater geistig schon eingeholt. Das Sozialamt greift ein und will Lucy von Sam trennen. Für Sam beginnt ein schwieriger Kampf, um das Sorgerecht seiner Tochter zu behalten. Auf seiner Seite stehen außer seinen vier guten Freunden auch eine erfahrene Anwältin namens Rita (gespielt von Michelle Pfeiffer). Sie setzt sich kostenlos für Sam ein, nachdem ihre Kolleginnen sich über sie lustig machen, dass sie nie etwas umsonst, für einen guten Zweck getan hat. Vor Gericht muss sie Beweise vorlegen, warum Sam durchaus im Stande ist, seine Tochter weiterhin großzuziehen. Trotz ihres Versuches für Sam seine Tochter zurück nach Hause zu bringen, gelingt es ihr nicht vor Gericht das Sorgerecht zu gewinnen. Lucy bekommt eine neue Familie und Sam darf sie nur zweimal die Woche, für jeweils zwei Stunden sehen. Doch Sam und Rita geben den Kampf um Lucy nicht auf!

Meinung und Gedanken zum Film
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„Ich bin Sam“ ist ein mitreißendes Drama. Eine einfühlsamer und größtenteils rührender Film, zu einer wirklich erstaunlichen Handlung. Eine Geschichte, die aus dem wahren Leben stammen könnte. Wie oft hört man Geschichten, dass das Sozialamt oder welche Behörde auch immer, Kinder von ihren Elternteilen wegnimmt und sie in Heime steckt? Man hört dann Menschen sagen, dass das wohl das beste für das Kind sei. Doch weiß man wirklich, was sich hinter der Geschichte verbirgt? Welches Drama hat sich in dieser Familie entwickelt, so dass das Kind den Eltern weggenommen wurde? Eine ähnliche Geschichte findet bei “Ich bin Sam“ statt. Ein alleinerziehender Vater, der geistig behindert ist, soll aufgrund dieses Problems, das Sorgerecht seiner Tochter verlieren. Laut der Sozialarbeiterin und der Psychologen, kann Sam seine Tochter nicht richtig großziehen. Eine sehr traurige Nachricht für Sam, der in sieben Jahren seine allerliebste Lucy selbst aufgezogen hat, nachdem ihn seine Frau nach der Geburt verließ. Für ihn beginnt, zusammen mit seiner Anwältin, ein Kampf um das Sorgerecht seiner Tochter vom Staat zurück zu gewinnen.

Es ist einfach rührend mit anzusehen, wie ein außergewöhnlicher Mensch wie Sam, seine Tochter verliert. Mit lauter Vorurteilen, die in der Gesellschaft aufgrund seiner Behinderung aufkommen, mit einer geringen Akzeptanz dieser selben harten Gesellschaft, hat er eigentlich nur seine Tochter. Und er hat sie so lieb, wie keinen anderen Menschen auf der Erde. Genau diesen allerliebsten Menschen will man ihm nehmen. Es klingt so hart und so sieht man es als Zuschauer auch, während des Filmverlaufs. Doch Sam wird nicht aufgeben und auch für die Schwachen findet sich immer ein guter Mensch, der ihnen hilft. Zusammen mit Rita, beginnt der Kampf um seine Tochter. Was lernen wir aus dem ganzen Film? Man darf im Leben niemals aufgeben! Man soll für seinen Mitmenschen kämpfen! Es ist einfach faszinierend, wie Regisseur Jessie Nelson es schafft genau aus diesem Drama von Sam auch die anfangs egoistische Rita (Michelle Pfeiffer) zu einem besseren Menschen zu machen. Die Karriere als Anwältin hat nicht nur ihre Ehe zerstört, sondern auch ihre Beziehung zu ihrem kleinen Sohn verschlechtert. Durch das Leiden von Sam, merkt sie, dass sie gar nicht um das kämpfen muss, für das Sam kämpft. Sie hat ihren Sohn zu Hause und muss sich nur um ihn kümmern. Sie nimmt wahr, dass es nicht selbstverständlich ist, alles im Leben zu haben. Ist das nicht auch der größte Nachteil von uns Menschen: wir sehen vieles als selbstverständlich an, vom einfachen Nahrungsmittel bis zu unserer Gesundheit, während andere Menschen täglich um genau diese Sachen kämpfen. Ein Film, der mich durchaus wieder zum Nachdenken gebracht hat. Der Film ist 132 Minute lang, was die ganze Story wirklich perfekt beim Zuschauer einwirken lässt. Wer mit „Ich bin Sam“ einen spannenden oder actionreichen Film erwartet, der sollte ihn sich gar nicht erst anschauen. Es ist ein anspruchsvoller Film, wie es die meisten Dramen nun mal sind. Fasziniert war ich im Film auch vom Auftritt einer deutschen Dogge, eines Cocker Spaniels und eines Golden Retrievers, der von Lucy gestreichelt wird.

Ich weiß nicht, was ich zur darstellerischen Leistung von Sean Penn sagen soll. So beeindruckt bin ich davon! Ohne Zweifel hätte er den Oskar für diese einzigartige Rolle verdient gehabt (er war zumindest nominiert dafür). Für mich hätte „Ich bin Sam“ überhaupt ein absolut Oskarreifer Film sein müssen, nicht nur von der Handlung her, sondern auch aufgrund seiner Protagonisten. Sean Penn hat in so vielen Rollen schon mitgespielt (ich hatte ihn letztens in „The Game“ mit Michael Douglas gesehen), aber Sam ist die Rolle seines Lebens. Eine ergreifende Darstellung eines geistig behinderten Menschen, die bis auf letzte Detail von Penn perfektioniert wurde. Es ist nicht leicht auf einmal in die Rolle eines Menschen mit geistiger Behinderung reinzuschlüpfen. Sowohl aus sprachtechnischer Sicht, als auch von den Bewegungen des Körpers, ist die Rolle von Sean Penn als Sam einzigartig verkörpert worden. Sean Penn gewinnt vom ersten Moment die Sympathie des Zuschauers. Die einzige Szene, in der er eine schlechten Eindruck hinterlässt, ist die in der Sam mit seiner Tochter essen geht und unhöflich zur Bedienung spricht. Ansonsten verkörpert er die dramatische Rolle eines Menschen, der von Natur aus, nicht wie die meisten von uns mit allen geistlichen und körperlichen Vorteilen beschenkt wurde und der um seine Tochter kämpft.

Michelle Pfeiffer macht für mich ebenfalls, nach langer Zeit wieder in einem Drama, einen ausgezeichneten Auftritt. Erst ist sie die gestresste Anwältin, die am liebsten Sam loswerden will, doch später stellt sie die einfühlsame Anwältin dar, die die Hülle ihres Berufes fallen lässt und ein menschliches Gesicht zeigen kann. Beeindruckend, wie Michelle die Szene im Haus von Sam spielt, als dieser keine Menschen mehr sehen will. Es ist der Moment, an dem sie selbst über ihr Leben nachdenkt und weint. Die kleine Lucy, die von Dakota Fanning gespielt wird, entzückt den Zuschauer. Ein so bezauberndes kleines Wesen, welches niemals seine Mutter kennen gelernt hat, darf doch nicht von ihrem Vater getrennt werden, waren meine Gedanken im Film! Ich glaube eines bessere Darstellerin, hätte man für die Rolle der Lucy nicht finden können. Wie immer am Schluss noch die versteckte Werbung, die im Film in Form von Produktnamen erscheint. Diesmal sind mir Hertz (Autovermietung), Porsche, Nike und Pizza Hut aufgefallen. Letztere muss am meisten in die Tasche gegriffen haben, denn einige Minuten wird man die Symbole von Pizza Hut sehen bzw. auch vom Unternehmen im Film hören.

Fazit
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„Ich bin Sam“ ist vielleicht das beste Drama, das ich bis heute gesehen habe. Ein so ergreifender Film, wie es selten der Fall ist! Eine Handlung von einem Menschen, der in der Gesellschaft als geistig behinderter mit Vorurteilen zu kämpfen hat und gleichzeitig mit ansehen muss, wie er seine Tochter durch das Sozialamt verliert. Eine rührende Geschichte, die den Film einzigartig macht. Seine lehrreichen Nachrichten, wie es der Kampfgeist im Leben oder die Dankbarkeit gesund zu sein bzw. sich über etwas freuen zu können, was nicht selbstverständlich ist, sind außerordentlich im Film. So außerordentlich gut, wie auch die darstellerische Präsentation von Sean Penn, Dakota Janning und Michelle Pfeiffer sind.

38 Bewertungen